Die deutsche Sprache steckt voller Homonyme bzw. Polyseme, die oftmals gar nicht als solche wahrgenommen werden. Sie gehören ganz selbstverständlich zum alltäglichen Sprachgebrauch, können jedoch, wenn der Kontext unklar ist, schnell zu Verwirrungen bzw. Missverständnissen führen. Derartiges aneinander Vorbeireden, wie im obigen Beispiel, ist nichts Ungewöhnliches und kann aus der Zwei- oder auch Mehrdeutigkeit bestimmter Wörter resultieren. Da diese sehr häufig im Deutschen zu finden sind, ist es vor allem wichtig, SchülerInnen für homonyme bzw. polyseme Ausdrücke zu sensibilisieren sowie sie mit der Thematik vertraut zu machen. Eine besondere Schwierigkeit liegt darin, ihnen den Unterschied zwischen Homonymen und Polysemen nahezubringen bzw. ihnen Differenzierungsmöglichkeiten zu vermitteln. Die Varianten zur Unterscheidung von Homonymen und Polysemen werden in der Literatur sehr kritisch diskutiert und gelten als wenig zufriedenstellend (Vgl. Schnörch 2002: 89ff.).
Aufgrund dessen ist es eine große Herausforderung, diese Problemstellung im Deutschunterricht aufzugreifen. Die hier vorliegende Arbeit will sich dieser Aufgabe stellen und präsentiert eine mögliche Deutschstunde zum Thema „Homonyme – Polyseme“ für eine siebte Gymnasialklasse. Der Fokus der fiktiven Stunde liegt auf der Frage, wie man homonyme von polysemen Ausdrücken unterscheiden kann. Die SchülerInnen lernen dabei Differenzierungsmöglichkeiten kennen, mithilfe derer sie sicherer im Umgang mit der besagten Thematik werden sollen. Der wissenschaftliche Teil stützt sich vor allem auf die Betrachtungen von Anke Lüdeling (2009) und Ulrich Schnörch (2002) in Bezug auf die hier zu untersuchende Problemstellung. Interessante Aspekte liefern auch Rolf Bergmann (1977), J. Alan Pfeffer (1965, 1970), Edgar W. Schneider (1988) und Ekkehard Zöfgen (1976, 1989). Für die Gestaltung der hier vorgestellten Unterrichtsstunde, insbesondere im Hinblick auf die erstellten Arbeitsblätter im Anhang, dienen zur Orientierung die (Schulbuch)Grammatik des Westermann-Verlags (Ulrich (Hrsg.) 1997) sowie die Überlegungen von Horst Stephan (2012), Julia Klein (2008) und Johannes Merkel (2008).
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Homonyme – Polyseme
2.1 Auswahl des Themas und Planungszusammenhang
2.2 Bedingungsanalyse
2.3 Sachanalyse
2.4 Didaktisch-Methodische Analyse
3. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit entwickelt ein didaktisches Konzept für den Deutschunterricht in der siebten Jahrgangsstufe, um Schülern die komplexen sprachwissenschaftlichen Unterschiede zwischen Homonymie und Polysemie methodisch zugänglich zu machen und ihre sprachliche Reflexionsfähigkeit zu fördern.
- Sensibilisierung für Mehrdeutigkeit in der Alltagssprache
- Vermittlung von Differenzierungskriterien (Etymologie und Kernbedeutung)
- Praktische Erprobung durch einen fiktiven Unterrichtsentwurf
- Analyse der Herausforderungen bei der Behandlung semantischer Grenzfälle im Unterricht
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Kommt ein ziemlich kahler Mann zum Friseur [und fragt]: »Können Sie mein Haar wohl locken?« »Tja«, sagt der Friseur nachdenklich, »locken kann ich es schon, aber ob es herauskommt?« (Ulrich (Hrsg.) 1997: 122)
Die deutsche Sprache steckt voller Homonyme bzw. Polyseme, die oftmals gar nicht als solche wahrgenommen werden. Sie gehören ganz selbstverständlich zum alltäglichen Sprachgebrauch, können jedoch, wenn der Kontext unklar ist, schnell zu Verwirrungen bzw. Missverständnissen führen. Derartiges aneinander Vorbeireden, wie im obigen Beispiel, ist nichts Ungewöhnliches und kann aus der Zwei- oder auch Mehrdeutigkeit bestimmter Wörter resultieren.
