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Die Kriegslyrik Theodor Körners auf Liedpostkarten im Ersten Weltkrieg

Gestalten – Hintergründe – Wirkungen

Titel: Die Kriegslyrik Theodor Körners auf Liedpostkarten im Ersten Weltkrieg

Masterarbeit , 2013 , 138 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Miriam Garmatter (Autor:in)

Musik - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

1. Einleitung
"Das Volk steht auf, der Sturm bricht los:
Wer legt noch die Hände feig in den Schoß?"
Diese zwei Verse aus dem Werk Theodor Körners mögen beim Leser ganz konkrete Assoziationen wecken. Jeder, der sich mit der Zeit des Nationalsozialismus befasst hat, kennt das Zitat am Ende der Sportpalastrede des Propagandaministers Joseph Goebbels (Nun, Volk, steh‘ auf/ und, Sturm, brich los!). Diese Rede wurde zu einem Zeitpunkt gehalten, da der Krieg für die Deutschen nach der vernichtenden Niederlage bei Stalingrad im Winter 1943 bereits als verloren gelten konnte. Auch wenn nicht jeder dies als Tatsache hinzunehmen bereit war und viele lieber weiterhin an einen erfolgreichen Kriegsausgang glauben wollten, wirkte sich die katastrophale Situation an der Ostfront insgesamt sehr negativ auf die Stimmungslage und die Kriegsbegeisterung der Deutschen aus. Der damalige Reichspropagandaminister Joseph Goebbels versuchte der Kriegsmüdigkeit entgegenzuwirken und die deutsche Bevölkerung zum weiteren, aufopferungsvollen Einsatz für das Vaterland zu mobilisieren. In diesen Kontext ist seine berühmt gewordene „Sportpalastrede“ einzuordnen. Über 109 Minuten schwor der Redner die Anwesenden auf die Notwendigkeit des „totalen Krieges“ ein und rief damit frenetischen Jubel und ekstatische Zustimmung hervor. Goebbels schloss seine Rede mit folgendem Appell an das deutsche Volk:
Der Führer hat befohlen, wir werden ihm folgen. Wenn wir je treu und unverbrüchlich an den Sieg geglaubt haben, dann in dieser Stunde der nationalen Besinnung und der inneren Aufrichtung. Wir sehen ihn greifbar nahe vor uns liegen; wir müssen nur zufassen. Wir müssen nur die Entschlusskraft aufbringen, alles seinem Dienst unterzuordnen. Das ist das Gebot der Stunde. Und darum lautet von jetzt ab die Parole: Nun, Volk, steh auf, und Sturm, brich los!
Mit dieser eingängigen, motivierenden Parole knüpfte der nationalsozialistische Propagandist an die Lyrik der Befreiungskriege von 1813-1815 an. Goebbels Losung stellte eine nur leicht variierte Version der ersten Zeile des eingangs zitierten Gedichts „Männer und Buben“ von Theodor Körner dar. Körners Gedicht von 1813, das wenig später von Weber vertont wurde, gehört zu den populärsten Texten aus der Zeit des Kampfes gegen die französischen Besatzer. Es findet sich in Körners bekanntester Gedichtsammlung „Leyer und Schwert“ zwischen weiteren Kriegsdichtungen und wurde vielfach nachgedruckt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Biographie Körners

