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Eurojournalismus. Selbstverständnis und Arbeitsweise von EU-Journalisten in transnationalen Nachrichtenorganisationen

Titre: Eurojournalismus. Selbstverständnis und Arbeitsweise von EU-Journalisten in transnationalen Nachrichtenorganisationen

Mémoire (de fin d'études) , 2010 , 106 Pages , Note: 1,0

Autor:in: Jan Georg Plavec (Auteur)

Médias / Communication - Journalisme
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Résumé Extrait Résumé des informations

Die Arbeit nimmt die in der empirischen Kommunikations- und Journalismusforschung bislang wenig beachtete Gruppe der EU-Journalisten bei transnational ausgerichteten Medien wie der Financial Times oder European Voice in den Blick. Anhand von standardisierten Leitfadengesprächen sowie eines Fragebogens werden das Selbstverständnis und die Arbeitsweise dieser Journalisten untersucht. Diese Fragestellung ist relevant, weil diese Journalisten anders als die Korrespondenten nationaler Blätter eine nicht von Staatsgrenzen definierte Leserschaft bedienen. Dies hat Auswirkungen auf das Framing von EU-Nachrichten, auf die Nachrichtenauswahl und, wie sich zeigt, auch auf das Rollenbild dieser Journalisten.
Die Arbeit fasst zunächst den Stand der transnationalen Journalismusforschung zusammen, nennt mögliche Einflüsse auf Selbstverständnis und Arbeitsweise der zu befragenden Journalisten und verortet sich selbst im Feld der journalistischen Kulturforschung. Anschließend wird eine Typologie der transnationalen EU-Medien erstellt, mit der auch die Auswahl der befragten Journalisten begründet wird.
Anhand der Leitfadengespräche und Fragebögen wird im empirischen Teil umfassend beschrieben, wie transnational ausgerichtete Journalisten arbeiten, was ihr Selbstverständnis ist, welche Einflüsse auf ihre Arbeit sie als relevant beschreiben und was den "Eurojournalismus" ausmacht. Hierbei wird ausführlich aus den Leitfadengesprächen zitiert. Darauf aufbauend werden Realtypen der transnational tätigen EU-Journalisten kondensiert. Die Arbeit schließt mit einem Vergleich von transnationalen und herkömmlichen, im nationalen Raum angesiedelten Studien und gibt einen Ausblick auf Ansätze für weitere Forschungen etwa im Feld der journalistischen Kultur oder der politischen Kommunikationskultur.

Extrait


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Transnationale Journalismusforschung: Forschungsstand