Da diese sehr häufig im Deutschen zu finden sind, ist es vor allem wichtig, SchülerInnen für homonyme bzw. polyseme Ausdrücke zu sensibilisieren sowie sie mit der Thematik vertraut zu machen. Eine besondere Schwierigkeit liegt darin, ihnen den Unterschied zwischen Homonymen und Polysemen nahezubringen bzw. ihnen Differenzierungsmöglichkeiten zu vermitteln. Die Varianten zur Unterscheidung von Homonymen und Polysemen werden in der Literatur sehr kritisch diskutiert und gelten als wenig zufriedenstellend (Vgl. Schnörch 2002: 89ff.).
Aufgrund dessen ist es eine große Herausforderung, diese Problemstellung im Deutschunterricht aufzugreifen. Die hier vorliegende Arbeit will sich dieser Aufgabe stellen und präsentiert eine mögliche Deutschstunde zum Thema „Homonyme – Polyseme“ für eine siebte Gymnasialklasse. Der Fokus der fiktiven Stunde liegt auf der Frage, wie man homonyme von polysemen Ausdrücken unterscheiden kann. Die SchülerInnen lernen dabei Differenzierungsmöglichkeiten kennen, mithilfe derer sie sicherer im Umgang mit der besagten Thematik werden sollen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik der Mehrdeutigkeit von Wörtern und definiert das Ziel, Schülern der siebten Klasse Ansätze zur Unterscheidung von Homonymen und Polysemen zu vermitteln.
2. Homonyme – Polyseme: Dieses Hauptkapitel umfasst die theoretische Herleitung, die Bedingungsanalyse der Lerngruppe, eine linguistische Sachanalyse sowie die detaillierte didaktisch-methodische Planung der Unterrichtseinheit.
3. Schlussbemerkung: Hier werden kritische Aspekte der Thematisierung reflektiert und die Erkenntnis gewonnen, dass das Thema aufgrund seiner Komplexität eine große Herausforderung für den Schulunterricht darstellt.
Schlüsselwörter
Homonymie, Polysemie, Mehrdeutigkeit, Deutschunterricht, Didaktik, Linguistik, Etymologie, Kernbedeutung, Unterrichtsentwurf, Sprachbetrachtung, Semantik, Wortbedeutung, Gymnasialklasse, Teekesselchen, Sprachreflexion
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der didaktischen Aufbereitung des linguistischen Unterschieds zwischen Homonymen und Polysemen für Schüler der siebten Jahrgangsstufe.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die semantische Analyse von Wörtern, die etymologische Herkunftsbestimmung sowie die Planung und Durchführung einer unterrichtspraktischen Einheit.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Schülern Werkzeuge an die Hand zu geben, um homonyme von polysemen Ausdrücken sicher zu unterscheiden und für sprachliche Mehrdeutigkeiten zu sensibilisieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse linguistischer Fachpublikationen und überträgt diese Erkenntnisse in einen fiktiven, didaktisch strukturierten Unterrichtsentwurf.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Grundlagen der Homonymie und Polysemie und verknüpft diese mit einer konkreten Bedingungsanalyse sowie einer Verlaufsplanung für den Deutschunterricht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Homonymie, Polysemie, Sprachbetrachtung, Didaktik und semantische Analyse beschreiben.
Warum wird für den Unterrichtseinstieg das „Teekesselchen-Spiel“ vorgeschlagen?
Das Spiel dient als motivierender, spielerischer Einstieg, um das Interesse der Schüler durch das Aufdecken von Mehrdeutigkeiten ohne den Druck komplizierter Fachbegriffe zu wecken.
Welche Rolle spielt die Etymologie bei der Unterscheidung?
Die Etymologie dient als Kriterium zur Unterscheidung: Gemeinsamer Ursprung deutet auf Polysemie hin, unterschiedliche sprachliche Herkunft auf Homonymie.
Welche Herausforderungen identifiziert die Autorin für den Unterricht?
Die Autorin stellt fest, dass die Unterscheidung selbst in der Fachwissenschaft kontrovers diskutiert wird und die Thematik für jüngere Klassen sehr anspruchsvoll ist.
- Quote paper
- Julia Ratajczak (Author), 2013, Zur Differenzierung von Homonymie und Polysemie im Deutschunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268026