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Relevanz, Schwierigkeiten und Chancen einer Kooperation von Jugendarbeit und Schule

Title: Relevanz, Schwierigkeiten und Chancen einer Kooperation von Jugendarbeit und Schule

Term Paper (Advanced seminar) , 2013 , 22 Pages , Grade: 14 Punkte

Autor:in: Master of Arts Kathrin Mütze (Author)

Social Work
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Einleitung
„Die Veröffentlichung der Ergebnisse des internationalen SchülerInnenleistungsvergleichs PISA im Jahr 2001 markiert eine Zäsur in der deutschen Bildungsdiskussion“ (Pauli 2008, S.7), begleitet von Forderungen nach Reformvorschlägen zur Förderung der Bildung in Deutschland. Auffällig bei aller Kritik ist jedoch, dass sie sich vorwiegend auf die schulische Bildung bezieht – die Jugendhilfe als Bildungsinstanz wird in der öffentlichen Diskussion meist ausgespart. Doch „ist es wirklich noch tragfähig, Schule für Bildung und Jugendhilfe für die Schwachen, das Soziale und die Freizeit verantwortlich zu machen?“ (Thimm 1999, S.119) Das Thema Kooperation von Jugendarbeit und Schule ist nicht neu, Gilles bezeichnet es gar als „abgegriffen“ (Gilles 2001, S.135) und die Notwendigkeit zur Zusammenarbeit als unumstritten. Dennoch scheint es vor dem Hintergrund „gesellschaftlicher Modernisierungsprozesse […], welche die Aufwachsbedingungen von Kindern und Jugendlichen nachhaltig verändert haben“ (Seithe 1999, S.78) nicht zu verwundern, dass die Kooperation von Jugendarbeit und Schule im Rahmen der Gestaltung ganztägiger Bildungsangebote in der öffentlichen und der fachlichen Debatte eine Rennaissance erfährt. Beide Institutionen scheinen, wenn auch mit unterschiedlichen Ansätzen, den Auftrag zu verfolgen, „förderliche schulische und außerschulische Bedingungen des Aufwachsens für Kinder und Jugendliche“ (Becker & Schirp 2001, S.8) zu schaffen.
Im Rahmen der vorliegenden Hausarbeit soll es darum gehen, bildungstheoretische Gründe, Schwierigkeiten und Chancen einer Kooperation von Jugendarbeit und Schule aufzuzeigen. Dazu wird in Kapitel eins der Bildungsbegriff näher beleuchtet und vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Wandels die „inhaltlich und institutionell verkürzte Auffassung, Bildung mit Schulbildung gleichsetzen zu können“ (ebd. S.24f.), überdacht. Im zweiten und dritten Kapitel der Arbeit werden die beiden Systeme Jugendarbeit und Schule hinsichtlich ihrer Funktionen und Ziele untersucht, da eine gelingende Zusammenarbeit nur dann möglich wird, wenn sich beide Kooperationspartner ihrer Unterschiede und Ressourcen bewusst sind. Kapitel zwei befasst sich darüber hinaus mit der Frage, welchen Beitrag die Jugendarbeit hinsichtlich eines Paradigmenwechsels in der deutschen Bildungslandschaft leisten kann, während am Ende des dritten Kapitels zentrale Kritikpunkte an gegenwärtiger Schulbildung aufgeführt werden.[...]

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Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Bildung als Schnittmenge von Jugendarbeit und Schule

1.1. Begriffsdefinition

1.2. Reflexive Bildung und die drei Ebenen von Bildungsprozessen

2. Jugendarbeit als Aufgabenfeld der Jugendhilfe

2.1. Gesetzliche Grundlagen, Ziele und Methoden der Jugendarbeit

2.2. Jugendarbeit und (Subjekt)Bildung

3. Schule

3.1. Funktionen und Ziele von Schule

3.2. Schulische Bildung in der Kritik

4. Ganztagsschule als Kooperationsfeld

4.1. Kooperationsstrukturen im Rahmen von Ganztagsschulen

4.2. Sozialpädagogische Gestaltungsbereiche der Ganztagsbildung

5. Schwierigkeiten und Chancen innerhalb der Kooperation von Jugendarbeit und Schule

5.1. Schwierigkeiten

5.2. Chancen

6. Fazit und Ausblick

7. Anhang

7.1. Literaturverzeichnis

7.2. Internetquellen

Zielsetzung & Themen

Die Hausarbeit untersucht die Notwendigkeit, Herausforderungen und Potenziale einer verstärkten Kooperation zwischen Jugendarbeit und Schule im Kontext moderner Bildungsanforderungen. Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine Verzahnung formeller, informeller und nicht-formeller Bildungsprozesse eine ganzheitliche Förderung von Kindern und Jugendlichen gelingen kann, wobei die subjektorientierte Perspektive der Jugendarbeit als komplementärer Baustein zur schulischen Qualifikationsfunktion fungiert.

