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Bildungsungleichheit bei Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund

Title: Bildungsungleichheit bei Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund

Term Paper , 2006 , 26 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Jan Sydow (Author)

Social Studies (General)
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Dass Deutschland ein Einwanderungsland ist, hat inzwischen ein relativ großer Teil der Bundesbürger begriffen und auch in den konservativen Volksparteien hat man sich inzwischen mit dieser Tatsache abgefunden. Einwanderung nach Deutschland findet allerdings nicht erst seit kurzem statt, sondern ist vielmehr ein integraler Bestandteil der deutschen Geschichte.
Dennoch hat die Zuwanderung nach Ende des Zweiten Weltkrieges an Intensität zugenommen. So wandern zwischen 1961 und 2000 rund 25 Millionen Menschen in die BRD von denen 18,7 Millionen sie auch wieder verlassen. Menschen mit Migrationshintergrund stellen heute knapp 9% der bundesdeutschen Bevölkerung (ohne dabei die Spätaussiedler zu berücksichtigen) unter ihnen befinden sich zu großen Teilen die Arbeitsmigranten der 60er Jahre aus Anwerberländern wie Griechenland, Italien oder der Türkei, Übersiedler, Sinti und Roma, Asylsuchende, Bürgerkriegsflüchtlinge und Vertragsarbeiter aus der ehemaligen DDR wie Kubaner, Angolaner, Polen, Vietnamesen und Ungarn.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Thesen

3. Der Kapital- und Habitusbegriff von Bourdieu

4. Bildungssituation und Bildungserfolg von Migranten in der BRD

5. Unterschiede in der Ressourcenausstattung

6. Familie und familiäres Umfeld

7. Ethnische Segregation

8. Der Faktor Sprache und der Schulerfolg von Kindern mit Migrationshintergrund

9. Die Rolle der deutschen Schule hinsichtlich der Bildungsbenachteiligung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund

10. Verifizierung und Falsifizierung der Thesen

11. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Ursachen der systematischen Bildungsbenachteiligung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem, wobei der Fokus auf den Einflussfaktoren Familie, Sprache, ethnischer Segregation und den Bildungsinstitutionen selbst liegt.

  • Kapital- und Habitusbegriff nach Pierre Bourdieu
  • Ressourcenunterschiede zwischen Migranten- und deutschen Familien
  • Einfluss ethnischer Segregation und des familiären Umfelds
  • Bedeutung der deutschen Sprache für den Schulerfolg
  • Diskriminierungsmechanismen in deutschen Schulen

Auszug aus dem Buch

3.Kapital- und Habitusbegriff nach Pierre Bourdieu

Nach Pierre Bourdieu existieren vier unterschiedliche Arten von Kapitalien: ökonomisches, soziales, kulturelles und symbolisches Kapital, die innerhalb einer Gesellschaft verteilt sind. Vom Grundverständnis ist Kapital akkumulierte Arbeit, entweder in Form von Materie oder in verinnerlichter Form und umfasst dabei sowohl subjektive, wie körperliche und auch vergegenständlichte, institutionalisierte Formen (Dings, Titel), als auch Beziehungsnetze und Handlungsressourcen der Akteure.

Unter ökonomisches Kapital fallen materielle Dinge wie Besitz und Geld. Das kulturelle Kapital kann in drei verschiedenen Formen vorkommen: 1. inkorporiert, in Form verinnerlichter Fertigkeiten wie z.B. die Fähigkeit zu Lesen, deren Aufbau Zeit erfordert, 2. objektiviert und materiell übertragbar wie Bücher, Bilder, Instrumente etc. und 3. institutionalisiert in Form von (Bildungs-)Titeln etc..

Soziales Kapital umfasst soziale Beziehungen und Netzwerke und ist Produkt bewusster und unbewusster Investitionsstrategien, die in Form von Austauschakten geleistet wird, in welcher gegenseitige Anerkennung immer neu bestätigt werden muss.

Symbolisches Kapital kommt in einer Vielzahl an verschiedenen Formen und Effekten vor, unter anderem Bekanntheit, Anerkennung, Ansehen, guter Ruf, Ehre, Ruhm und Reputation. Symbolisches Kapital geht im besonderen Maße immer mit sozialem Kapital einher.

Alle Kapitalarten sind ineinander umwandelbar, allerdings ist dies mit unterschiedlichem Aufwand verbunden und benötig unterschiedlich viel Zeit.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Relevanz der Migrationsgesellschaft Deutschland ein und skizziert die Problematik des Bildungserfolgs in Abhängigkeit von der sozialen Herkunft.

