Eurojournalismus. Selbstverständnis und Arbeitsweise von EU-Journalisten in transnationalen Nachrichtenorganisationen


Diplomarbeit, 2010

106 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

I. Einleitung

Der legendäre Verleger Robert Maxwell wagte mit „The European“ in den 1990ern als Erster, ein genuin europäisches Medium an den Markt zu bringen – mit begrenztem Erfolg, denn die Zeitung ging nach wenigen Jahren ein (Ruß-Mohl 2003). Sie teilt ihr Schicksal mit dem französischsprachigen L’Européen. Heute führt mit dem Fernsehsender Euronews nur noch ein Medium das „Euro“ im Titel – und betreibt trotz EU-Subventionen einen höchst bescheidenen transnationalen Journalismus.

Warum sollte bei solchen Vorbildern überhaupt noch jemand transnationalen Journalismus für Europa machen? Oder ihn gar erforschen? Weil es einen europäischen politischen Journalismus gibt, und weil er anders als in den 1990ern profitabel arbeitet: „It is starting to fulfil an emergent role for mediating between European institutions and transnational elite publics“ (Statham 2008: 418). Im Journalismus stehen die Zeichen auf Konvergenz (Hanitzsch 2008a, Mayerhöffer et al. 2008: 20), womöglich hin zu einem europäischen Journalismus (Sievert 1998) oder, mit Betonung auf dessen transnationale Qualität, hin zu einer „transnationalen Nachrichtenkultur“ (Swanson 2003) und einem Eurojournalismus (Golding 2007, Baisnée 2002), also einem transnationalen politischen EU-Journalismus in Reaktion auf eine Transnationalisierung von Politik.

Die vorliegende Arbeit will suchen und beschreiben. Suchen nach einem Eurojournalismus, der als Ausdruck eines „fragilen Kosmopolitismus“ (Schlesinger 2007: 81) über Nationen und Medienkulturen hinweg politische Kommunikation leistet. Beschreiben, wie diese transkulturelle Vermittlung von transnational ausgerichteten Nachrichtenanbietern ausgeführt wird. In einem weiteren Schritt ist darüber zu urteilen, ob sich dieser Eurojournalismus funktional in ein System „EU“ einfügen und als Blaupause für die Erfüllung notwendiger Aufgaben für die politische Kommunikation einer (europäischen) Öffentlichkeit dienen kann. Denn der Eurojournalismus „wird höchstwahrscheinlich nicht genau dieselben organisatorischen Formen reproduzieren, die aus den verschiedenen nationalen politischen Systemen bekannt sind“ (Eder / Kantner 2000: 306).

Die vorliegende Untersuchung wählt den Zugang über Selbstverständnisses und Arbeitsweise der Eurojournalisten. Zunächst wird der Forschungsstand zum (transnationalen) Journalismus, zur journalistischen Kultur und zur europäischen Öffentlichkeit überblickartig wiedergegeben, um den theoretischen Rahmen abzustecken, innerhalb dessen Ausprägung und Funktion des Eurojournalismus zu analysieren sind. Der Zusammenhang von nationaler Kultur und Journalismus ist gut erforscht, außerdem gibt es zahlreiche Forschungsbemühungen zur europäischen Öffentlichkeit und der Europäisierung nationaler Öffentlichkeiten. Kaum beachtet wurde bislang der transnationale Journalismus als Funktionssystem der transnationalen respektive europäischen Öffentlichkeit (Wessler et al. 2008: 78). An dieses Forschungsdesiderat angelehnt, wird das Erkenntnisinteresse dieser Untersuchung umrissen mit der Beschreibung und Erklärung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden im Selbstverständnis und in den Arbeitsweisen von Journalisten in transnationalen Nachrichtenorganisationen. Es folgt die Operationalisierung der Dimensionen „Selbstverständnis“ und „Arbeitsweise“ sowie der „transnationalen Medienlandschaft“ als Ersatz für ein bislang absentes europäisches Mediensystem. Einer Vorstellung der gewählten Methodik für die empirische Untersuchung folgt die ausführliche Darstellung der gewonnenen Ergebnisse. Diese werden mit den formulierten Erwartungen sowie Ergebnissen aus Studien mit nationalen EU-Korrespondenten verglichen. Eine vorläufige Antwort auf die Frage nach den Ausprägungen und Funktionen eines distinkten Eurojournalismus sowie Anregungen für weitere Forschungen schließen die vorliegende Arbeit ab.

II. Transnationale Journalismusforschung: Forschungsstand

Es gibt bereits Ansätze zur transnational vergleichenden Journalismusforschung (Preston 2009a, Statham 2008, Hanitzsch 2008b AIM 2007, Esser / Pfetsch 2003). Diese Studien versuchen, Nachrichtenentscheidungen zu erklären (Donsbach 2008: 274), etwa indem sie Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Journalismen oder journalistischen Kulturen vergleichend darstellen. Sie kombinieren diese zumeist auf nationalen Analyseeinheiten aufbauenden Ansätze mit theoretischen Erklärungsmodellen (s.u.). Solche Studien beschränken sich also auf den Vergleich nationaler Muster und Ausprägungen; einen genuin transnationalen Journalismus haben die wenigsten im Blick.

II.1 Ansätze zur Beschreibung und Erklärung von Journalismus

Journalismusforschung umfasst eine Sphäre des journalistischen Subjekts, eine Sphäre der Institution, eine Sphäre der Medienstrukturen sowie eine Gesellschaftssphäre (Kübler 2005: 184). Diese Sphären beschreiben die Berufsrollen von Journalisten, ihren Platz in der redaktionellen Nachrichtenproduktion, berufliche Standards sowie politische, kulturelle, rechtliche, ökonomische und technische Kontextfaktoren. Aufbauend auf den Studien von Gans (1979) und Gitlin (1980) haben Autoren versucht, Journalismus in verschiedene Dimensionen und Ebenen aufzuschlüsseln und so das Zustandekommen von Nachrichten und Journalismus selbst umfassend zu erklären (Preston 2009a). Einflussreich ist dabei das Hierarchy-of-Influences-Modell (Shoemaker / Reese 1996, vgl. Weischenberg 1995). Reese (2007a) benennt folgende Einflussfaktoren auf Nachrichteninhalte:

- Individuum: z.B. Sozialisation und Einstellungen
- Routinen: z.B. Nachrichtenselektion
- Medienorganisationen, z.B. redaktionelle Hierarchien
- Soziale Kräfte und Institutionen, z.B. Publikumserwartungen
- Ideologie der Gesamtgesellschaft und Status-quo-Orientierung.

Aus dieser Aufschlüsselung von Einflüssen auf den Journalismus ergeben sich auf verschiedenen Ebenen Ansätze zur Erforschung von Journalismus. Einem mikrotheoretischen Zugang liegt die Annahme zugrunde, dass Individuen in ihrem Handeln zunächst frei, aber auf übergeordneten Ebenen in dieser Freiheit eingeschränkt sind:

„Does everything begin with the individual, who is progressively hemmed in by more and more layers of constraint? (That is my tendency.) Or is the macro, socio-cultural context logically prior to any actions of its member individuals? These are matters of analytical emphasis and preference. Intuitively for many, the actions of individuals are closest at hand, most easily visualized and observed. Institutional and ideological forces, although their effects are readily seen, are intuitively more distant and more difficult to grasp analytically. There is also the tendency in this model to view individuals as relatively more powerless as we view them as ‚constrained’ by successive layers of influence“ (Reese 2007a: 37).

Die Untersuchungsebenen sind miteinander verbunden und wirken parallel (Hanitzsch 2009); dies muss bei der Erforschung von Journalismus stets mitgedacht werden.

II.1.1 Journalistenstudien

Mikroanalytische Journalistenstudien erforschen Einstellungen, Ausbildung und Hintergründe individueller Journalisten, die als relevant für das Nachrichtenprodukt angesehen werden (Reese 2001: 179). Ein vergleichender Ansatz wird hier als besonders vorteilhaft angesehen, da etwa journalistische Kulturen nur im Vergleich miteinander erkennbar werden und nur auf diese Weise überhaupt universell gültige Erklärungen für journalistisches Handeln gefunden werden können (Hahn et al. 2007: 83f., Esser / Pfetsch 2003). Die Journalismusforschung kann daher auf eine große Zahl vergleichender Studien zurückgreifen (Preston 2009a, Hanitzsch 2009, Weaver 2007, Patterson / Donsbach 1996, Köcher 1986, Johnstone et al. 1976, McLeod / Hawley 1964). Scholl / Weischenberg (1998: 44f.) unterstellen, dass bestimmte berufliche Handlungsdispositionen Einfluss auf das faktische Verhalten von Journalisten haben. Handlungsdispositionen von Journalisten und ihre Wahrnehmungen werden auch als Rollenbild bezeichnet: „[…] behavior is the enactment or concrete manifestation of the role conception“ (Vos 2002: 3).

