Blogs als neues Kommunikationsmedium in der Bildungswissenschaft

Beschreibung, Umsetzung und Reflexion der Blogidee: "Neue Medien im Unterricht - Möglichkeiten und Grenzen in den Fächern Geschichte und Politik"


Hausarbeit, 2013

29 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Weblogs
2.1. Definition
2.2. Funktionen und Motive
2.2.1. Motive zur Erstellung eines Weblogs
2.3. Weblogs in der Bildungswissenschaft

3. “Neue Medien im Unterricht” - Beschreibung, Umsetzung, Reflexion
3.1. Die Verfahrensschritte des ID und das ADDIE – Modell
3.1.1. Analyse
3.1.2. Design
3.1.2.1. Inhaltliche Gliederung
3.1.2.2. Aufbau und Layout
3.1.3. Development und Implementation
3.1.4. Evaluation

4. Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Verwendung von Weblogs

Abbildung 2: ADDIE – Modell

Abbildung 3: Kategorieübersicht im Backend

Abbildung 4: Weblog Neue Medien im Unterricht

Abbildung 5: Screenshot Schlagwörter – Wolke

1. Einleitung

„Sharing knowlegde, opinions or collaborating with the whole world by using weblogs, wikis or other so called social software (Korica et al., 2006) have a great potential on learning (Luca & McLoughlin, 2005), bearing in mind that learning proceeds through conversation and discussions (Motschning-Pitrik & Holzinger, 2002)“ (Ebner & Maurer, 2007, S. 767)

Das Internet hat sich in den letzten Jahren radikal verändert und der Begriff Web 2.0 ist in diesem Zusammenhang mittlerweile allgegenwärtig. (Ebner & Maurer, 2007) Web 2.0 steht für den Wandel des Internetnutzers vom bloßen Konsumenten zum  – wie Toffler (1983) es formuliert – Prosumenten, der gleichzeitig Inhalte konsumiert und produziert. Im Bereich des Lernens und Lehrens bleibt diese Entwicklung nicht folgenlos, werden doch Internetnutzer durch die Technologien des Web 2.0 in die Lage versetzt, mit anderen Nutzern und Informationen zu interagieren, eigene Artikel zu publizieren, zu kommen- tieren und damit letztlich auch eigene Meinungen zu teilen. (Lin, 2008, S. 2701; Maurer & Ebner, 2007, S. 767; O´Reilly, 2005) „Technology has not only changed the way people communicate but also changed the concepts of learning and teaching“. (Lin, 2008, S. 2701)

Mit dem Begriff der Bildung und damit verbundenen Lehr- und Lernkonzepten verbinden wir heute immer öfter den Begriff des Lebenslangen Lernens, der in vielen Bereichen unseres Lebens bereits eine Tatsache darstellt. Begünstigt wird diese Entwicklung durch die wachsenden Möglichkeiten des Web 2.0 und der rasanten Entwicklung in der Informations- und Kommunikationstechnolo- gie. Diesen tiefgreifenden Veränderungen versucht das Modul 1 des Studien- ganges Bildung und Medien – eEducation gerecht zu werden, in dem es Ler- nen und Lehren in der Wissensgesellschaft exemplarisch am Thema des We- blogs behandelt. Weblogs stellen nach Lin (2008) eine der populärsten Web 2.0

Technologien dar, zeichnen sich durch Benutzerfreundlichkeit und vielfältige Einsatzmöglichkeiten aus und scheinen „interdisziplinär omnipräsent zu sein“. (Bitzer & Schumann, 2007, S. 1; Martland, 2003) Der Weblog N eue Medien im Unterricht wurde als Leistungsanforderung im Rahmen des Moduls angelegt.Die Betrachtung des Blogs soll zentrale Aufgabe der vorliegenden Hausarbeit sein.

