Wenn ich an meine Grundschulzeit zurückdenke, dann sind es doch vor allem die Tage, an denen wir das Klassenzimmer verlassen haben, um auf eine Exkursion zu fahren, die mir am positivsten in Erinnerung sind. Egal ob der Besuch beim Bäcker im Dorf, dem Fahrradparcour, der Polizei oder dem Tierpark – diese Tage hatten immer etwas ganz besonderes.
Die Hausarbeit soll sich genau mit diesem Thema, dem außerschulischen Lernen in der Grundschule, beschäftigen. Es soll geklärt werden, was außerschulische Lernorte sind und seit wann sie eine feste Instanz in der Pädagogik bilden. Es sollen weiterhin sowohl Vor- als auch Nachteile außerschulischen Lernens aufgezeigt werden, um zu klären, ob die Idee des Verlassens des Klassenzimmers immer noch aktuell ist. Außerdem soll dann am Beispiel des Schulmuseum der Besuch eines außerschulischen Lernortes von der Vorbereitung, über die Durchführung bis zur Nachbereitung durchgespielt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. AUßERSCHULISCHE LERNORTE
2.1 BEGRIFFSKLÄRUNG UND BEISPIELE
2.2 GESCHICHTE AUßERSCHULISCHER LERNORTE
2.3 CHANCEN, ZIELE UND PROBLEME AUßERSCHULISCHER LERNORTE
3. BESUCH EINES SCHULMUSEUMS
3.1 DEFINITION/ AUFGABENBEREICH EINES MUSEUMS ALLGEMEIN
3.2. DER LERNORT SCHULMUSEUM
3.2.1 VORBEREITUNG EINES BESUCHS
3.2.2 VOR ORT
3.2.3 NACHBEREITUNG UND WEITERARBEIT
4. SCHLUSSBEMERKUNG
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die pädagogische Relevanz und praktische Umsetzung außerschulischer Lernorte in der Grundschule. Ziel ist es, durch die Analyse historischer Hintergründe sowie aktueller Chancen und Herausforderungen aufzuzeigen, wie das Verlassen des Klassenzimmers das Lernen bereichern kann, wobei der Fokus exemplarisch auf dem Besuch eines Schulmuseums liegt.
- Bedeutung und Definition außerschulischer Lernorte
- Historische Entwicklung der Lernort-Pädagogik
- Lernpsychologische und sozialbedingte Chancen
- Praktische Planung und Durchführung von Exkursionen
- Herausforderungen für Lehrkräfte im Schulalltag
Auszug aus dem Buch
3.2. Der Lernort Schulmuseum
Das Schulmuseums ist für Schüler im Grundschulalter der perfekte Ort, um zu entdecken, wie und unter welchen Umständen die Schule vergangener Zeiten funktioniert. Sie können hier das Wissen aus Erzählungen ihrer Eltern oder gar Großeltern, sowie ihrer Lehrer praktisch umgesetzt sehen. Schulmuseen entstanden in Deutschland in 70er Jahren, mit dem Bestreben, „den durch den Konzentrationsprozess vor allem im ländlichen Schulwesen wahrgenommenen Identitätsverlust nach dem Abzug des Kulturträgers Schule auszugleichen“ (Wenzel, 2008, S. 136). Man unterscheidet allgemein in 4 verschiedene Arten der Schulmuseen:
- Schulmuseen in originalen Schulhäusern (z.B. Schulmuseum Zetel in Ostfriesland)
- Schulmuseen in vormals anderweitig genutzten Gebäuden (z.B. Schulmuseum Leipzig)
- Schulgeschichtliche Sammlungen in Heimatmuseen
- Schulhäuser in Freilichtmuseen (z.B. das Freilichtmuseum Detmold)
(Wenzel, 2008, S. 136)
Wie jedes Museum hat laut Definition auch das Schulmuseum die Aufgabe des Sammelns, Bewahrens, Erforschens, Ausstellens und Restaurierens. Dennoch sehen viele Schulmuseen ihre Hauptaufgabe im Bewahren originaler Objekte, sowie im zeitlich korrekten und originalgetreuen Darstellen dieser. Ein Erforschen der gesammelten Objekte und ihrem historischen Kontexts findet meist nur dann statt, wenn die Museen an eine Erziehungswissenschaftliche Fakultät einer Hochschule angebunden sind (vgl. Wenzel, 2008, S. 136). Kern jedes Schulmuseums „ist das historische Klassenzimmer, [was] oftmals mit originalem Mobiliar aus der Zeit des Kaiserreiches“ (Wenzel, 2008, S. 136), der Reformpädagogik oder der DDR ausgestattet ist. Oft können in diesen Klassenzimmern „historische Unterrichtsstunden mit den Schülern durchgespielt“ (Wenzel, 2008, S. 136) werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung stellt die persönliche Motivation dar und definiert das Ziel, die Bedeutung außerschulischer Lernorte sowie deren praktische Anwendung am Beispiel des Schulmuseums zu beleuchten.