Der Gatekeeper-Ansatz unterstellt, dass der individuelle „Bias“ des als Gatekeeper (White 1950) identifizierten Journalisten einen stärkeren Einfluss auf das tatsächliche Nachrichtenprodukt hat als standardisierte Praktiken auf Grundlage professioneller und ethischer Werte wie Objektivität und Ausgewogenheit (Scholz 2009: 16, Merritt 1995: XI). Hofstetter (1976: 5) benennt politische, situationale und strukturelle (Hofstetter 1976: 5) sowie kulturelle Biases (Gross 2007: 51). Fengler / Ruß-Mohl (2008) haben Journalismus mikroperspektivisch als Produkt rationaler Nutzenmaximierer modelliert (vgl. McManus 1994). Reese (2001: 185) betont hingegen, dass professionelle Rollen isoliert wenig Aussagekraft besitzen und Journalisten sich eher im Verhältnis zu anderen sozialen Institutionen definieren (vgl. Weaver / Löffelholz 2008, Pfetsch 2003). Ein am Individuum ansetzender Zugang zur Beschreibung und Erklärung von Journalismus ist also mit der Erhebung meso- und makroperspektivischen Einflussfaktoren, die von den Journalisten nicht wahrgenommen werden (können), zu kombinieren. Dabei ist umstritten, wie stark der Einfluss der verschiedenen hier benannten Faktoren tatsächlich ist (Donsbach 2008: 281).

II.1.2 Journalistische Kultur

Die Erforschung von „Kultur“ im Journalismus reicht mindestens bis 1979 zurück, als Herbert Gans zeigte, wie TV-Journalisten bestimmte US-amerikanische Werte und Symbole konstant und unhinterfragt reproduzieren. Studien, die diese Kulturabhängigkeit des Journalismus betonen, sehen Journalismus als (Re-)Produzenten gesellschaftlicher Bilder, Gewohnheiten und Diskurse (Preston 2009a: 124, Lünenborg 2008, Coman 2008, Paterson 2001: 340f.). Daneben entwickelte sich eine komparative Forschung zum Konzept der journalistischen Kultur auf die „Pluralität beruflicher Rollenverständnisse und Praktiken“ (Hanitzsch 2007a: 372). Journalistische Kultur fasst journalistische Ethik, Praktiken und Standards zusammen (Hahn et al. 2008). Machill versteht journalistische Kultur als „Teilbereich der Kommunikationskultur eines Landes […], der sich durch das Handeln journalistischer Akteure zumeist in den und durch die Massenmedien manifestiert” (Machill 1997: 14).

Hanitzsch definiert journalistische Kultur als kognitive, evaluative und performative kulturelle Orientierungen, die als Wissensordnungen bedeutungsvolles journalistisches Handeln ermöglichen (Hanitzsch 2008a). Er betont die Notwendigkeit von internationalen Vergleichen, um journalistische Kulturen zu erkennen. Journalistische Kultur bezieht sich auf die Gruppe der Journalisten; sie ist von der „zweiseitigen“ politischen Kommunikationskultur (Pfetsch 2003) abzugrenzen, die insbesondere auf das Verhältnis von politischen Sprechern und Journalisten abzielt (Mayerhöffer et al. 2008). Analog zur Journalismuskultur existiert das auf Rezeptionsmuster und Erwartungshaltungen des Publikums abzielende Konzept der Medienkultur (Hepp 2009, Machill et al. 2006, Schroeder 1994). Medienkultur ist auch für den Journalismus relevant: Journalisten müssen sich mit ihren journalistischen Produkten darauf einstellen und sind in ihrem Handeln medienkulturell beeinflusst. Analog zur journalistischen gibt es keine einheitliche Medienkultur in Europa (Machill et al. 2006).

Kulturvergleichende Studien haben bislang stets versucht, Unterschiede und Gemeinsamkeiten nationaler journalistischer Kulturen herauszuarbeiten. Dahinter steckt die Überlegung, dass der Journalismus eines Landes sowie die Rollen, Ziele und Normen seiner Akteure von der spezifischen politischen Kultur sowie dem nationalen Mediensystem beeinflusst werden (Pfetsch / Maurer 2008: 109). Hallin / Mancini (2004) definieren das Mediensystem über die Struktur des Pressemarktes, die Stärke des Parallelismus von Presse und Parteien, die journalistische Professionalisierung und die Autonomie der Medien gegenüber dem Staat.

Diese nationalen Einflüsse übertragen sich auch auf die Einstellungen und Arbeitsweisen des Brüsseler Korrespondentencorps. Im „Mikrokosmos“ (Baisnée 2002) der „Brussels Bubble (Alter-EU 2010, Preston 2009b: 125) begegnen sich diese Korrespondenten regelmäßig und kooperieren etwa beim Austausch von Informationen, Zitaten oder Interpretationen (Terzis 2008: 541, Kevin 2007: 198, Baisnée 2002). Einige Autoren haben daher eine gemeinsame journalistische Kultur im Korrespondentenkorps vermutet und diese These mit Journalistenbefragungen und Inhaltsanalysen getestet. Nennenswerte, auf eine einheitlich europäische journalistische Kultur hindeutende Konvergenzen des Selbstverständnisses oder der Berichterstattung wurden aber weder bei europaweit beachteten europäischen Politikereignissen wie EU-Gipfeln (Cornia et al. 2008) noch im Alltagsgeschäft der Korrespondenten oder der Journalisten für nationale Politikberichterstattung beobachtet (Pfetsch et al. 2008, Wessler et al. 2008, Statham 2008, Huber 2007, AIM 2007, Kevin 2007, Raeymaeckers 2007, Statham 2006, Preston 2006, Trenz 2005, Meyer 2002, Schlesinger 1999). Das Fehlen einer solchen „länderübergreifenden“ journalistischen Kultur wird unabhängig von der Mediengattung mit organisatorischen, sprachlichen und medienkulturellen Unterschieden innerhalb Europas begründet (Baisnée 2002, Sievert 1998, Meckel 1994, Guérin 1991).

Gemeinsame Sprachregelungen zur Vertraulichkeit von Informationen (Kevin 2007: 203) deuten zwar auf einen kodifizierten Umgang der Korrespondenten mit politischen Sprechern und damit auf eine sich entwickelnde politische Kommunikationskultur in Brüssel hin. Im Korrespondentenkorps hingegen sind Unterschiedlichkeiten sogar beim Fragestil in der Mittagspresskonferenz der EU-Kommission zu beobachten (Baisnée 2002: 111). Das journalistische Selbstverständnis der EU-Korrespondenten konvergiert somit nicht (Morgan 1995), eine gemeinsame journalistische Kultur jenseits der weltweiten Konvergenz grundlegender professioneller Überzeugungen (Preston 2009a, Hanitzsch 2008a, Deuze 2005) oder einer „Kultur der Auslandskorrespondenten“ (Gerhards 1993: 107) ist nicht zu erkennen (Preston 2009b).

II.2 Europäische Öffentlichkeit

Die Idee einer europäischen Öffentlichkeit reicht ins 18. Jahrhundert zurück, als eine intellektuelle „Salonelite“ paneuropäische Diskurse führte (de Vreese 2007). Mit der zunehmenden Übertragung von Kompetenzen an die EU wurde neu über eine europäische Öffentlichkeit nachgedacht, die notwendig für das Funktionieren des politischen Systems EU sei (Habermas 2001). Zu dem Thema existiert ein breiter Forschungskatalog (Preston 2009b, Pfetsch et al. 2008, de Vreese 2007, Risse 2007, Koopmans 2007, Splichal 2006, Koopmans / Pfetsch 2003, Risse 2002, Van de Steeg 2002, Habermas 2001, Gerhards 2000); auf europäischem Level wurde eine mit nationalen Öffentlichkeiten vergleichbare europäische Öffentlichkeit jedoch nicht gefunden (de Swaan 2007, Grimm 2003: 35, Gerhards 2000). Laut Baisnée kann das gar nicht verwundern, da die Idee einer europäischen Öffentlichkeit von EU-Technokraten, namentlich von Eurobarometer-Erfinder Jacques-René Rabier[1] erfunden worden und somit eine „self-fulfilling prophecy“ (Eder / Kantner 2000: 327) ist:

„It could not be clearer: the goal was to create a European public opinion by measuring it and publicizing it. Just as opinion polls invented in the US in the mid-1930s and imported to other societies tended to create what they were allegedly only measuring, the Eurobarometer created European public opinion. The idea that citizens in different countries could share common interests and attitudes is at the heart of the legitimacy of the political project of the EU. [...] If the pioneers did not succeed in building a European public sphere as such, they succeeded insofar as they had academia thinking about the issue in the way they wanted” (Baisnée 2007: 496ff.).

Eine fehlende „allgemeine” europäische Öffentlichkeit wird nicht ersetzt durch eine real existierende europäische Kultur-, Sport- (Ruß-Mohl 2003, Kevin 2003: 38-41) oder Human-Interest-Berichterstattung sowie die wissenschaftliche Fachöffentlichkeit (de Swaan 2007: 137). Das Fehlen einer europäischen Öffentlichkeit wird demokratietheoretisch auf EU-Level als Defizit beklagt, da sie als Vermittlungsraum zwischen Politik und Bevölkerung dient (Pfetsch / Heft 2009: 36) und dabei den bloß nationalen Bezugsrahmen übersteigt (Brüggemann et al. 2009: 395).