II.1 Ansätze zur Beschreibung und Erklärung von Journalismus

II.1.1 Journalistenstudien

II.1.2 Journalistische Kultur

II.2 Europäische Öffentlichkeit

II.3 Transnationaler Journalismus

II.3.1 Transnationaler Journalismus – eine Forschungslücke

II.3.2 Relevanz des Eurojournalismus

III. Erkenntnisinteresse

IV. Analysedimensionen

IV.1 Die „transnationale Medienlandschaft“ in Brüssel

IV.1.1 Ausrichtung des Nachrichtenprodukts

IV.1.2 Publikum

IV.1.3 Konkurrenzorientierungen

IV.2 Selbstverständnis

IV.2.1 Rollenbild

IV.2.2 Rolle der Medien

IV.2.3 Aktivität und Advokatismus

IV.2.4 Einstellungen zur EU

IV.3 Arbeitsweise

IV.3.1 Recherche

IV.3.2 Zugang zu Quellen

IV.3.3 Nachrichtenauswahl

IV.3.4 Perspektive

IV.3.5 Vermittlungstechniken

IV.3.6 Stil und Sprache

IV.3.7 Legitimations- und Kontrollfunktion

IV.4 Mögliche Kontext- und Einflussfaktoren

IV.4.1 Constraints und redaktioneller Freiheitsgrad

IV.4.2 Ressourcen

IV.4.3 Komplexität europäischer Entscheidungsfindung

IV.4.4 Der Einfluss nationaler Kultur

V. Zur Methodik transnationaler Journalistenstudien

V.1 Design der vorliegenden Untersuchung

V.1.1 Vorzüge und Einschränkungen

V.1.2 Reliablität und Validität

V.1.3 Theoriesättigung

V.2 Zusammensetzung des Samples

V.2.1 Transnationale Medien

V.2.2 Auswahl und Vorstellung der Untersuchungsobjekte

V.3 Erhebung und Auswertung

VI. Ergebnisse

VI.1 Die „transnationale Medienlandschaft“

VI.1.1 Nachrichtenanbieter in Selbst- und Fremdbeschreibungen

VI.1.2 Relevanz und Rezeption

VI.1.3 Publikum

VI.1.4 Konkurrenzorientierungen

VI.2 Selbstverständnis

VI.2.1 Rollenbild

VI.2.2 Rolle der Medien

VI.2.3 Aktivität und Advokatismus

VI.2.4 Einstellungen zur EU

VI.3 Arbeitsweise

VI.3.1 Recherche

VI.3.2 Zugang zu Quellen

VI.3.3 Nachrichtenauswahl: Themen

VI.3.4 Nachrichtenauswahl: Relevanzzuschreibung

VI.3.5 Nachrichtenauswahl: Nachrichtenfaktoren

VI.3.6 Perspektive

VI.3.7 Vermittlungstechniken

VI.3.8 Stil und Sprache

VI.3.9 Legitimations- und Kontrollfunktion

VI.4 Kontext- und Einflussfaktoren

VI.4.1 Constraints und redaktioneller Freiheitsgrad

VI.4.2 Ressourcen

VI.4.3 Komplexität europäischer Entscheidungsfindung

VI.4.4 Der Einfluss nationaler Kultur

VI.5 Vergleich mit national orientierten Korrespondentenstudien

VI.5.1 Publikum

VI.5.2 Selbstverständnis

VI.5.3 Arbeitsweise

VI.6 Charakteristika des Eurojournalismus

VI.6.1 Das publizistische Subsystem Eurojournalismus

VI.6.2 Selbstverständnis: Realtypen der Eurojournalisten

VI.6.3 Arbeitsweise: Der „global style“ der Eurojournalisten

VI.7 Ein Journalismus für die europäische Öffentlichkeit?

VII. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Selbstverständnis und die Arbeitsweisen von Journalisten in transnationalen Nachrichtenorganisationen mit dem Ziel, die Existenz eines distinkten "Eurojournalismus" zu identifizieren und dessen Funktion in einem europäischen oder transnationalen Kontext zu beschreiben.

  • Transnationale Journalismusforschung und europäische Öffentlichkeit
  • Strukturen der transnationalen Medienlandschaft in Brüssel
  • Selbstverständnis und Rollenbilder von Eurojournalisten
  • Arbeitsweisen, Recherchemethoden und Nachrichtenauswahl im transnationalen Kontext
  • Einflussfaktoren wie Ressourcen, redaktionelle Freiheit und nationale Sozialisation

Auszug aus dem Buch

II.1 Ansätze zur Beschreibung und Erklärung von Journalismus

Journalismusforschung umfasst eine Sphäre des journalistischen Subjekts, eine Sphäre der Institution, eine Sphäre der Medienstrukturen sowie eine Gesellschaftssphäre (Kübler 2005: 184). Diese Sphären beschreiben die Berufsrollen von Journalisten, ihren Platz in der redaktionellen Nachrichtenproduktion, berufliche Standards sowie politische, kulturelle, rechtliche, ökonomische und technische Kontextfaktoren. Aufbauend auf den Studien von Gans (1979) und Gitlin (1980) haben Autoren versucht, Journalismus in verschiedene Dimensionen und Ebenen aufzuschlüsseln und so das Zustandekommen von Nachrichten und Journalismus selbst umfassend zu erklären (Preston 2009a). Einflussreich ist dabei das Hierarchy-of-Influences-Modell (Shoemaker / Reese 1996, vgl. Weischenberg 1995). Reese (2007a) benennt folgende Einflussfaktoren auf Nachrichteninhalte:

Individuum: z.B. Sozialisation und Einstellungen

Routinen: z.B. Nachrichtenselektion

Medienorganisationen, z.B. redaktionelle Hierarchien

Soziale Kräfte und Institutionen, z.B. Publikumserwartungen

Ideologie der Gesamtgesellschaft und Status-quo-Orientierung.

Aus dieser Aufschlüsselung von Einflüssen auf den Journalismus ergeben sich auf verschiedenen Ebenen Ansätze zur Erforschung von Journalismus.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Relevanz eines transnationalen Journalismus angesichts der zunehmenden Europäisierung der Politik und formuliert das Forschungsdesiderat sowie das Ziel der Untersuchung.

II. Transnationale Journalismusforschung: Forschungsstand: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über bestehende Ansätze zur Erforschung transnationaler Journalismen, journalistischer Kulturen und der europäischen Öffentlichkeit.

III. Erkenntnisinteresse: Hier wird das Erkenntnisinteresse präzisiert, das auf die Identifizierung gemeinsamer Selbstverständnisse und Arbeitsweisen von EU-Journalisten in transnationalen Nachrichtenorganisationen abzielt.