2. Thesen: Es werden fünf zentrale Hypothesen über den Zusammenhang von sozialer Herkunft, Sprache, Diskriminierung und schulischen Chancen aufgestellt.

3. Der Kapital- und Habitusbegriff von Bourdieu: Vorstellung der theoretischen Grundlagen zur Analyse ungleicher Lebenschancen durch ökonomisches, soziales, kulturelles und symbolisches Kapital.

4. Bildungssituation und Bildungserfolg von Migranten in der BRD: Analyse der historischen Entwicklung und der aktuellen Verteilung von Bildungsabschlüssen bei Migrantenkindern.

5. Unterschiede in der Ressourcenausstattung: Untersuchung, wie sich familiäre Ressourcen durch den Migrationsprozess verändern und entwerten.

6. Familie und familiäres Umfeld: Beschreibung des Einflusses der familiären Unterstützungsmöglichkeiten auf den Bildungserfolg.

7. Ethnische Segregation: Diskussion der Auswirkungen von räumlicher Trennung und der Zusammensetzung von Schulklassen auf die Integrations- und Bildungschancen.

8. Der Faktor Sprache und der Schulerfolg von Kindern mit Migrationshintergrund: Erörterung der Sprache als Schlüsselkompetenz und der Barrieren, die das deutsche Schulsystem für mehrsprachige Kinder schafft.

9. Die Rolle der deutschen Schule hinsichtlich der Bildungsbenachteiligung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund: Kritik an institutionellen Strukturen, dem Lehrplan und der Diskriminierung in Schulen.

10. Verifizierung und Falsifizierung der Thesen: Systematische Überprüfung der eingangs aufgestellten Thesen auf Basis der theoretischen und empirischen Analyse.

11. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Plädoyer für ein neues, offeneres Verständnis der Schule in einer Einwanderungsgesellschaft.

Schlüsselwörter

Bildungsungleichheit, Migrationshintergrund, Pierre Bourdieu, Kapitaltheorie, Habitus, Ressourcenausstattung, soziale Herkunft, ethnische Segregation, Schulerfolg, Sprachkompetenz, Diskriminierung, deutsche Schule, Bildungssystem, Integration, Bildungsbenachteiligung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die strukturellen und soziologischen Ursachen, warum Kinder mit Migrationshintergrund in Deutschland systematisch schlechtere Bildungschancen haben als deutsche Kinder.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Theorie von Pierre Bourdieu zu Kapitalformen, die Bedeutung der familiären Ressourcen, die Auswirkungen ethnischer Segregation sowie die Rolle der Schule als Institution.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Faktoren aufzuzeigen, die Bildungserfolg und -misserfolg bei Schülern mit Migrationshintergrund bestimmen, und zu belegen, dass diese Benachteiligung kein Zufall, sondern strukturell bedingt ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf soziologischen Konzepten (Bourdieu) basiert und durch eine Auswertung empirischer Daten und Studien belegt wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die vier Hauptfaktoren Familie, Sprache, ethnische Segregation und das deutsche Bildungssystem detailliert analysiert und deren negative Auswirkungen auf die Bildungskarriere von Migrantenkindern herausgearbeitet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Bildungsungleichheit, Habitus, Ressourcendefizit, institutionelle Diskriminierung und sprachliche Barrieren.

Wie wirkt sich der Migrationsprozess auf das Kapital von Familien aus?

Der Migrationsprozess führt oft zu einer Entwertung von mitgebrachtem kulturellem und sozialem Kapital, da dieses im deutschen Bildungssystem nicht anerkannt wird oder nicht kompatibel ist.

Inwiefern diskriminiert das deutsche Schulsystem laut dieser Arbeit?

Die Arbeit argumentiert, dass das Schulsystem als "Mittelschule" fungiert, die nur Kinder mit einem spezifischen "deutschen" Habitus fördert und Migrantenkinder durch den Fokus auf eine monolinguale, deutsch-zentrierte Kultur stigmatisiert.

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Details

Title
Bildungsungleichheit bei Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Sozialwissenschaften)
Course
Sozialisation und Auslese
Grade
1,3
Author
Jan Sydow (Author)
Publication Year
2006
Pages
26
Catalog Number
V268619
ISBN (eBook)
9783656595939
ISBN (Book)
9783656595922
Language
German
Tags
bildungsungleichheit kindern jugendlichen migrationshintergrund
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jan Sydow (Author), 2006, Bildungsungleichheit bei Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268619
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