Daher wird die auf Deutschs (1953) Idee der Transnationalisierung[2] aufbauende Europäisierung nationaler Öffentlichkeiten erforscht. Brüggemann / Kleinen-von Königslöw (2009) unterscheiden die vertikale Europäisierung, also eine europaweit zunehmende Beachtung des Akteurs EU von der horizontalen Europäisierung, also einer steigenden Beachtung anderer Mitgliedsstaaten in der nationalen Berichterstattung. Während die vertikale Europäisierung vom Selbstverständnis der Verleger am besten erklärt wird, ist horizontale Europäisierung bislang auf die Qualitätspresse beschränkt (vgl. Wessler et al. 2008, Koopmans / Pfetsch 2003). Wessler et al. (2008) fügen als weitere Stufen der Europäisierung das europäische Framing von Nachrichten sowie – als Extrem einer perfekt transnationalen Öffentlichkeit – die „diskursive Integration“ hinzu, bei der sämtliche Medien innerhalb eines politischen Raumes wie der EU über dieselben politischen Akteure berichten. Empirisch beobachten Wessler et al. (2008: 43f.) nur eine horizontale Europäisierung von Berichterstattung; verlegerische Ambitionen zur vertikalen Europäisierung sind kaum zu erkennen (Lünenborg 2004: 438, vgl. Schlesinger / Kevin 2000: 206f.). Wilke (2008: 247) vermutet, „dass sich die Nachrichtenberichterstattung in verschiedenen Ländern hinsichtlich der grundlegenden ‚Frames’ unterscheidet.“

Als Erklärung für eine absente „echte“, mit nationalen Öffentlichkeiten identische europäische Öffentlichkeit werden ökonomische Gründe – nur ein Elitenpublikum ist bereit, für Informationen genügend Geld zu bezahlen – und eine mangelnde Alphabetisierung in einer lingua franca – hier erneut mit der Ausnahme der Eliten, die durchweg Englisch sprechen – angeführt (de Swaan 2007, Gerhards 2000, Kielmannsegg 1996), außerdem eine „strukturell angelegte Öffentlichkeitsabstinenz der Kommission“ (Gerhards 2000: 297, vgl. Kurpas et al. 2004). Dieser Befund kann für alle politischen EU-Akteure gelten: Diese sind nicht gewählt und daher nicht auf öffentliche Unterstützung angewiesen (Huber 2007: 32f.); daher fußt das Öffentlichkeitsdefizit der EU auch auf einer „nationalstaatlich versäulten Informationspolitik gegenüber den Journalisten, welche […] die Problemlagen und Ziele der eigenen Regierung fokussieren“ (Tobler 2002: 269).

Bei der Suche nach Auswegen aus dem europäischen Öffentlichkeitsdefizit wird Öffentlichkeit – womöglich missverständlich – häufig sowohl theoretisch als auch in der Praxis, d.h. von politischen Sprechern, mit Massenmedien gleichgesetzt (de Vreese 2007: 6, Slaatta 2006: 15, Scholl 2004: 529, Koopmans / Pfetsch 2003: 5, Van de Steeg 2002: 503). Analog wird im Journalismus nach den Ursachen einer fehlenden europäischen Öffentlichkeit gesucht (Trenz 2005: 108); so gelten etwa nicht kongruente journalistische Kulturen und Kommunikationsstile als Hinderungsgrund für eine gemeinsame europäische Öffentlichkeit (Cornia et al. 2008: 494).

Massenmedien sind allerdings nur ein Forum für, (transnationaler) Journalismus das Funktionssystem einer (transnationalen) Öffentlichkeit (Hepp 2006: 69, Van de Steeg 2002: 507). Ein publizistisches System folgt aber stets einem politischen System (Statham 2008: 419, Koopmans / Erbe 2004, Wu 2000); d.h. die Europäisierung der Öffentlichkeit hinkt immer der Europäisierung der Politik hinterher (vgl. Gerhards 2000, Eder / Kantner 2000: 325), es ist nicht etwa andersherum. Transnationale europäische Massenmedien und ein Eurojournalismus differenzieren sich deshalb auf transnationaler Ebene nur dann aus, wenn es ein äquivalentes politisches und wirtschaftliches System gibt und Massenmedien eine Vermittlungsfunktion übernehmen müssen. Zwar wird das exklusive Recht von Nationen auf die Herstellung einer Öffentlichkeit angezweifelt (Splichal 2006: 707); doch gleicht das politische System „EU“ derzeit nicht dem politischen System von Nationalstaaten. Außerdem ist die EU ebenso wie andere globale politische Institutionen international und nicht kosmopolitisch organisiert und dient eher dem Ziel, Interessen zwischen Nationalstaaten zu verhandeln und nicht eigenständig Politik zu machen (Bohman 1997: 195). Insofern kann eine europäische Publizistik, ein Eurojournalismus heute nicht die Rolle spielen und nicht dieselbe (kulturelle) Eigenständigkeit in einem Öffentlichkeitssystem haben wie ein nationaler Journalismus. Daher gibt es keine massenmedial generierte, allgemeine europäische Öffentlichkeit.

Wegen der dennoch zu beobachtenden Europäisierungsprozesse schlagen mehrere Autoren vor, von einer segmentierten europäischen Öffentlichkeit auszugehen, die sich um gesellschaftliche Segmente (Hepp 2006) oder Politiknetzwerke (Eriksen 2007: 41) herum entwickelt (Brüggemann et al. 2009, Baisnée 2007, Eriksen 2007, de Vreese 2007, Liebert 2003, Tobler 2002, Eder et al. 2000, Schlesinger 1999). Dieser Ansatz, der europäischer Mehrebenenpolitik entsprechende Mehrebenen-Öffentlichkeiten gegenüberstellt (Liebert 2003: 78), ist angesichts der empirischen Evidenz keine „Minderheitsthese“ (Tobler 2002: 268) mehr, zumal nie alle Mitglieder einer Gesellschaft gleichen Zugang zu „der einen“ Öffentlichkeit haben (Fraser 1992).

Analog zu solchen segmentierten transnationalen Öffentlichkeiten entwickelt sich ein sie prägender und von ihnen geprägter Journalismus; dieser ist bislang auf (supranationale) Eliten[3] fixiert (Reese 2008, de Swaan 2007, Wasner 2006: 223, Schlesinger 1999), man spricht daher von transnationalen Elitenöffentlichkeiten (Corcoran / Fahy 2009, Koopmans / Pfetsch 2003, Eder / Kantner 2000: 309). Der Grund für die Ausbildung solcher Öffentlichkeiten ist in der im Vergleich mit allgemeinen Öffentlichkeiten höheren Zahlungsbereitschaft von Eliten für bestimmte, ihren transnational geprägten Interessen gemäß aufbereitete Informationen zu sehen (Palmer 2008: 816), denen ein auf national geprägten Relevanzzuweisungen gründender Journalismus nicht gerecht wird.

Elitenöffentlichkeiten differenzieren sich aus der allgemeinen Öffentlichkeit entweder horizontal oder vertikal aus – als transnationale Öffentlichkeit der Elite oder Eliten- bzw. Fachöffentlichkeit eines bestimmten, meist europäisch integrierten Politikfelds[4] wie Agrar-, Wirtschafts- oder Finanzpolitik (Reese 2008: 243). Sie sind damit die logische Folge einer europäischen (Mehrebenen-)Politik und kein krisenhaftes Phänomen (Schlesinger 1999: 271). Eliten sind als Stakeholder einer gemeinsamen Wirtschaftsordnung oder als ausländische Investoren an Nachrichten über die EU als Ganzes interessiert (Schlesinger 1999: 272). Transnationale Nachrichtenanbieter geben ihnen gewissermaßen eine Stimme (Statham 2008: 416) und reproduzieren wie alle anderen Öffentlichkeiten ein gewisses Weltbild (Taylor 2004). Segmentierte Interessen bedingen so einen auf ihre Interessen zugeschnittenen Öffentlichkeitsraum (Weiß 2009, Graber 2005, Scholl 2004: 530, Schlesinger 2003) mit Englisch als lingua franca (Schlesinger 1999: 276). Auswahl, Bereitstellung und Verbreitung von Nachrichten werden von einem sich ausdifferenzierenden „Organisationssystem eigener Art“ (Trenz 2005: 130), nämlich transnational orientierten Nachrichtenanbietern geleistet. Dieser Segmentierung von Öffentlichkeiten und Nachrichtenanbietern entspricht somit eine Segmentierung von Journalismen (Statham 2008: 418, Reese 2007b: 240ff.); dahinter steckt die Idee einer Konvergenz journalistischer Selbstverständnisse und Arbeitsweisen, die für Europa zu einem Eurojournalismus für die europäische Elitenöffentlichkeit führen (Trenz 2005, vgl. Weiß 2009):

„Elite journalists will likely have more in common with each other, across national boundaries, than with many of their more localized compatriots. More interesting questions may involve considering how this emerging class of ‚cosmopolite’ journalists shares a common standard and understanding of journalism. […] Global journalism is part of this development, supporting increasingly common understandings of what constitutes the international news agenda” (Reese 2001: 178).

Gerhards (2000) bezweifelt daher, dass eine solche Sphäre, an der die Masse der Europäer nicht teilhat, als Öffentlichkeit zu bezeichnen ist. Mancini hält entgegen, dass politische Nachrichtenkommunikation ohnehin eher dem Aushandeln politischer Entscheidungen unter Eliten diene als der Informationsvermittlung an ein Massenpublikum (Mancini 2008: 165). Informationen sind auch für professionelle Akteure auf den Finanzmärkten unerlässlich. Branchendienste wie Bloomberg oder DowJones begleiten EU-Entscheidungen daher sehr eng; Fachöffentlichkeiten sind längst durch europäische Diskurse geprägt (de Swaan 2007: 137). Hier findet der transnationale, aber auch der Eurojournalismus bereits heute eine unmittelbare Ausprägung.