IV. Analysedimensionen: Dieses Kapitel definiert die Dimensionen zur Operationalisierung des Selbstverständnisses und der Arbeitsweise sowie die zu berücksichtigenden Kontextfaktoren.

V. Zur Methodik transnationaler Journalistenstudien: Hier wird das methodische Design der Untersuchung erläutert, das qualitative Interviews mit Journalisten und eine ergänzende Fragebogenerhebung kombiniert.

VI. Ergebnisse: Der Hauptteil präsentiert die empirischen Befunde zu Medienlandschaft, Selbstverständnis, Arbeitsweise sowie den Kontextfaktoren der befragten Journalisten.

VII. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Ergebnisse zusammen und reflektiert die Rolle des Eurojournalismus in einer (derzeit segmentierten) europäischen Öffentlichkeit.

Schlüsselwörter

Eurojournalismus, Transnationaler Journalismus, EU-Berichterstattung, Journalistische Kultur, Selbstverständnis, Arbeitsweise, Nachrichtenorganisationen, Europäische Öffentlichkeit, Medienlandschaft, Rollenbild, Nachrichtenselektion, Elitenmedien, Brüssel-Korrespondenten, Professioneller Journalismus, Transnationale Kommunikation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Diplomarbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Selbstverständnis und die Arbeitsweisen von Journalisten, die in transnationalen Nachrichtenorganisationen über die Europäische Union berichten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die transnationale Medienlandschaft in Brüssel, das professionelle Selbstverständnis der Journalisten, ihre täglichen Arbeitsroutinen sowie die Einflussfaktoren, die ihre Arbeit bestimmen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Hauptziel ist es, zu ermitteln, ob es einen eigenständigen "Eurojournalismus" gibt, der sich durch gemeinsame Praktiken und Selbstverständnisse auszeichnet, und wie sich dieser in ein transnationales Mediensystem einfügt.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Die Studie nutzt einen qualitativen Ansatz, bestehend aus leitfadengestützten Interviews mit zwölf Journalisten und einer ergänzenden quantitativen Befragung via Fragebogen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Medienlandschaft, die Untersuchung von Rollenbildern und Arbeitsroutinen sowie die Identifizierung spezifischer Realtypen des Eurojournalisten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Eurojournalismus, Transnationaler Journalismus, EU-Berichterstattung, journalistische Kultur und Rollenbilder sind zentrale Begriffe der Studie.

Gibt es einen gemeinsamen "global style" bei den befragten Journalisten?

Ja, die Studie identifiziert einen faktenzentrierten, professionell-distanzierten Stil, der stark am angelsächsischen Ideal der Objektivität orientiert ist und als "global style" bezeichnet wird.

Wie unterscheidet sich der "Eurojournalist" vom nationalen EU-Korrespondenten?

Im Gegensatz zu nationalen Korrespondenten, die oft eine "nationale Brille" tragen und ihre Leserschaft im Heimatland haben, berichten Eurojournalisten für ein transnationales Publikum und abstrahieren von spezifisch nationalen Perspektiven.

Welche Rolle spielt das Publikum für die Arbeit der Journalisten?

Das Publikum ist ein maßgeblicher Einflussfaktor. Journalisten in transnationalen Organisationen richten sich primär an eine akademisch gebildete Elite und passen ihre Berichterstattung an deren professionelle Informationsbedürfnisse an.

Ist der Eurojournalismus eine "Blaupause" für eine europäische Öffentlichkeit?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der derzeitige Eurojournalismus eher für eine segmentierte Elitenöffentlichkeit funktioniert und noch nicht die demokratischen Funktionen einer umfassenden europäischen Öffentlichkeit erfüllt.

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Résumé des informations

Titre
Eurojournalismus. Selbstverständnis und Arbeitsweise von EU-Journalisten in transnationalen Nachrichtenorganisationen
Université
University of Hohenheim  (Institut für Kommunikationswissenschaft)
Note
1,0
Auteur
Jan Georg Plavec (Auteur)
Année de publication
2010
Pages
106
N° de catalogue
V268102
ISBN (ebook)
9783656602750
ISBN (Livre)
9783656602729
Langue
allemand
mots-clé
Journalismus transnationaler Journalismus EU Brüssel EU-Journalismus Financial Times Wall Street Journal European Voice EUObserver Journalistik journalistische Kultur politische Kommunikationskultur
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Jan Georg Plavec (Auteur), 2010, Eurojournalismus. Selbstverständnis und Arbeitsweise von EU-Journalisten in transnationalen Nachrichtenorganisationen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268102
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Extrait de  106  pages
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