2. AUßERSCHULISCHE LERNORTE: Dieses Kapitel erläutert die Begriffe und Typologien außerschulischer Lernorte, skizziert deren historische Entwicklung von Comenius bis zur Reformpädagogik und analysiert deren lernpsychologische sowie soziale Chancen und potenzielle Hemmnisse.
3. BESUCH EINES SCHULMUSEUMS: Hier wird der theoretische Rahmen durch eine Museumsdefinition ergänzt und die praktische Umsetzung eines Schulmuseumsbesuchs in den Phasen der Vorbereitung, Durchführung vor Ort und Nachbereitung detailliert durchgespielt.
4. SCHLUSSBEMERKUNG: Die Schlussbemerkung fasst zusammen, dass außerschulische Lernorte trotz des hohen organisatorischen Aufwands eine unverzichtbare Bereicherung für das Schulleben darstellen, sofern sie gut geplant werden.
Schlüsselwörter
Außerschulisches Lernen, Grundschule, Schulmuseum, Pädagogik, Reformpädagogik, Heimatkunde, Lernorte, Museumspädagogik, Unterrichtsgestaltung, Sachunterricht, Methodenkompetenz, Historisches Lernen, Exkursion, Schulpädagogik, Praxisbezug.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Konzept des außerschulischen Lernens in der Grundschule und untersucht, wie Lernorte außerhalb des Klassenzimmers den Unterricht durch lebensnahe Erfahrungen bereichern können.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder umfassen die Definition und Geschichte außerschulischer Lernorte, deren Chancen für die kindliche Entwicklung und die methodisch-didaktische Planung eines Museumsbesuchs.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Nutzen außerschulischer Lernorte aufzuzeigen und am Beispiel des Schulmuseums aufzuzeigen, wie eine strukturierte Vor- und Nachbereitung eine Exkursion pädagogisch wertvoll macht.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse didaktischer und pädagogischer Fachquellen, die durch praktische Beispiele zur Unterrichtsgestaltung ergänzt werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil erörtert zunächst theoretische Grundlagen, wie die historische Entwicklung und lernpsychologische Chancen, und widmet sich dann konkret der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung eines Besuchs im Schulmuseum.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Außerschulisches Lernen, Schulmuseum, Praxisbezug, Methodenkompetenz und Reformpädagogik.
Wie unterscheidet sich ein Schulmuseum von einem allgemeinen Museum?
Während allgemeine Museen primär dem Sammeln und Ausstellen dienen, zeichnet sich das Schulmuseum durch die Rekonstruktion historischer Klassenzimmer aus, die oft für nachgestellte Unterrichtsstunden genutzt werden.
Warum zögern Lehrer laut der Arbeit oft bei der Durchführung von Exkursionen?
Die Autoren verweisen auf Probleme wie hohen Zeitaufwand, komplizierte Logistik, Aufsichtspflicht, fehlende Disziplin einzelner Schüler und mangelnde Unterstützung durch die Institution Schule.
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- Martin Hommel (Author), 2013, Die Bedeutung außerschulischer Lernorte in der Grundschule am Beispiel des Schulmuseums, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268129