An diese Form der Europäisierung von Fachmedien kann eine Europäisierung massenmedialer Berichterstattung anschließen. Rode (2009) zeigt, dass Fach- und Populärmedien die durchaus komplexe Debatte über die Reform des Stabilitäts- und Wachstumspakts kaum unterschiedlich abbilden (vgl. Mihelj 2007: 452f.); ein Vergleich von der EU-Darstellung in Elite- und populären Medien wurde bisher nicht angestellt; hierüber bestehen nur divergierende Vermutungen bezüglich einer Differenz in der Darstellung (Corcoran / Fahy 2009: 110, Palmer 2008: 816, AIM 2007: 32). Die simple These, dass der transnationale Journalismus in Fach- oder Elitemedien grundsätzlich nicht für Populärmedien geeignet sei, hält also nicht. Somit können auch die auf eine Elite gerichteten, heute existierenden transnationalen Medien und in ihnen arbeitenden Journalisten trotz bescheidener Auflage (Brüggemann / Schulz-Forberg 2009) eine Art Blaupause für einen Journalismus sein, dessen Output sich künftig an ein nicht länger an Nationalstaaten gebundenes Publikum wendet. Ihr Selbstverständnis und ihre Praktiken sind die Reaktion auf ein zunehmend transnationales politisches System und eine – wenn auch segmentierte – europäische Öffentlichkeit (Statham 2008). Europa ist somit das „Testgelände“ eines transnationalen Journalismus (Preston 2009a: 4). Somit stellt sich die Frage nach der Existenz eines eigenständigen Eurojournalismus mit distinkten journalistischen Selbstverständnissen und Handlungsweisen (Löffelholz / Weaver 2008, Hanitzsch 2007a, Hanitzsch 2007b, Altmeppen et al. 2007, Weaver 1998).

II.3 Transnationaler Journalismus

Methodisch unterstellten Studien zur journalistischen Kultur bislang stets einen Zusammenhang zwischen nationalem politischem System und journalistischer Kultur (Kunelius 2008, Hallin / Mancini 2004, Blumler / Gurevitch 1995). Dieser wurde auf nationaler Ebene (Preston 2009a, 2006) sowie für nationale EU-Korrespondenten bestätigt. Transnationaler Journalismus transzendiert hingegen nationale Muster journalistischen Handelns. Dahinter steckt die Annahme, dass „Nation“ und „Kultur“ nicht länger zwingend zusammenhängen. Diese „Deterritorialisierung“, definiert als Aufweichung der Beziehung zwischen Kultur und Territorium, macht eine Abkehr vom Nationalstaat als Untersuchungseinheit notwendig (Hepp 2008: 193).

II.3.1 Transnationaler Journalismus – eine Forschungslücke

Die transnational fokussierte Forschung konzentrierte sich bisher auf die Ausprägung und Relevanz transnationaler Öffentlichkeiten. Ein transnationaler Journalismus, wie er für diese Öffentlichkeiten notwendig und konstituierend ist, wurde hingegen ebenso wie transnationale Medien, die sich nicht innerhalb eines Nationalstaats bewegen bzw. die nicht auf das Publikum eines Nationalstaats ausgerichtet sind, kaum untersucht. Dabei wird die globale Nachrichtenarena (Reese 2008: 241) dank technischer Fortschritte heute von entsprechenden Anbietern bespielt. Einige Ansätze zur Erforschung solcher transnationaler Medien gingen von Philip Schlesinger (1999) sowie vom Europub-Projekt (Firmstone 2008, Statham 2006) aus. Firmstone beschäftigt sich mit Journalisten von vier in Brüssel einflussreichen transnationalen bzw. „europäischen“ Medien und benennt Einflüsse auf die Berichterstattung dieser Medien. Reizvoll hierbei ist der Vergleich mit den nationalen Korrespondenten: Transnationale Journalisten verspüren mehr Druck und weniger Freiheit beim Schreiben; sie haben besser informierte und interessiertere Leser im Blick und richten sich in ihrem Kontakt zu Akteuren und Quellen viel stärker an der europäischen Ebene aus. Insgesamt ist die transnationale Presse in Brüssel jedoch fragmentiert und spezialisiert (Statham 2004: 10).

In der Forschung ist umstritten, ob die lückenhafte Thematisierung eines transnational orientierten EU-Journalismus ein Mangel ist (Kunelius 2008: 373). Mehrere Autoren sehen weiterhin Nationalstaaten als gültige Analyseeinheit für journalistische Selbstverständnisse und Arbeitsweisen an. Journalismus und journalistische Kultur seien im Wesentlichen durch die politische Kultur geprägt und diese wiederum ist durch die Nationalstaaten generiert (Nossek 2004: 345, Curran / Park 2000: 173, vgl. Machill et al. 2006). Hepp (2009) und Brüggemann et al. (2009) hingegen beklagen, dass deterritoriale Formen von Medienkultur, Journalismus oder europäischer Öffentlichkeit bisher nicht gemäß ihrem spezifischen, deterritorialen Charakter untersucht wurden. Wessler et al. (2008: 8ff.) betonen ebenfalls die Einzigartigkeit eines solchen europäischen Journalismus und seiner Öffentlichkeit. Mithin sind Journalisten transnationaler Nachrichtenanbieter „the real public of the EU“ (Baisnée 2007: 500, vgl. Slaatta 2006, Scholl 2004: 529). Ein Forschungsdesiderat besteht daher bezüglich der Frage, ob getrennt von den differenten Kulturen der Korrespondenten nationaler Medien ein eigenständiger Eurojournalismus existiert, der sich von diesen national-kulturellen Wurzeln freimacht (vgl. Statham 2007: 471) und wie dieser Eurojournalismus ausgeformt ist (Kunelius 2008: 373).

Diese Fragestellung überwindet den bei Journalistenstudien vorherrschenden „methodologischen Nationalismus“ (Wessler et al. 2008: 78, Beck / Grande 2004: 7). Die Missachtung transnationaler Journalismen lässt sich nicht nur mit der vermeintlichen Irrelevanz transnationaler Öffentlichkeiten (vgl. Wessler et al. 2008: 8), sondern auch mit den forschungstechnischen Problemen erklären. Transnationale Medien lassen sich bestenfalls einem Kulturkreis, nicht aber einem spezifisch etwa europäischen politischen System oder Mediensystem zuordnen. Theorien zum Zusammenspiel von nationaler politischer und journalistischer Kultur sind auf diesem Feld daher weitgehend unbrauchbar. Außerdem entfällt mit der Kategorie „Nationalstaat“ die einzige Definition, die auf Zufallsauswahl basierende Umfragen erst ermöglicht hat (Splichal 2006: 708). Somit bestätigt sich Weavers Spruch, dass der transnationale Vergleich von Journalisten „a game of guesswork at best“, der Vergleich „rough and post hoc, rather than carefully planned and controlled“ ist (Weaver 1998: 455).

Transnationale Journalismusforschung muss sich somit von einem am Nationalstaat orientierten Fokus lösen, um Phänomene zu erkennen, die nicht spezifisch für ein Land auftreten. Mancini (2007) schlägt hierzu ein Konzept professioneller Journalismuskulturen vor, die „quer“ zu nationalen Kontexten liegen (vgl. Eder / Kantner 2000: 309). Dieser Ansatz baut auf der beobachteten weltweiten Konvergenz journalistischer Selbstverständnisse und Arbeitsweisen sowie der Idee segmentierter Öffentlichkeiten und damit zusammenhängender Journalismen auf.

Hanitzsch (2008a) sieht im zunehmenden Einfluss journalistischer Orientierungen wie Objektivität und Unparteilichkeit einen Beweis für die Konvergenz von Journalismen. Er unterstützt Deuzes (2005: 446) These einer gemeinsamen beruflichen Ideologie. Prinzing schränkt allerdings ein, dass sich bloß „einzelne Elemente, nicht aber komplette journalistische Kulturen“ angleichen (Prinzing 2008: 177).

Bislang wurde nicht erforscht, ob ein aus konvergierten Selbstverständnissen und journalistischen Praktiken bestehender, womöglich auf einzelne Segmente einer europäischen oder europäisierten Öffentlichkeit beschränkter Eurojournalismus bereits existiert, inwieweit und in welcher Ausprägung er sich derzeit entwickelt und ob er überhaupt erstrebenswert ist (Prinzing 2008, Hanitzsch 2007a, Ruß-Mohl 2004, Ruß-Mohl 2003, Baisnée 2002, Sievert 1998).

II.3.2 Relevanz des Eurojournalismus

Transnationaler Journalismus und transnationale Nachrichtenmedien sind als eigenständiges, individuell zu untersuchendes Phänomen anerkannt (Chalaby 2005, Beck 2000). Ein Journalismus, dessen Journalisten und dessen Publikum nicht nur Nachrichten mit nationalem Bezug Relevanz zuschreiben, ist das „Funktionssystem der Weltöffentlichkeit“ (Hepp 2006: 69). Ein globaler oder zumindest europäischer Journalismus kann mit entsprechend ausgebildeten Journalisten (Kopper 2003b, Morgan 1995) globale oder europäische Probleme in einen adäquaten Zusammenhang setzen; er sieht in der EU eine „öffentliche Arena“ (de Vreese 2007) und interagiert mit der weltweiten Nachrichtenarena (Reese 2007b: 241) und anderen Medienkulturen. „Entsprechend verweist das Konzept der Weltöffentlichkeit auf einen ‚transkulturellen Journalismus’“ (Hepp 2006: 68).