Diese befasst sich in Kapitel 2 zunächst mit Weblogs im Allgemeinen, d.h. mit der allgemeinen Definition und den Funktionen und Motiven von Weblogs. Zu- sätzlich gibt er einen kurzen Überblick über Weblogs in der Bildungswissen- schaft. Kapitel 3 beschreibt dann die Planung und konkrete Umsetzung des Weblogs Neue Medien im Unterricht anhand der Verfahrensschritte des Instruc- tional Design – genauer gesagt anhand des ADDIE - Modells, das eine prakti- kable Orientierung für alle ID Ansätze bietet. Den Abschluss des dritten Kapi- tels – bildet dem ADDIE - Modell entsprechend – die Evaluation des erstellten Weblogs. Im letzten Kapitel folgt ein kurzes Fazit und ein Ausblick in Bezug auf die zukünftige Entwicklung des Blogs.

2. Weblogs

2.1. Definition

Der Begriff des Weblogs wurde 1997 durch Jorn Barger eingeführt und leitet sich aus den Begriffen Web und Logbuch ab. Barger (1999) definierte Weblogs als „webpage where a weblogger (sometimes called a blogger, or a pre-surfer)'logs' all the other webpages she finds interesting.“

Die frühen Weblogs waren allerdings lediglich statische html-Seiten, die in der Mehrzahl lediglich eine Ansammlung von Verweisen auf andere Webseiten be- herbergten. Wohingegen Schmidt (2006, S. 172) aktuelle Weblogs „[…] als In- strument des Identitäts-, Informations- und Beziehungsmanagements [… sieht] , das in unterschiedlichen Situationen eingesetzt werden kann.“ Bargers Definition folgten im Laufe der Zeit eine Vielzahl weiterer. So sehen Maier- Häfele und Häfele (2005, S. 88) in Weblogs „meist private Internet-Websites, die in Form von kurzen Artikeln […] einen regelmäßigen Kommentar sowie Links zu einem bestimmten Thema, zu persönlichen Erlebnissen, zum Welt- und Netzgeschehen auf der Startseite in chronologischer Struktur anbieten, in der die aktuellsten Einträge zuerst angeführt werden.“ Ähnlich sieht es auch Prze- piorka (2006) für den Weblogs häufig aktualisierte Webseiten mit Inhalten jeg- licher Art darstellen, die Beiträge in rückwärts sortierter chronologischer Rei- henfolge enthalten. Für Reinmann (2008, S. 50) sind Weblogs „Web-Seiten, die vergleichsweise einfach und ohne Programmierkenntnisse erstellt werden kön- nen; sie werden häufig aktualisiert und in der Regel mit anderen Blogs ver- netzt“. Ebner und Maurer (2007, S. 768) sehen in der „possibiliy to write and publish personal messages to the web very easily“ ein zentrales Merkmal von Weblogs. Nach Buchem, Appelt, Kaiser, Schön und Ebner (2011) sind sie meist subjektiver Natur und geben Meinungen zu den verschiedensten Themen wieder, dabei beziehen sie sich auf andere Web- und Blogseiten. (Pullich, 2007, S. 7) Die starke Vernetzung von Weblogs hat mittlerweile zur Transformation von „both writers and readers from „audience“ to „public“ and from „consu- mer“ to „creator“.“ (Blood, 2000). Weblogs kennzeichnen sich darüber hinaus durch eine Vielzahl an Kategorien (z.B. Corporate Blogs oder Weblogs mit journalistischer Zielsetzung), dementsprechend vielfältig sind – wie noch zu zeigen ist – die damit einhergehenden Funktionen von Weblogs. (Pullich, 2007, S. 8)

Aus den vielzähligen und vielfältigen Definitionen lassen sich die entscheiden- den Charakteristika eines Weblogs herausarbeiten:

Weblogs  sind  vergleichsweise  einfach  zu  erstellende  Webseiten(Reinmann, 2008, S. 50)

Weblogs werden häufig aktualisiert (ebd.)

