Die Bedeutung außerschulischer Lernorte in der Grundschule am Beispiel des Schulmuseums


Hausarbeit, 2013
11 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Außerschulische Lernorte
2.1 Begriffsklärung und Beispiele
2.2 Geschichte außerschulischer Lernorte
2.3 Chancen, Ziele und Probleme außerschulischer Lernorte

3. Besuch eines Schulmuseums
3.1 Definition/ Aufgabenbereich eines Museums allgemein
3.2. Der Lernort Schulmuseum
3.2.1 Vorbereitung eines Besuchs
3.2.2 Vor Ort
3.2.3 Nachbereitung und Weiterarbeit

4. Schlussbemerkung

5. Literatur

1. Einleitung

Wenn ich an meine Grundschulzeit zurückdenke, dann sind es doch vor allem die Tage, an denen wir das Klassenzimmer verlassen haben, um auf eine Exkursion zu fahren, die mir am positivsten in Erinnerung sind. Egal ob der Besuch beim Bäcker im Dorf, dem Fahrradparcour, der Polizei oder dem Tierpark – diese Tage hatten immer etwas ganz besonderes.

Die Hausarbeit soll sich genau mit diesem Thema, dem außerschulischen Lernen in der Grundschule, beschäftigen. Es soll geklärt werden, was außerschulische Lernorte sind und seit wann sie eine feste Instanz in der Pädagogik bilden. Es sollen weiterhin sowohl Vor- als auch Nachteile außerschulischen Lernens aufgezeigt werden, um zu klären, ob die Idee des Verlassens des Klassenzimmers immer noch aktuell ist. Außerdem soll dann am Beispiel des Schulmuseum der Besuch eines außerschulischen Lernortes von der Vorbereitung, über die Durchführung bis zur Nachbereitung durchgespielt werden.

2. Außerschulische Lernorte

2.1 Begriffsklärung und Beispiele

Lernorte können nach Münch (vgl. Dühlmeier, 2008, S. 17, nach Münch, 1985, S. 19) in die Gruppe der primären und sekundären unterteilt werden. Zu den primären Lernorten gehören Einrichtungen, die in erster Linie dem Lernen dienen. Beispiele dafür sind Schulen, Berufsschulen, Hochschulen und Universitäten. „Demgegenüber werden Orte, die erst durch intentionale Einbeziehung in den Unterricht zu Lernorten werden, als sekundäre Lernorte bezeichnet.“ (Dühlmeier, 2008, S. 17). Im Grunde kann so jeder Ort außerhalb des Klassenzimmers als außerschulischer Lernort definiert werden (vgl. Dühlmeier, 2008, S. 17).

Salzmann unterscheidet in spezielle Lernorte (Orte die von vornherein einen pädagogischen Hintergrund besitzen, wie z.B. Museen) und alltägliche Orte, die den Kindern schon bekannt sind und unter Anleitung eine Lehrers oder eines anderen Pädagogen zu einem außerschulischen Lernort werden. Beispiele hierfür sind der Wald oder der Bach (Salzmann, 2007, S. 433-438).

Beispiele für außerschulische Lernorte sind:

- Museen
- Schullandheime
- Zoos
- Planetarien
- die Natur
- Kultur- und Kunstwerkstätten
- Schulgarten

2.2 Geschichte außerschulischer Lernorte

Die Anfänge außerschulischer Lernorte gehen in der Geschichte weit zurück. Im folgenden Abschnitt sollen drei wichtige Vertreter unterschiedlicher Epochen kurz mit ihren Theorien vorgestellt, sowie die Blütezeit außerschulischen Lernens, während der Reformpädagogik, beschrieben werden.