  • Bildungstheoretische Grundlagen und Paradigmenwechsel im Bildungsverständnis
  • Strukturen und Kooperationsmodelle innerhalb der Ganztagsschule
  • Berufskulturelle Unterschiede und interprofessionelle Herausforderungen
  • Chancen einer lebensweltorientierten Kooperation für die Identitätsbildung

Auszug aus dem Buch

3.2. Schulische Bildung in der Kritik

Anhand der vorangegangenen Ausführungen sollte deutlich geworden sein, dass „eine Ergänzung der schulischen Bildungsziele und –formen notwendig“ (Pauli 2008, S.62) ist. Auf vielen Ebenen findet sich Kritik, welche diese Auffassung stützt: Nicht die Entwicklung eines Selbstkonzepts im Sinne der Subjektbildung finde im schulischen Setting statt, vielmehr liege der Fokus auf der Vermittlung gesellschaftlicher Normen. SchülerInnen werden defizitorientiert betrachtet, Richter bezeichnet den Umstand, dass Schule „eine Unterrichtsanstalt zu sein scheint, die der einseitigen Vermittlung von Fähigkeiten“ (Richter 2001, S.60) diene, sich an Lehrplänen festhalte, anstatt sich den Lebenswelten ihrer AdressatInnen zuzuwenden, als „Todsünde der Bildungspolitik“ (ebd.). Diese Kritik scheint unter Berücksichtigung der zunehmenden Ausdifferenzierung und Entgrenzung der Gesellschaft, in der Verfügungswissen nicht länger als ausreichende und verlässliche Qualifikation für eine sichere Zukunft dienen kann, gerechtfertigt (vgl. Pauli 2008). Um den schulischen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen künftig nicht länger als „zufällig“ (Faulde & Schillo 1993, S.165) einschätzen zu müssen, jedoch gleichzeitig zu verhindern, dass Schule sozialpädagogische Aufgaben übernimmt, sich dabei überfordert und die Potentiale außerschulischer Angebote untergräbt, scheint eine produktive Zusammenarbeit, „in der die Kompetenzen der einzelnen pädagogischen Institutionen sinnvoll ergänzen können“ (Giesecke 1999, S.87), angebracht. Mithilfe einer stärkeren Verzahnung formeller, nichtformeller und informeller Bildungsprozesse kann es gelingen, die Lebenswelt der AdressatInnen in den Fokus zu rücken, sich an ihren (Bildungs-) Bedürfnissen zu orientieren und den Schwerpunkt des gegenwärtigen Bildungsverständnisses zugunsten des Orientierungswissens zu verschieben. „Die Hoffnungen auf eine solch grundlegende Veränderung von Schule richten sich derzeit auf die Ganztagsschule“ (Pauli 2008, S.69), welche als ein Kooperationsfeld von Jugendarbeit und Schule im Folgenden hinsichtlich ihrer Struktur und sozialpädagogischer Gestaltungsbereiche erörtert werden soll.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Bildung als Schnittmenge von Jugendarbeit und Schule: Dieses Kapitel definiert den Bildungsbegriff neu und grenzt ihn von einer rein ökonomisch geprägten Qualifikationssicht ab, wobei die Bedeutung reflexiver Bildung hervorgehoben wird.

2. Jugendarbeit als Aufgabenfeld der Jugendhilfe: Hier werden die gesetzlichen Grundlagen und das spezifische Potenzial der Jugendarbeit als ein auf Freiwilligkeit und Lebensweltorientierung basierendes Bildungssetting analysiert.

3. Schule: Dieses Kapitel untersucht die Funktionen der Schule als zentraler Bildungsinstanz und beleuchtet die strukturellen Defizite, die eine Öffnung gegenüber außerschulischen Partnern notwendig machen.

4. Ganztagsschule als Kooperationsfeld: Es werden verschiedene Kooperationsmodelle innerhalb von Ganztagsschulen vorgestellt und die Rolle sozialpädagogischer Ansätze bei der Verzahnung von Lernfeldern diskutiert.