Weblogs enthalten Artikel in umgekehrt chronologischer Reihenfolge (Maurer & Ebner, 2007, S. 768)

Artikel sind einzeln über URLs eindeutig adressierbar und können kommentiert werden (Schmidt, 2006, S. 13; Alby, 2008)

2.2. Funktionen und Motive

Die thematische Breite, die Weblogs abbilden können, erlauben einen enormen Spielraum im Hinblick auf ihre mögliche Funktionen und Ausprägungen. (Bitzer & Schumann, 2007, S. 13) Hierzu vermittelt eine Umfrage Przpiorkas einen ersten Eindruck. (vgl. Abbildung 1) Weblogs lassen sich zunächst in Bezug  auf  ihre  Funktionsweise   in  persönliche  und  nicht-persönliche unterteilen. Nach Bastiaens, Schrader  und Deimann (2013,  S. 48) und Przpiorka (2003, S. 71) nutzt die Mehrheit  der Blogger ihren Weblog individuell als eine Art Netztagebuch. Neben der Speicherung von Informationen sehen Schmidt (2006) und Reichmayr (2005) Selbstrepräsentation,  Identitätsmanagement und Pflege von sozialen Netzwerken  als  wesentliche  persönliche  Funktionsweise   von  Weblogs. Daneben können Weblogs, u.a. durch Verlinkung, Trackbacks und Kommentarfunktion, zur Vernetzung mit anderen Blogs und damit letztlich auch zum Aufbau eines sozialen Netzes dienen. (Reinmann 2008, S. 50) Nicht- persönliche Funktionsweisen erfüllen nach Bastiaens et al. (2013) sogenannte Corporate Blogs , „die in der Organisationskommunikation sowohl als externes als auch internes Kommunikations- und Koordinationsmedium eingesetzt werden, sowie in ihrer ergänzenden Funktion als Diskursmedium in journalistischen Bereichen“. (Bastiaens et al., 2013, S. 48) Daneben können sie auch für berufliche Zwecke, als eine Art virtueller Visitenkarte, dienen. (ebd.)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Verwendung von Weblogs (vgl. Przpiorka 2003, S.71)

2.2.1. Motive zur Erstellung eines Weblogs

Was bringt Menschen dazu, zu den verschiedensten Themenbereichen Weblogs zu erstellen? Die Antwort auf die Frage nach der Motivation lässt sich im Wesentlichen aus den bereits unter 2.2. beschriebenen Funktionen ableiten. So liegt das stärkste Motiv nach Bastiaens et al. (2013, S. 49) in der persönlichen Funktion der Selbstdarstellung und Identitätsfindung. Daneben geht  es vor allem, um die Kommunikation und Aufrechterhaltung selbiger mit Familie, Freunden und Bekannten. (Andergassen, Behringer, Finlay, Gorra & Moore, 2009) Nach Schmidt und Mayer (2006, zitiert nach Bastiaens et al., 2013, S.49) geht es ferner darum, „Wissen in einem Themengebiet anderen zugänglich zu machen" und  „um sich mit anderen  über eigene Ideen auszutauschen". Bastiaens et al.  (2013, S. 50) zufolge nutzen Blogger Weblogs zudem als Meinungsmacher, um sich beispielsweise Gehör in der Öffentlichkeit zu verschaffen, aber auch um sich kritisch – mitunter ungerechtfertigt – gegenüber Unternehmen oder Organisationen zu äußern und zu positionieren. Neben Individuen können  auch Unternehmen und Institutionen Weblogs aus dem Motiv der Selbstdarstellung heraus betreiben. In diesem Zusammenhang sind das Online-Marketing und der Bereich der Public Relations von entscheidender – und zunehmender – Bedeutung. (ebd.) Eine Vielzahl an relevanten Motiven zum Erstellen und Betreiben eines Weblogs finden sich zudem im bildungswissenschaftlichen  Bereich, auf dem im folgenden Unterkapitel genauer eingegangen wird.