2.1. Kindheit und Jugend Theodor Körners

2.2. Studentenzeit und Erfolg als Dichter

2.3. Der Soldat Körner und sein früher Tod

3. Wandel des Körnerbildes bis zum 1. Weltkrieg

3.1. Rezeptionsgeschichte der Lyrik Körners

3.1.1. Feiern zum Jubiläumsjahr 1913

3.1.2. Körner als soldatisches Vorbild und Trostgeber

3.2. Einordnung der Lyrik Körners

3.2.1. Zum Wesen der „Befreiungskriege“ 1813-1815

3.2.2. Die Rolle Körners Lyrik innerhalb der Befreiungskriegslyrik

4. Die Bedeutung von Bildpostkarten im Ersten Weltkrieg

4.1. Entwicklung und Verbreitung der Bildpostkarte bis 1914

4.2. Bedeutung der Feldpost im Ersten Weltkrieg

4.3. Die Bildpostkarte als Propagandamedium

4.4. Beeinflussung des Postkartenmarktes durch Zensur und Nachfrage

4.5. Die Bedeutung der Liedpostkarte für Agitations- und Schutzvereine

4.5.1. Der „Deutsche Schulverein“ und der „Allgemeine Deutsche Schulverein“

4.5.2. Bedeutende Schutzvereine

4.5.4. Liedpostkarten als Einnahmequelle und Propagandamittel

5. Körners Kriegslieder auf Bildpostkarten im Ersten Weltkrieg

5.1. Auswahl der Postkarten

5.2. Methodisches Vorgehen bei der Analyse und Interpretation der Karten

5.3. Typisierung und Analyse von ausgewählten Postkarten

5.3.1. Postkarten aus der Vorkriegszeit: Das „Schwertlied“

5.3.2. Postkarten aus der Vorkriegszeit: Die Postkartenserie des Vereins „Südmark“

5.3.2.1. Gedenken an den gefallenen Helden Theodor Körner

5.3.2.2. Kampf und Soldatentum

5.3.2.3. Opferbereitschaft und religiöser Patriotismus

5.3.3. Postkarten aus der Zeit des Ersten Weltkrieges: „Gebet während der Schlacht“

5.3.3.1. Körner als Kämpfer der „heiligen“ Befreiungskriege

5.3.3.2. Körner und Kaiser Wilhelm II.

5.3.3.3. Verharmlosung des Krieges

5.3.3.4. Propagierung des Opfertodes

6. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Rolle und Bedeutung von Theodor Körners patriotischer Lyrik, insbesondere deren Darstellung auf Bildpostkarten im Ersten Weltkrieg, als Propagandamedium. Dabei wird analysiert, wie die nationalsozialistische und kriegsbejahende Ideologie auf dieses historische Medium zurückgriff, um die Bevölkerung zum Durchhalten zu motivieren und Kriegssymbole zu etablieren.

  • Rezeptionsgeschichte des „Dichterhelden“ Theodor Körner
  • Propagandistische Funktionalisierung von Liedpostkarten
  • Analyse der Bildsprache und Symbolik auf Kriegspostkarten
  • Die Rolle patriotischer Schutzvereine als Herausgeber
  • Wirkungsmechanismen der Idealisierung von Krieg und Soldatentum

Auszug aus dem Buch

Die Bedeutung von Bildpostkarten im Ersten Weltkrieg

In der (musik-)historischen Forschung wurden Bildpostkarten bisher nur in vereinzelten Untersuchungen als Quelle herangezogen. Dies gilt auch für die Zeit des Ersten Weltkrieges. Allgemein werden Bildquellen im Vergleich zu literarischen Quellen in der historischen Forschung noch vergleichsweise wenig genutzt. Brocks weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Bedeutung von Bildern als Quelle [...] in den letzten Jahren in einigen Studien mehr als hinreichend gezeigt worden ist, und gerade die Benutzung von Bildquellen [sich] zur Bestimmung von Mentalitäten, kollektiven Wahrnehmungen und Deutungen des so bildträchtigen Ersten Weltkriegs [eigne]. Wird auf visuelle Quellen zurückgegriffen, so handelt es sich meist um Filme, Fotografien oder auch Flugblätter und Plakate. Die Bildpostkarte hingegen spielt bislang für die Forschung eine untergeordnete Rolle. Brocks kritisiert die Vernachlässigung dieses relevanten Mediums, welches sowohl in Herstellung und Rezeption eine Massenbasis hatte [!] und nützliche Hinweise auf die kollektiven Deutungen und Sinngebungen des Krieges geben kann. Denn schon um die Jahrhundertwende war die Postkarte zum Massenkommunikationsmedium geworden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Themas und der Forschungsfrage im Kontext der Instrumentalisierung von Literatur für propagandistische Zwecke.

2. Biographie Körners: Analyse der Lebensgeschichte des Dichters und deren Idealisierung durch den Vater als Basis für spätere Vereinnahmungen.