5. Schwierigkeiten und Chancen innerhalb der Kooperation von Jugendarbeit und Schule: Dieses Kapitel fasst berufskulturelle und institutionelle Hürden zusammen und stellt diesen die vielfältigen Möglichkeiten zur Verbesserung der Bildungsqualität durch Synergieeffekte gegenüber.

6. Fazit und Ausblick: Abschließend werden die zentralen Ergebnisse zusammengefasst und die Forderung nach einem ganzheitlichen Bildungskonzept, das die Stärken beider Institutionen gleichgewichtig integriert, bekräftigt.

Schlüsselwörter

Jugendarbeit, Schule, Ganztagsschule, Kooperation, Bildung, Jugendhilfe, Subjektbildung, Lebensweltorientierung, Verfügungswissen, Orientierungswissen, Bildungsreform, Sozialpädagogik, interprofessionelle Zusammenarbeit, Identitätsbildung, Bildungsqualität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit thematisiert die Notwendigkeit und die Gestaltungsmöglichkeiten einer intensiveren Zusammenarbeit zwischen dem System der Jugendarbeit und dem System Schule, um aktuellen gesellschaftlichen Anforderungen an die Bildung junger Menschen gerecht zu werden.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit behandelt die bildungstheoretischen Grundlagen, die unterschiedlichen Aufträge von Jugendarbeit und Schule, die verschiedenen Modelle der Ganztagsschule sowie die berufskulturellen Herausforderungen einer professionellen Kooperation.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, Schwierigkeiten in der bisherigen Zusammenarbeit zu identifizieren und die Chancen aufzuzeigen, die sich durch eine gleichberechtigte Kooperation und die Verzahnung formeller und informeller Bildungsprozesse für die Persönlichkeitsentwicklung von Kindern und Jugendlichen ergeben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer Literaturanalyse aktueller erziehungswissenschaftlicher Diskurse und bildungspolitischer Rahmenbedingungen basiert.

Welche Aspekte stehen im Mittelpunkt des Hauptteils?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Analyse der beiden Systeme (Schule vs. Jugendarbeit), dem Konzept der Ganztagsschule als konkretem Kooperationsfeld sowie einer detaillierten Abwägung von Schwierigkeiten (z.B. Hierarchien) und Chancen (z.B. Komplementarität) der Zusammenarbeit.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit am besten?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Lebensweltorientierung, Subjektbildung, Kooperationsstrukturen, Ganztagsbildung und das Verhältnis von Verfügungswissen zu Orientierungswissen.

Wie unterscheidet sich laut Autorin die Bildungsauffassung von Jugendarbeit und Schule?

Während die Schule primär auf formelle Bildung, Qualifizierung und das Vermitteln von Verfügungswissen ausgerichtet ist, fokussiert die Jugendarbeit auf Selbstbildung, Freiwilligkeit und den Erwerb von Orientierungswissen in einem weniger hierarchischen Rahmen.

Warum wird die derzeitige Schulpraxis kritisch gesehen?

Die Kritik entzündet sich vor allem an der defizitorientierten Betrachtung von SchülerInnen und einer einseitigen Ausrichtung am Lehrplan, die zu wenig auf die individuelle Lebenswelt der Heranwachsenden und die Anforderungen einer modernen, entgrenzten Gesellschaft eingeht.

Welche Rolle spielt die Ganztagsschule in dieser Argumentation?

Die Ganztagsschule wird als zentrales "Kooperationsfeld" betrachtet, in dem die Chance besteht, die institutionelle Trennung zu überwinden und durch die Einbindung pädagogischer Fachkräfte der Jugendhilfe neue, ganzheitliche "Häuser des Lernens" zu schaffen.

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Details

Title
Relevanz, Schwierigkeiten und Chancen einer Kooperation von Jugendarbeit und Schule
College
University of Marburg
Course
Erziehungs- und Bildungswissenschaft
Grade
14 Punkte
Author
Master of Arts Kathrin Mütze (Author)
Publication Year
2013
Pages
22
Catalog Number
V268545
ISBN (eBook)
9783656599708
ISBN (Book)
9783656599685
Language
German
Tags
relevanz schwierigkeiten chancen kooperation jugendarbeit schule
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Master of Arts Kathrin Mütze (Author), 2013, Relevanz, Schwierigkeiten und Chancen einer Kooperation von Jugendarbeit und Schule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268545
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