2.3. Weblogs in der Bildungswissenschaft

Eine wachsende Bedeutung kommt nach Stewart (2006, S. 935) Weblogs im bildungswissenschaftlichen Bereich – sei es beim Wissensmanagement oder dem E-Learning – zu. (Bitzer & Schumann, 2007) Aus diesem Grund soll hier gesondert, auf ihre Funktion in diesem Bereich eingegangen werden. Der Bedeutungszuwachs resultiert nach Stewart (2006, S. 937) u.a. daraus, dass z.B. Universitätsangestellte „do not have to be technology experts to make use of blogs" und auf einfache Möglichkeiten zur Webpage-Erstellung zurückgreifen könnten. Hier kann die Nutzung nach Bastiaens et al. (2013, S. 49) sowohl persönliche wie auch nicht persönliche Funktionen übernehmen. Der sogenannte Knowlegde Blog dient nach Röll (2006, S.98) und Lin (2008, S. 2702) als persönliches Journal, in dem Informationen gespeichert, diskutiert – u.a. auch mit externen Experten – und weitergegeben werden können. Er ist Reflexionsmedium für den Autor, wie auch für den an der Diskussion Beteiligten. „Der Weblog dient als persönliche Informationsablage, indem es Gedanken,  Dokumente   oder  Links  zu  interessanten  Dokumenten   oder Webseiten aufnimmt." (Bitzer & Schumann, 2007, S. 25) Nach Efimova (2004) werden  Informationen hier zudem innovativ zur  Schaffung neuen Wissens genutzt. Weblogs fungieren im  bildungswissenschaftlichen Bereich also als Medium der Expertenkommunikation und des persönlichen Wissensmanagements (z.B. in Form der Dokumentation des Lernprozesses und der Lernstrategie). (Bitzer & Schuhmann, 2007 S. 14, S. 26; Röll, 2006, S. 99) Darüber hinaus weist Schulmeister (2010) darauf hin, dass Weblogs mit bildungswissenschaftlichem Bezug auch weitaus trivialere Ziele abdecken können. So kann die  Nutzung soziale Funktionen wie positives Feedback, Glückwünsche, Bestätigungen und Ermunterungen erfüllen. Ferner sei davon auszugehen,  dass sich Bedürfnisse  wie Selbstdarstellung, Identitätsmanagement und die Pflege sozialer Beziehungen ebenfalls in bildungswissenschaftlichen Blogs bedienen lassen. Motive für das Betreiben eines Weblogs im bildungswissenschaftlichen Bereich können der Wunsch sein eine Lerngemeinschaft zu schaffen, Lerninhalte zu verbreiten, Wissen zu schaffen, zu teilen und schnelles Feedback  zu erhalten. Hinzu kommt die mögliche Erfahrung einer interessanten und motivierenden Lernumgebung. (Ishtaiwa, 2012) Auch können externe Motive eine Rolle spielen, wie z.B. der Abschluss eines  bildungswissenschaftlichen Moduls. Allerdings ist es auch möglich, dass hier eine zusätzliche innere Motivation wirkt, beispielsweise die Beschäftigung mit einem als interessant empfundenen Thema. Andergassen et al. (2009) sehen darüber hinaus, auch die Faszination für neue Technologien als Motiv für das Starten und Betreiben eines Weblogs.

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Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Blogs als neues Kommunikationsmedium in der Bildungswissenschaft
Untertitel
Beschreibung, Umsetzung und Reflexion der Blogidee: "Neue Medien im Unterricht - Möglichkeiten und Grenzen in den Fächern Geschichte und Politik"
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Kultur- und Sozialwissenschaften)
Veranstaltung
Master Bildung und Medien: Modul 1
Note
1,3
Autor
Jahr
2013
Seiten
29
Katalognummer
V268436
ISBN (eBook)
9783656594826
ISBN (Buch)
9783656594819
Dateigröße
672 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Weblog, Internet, Neue Medien
Arbeit zitieren
Jan Sydow (Autor), 2013, Blogs als neues Kommunikationsmedium in der Bildungswissenschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268436

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