Kritiker bezweifeln, dass ein europäischer Mainstream-Journalismus möglich oder auch nur erstrebenswert ist. Er sei „almost certainly unattainable, and possibly undesirable“ (Golding 2007: 25); transnationale Medien in ihrer heutigen Erscheinung könnten außerdem keine (medienvermittelte) pan-europäische Öffentlichkeit (de Vreese 2007: 8) schaffen. Ruß-Mohl kritisiert, dass Europa noch nicht bereit ist für eine gemeinsame Kultur (Ruß-Mohl 2003: 212, vgl. Hafez 2005). Sämtliche englischsprachige, in „nennenswerter Auflage“ in Europa vertriebene Tageszeitungen seien zudem „eher Beispiele dafür, dass sich der amerikanische Journalismus weltweit ausbreitet“ (Ruß-Mohl 2004, vgl. Herman 1997: 138).

Golding (2007: 27) kontrastiert dieses „news paradgim“ (Hoyer / Pöttker 2005: 11), das von den Grundsätzen von Nachrichtenwerten und der inversen Nachrichtenpyramide[5] sowie dem angelsächsischen Ideal der Objektivität (Hanitzsch 2008a, Swanson 2003, Lichtenberg 2000) geprägt ist, mit einem europäischen Modell „which is very often and in origin much more partisan, and certainly much closer to an entangled with the political party system“ (vgl. Hallin / Mancini 2004). Baisnée hat unter nationalen Korrespondenten auf der Suche nach einem „europäischen“ Journalismus drei Herangehensweisen von Journalisten an EU-Themen identifiziert:

„a technical and expert-like coverage of European current affairs […] an older generation of French journalists exemplify this approach. In contrast, a newer generation of French journalists have developed a definition of their role which is closer to the most legitimate forms of journalism – investigative reporting and political journalism. Finally, and this approach is particularly relevant to the British correspondents, coverage of EU matters may be framed through the prism of national political debates” (Baisnée 2002: 109).

Baisnée spielt auf den von Meyer (2002: 141) kritisierten „Verlautbarungs- und Lobbyjournalismus” an. Verlautbarungsjournalismus meint, dass eine Mitteilung ohne redaktionelle Initiative oder ohne journalistische Bearbeitung an die Öffentlichkeit weitergeleitet, aber als journalistisches Produkt präsentiert wird (Dorsch 1982: 531, zitiert in Hielscher 2004: 20). Diese Art von Journalismus hat Baisnée insbesondere bei erfahrenen Journalisten beobachtet, die lange in Brüssel arbeiten. Auf der anderen Seite benennt Baisnée investigativen Journalismus als Reaktion auf das eigenständige politische und institutionelle System „EU“. Investigativ arbeitende Journalisten zeigen ein starkes Bekenntnis zur Objektivität, indem sie Skandale aufdecken und Exklusivmeldungen produzieren (Baisnée 2002: 120f., vgl. Saxer 1994: 6). Baisnée betont die unterschiedlich verstandene Nähe der Journalisten zu politischen Sprechern[6]: Verlautbarungsjournalismus zielt auf soziales Prestige durch die Nähe zu EU-Akteuren, investigativer Journalismus sucht die Nähe zu politischen Sprechern nur, um die nächste Story schreiben zu können (ebd.: 122).

Die Kritik am „Verlautbarungsjournalismus“ der Korrespondenten macht sich insbesondere an der Legitimations- und Kontrollfunktion der Massenmedien (Imhof 2008: 20ff., Burkart 2002: 378ff.) fest, die mit dieser Art von Berichterstattung nicht erfüllt wird. Der Eurojournalismus muss derzeit keine solchen Funktionen übernehmen, da es aufgrund unterentwickelter demokratischer Mitspracherechte der Bevölkerung keinen europäischen Demos und damit keine allgemeine europäische Öffentlichkeit gibt (Kunelius 2008: 375). Allerdings entwickelt sich innerhalb der EU supranationale politische Kultur (Schlesinger 1997: 387), der nach Prognose von Huber (2007) und Meyer (2002) der Journalismus nachfolgen wird. Derzeit haben auch die europapolitischen Akteure noch kein Interesse, sich einer legitimierenden europäischen Öffentlichkeit zu stellen (Koopmans / Pfetsch 2006: 118, Gerhards 2000). Sollte aber wegen der zunehmenden politischen Kompetenzen auf EU-Ebene in naher oder ferner Zukunft eine demokratische Kontrolle und Informationsvermittlung über nationalstaatliche Grenzen hinweg nötig sein, dann muss der Eurojournalismus diese Aufgabe erfüllen. Daher ist es wichtig, bereits heute die sich abzeichnenden Einstellungsmuster und Arbeitsweisen zu analysieren und gegebenenfalls auf absehbare Dysfunktionen hinzuweisen. Auch auf europäischer Ebene wird es der Journalismus sein, der als Funktionssystem der (wie auch immer gearteten) europäischen Öffentlichkeit fungiert. Der Erforschung eines sich entwickelnden Eurojournalismus ist deshalb die Bedeutung einzuräumen, die er schon jetzt und in noch größerem Ausmaß künftig spielen wird.

III. Erkenntnisinteresse

Gibt es einen distinkten Eurojournalismus? Existieren gemeinsame Selbstverständnisse und Arbeitsweisen von EU-Journalisten in transnationalen Nachrichtenorganisationen? Wo bestehen Unterschiede innerhalb dieser besonderen Gruppe von EU-Journalisten hinsichtlich ihres Selbstverständnisses und ihrer Arbeitsweise? Lassen sich bestimmte Idealtypen identifizieren? Wie lassen sich Unterschiede erklären? Und wie fügt sich transnationaler Journalismus in bestehende oder sich entwickelnde europäische und transnationale Öffentlichkeiten ein? Diesem Erkenntnisinteresse folgt die vorliegende Arbeit.

Sie setzt da an, wo Journalismus gemacht wird: bei den Journalisten. Getestet wird die These, dass ein gemeinsames Selbstverständnis und gemeinsame Arbeitsweisen unter den transnational arbeitenden Journalisten in Brüssel existieren. Die zugrundeliegende Annahme ist, dass Journalisten durch Kollegen und Konkurrenz, durch das Arbeitsumfeld in den transnational ausgerichteten Nachrichtenorganisationen mit den spezifischen Erwartungen ihres Publikums sowie der Notwendigkeit, in „europäischen“ Kategorien zu denken sehr schnell in ein eigenes „Kommunikationsmilieu“ (Pfetsch / Maurer 2008, vgl. Weiß 2009) hineinsozialisiert werden und durch ihre spezifischen Praktiken die Ausformung eines eigenständigen journalistischen Subsystems bewirken. Selbstverständnisse und konvergierende Handlungsdispositionen (die sich auf die Arbeitsweise auswirken) sind auf der Mikroebene messbar (Pfetsch 2003: 35, Machill 1997). Einstellungen beeinflussen die Berichterstattung von Journalisten,

„but more so at the organizational level than the individual […] Because news media reporting is usually not the product of isolated individuals, we think that it is likely to be more fruitful to study the links between journalists’ attitudes and news content at the organizational rather than the individual level“ (Weaver / Löffelholz 2008: 7).

Als Bezugspunkt und Analyseeinheit gilt aufgrund der transnationalen Charakteristik dieser Untersuchung nicht die nationale Zugehörigkeit oder national(-kulturell) definierte Zielgruppe, sondern die auf ein transnationales Publikum ausgerichtete Nachrichtenorganisation. Wo nationale Korrespondenten etwa wegen der Wünsche ihrer „Heimatredaktion“ (Cornia et al. 2008: 509) den unter Kollegen praktizierten europäischen oder „kosmopolitischen“ Diskurs (AIM 2007) nicht oder nur schwer in ihre Berichterstattung einbauen können, sind Journalisten in transnationalen Nachrichtenorganisationen geradezu gezwungen, den „transnationalen Bürger“ (Schlesinger 1999) mit Nachrichten aus einer europäischen oder globalen Perspektive zu versorgen. Zudem wird vermutet, dass die Nachrichtenorganisation neben dem journalistischen Selbstverständnis einen entscheidenden Einfluss auf die Ausgestaltung des Eurojournalismus nimmt, also für mögliche Variationen im Eurojournalismus verantwortlich zeichnet. Für die vorliegende Untersuchung ist es daher besonders wichtig, die Nachrichtenorganisationen sowie die darin arbeitenden Journalisten als Untersuchungsobjekte sorgfältig auszuwählen. So wird ein möglicher Einfluss der Ausrichtung der Nachrichtenorganisation und damit innerredaktioneller Routinen sowie des außerredaktionellen Publikums getestet; gleichzeitig legt die Studie den Schwerpunkt ihres Erkenntnisinteresses auf die Mikroebene. Andere Faktoren werden konstant gehalten: Die Untersuchung beschränkt sich auf (wirtschafts-)politischen Journalismus über die EU für eine transnationale Zielgruppe.

Die vorliegende Arbeit vermeidet wegen dessen Vieldeutigkeit den Begriff „journalistische Kultur“. Journalistische Kultur basiert auf historischen, rechtlichen und weiteren Makroeinflüssen (Hahn et al. 2007, Humphreys 1997 Weber 1997) und umfasst kaum operationalisierbare „fundamentale kulturelle Muster“ (Kopper 2003a: 126f.). Es gibt keine Standarddefinition von journalistischer Kultur (vgl. Hahn et al. 2008) oder Kultur überhaupt (Steinbacher 1976). Ausgehend von Hofstedes Idee, dass Kultur auf der Makroebene sei, was Persönlichkeit auf der Mikroebene ist (Hofstede 1980: 25), werden hier Einstellungen und Verhaltensdispositionen auf der Individualebene untersucht. Nur wenn sich dort Gemeinsamkeiten andeuten, wäre über einen Gebrauch des Begriffs Kultur nachzudenken.