3. Wandel des Körnerbildes bis zum 1. Weltkrieg: Untersuchung der verschiedenen politischen Phasen der Rezeption von Körner, vom Freiheitskämpfer bis zum Kriegsheros.

4. Die Bedeutung von Bildpostkarten im Ersten Weltkrieg: Historische Einordnung der Bildpostkarte als Massenkommunikationsmedium und ihrer Rolle in der Propaganda.

5. Körners Kriegslieder auf Bildpostkarten im Ersten Weltkrieg: Hauptteil mit Analyse und Typisierung der ausgewählten Postkarten im Hinblick auf deren Aussagekraft und Propagandagehalt.

6. Fazit: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Einordnung der Bedeutung des Körner-Mythos in der historischen Forschung.

Schlüsselwörter

Theodor Körner, Bildpostkarten, Erster Weltkrieg, Kriegspropaganda, Befreiungskriege, Rezeptionsgeschichte, Schutzvereine, Liedpostkarten, Patriotismus, Nationalismus, Soldatentum, Kriegsidylle, Heldenmythos, Feldpost, Kulturnation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Theodor Körners patriotische Lyrik in Form von Liedpostkarten im Ersten Weltkrieg als Propagandamedium eingesetzt wurde, um den Krieg ideologisch zu untermauern.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit verknüpft historische Forschung mit Literaturwissenschaft und Bildanalyse, wobei die Schwerpunkte auf der Rezeptionsgeschichte, der Rolle der Schutzvereine und der bildlichen Darstellung des Krieges liegen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Es wird untersucht, welche Motive auf Postkarten verwendet wurden und inwieweit diese gezielt dazu dienten, ein heroisches und „sauberes“ Bild vom Krieg zu vermitteln, um die Kampfbereitschaft zu fördern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse von Bildpostkarten unter Einbeziehung kunsthistorischer und bildsemiotischer Ansätze (in Anlehnung an Panofsky und Brocks) zur Deutung visueller und textueller Elemente.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden Liedpostkarten aus der Zeit des Ersten Weltkrieges kategorisiert und analysiert, insbesondere hinsichtlich ihrer Verwendung von Zitaten aus Körners Werken und deren propagandistischer Aussage.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem: Bildpostkarten, Erster Weltkrieg, Kriegspropaganda, Befreiungskriege, Patriotismus und der Heldenmythos um Theodor Körner.

Wie wurde die Rolle des „Deutschen Schulvereins“ als Herausgeber bewertet?

Die Arbeit verdeutlicht, dass solche Vereine Bildpostkarten als strategisches Mittel nutzten, um einerseits Einnahmen zu generieren und andererseits ihre deutschnationalen und völkischen Ideale in die Bevölkerung zu tragen.

Warum spielt das „Gebet während der Schlacht“ eine so prominente Rolle?

Dieses Gedicht wurde während des Ersten Weltkrieges zum dominierenden Motiv, da es die religiöse Überhöhung des Krieges und die absolute Unterordnung des Individuums unter ein „höheres Schicksal“ perfekt widerspiegelte.

Was unterscheidet die Darstellung des Krieges auf den Postkarten von der Realität?

Während der Krieg real durch Stellungskampf, Leid und Zerstörung geprägt war, zeichneten die Postkarten ein verharmlosendes, romantisierendes und ritterliches Bild, das den realen Horror bewusst ausblendete.

Ende der Leseprobe aus 138 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Kriegslyrik Theodor Körners auf Liedpostkarten im Ersten Weltkrieg
Untertitel
Gestalten – Hintergründe – Wirkungen
Hochschule
Universität Osnabrück  (Musikwissenschaft)
Note
1,3
Autor
Miriam Garmatter (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
138
Katalognummer
V268056
ISBN (eBook)
9783656581420
ISBN (Buch)
9783656581178
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kriegslyrik theodor körners liedpostkarten ersten weltkrieg gestalten hintergründe wirkungen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Miriam Garmatter (Autor:in), 2013, Die Kriegslyrik Theodor Körners auf Liedpostkarten im Ersten Weltkrieg, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268056
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