Welche Erziehungsstile hat Spranger entworfen, wie verstand er den erzieherischen Auftrag und welche Rolle übernimmt dabei der Erzieher? Diese Arbeit soll einen Überblick über Sprangers pädagogische Grundgedanken, seine Vorstellung von der Rolle des Erziehers und seine idealtypischen Erziehungsstile geben.
Inhaltsverzeichnis
1. Die Biografie Eduard Sprangers im Kontext der Zeitgeschichte
1.1 Sprangers Kindheit
1.2 Sprangers Studium und erste Lehrtätigkeit
1.3 Sprangers Zeit als Hochschulprofessor in der Weimarer Republik
1.4 Spranger Leben im Dritten Reich
1.5 Spranger Leben nach dem Zweiten Weltkrieg
2. Theoretische Grundlagen zu Eduard Spranger
2.1 Vorbilder Eduard Sprangers
2.2 Wichtige Begriffe der theoretischen Grundlagen Sprangers
2.2.1 Bildung nach Eduard Spranger
2.2.2 Ziel der Bildung und Bildungsideal
2.2.3 Wahrheit nach Eduard Spranger
2.2.4 Prinzip der Bildung
3. Die drei bedeutendsten Werke Eduard Sprangers
3.1 „Der gegenwärtige Stand der Geisteswissenschaft und der Schule“ (1921)
3.2 „Lebensformen“ (1921)
3.3 „Psychologie des Jugendalters“ (1924)
4. Spranger und die Volksschule
4.1 Die Phase 1910 bis 1920
4.1.1 Das Arbeitsprinzip
4.1.2 Die Gemeinschaftserziehung
4.2 Die Phase 1920 bis 1945
4.2.1 Das heimatkundliche Prinzip
4.2.2 Die Einheitsschule
4.3 Die Phase von 1945 bis 1963
5. Sprangers Bildungsansatz heute
5.1 Sprangers Ansätze im Vorwort des Hauptschullehrplans (2004)
5.2 Sprangers Ansätze im Teil „Der Auftrag der Hauptschule Heute“
5.3 Sprangers Ansatz im Arbeit Wirtschaft Technik Unterricht
6. Kritik am Werk Sprangers
6.1 Walter Eisermann
6.2 Volker Gerhardt
6.3 Iring Fetscher
6.4 Heinz-Elmar Tenorth
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den berufspädagogischen Ansatz von Eduard Spranger, seine pädagogischen Grundgedanken sowie seine Relevanz für das moderne Schulwesen, insbesondere die Hauptschule.
- Biografischer Kontext und Wirken in verschiedenen Epochen.
- Analyse der theoretischen Grundlagen (Bildungsbegriff, Wahrheit, Prinzip der Bildung).
- Untersuchung der bedeutendsten Werke und der Entwicklung der Schultheorie.
- Gegenüberstellung von Sprangers Ansätzen mit modernen Lehrplaninhalten.
- Kritische Auseinandersetzung mit der Rezeption seines Werks in der Fachwissenschaft.
Auszug aus dem Buch
3.1 „Der gegenwärtige Stand der Geisteswissenschaft und der Schule“ (1921)
Dieses Werk wurde Werner Jaeger, einem langjährigen Freund Sprangers, gewidmet und befasst sich mit der Humanistischen Position Eduard Sprangers. Humanismus beschreibt Eduard Spranger mit der Forschung nach den äußersten Leistungsmöglichkeiten eines Menschen, in Anbetracht seiner vergangenen, aktuellen und zukünftig möglichen Leistungen. Diese Leistungen sind nur dann möglich, wenn man das Vergangene nachvollziehbar und für die Gegenwart sinnstiftend darstellt. Hier findet sich der Begriff der Wahrheit nach Spranger wieder, der sagt, man solle einem Lernenden Wissenszusammenhänge nicht abstrakt, sondern bezogen auf dessen Realität darstellen. Findet nun dieses für die Gegenwart sinnstiftend und nachvollziehbar darstellende des Vergangenen statt, so entsteht Geisteswissenschaft. Diese ist durch verschiedene Geister geprägt. Der Geist ist mit der „Totalität der menschlichen Gemeinschaft und ihrer Bestimmung zu verstehen.“ Dieser Geist wird durch verschiedene geistige Erscheinungen geprägt und bestimmt. Eine geistige Erscheinung ist die Verknüpfung des subjektiven und objektiven Geistes eines Individuums. Der subjektive Geist meint die persönlichen, also subjektiven Empfindungen und Erlebnisse des Individuums in der Gesellschaft. Mit dem objektiven Geist ist ein „Überindividueller Gruppengeist in Organisationsformen der Gesellschaft“ gemeint. Neben diesen Geistern gibt es noch den objektivierten Geist, der einen „in Gebilden und Sachgebieten fixierter Geist der Kultur“ meint und einen normativen Geist, der einen „überindividuellen [Geist der] Ordnung von Recht und Moral“ darstellt. Diese verschiedenen Geister des Individuums wirken nach Spranger zusammen und geben einem Menschen die Möglichkeit, Verhalten und Erleben eines anderen Individuums nachzuvollziehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Biografie Eduard Sprangers im Kontext der Zeitgeschichte: Detaillierte Betrachtung des Lebenslaufs von der Kindheit bis zur Nachkriegszeit unter Berücksichtigung historischer und politischer Rahmenbedingungen.