Die vorliegende Arbeit greift sich mit dem Selbstverständnis und der Arbeitsweise von transnational arbeitenden Journalisten bei (wirtschafts-)politischen EU-Nachrichtenanbietern zwei wichtige Teilaspekte der journalistischen Kultur empirisch-deskriptiv heraus. Andere Akteure des politischen Kommunikationssystems werden nicht ausgeklammert, sondern aus Sicht der zu befragenden Journalisten portraitiert (vgl. Mayerhöffer et al. 2008). Diese Untersuchung beschreibt also das spezifische Selbstverständnis und die spezifischen Arbeitsweisen und Vermittlungstechniken von Journalisten in Medien, die (wirtschafts-)politische EU-Nachrichten für ein nicht national definiertes Publikum bereitstellen. Diese Untersuchung orientiert sich damit an Hanitzschs Ansatz zur Operationalisierung journalistischer Kultur (2007a: 373ff., vgl. Tab. 1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 1: Dimensionierung von Journalismuskultur (nach Hanitzsch 2007a: 373ff.)

Die vorliegende Arbeit sucht mit den Mitteln der Befragung und der inhaltsanalytischen Auswertung qualitativ orientierter Leitfadengespräche nach den genannten Gemeinsamkeiten und Unterschieden innerhalb der Gruppe von EU-Journalisten in transnationalen Medienorganisationen, die auf einen eigenständigen Eurojournalismus schließen lassen. Dabei ist auch auf den Kontext einzugehen, in dem die Eurojournalisten arbeiten. Studien, die mit Nationalstaaten als Analyseeinheit arbeiten, wählen hierfür häufig die Analyse des Mediensystems, innerhalb dessen sich Journalisten bewegen. Eine solche Mediensystemanalyse im Sinne von Hallin / Mancini (2004) ist für die nachfolgend untersuchten transnationalen Medien nicht möglich, da diese keinem einheitlichen Rechtsrahmen unterliegen, es keine europäische Pressepolitik für solche Anbieter gibt und die transnationalen Medien kaum auf eine „historische“ Entwicklung zurückblicken können; gleichsam ist nicht von einem dominanten Einfluss der Mediensysteme auszugehen, in denen diese Anbieter ihren Sitz haben.

Ersatzweise wird daher die „transnationale Medienlandschaft“ in Brüssel, das heißt Besonderheiten der jeweiligen Nachrichtenorganisationen, der Rollen und Hierarchien einzelner Anbieter (auch in der Wahrnehmung von Journalisten) beschreiben und die Frage nach der Geschlossenheit eines solchen europublizistischen Systems bezüglich Konkurrenz- und Publikumsorientierungen stellen. Nur mit der Erhebung von Kontextfaktoren sind Selbstverständnis und Arbeitsweisen von Journalisten sowie die Funktionsfähigkeit des Eurojournalismus richtig einzuordnen und – ansatzweise – zu erklären.

Hanitzsch beschränkt sich für seine Analyse auf das Messen evaluativer Schemata, die Auskunft über professionelle Selbstbeschreibungen im Journalismus geben. Die vorliegende Untersuchung wird kognitive und performative Schemata der Journalisten in transnationalen Nachrichtenorganisationen mit abfragen. So lässt sich ein umfassenderes Bild vom Eurojournalismus zeichnen. Außerdem wird so eine Vergleichbarkeit mit Studien zu Selbstverständnis und Arbeitsweise nationaler EU-Korrespondenten möglich, um die Besonderheiten des Eurojournalismus in besonderer Weise herauszuarbeiten. Dennoch muss klar sein, dass eine vollständigere Analyse Beobachtungen und weitere inhaltsanalytische Untersuchungen sowie Befragungen mit größerer Fallzahl umfassen würde.

IV. Analysedimensionen

Gemeinsamkeiten in Selbstverständnis und Arbeitsweise von Journalisten können nicht dadurch erkannt werden, dass man Journalisten direkt nach solchen Gemeinsamkeiten mit ihren Kollegen fragt (vgl. Preston 2009a). Entsprechend des Forschungsinteresses werden nachfolgend die zur Operationalisierung verwendeten Dimensionen eines gemeinsamen Selbstverständnisses und gemeinsamer Arbeitsweisen im Eurojournalismus vorgestellt. Sie werden ergänzt um ebenfalls zu erhebende Kontext- und damit Einflussfaktoren journalistischer Arbeit in Brüssel.

IV.1 Die „transnationale Medienlandschaft“ in Brüssel

Der globale Nachrichtenmarkt hat sich verändert. Internationale Nachrichten werden aufgrund der Globalisierung immer wichtiger, obwohl ihr Anteil an der Medienberichterstattung paradoxerweise seit 1989 abnimmt (Wolter 2006). Nationale und transnationale Medien existieren nebeneinander (Sreberny 2000: 115). Fernsehkanäle wie CNN senden rund um die Uhr Nachrichten aus aller Welt; sie haben Zeitungen und nationale Nachrichtenmedien als Gatekeeper internationaler Nachrichten verdrängt (Himelfarb et al. 2009). Es gibt zudem auf eine bestimmte Weltregion fokussierte Sender wie Al-Jazeera oder Al-Hurra (Seib 2008, Swanson 2003). Das Fernsehen hat in den vergangenen zehn Jahren seinen Geschwindigkeitsvorsprung in der Verbreitung internationaler Nachrichten eingebüßt; Internetanbieter konkurrieren nun mit globalen Nachrichtenagenturen (Paterson 2001: 338) um die schnellste Berichterstattung weltweit relevanter Nachrichten.

Diese globale Konkurrenz verändert den Journalismus und seine Journalisten. Hanitzsch (2009: 164) zeigt den Einfluss von Referenzgruppen sowie von ökonomischen, professionellen, prozeduralen und organisationalen Faktoren. Daneben tritt ist der Einfluss (national bestimmter) des politischen Systems auf die Varianz journalistischer Praxis innerhalb eines Mediensystems (Golding 2007, Hallin / Mancini 2004, Pfetsch 2003, Curran / Park 2000, Weaver 1998: 478, Machill 1997). Es wurde bereits dargestellt, dass es kein zu nationalen Mediensystemen analoges transnationales Mediensystem gibt und dieses daher nicht auf ähnliche Weise untersucht werden kann. Dennoch arbeiten Journalisten bei transnationalen Nachrichtenanbietern in einem distinkten organisationalen Umfeld. Dieser Handlungskontext wird zum einen als stark einflussreich auf journalistisches Handeln und journalistische Selbstverständnisse angenommen, zum anderen ist er schlechthin konstituierend für den Eurojournalismus an sich. Daher werden die Dimensionen zur Beschreibung der „transnationalen Medienlandschaft“ an den Anfang gestellt und nicht mit den übrigen vermuteten Einflussfaktoren (siehe IV.4) gruppiert

IV.1.1 Ausrichtung des Nachrichtenprodukts

Der Einfluss organisationaler Vorgaben und Routinen ist häufig thematisiert und diskutiert worden (Preston 2009a, Pfetsch / Adam 2008, Swanson 2003, Hallin 2000). Dieser Einfluss ist in transnationalen Medien von Relevanz, weil diese Medien per definitionem nicht wie etwa gebührenfinanzierter öffentlich-rechtlicher Rundfunk in einer „public service“-Tradition zu verorten sind. Stattdessen sind transnationale Medien eine Folge technischen Fortschritts sowie der Öffnung des Marktes für grenzüberschreitende Eigentümerschaft. Ihre Existenz und damit auch die eines transnationalen Publikums ist in Gewinnerwartungen begründet (Schlesinger / Kevin 2000: 206f.); sie operieren in einer Marktlücke zwischen nationalen Mediensystemen (Statham 2008: 418).

Eine verstärkte Publikumsforschung und -orientierung (Hallin 2000: 221), bestimmte journalistische Routinen, oder begrenzte Ressourcen sind charakteristisch für ökonomische Einflüsse der Organisation. Auch die Organisationskultur wird als wichtiger Einflussfaktor auf die Perspektive der journalistischen Darstellung gesehen (Statham 2006). Ebenso ist auf der Mesoebene ein starker Einfluss der publizistischen Ausrichtung der Nachrichtenorganisation zu erwarten; zudem beeinflusst das Publikum journalistische Rollenbilder und Selektionsentscheidungen. Die Eigentümerstruktur wird als weniger einflussreich (vgl. Preston 2009a: 100), die fast durchweg gewählte englische Sprache sowie die Ausrichtung auf (Wirtschafts-)Eliten hingegen als sehr einflussreich auf die Journalisten und das journalistische Produkt identifiziert (Brüggemann / Schulz-Forberg 2009: 707f., Firmstone 2008, Golding 2007: 37, Eder / Kantner 2000: 309).

IV.1.2 Publikum

Wenn das Publikum nicht der „god term“ des Journalismus ist (Preston 2009a: 129), dann doch zumindest einer der stärksten, wenn nicht der stärkste Einfluss auf journalistische Praktiken und Kulturen. Analog zu nationalen Medien definiert nicht die Verbreitung in einem bestimmten Raum, sondern die Ausrichtung auf ein in diesem (hier weltweiten) Raum lebendes Publikum die transnationalen Medien (Wessler et al. 2008: 81):

„the producers, users, and subjects need not, and often do not, share a common national orientation“ (Reese 2007a: 40).