Johann A. Comenius, gilt als einer der wichtigsten Vertreter des pädagogischen Realismus. 1653 erschien erstmals das von ihm herausgegebene Lehrbuch „Orbis Pictus“ (die sichtbare Welt), in dem sich neben Texten auch Illustrationen befanden, die das Geschriebene veranschaulichen und vereinfachen sollten. Dieses Lehrbuch galt zur damaligen Zeit als revolutionär und als eines der ersten multimedialen Unterrichtsmaterialien überhaupt. Vier Jahre später, 1657, spricht er sich in seiner „Großen Didaktik“ das erste Mal für eine direkte Sachbegehung im schulischen Unterricht aus (vgl. Dühlmeier, 2008, S. 7): „Die Menschen müssen soviel wie möglich ihre Weisheit nicht aus Büchern schöpfen, sondern aus Himmel und Erde, aus Eichen und Buchen, d.h., sie müssen die Dinge selbst kennen und erforschen und nicht nur fremde Beobachtungen und Zeugnisse darüber“ (Dühlmeier, 2008, S.7, Zitat nach Comenius, 1992, S. 112).

Jean-Jacques Rousseau, ein wichtiger Pädagoge der Aufklärung, nahm den Gedanken des „natürlichen Lernens“ wieder auf und veröffentlichte 1762 seinen Erziehungsroman „Emil oder Über die Erziehung“. Er spricht dort vom Prinzip des erfahrungsorientierten und entdeckenden Lernens in natürlichen Situationen (vgl. Dühlmeier, 2008, S. 7). Als Beispiel beschreibt er das sogenannte „Montmorency-Paradigma“ (Dühlmeier, 2008, S. 8, nach Rousseau 1991, S. 175 ff) - Emil wird von seinem Lehrer auf einem Spaziergang in den Wald von Montmorency eingeladen. Der Lehrer verirrt sich und Emil, der sich in diesem Wald ebenfalls nicht auskennt, soll nun den Weg nach Hause finden. Dies gelingt ihm mit Hilfe der Bestimmung der Tageszeit und des Schattenwurfs der Sonne. Emil gelangt durch entdeckendes Lernen nun zu der Einsicht, dass Astronomie doch zu etwas gut ist (vgl. Dühlmeier, 2008, S.7, nach Rousseau 1991, S. 177).

1844 veröffentlichte Friedrich August Finger die „Anweisung zum Unterricht in der Heimatkunde“ (vgl. Dühlmeier, 2008, S. 8). Es war „die erste Methodik zum heimatkundlichen Anschauungsunterricht“ (Dühlmeier, 2008, S. 8). Methodisches Kernstück dabei, war der sogenannte peripatetische Unterricht. (peripatetisch = umherwandeln). Dieser beinhaltete Ausflüge, Lehrwanderungen und kleinere Reisen, zur „unmittelbaren Anschauung der Dinge im heimatlichen Geotop“ (Dühlmeier, 2008, S. 8).

Die Hochblüte außerschulischen Lernens findet sich in der Zeit der Reformpädagogik. Grund für diesen Aufschwung war unter anderem die bürgerliche Jugendbewegung, die große Teile der Reformpädagogik beeinflusste. Jugendliche unternahmen in sogenannten Wandervogelgruppen gemeinschaftliche Fahrten in die Natur, um vor allem dem modernen Großstadtleben zu entfliehen und eine auf das Ursprüngliche und das Natürliche betonte Lebensweise zu praktizieren (vgl. Dühlmeier, 2008, S. 9).

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Details

Titel
Die Bedeutung außerschulischer Lernorte in der Grundschule am Beispiel des Schulmuseums
Hochschule
Hochschule Merseburg
Note
2,0
Autor
Jahr
2013
Seiten
11
Katalognummer
V268129
ISBN (eBook)
9783656587071
ISBN (Buch)
9783656587026
Dateigröße
478 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Grundschule, Schulmuseum, Außerschulischer Lernort
Arbeit zitieren
Martin Hommel (Autor), 2013, Die Bedeutung außerschulischer Lernorte in der Grundschule am Beispiel des Schulmuseums, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268129

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