2. Theoretische Grundlagen zu Eduard Spranger: Erläuterung der philosophischen und pädagogischen Einflüsse sowie der zentralen Begrifflichkeiten wie Bildung, Wahrheit und das Prinzip der Bildung.
3. Die drei bedeutendsten Werke Eduard Sprangers: Analyse seiner Hauptwerke „Der gegenwärtige Stand der Geisteswissenschaft und der Schule“, „Lebensformen“ und „Psychologie des Jugendalters“.
4. Spranger und die Volksschule: Darstellung der Entwicklung seines pädagogischen Denkens in Bezug auf die Volksschule in drei zeitlichen Phasen zwischen 1910 und 1963.
5. Sprangers Bildungsansatz heute: Aufzeigen der Parallelen zwischen Sprangers Forderungen und den modernen Lehrplänen der Hauptschule sowie dem Fach Arbeit-Wirtschaft-Technik.
6. Kritik am Werk Sprangers: Zusammenfassende Betrachtung der fachwissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Sprangers Person und Lehre durch verschiedene Kritiker.
Schlüsselwörter
Eduard Spranger, Pädagogik, Berufspädagogik, Volksschule, Lebensschule, Arbeitsschule, Bildungsideal, Humanismus, Gemeinschaftserziehung, Geisteswissenschaft, Hauptschule, Arbeit Wirtschaft Technik, Preußische Tugenden, Erziehungsstile, Individualität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den berufspädagogischen Ansatz von Eduard Spranger und dessen historischen sowie gegenwärtigen Einfluss auf das deutsche Bildungssystem, speziell auf die Hauptschule.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die Biografie Sprangers, seine philosophischen Grundbegriffe, seine wichtigsten pädagogischen Werke sowie die kritische Reflexion seiner Theorien durch Wissenschaftler.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, einen Überblick über Sprangers pädagogische Grundgedanken zu geben und aufzuzeigen, wie diese das heutige Hauptschulsystem und den dortigen Unterricht beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literatur- und quellenbasierte Analyse, die Sprangers Originalschriften mit aktueller pädagogischer Fachliteratur und dem bayerischen Hauptschullehrplan abgleicht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die drei wichtigsten Werke des Autors, die historische Entwicklung seines Engagements für die Volksschule und die Anwendung seiner Prinzipien im aktuellen Unterricht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Bildungsansatz, Arbeitsschule, Lebensschule, Geisteswissenschaft und das Prinzip der Gemeinschaftserziehung.
Wie steht Spranger zur Bedeutung des Berufs im Leben eines Menschen?
Spranger betrachtete den Beruf als das Zentrum menschlichen Daseins und als entscheidenden Ankerpunkt für die Lebenswirklichkeit und die Persönlichkeitsentwicklung eines Jugendlichen.
Warum wird Sprangers Werk heute kritisch betrachtet?
Kritiker wie Volker Gerhardt oder Heinz-Elmar Tenorth hinterfragen die Aktualität seiner Ansichten, insbesondere sein Festhalten an preußischen Tugenden und seine Rolle als „Mann von gestern“.
- Citation du texte
- Ina Frank (Auteur), 2011, Der berufspädagogische Ansatz nach Eduard Spranger, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/267898