Das politische System macht sich die Kongruenz von Journalisten und Publikum zu Eigen (vgl. Corcoran / Fahy 2009: 109); Journalisten werden von politischen Akteuren stellvertretend für ihr Publikum angesprochen, gewissermaßen als „the first, and perhaps the only European public“ (Baisnée 2002: 115) oder „the primary gatekeepers of EU-related information“ (AIM 2007: 27). Das Publikum wird zur „gemeinsamen Bezugsgröße auf der Inputseite des politischen Kommunikationssystems“ (Pfetsch 2003: 42). Journalismus ermöglicht als Funktionssystem der Öffentlichkeit die gegenseitige Beobachtung gesellschaftlicher Teilsysteme oder Segmente.

Das bedeutet, dass ein sich ausdifferenzierender Eurojournalismus in Reaktion auf sein Publikum einen spezifischen Code finden muss (Altmeppen 2004), mit dem er in transnationaler Perspektive zwischen Politik und Elite vermittelt. Hierbei übt die Soziodemographie des Publikums entscheidenden Einfluss aus (Richardson 2008). Dieses Publikum hat ein Interesse an europäischer Integration und weiterer Marktliberalisierung; entsprechend wird es von transnationalen Nachrichtenanbietern versorgt:

„It is reasonable to expect that these patterns have their counterpart in the patterns of differences between elite and popular media treatment of European issues […] on the whole, the better educated and higher-income strata of national populations across Europe […] are likely to find more, and more positive, news on European issues in the media they follow“ (Mihelj 2007: 452).

Wasner stützt die These einer homogenen Elite mit homogenen Interessen und Einstellungen und nennt explizit EU-Bürokraten als ein Beispiel für eine solche Elitengruppe (Wasner 2006: 222). Diese Elite schätzt einen stilistisch neutralen Journalismus in der Tradition des Professionalismus (Hallin 2000: 234), zudem wird sie als Kunde, nicht als Bürger angesprochen (Herman 1997: 190).

Das Publikum und die Aufmachung eines Nachrichtenprodukts können als handlungsleitende Erwartungserwartungen (Scholl 2005: 520) der Journalisten modelliert werden, d.h. nicht die tatsächlichen Erwartungen des Publikums bestimmen das Publikumsbild, sondern die journalistischen Erwartungen von dem, was das Publikum vom Journalismus erwarten könnte (ebd.: 529, Huber 2007: 27). Dieses Publikumsbild beeinflusst zudem professionelle Rollen (Heikkilä / Kunelius 2006: 68) und die Nachrichtenauswahl (Wolter 2006: 65, Tai 2002: 262f.). Den (angenommenen) Publikumswünschen wird ein stärkerer Einfluss als dem „Qualitäts- und Objektivitätsethos der Vergangenheit“ zugeschrieben (Semetko et al. 2000). Gemessen werden diese Erwartungserwartungen, indem man Journalisten nach ihrem Publikumsbild befragt (Scholl 2004). Wenn die Leserschaft auf ein Land konzentriert ist, vermuten Journalisten das Publikumsinteresse zumeist in der Relevanz einer politischen Entwicklung für das eigene Land (Gleissner / de Vreese 2005: 228). Das Publikumsbild variiert aber je nach redaktioneller Sozialisation, Ressortzugehörigkeit, Position in der redaktionellen Hierarchie, Mediensparte und Berichterstattungsmuster; man kann sagen, dass bestimmte Segmente des Journalismus zu bestimmten Segmenten des Publikums passen (Scholl 2004: 530, vgl. Blumler / Gurevitch 1995: 15). Diesem Hinweis geht die folgende Untersuchung nach: Richtet sich das transnationale Journalismussegment an ein kongruentes Publikumssegment? Zudem wird das Publikumsbild der Journalisten abgefragt und gefragt, inwiefern und in welcher Intensität diese Journalisten auf die Präferenzen und politischen Einstellungen ihrer Leserschaft eingehen.

IV.1.3 Konkurrenzorientierungen

Esser zeigt, wie ein geringer Konkurrenzdruck auf Ebene der deutschen Qualitätszeitungen zu einem unaufgeregten Stil der Berichterstattung führen kann; für England weist er analog wegen der zahlreichen Mitbewerber eine Entwicklung hin zu einem parteiischen Boulevardstil nach (Esser 1997: 129ff.). In Italien hingegen führt die geringe Leserzahl der Zeitungen zu einer Mischung aus Boulevard- und Elitenjournalismus (Weber 1997: 182). Trenz begründet dies jedoch mit der Struktur des Pressemarkts: In südeuropäischen Ländern gibt es keine Boulevardpresse, von der sich Qualitätsmedien etwa durch betonte Sachlichkeit abheben können (Trenz 2005: 124).

Ebenfalls ein Ergebnis von Konkurrenzdruck ist der „pack journalism“ (Schudson 2003: 139, Blumler / Gurevitch 1995: 33). Wenn politische Eliten oder Meinungsführermedien über ein Thema sprechen, folgt das gesamte „Pack“ ihnen nach; im Ergebnis berichten alle über dasselbe. Pack Journalism ist die Folge einer hierarchisierten, konkurrenzorientierten Medienstruktur (Schudson 2003: 138); er wird von Nachrichtenagenturen befördert, deren Meldungen sofort nach der Veröffentlichung ein öffentliches Gut werden (Fengler / Ruß-Mohl 2008: 680). Wo Medien weitgehend ohne Konkurrenz agieren, haben sie die Freiheit, eigene Themen zu setzen und zu verfolgen. Starke Konkurrenz erzeugt Druck, kein Thema zu verpassen, über das ein Wettbewerber berichtet (Blumler / Gurevitch 1995: 33). Dies führt insbesondere zu einer Orientierung an Leitmedien; Journalisten werden angehalten, deren Agenda zu verfolgen (Kevin 2007: 197, Trenz 2005: 146).

„Voneinander-Abschreiben“ sowie Konkurrenzorientierungen bekräftigen Konvergenzprozesse. So wird eine lebhafte transnationale Publizistik die Ausdifferenzierung eines Eurojournalismus als selbstreferentielles, eigenständiges publizistisches Subsystem befördern, sofern die Konkurrenzorientierungen der hier zu befragenden Journalisten aufeinander bezogen werden können (Trenz 2005: 146). Insofern ist zu untersuchen, welchen Medien die Journalisten in transnationalen Nachrichtenorganisationen Bedeutung beimessen und welche Medien sie regelmäßig rezipieren. Zudem ist darauf zu achten, inwiefern die wahrgenommene Konkurrenz unter den Medien zu einer stilistischen Differenzierung oder eher zu einer Homogenisierung entsprechend den Bedürfnissen der (womöglich homogenen) Zielgruppe erfolgt. Dabei ist die Rolle von Leitmedien und der Wahrnehmung eines starken Konkurrenzkampfs zu beachten.

IV.2 Selbstverständnis

Den Beruf des Journalisten umranken viele Selbstbeschreibungen und Mythen (Berkowitz / Nossek 2001). Als dominant wird das Modell des „Professionalismus“ angesehen, das Journalismus nicht nur durch eine bestimmte Berufsethik und professionelle Normen, sondern auch als distinkten Beruf definiert. Seit den 1980ern ist dieses Modell jedoch häufig kritisiert worden: Journalismus sei gar keine Profession mit eigenen Regeln und Ethikverständnis, wie es etwa unter Medizinern oder Rechtsanwälten vorzufinden ist. Hallin (2000: 220) erwähnt die Argumentation von Journalisten vor Gericht, sie seien rechtlich mit Angestellten in Routinetätigkeiten gleichzusetzen und damit für die Bezahlung von Überstunden qualifiziert. Diese Argumentation lässt auf ein bestimmtes Selbstverständnis schließen, das Journalisten nicht als „Vierte Gewalt“, sondern vielmehr als Ausführende extern vorgegebener Regeln und Arbeitsschritte portraitiert (ebd.).

Wegen der Relevanz des journalistischen Selbstverständnisses und um Anschlussfähigkeit an bereits geleistete Journalistenstudien herzustellen, wird diese Kategorie in der vorliegenden Untersuchung aufgegriffen. Das Selbstverständnis von Journalisten wird in mehrere Dimensionen aufgeteilt: die Rolle, die Journalisten sich selbst sowie den Medien im politischen Kommunikationsprozess zuschreiben, der Grad an Advokatismus und Aktivität bezüglich der politischen Agenda sowie damit zusammenhängend die Einstellungen der Journalisten zur europäischen Integration. Falls sich nicht ein allen befragten Journalisten gemeinsames Selbstverständnis herausschält, werden verschiedene Realtypen gebildet, welche die unterschiedlichen Ausprägungen des Eurojournalismus abbilden.

IV.2.1 Rollenbild

Professionelle Rollenverständnisse gehören zum Kernbereich der Erforschung und Erklärung von Journalismus (Preston 2009a, Weaver et al. 2007, Peiser 2000, Weaver 1998, Patterson / Donsbach 1996, Köcher 1986). Dem liegt die Annahme zugrunde, dass das Selbstbild von Journalisten maßgeblich deren Arbeitsweise beeinflusst; es beschreibt ein Muster, wie Journalisten ihre Arbeit zu tun haben (Patterson 2008: 35, Huber 2007: 29, Wolter 2006, Weischenberg et al. 2006: 98, Blumler / Gurevitch 1995: 35). Allerdings findet Vos (2002) keinen kausalen Zusammenhang zwischen Rollenbild und tatsächlichem journalistischem Output. Weaver, dessen Studien Vos als Grundlage dienen, schränkt darauf ein, dass die Rollenbilder ein Ideal darstellen, das in der Praxis aber dem reinen „Vermitteln“ von Informationen geopfert werde (Weaver et al. 2007: 152f.). Weaver / Löffelholz (2008: 7) folgend, wird fortan davon ausgegangen, dass Rollenbilder einen Einfluss auf den journalistischen Output ausüben und insofern relevant sind, dass dieser Einfluss jedoch im Kontext der Nachrichtenorganisation zu bewerten ist.

Journalistische Rollenverständnisse werden nach den Dimensionen aktiv / passiv und advokatorisch / neutral (Donsbach / Patterson 2003: 298ff.) bzw. passiv / interventionistisch, Gegenspieler / Loyalität und Markt- / Gemeinwohlorientierung klassifiziert (Hanitzsch 2007a: 376ff.); den verschiedenen Rollenbildern werden entsprechende journalistische Stile zugeordnet. Wer sich beispielsweise als „watchdog“ fühlt, so die These, wird intensiver und kritischer recherchieren als ein Kollege, der in seiner beruflichen Rolle eher unterhalten oder Informationen weitergeben möchte (Patterson 2008: 35). Rollenbilder werden von Bedürfnissen der Nachrichtenorganisation und bestimmten Werten, Normen und Identitäten der Journalisten geformt; sie können sich mit der Zeit verändern (Witschge / Nygren 2009: 41, Weaver / Löffelholz 2008: 7). Ein starker Einfluss wird der beruflichen Sozialisation bzw. Kultur zugeschrieben:

„Die kulturellen Gräben sind offenbar noch weit tiefer als vermutet. [...] Denk- und Arbeitsweise sind mehr oder weniger verschieden; es ist wahrscheinlicher, dass es große Unstimmigkeiten gibt, als Übereinstimmung. Die Stellung in der Redaktion, der Grad der Unabhängigkeit bei der Arbeit, die Einschätzung, worauf es bei einer Geschichte ankommt und die Recherchemethoden weichen teilweise sehr stark voneinander ab” (Prinzing 2008: 175).

Renate Köcher (1986) begründet Unterschiede im Rollenbild britischer und deutscher Journalisten mit historischen Entwicklungen und erkenntnistheoretischen Unterschieden: britische Journalisten beschreiben eine „objektive Wahrheit“, an die deutsche Journalisten nicht glauben. Auch Patterson (2008: 29) betont die Kulturgebundenheit des beruflichen Selbstverständnisses und begründet dies mit unterschiedlichen journalistischen Traditionen. Der Aspekt der (national-)kulturellen Gebundenheit von Rollenverständnissen kann valide zwar nur in einer Studie mit einer großen Fallzahl festgestellt werden, wird er Interpretation der Ergebnisse der vorliegenden Arbeit aber berücksichtigt werden.

Gleichsam wird eine gewisse Konvergenz der Rollenverständnisse in westlichen Journalismen konstatiert. Patterson (2008: 34) weist darauf hin, dass alle journalistischen Rollen, die in einem westlichen Journalismussystem gefunden werden, auch in anderen westlichen Journalismussystemen vorkommen. Daher ist nicht nur nach einer nationalkulturell bedingten Unterschiedlichkeit, sondern auch nach einem den befragten Journalisten gemeinsamen Rollenbild zu fragen. Falls kein gemeinsames Rollenverständnis gefunden wird, ist nach den Gründen der Differenzierung zu fragen.

IV.2.2 Rolle der Medien

Einen Einfluss auf das journalistische Selbstverständnis hat auch die Wahrnehmung der Rolle der Medien im politischen Kommunikationsprozess (Mayerhöffer et al. 2008: 5, Kübler 2005: 187). Von der Bevölkerung wird der Einfluss von Medien wird tendenziell überschätzt (Schudson 2003: 19). Für Journalisten ist die Einschätzung der Medienrolle für ihr Auftreten gegenüber und ihre Nähe zu politischen Akteuren relevant. Wenn Journalisten der politischen Berichterstattung einen demokratischen Auftrag zuschreiben, werden sie Themen anders auswählen als wenn sie die Medien als bloße Vermittler zwischen Politik und Bürgern verstehen. Die Einstellungen von Journalisten zur Relevanz ihrer Profession hinsichtlich der Herstellung von (europäischer) Öffentlichkeit wurden bislang kaum abgefragt (Heikkilä / Kunelius 2006). Daher thematisiert die vorliegende Untersuchung die Rollenzuschreibung von Journalisten an die Medien im politischen Kommunikationsprozess und bezüglich der Herstellung europäischer Öffentlichkeit im Sinne von Demokratisierung und Partizipation.

IV.2.3 Aktivität und Advokatismus

Aktivität und Advokatismus von Medien äußern sich auf Meso- und Mikroebene. Sie finden ihren Ausdruck in akteurstheoretischen Ansätzen. Diese vermuten, dass Medien als institutionalisierte Öffentlichkeit (Koopmans / Pfetsch 2003, Gerhards / Neidhardt 1991) über bloße Nachrichtenvermittlung hinaus selbst zu politischen Akteuren werden (Pfetsch / Adam 2008, Cook 2006, Schudson 2002, Sparrow 1999, Cook 1998). Dabei wird postuliert, dass sie einem politischen Bias unterliegen und versuchen, mit ihrer Berichterstattung und insbesondere Kommentaren bestimmte (partei-)politische Positionen voranzubringen (Pfetsch / Adam 2008: 12), Informationen auf eine bestimmte Art und Weise präsentieren („Framing“; Schudson 2003: 35) und mit Agenda-Setting Einfluss auf das politische System ausüben (Eilders / Voltmer 2003: 9f., McCombs / Shaw 1972). Studien zur Europaberichterstattung zeigen jedoch, dass Medien eher der politischen Agenda folgen als sie selbst zu setzen (Statham 2007) und entgegen anderslautender Vorwürfe keine instrumentelle Sichtweise auf Europa betonen (Koopmans / Pfetsch 2006).

Auf der Mikroebene ist nach aktiven oder advokatorischen Selbstverständnissen von Journalisten zu fragen, etwa einem europäischen „Missionseifer“ (Trenz 2005: 140) oder „Verlautbarungsjournalismus“ (Meyer 2002, vgl. Baisnée 2000, Sievert 1998: 121). Als advokatorisch gelten auch edukative Berufsverständnisse:

„Journalists do not merely give information that the public may find interesting, but rather provide information that is important for the public. In other words, they educate the people by providing information that they should know rather than want to know“ (Witschge / Nygren 2009: 53).

Studien zum europäischen Journalismus zeichnen ein eher passives Bild der EU-Korrespondenten. Diese hätten das Agenda-Setting aus der Hand gegeben, Anlass der Berichterstattung seien meist administrative Entscheidungen oder Beschlüsse (Trenz 2005, Huber 2007). Die vorliegende Untersuchung wird daher nach dem Advokatismus sowie den Einstellungen der Journalisten zum Agenda-Setting fragen und diese Ergebnisse für den Eurojournalismus überprüfen.

[...]


[1] Jacques-René Rabier war von 1958 bis 1973 Generaldirektor des Presse- und Informationsdienstes der Europäischen Gemeinschaften und von 1973 bis 1986 Sonderberater der Europäischen Kommission für Öffentlichkeitsbefragungen. 1973 führte die EU-Kommission die erste Eurobarometer-Studie durch.

[2] Deutsch definierte Transnationalisierung abstrakt als „Intensivierung grenzüberschreitender Interaktionen“.

[3] Schlesinger definiert Elite als „the top 4 percent in terms of income and executive activity” (1999: 272), Schmidtchen (1965) vermutet, dass die Elite drei bis fünf Prozent der Gesellschaft ausmacht.

[4] Koopmans / Pfetsch (2006) beobachten in nationalen Qualitätsmedien europäisierte Diskurse ebenfalls nur in europäisch integrierten Politikfeldern. Transnationale Diskurse werden also in erster Linie durch das Thema und erst in zweiter Linie durch eine auf Eliten fixierte Öffentlichkeit befeuert.

[5] Genannt etwa in Golding 2007: 27. Die „inverse Pyramide“ beschreibt eine weit verbreitete Praxis im Nachrichtenjournalismus, dass bei einer Nachricht die wichtigsten Punkte zuerst genannt werden und weitere Informationen nach absteigender Relevanz geordnet werden.

[6] vgl. Hanitzsch 2008 und Pfetsch / Maurer 2008 zur Dimension „Nähe / Distanz zu politischen Akteuren“

Ende der Leseprobe aus 106 Seiten

Details

Titel
Eurojournalismus. Selbstverständnis und Arbeitsweise von EU-Journalisten in transnationalen Nachrichtenorganisationen
Hochschule
Universität Hohenheim  (Institut für Kommunikationswissenschaft)
Note
1,0
Autor
Jahr
2010
Seiten
106
Katalognummer
V268102
ISBN (eBook)
9783656602750
ISBN (Buch)
9783656602729
Dateigröße
1595 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Journalismus, transnationaler Journalismus, EU, Brüssel, EU-Journalismus, Financial Times, Wall Street Journal, European Voice, EUObserver, Journalistik, journalistische Kultur, politische Kommunikationskultur
Arbeit zitieren
Jan Georg Plavec (Autor), 2010, Eurojournalismus. Selbstverständnis und Arbeitsweise von EU-Journalisten in transnationalen Nachrichtenorganisationen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268102

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