In Folge der gestiegenen globalen Vernetzung und der damit verbundenen verbesserten Informationsbeschaffung sind Unternehmen heutzutage mehr denn je gezwungen, ihr Image zu verbessern. Ein Imageschaden aufgrund schlechter Arbeitsbedingungen/ Umweltverschmutzungen oder Kinderarbeit in den Produktionsländern ist durch die weltweite Berichterstattung schneller erreicht als früher und somit gefährlicher. Um von etwaigen Problemen abzulenken bzw. die Gemeinnützigkeit des Unternehmens aufzuzeigen, führen mittlerweile viele Unternehmen Maßnahmen durch, welche ihre gesellschaftliche Verantwortung unterstreichen.
Diese gesellschaftliche Verantwortung, das sogenannte Corporate Social Responsibility (CSR), erfreut sich auch in Deutschland immer größerer Beliebtheit. Aufgrund veränderter Rahmenbedingungen, wie bspw. ein gestiegenes Umweltbewusstsein, genügt es nicht mehr, ausschließlich wirtschaftliche Interessen des Unternehmens zu erfüllen. CSR erfordert die Betrachtung mehrerer Perspektiven und Anspruchsgruppen, welche auch hohe Erwartungen hinsichtlich der sozialen Verantwortung der Unternehmen stellen. Unter dieser Verantwortung wird nicht nur die Verantwortung für die Mitarbeiter verstanden, sondern auch eine Verantwortung für die Gesellschaft im Allgemeinen. Der Vorteil für die Unternehmen: Ein hohes unternehmerisches Engagement wirkt sich nach Umfragen positiv auf das Kaufverhalten der Kunden und somit auch auf den Unternehmensgewinn aus.
Auch politisch rückt die Verantwortung der Unternehmen für die Gesellschaft in den Vordergrund. So wurde im Jahr 2009 durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales mit 44 Vertretern aus Wirtschaft, Politik, Gesellschaft, Gewerkschaften und Wissenschaft ein Forum zur gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen installiert. Dieses Forum zielt darauf ab, die Unternehmensverantwortung zu stärken und auszubauen.
Zielsetzung dieser Arbeit ist es, sowohl einen theoretischen als auch praktischen Überblick über CSR Maßnahmen in Deutschland zu vermitteln. Deshalb erfolgt nach der Begriffsbestimmung und den theoretischen Grundlagen die Betrachtung von Aktivitäten anhand eines international agierenden deutschen Unternehmens, der Deutschen Bank AG. An diesem Beispiel sollen die positiven Wirkungen von CSR Maßnahmen aufgezeigt, jedoch auch Kritik an eben jenen Maßnahmen geübt werden.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
2. Begriffserklärungen
2.1 Corporate Social Responsibility
2.2 Corporate Volunteering
3. Corporate Social Responsibility am Beispiel der Deutschen Bank AG
3.1 Allgemeines
3.2 Deutsche Bank Sport Stipendium
3.3 Social Days der Deutschen Bank
3.4 Corporate Community Partnership
4. Kritik
5. CSR in der Hochschulausbildung
5.1 Postgraduate Certificate in CSR Management an der Steinbeis-Hochschule Berlin
5.2 Masterstudiengang Business Ethics und CSR-Management am IHI Zittau
6. Schlussbetrachtungen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, einen umfassenden theoretischen und praktischen Überblick über Konzepte der Corporate Social Responsibility (CSR) in deutschen Unternehmen zu vermitteln und kritisch zu beleuchten. Dabei wird untersucht, wie Unternehmen CSR als strategisches Instrument einsetzen, welche Rolle das Corporate Volunteering spielt und inwieweit diese Themen in der universitären Ausbildung verankert sind.
- Theoretische Grundlagen und Begriffsabgrenzung von CSR und Corporate Volunteering
- Analyse der CSR-Aktivitäten anhand des Fallbeispiels Deutsche Bank AG
- Kritische Auseinandersetzung mit Greenwashing und strategischen Motiven
- Untersuchung der CSR-Verankerung in der deutschen Hochschullandschaft
- Zusammenfassung der Bedeutung von CSR für die zukünftige Unternehmensführung
Auszug aus dem Buch
3.3 Social Days der Deutschen Bank
Bei den Social Days handelt es sich um Aktionstage, eine Maßnahme mit kurzfristigem Einsatz im Rahmen des CV. Ein Unternehmen entscheidet dabei, ob seine Mitarbeiter einen ganzen Tag oder mehrere Stunden an verschiedenen Tagen ihrem Umfeld helfen. Der Ort des Einsatzes befindet sich dabei meist in regionaler Nähe zum Arbeitsort. In den meisten Fällen dienen Aktionstage der Realisierung handwerklicher bzw. körperlicher Aufgaben, aber auch die Organisation des Ganzen ist von Bedeutung. Hierunter fallen als Beispiel der Bau, die Reparatur oder Reinigung von gemeinnützigen Institutionen. Weiterhin ist es möglich, an solchen Tagen Ausflüge mit benachteiligten Personengruppen zu machen. Ein Vorteil der oben genannten Form ist der sofortige und sichtbare Erfolg. Da es sich um nicht allzu umfangreiche Aufgaben handelt, tritt dieser schnell ein. Dessen Nachhaltigkeit ist jedoch eher gering.
Die Deutsche Bank bezeichnet ihre Aktionstage als „Social Days“. Unter dem Leitgedanken „pass on your passion“ gibt das Unternehmen seinen Mitarbeitern die Möglichkeit sich an gemeinnützigen Projekten zu beteiligen. Jene werden veranstaltet, um den an sozialen Projekten teilnehmenden Mitarbeitern zu veranschaulichen, wie bedeutend ihr persönlicher Einsatz für gesellschaftliche Belange ist. Im Jahr 2011 haben sich allein in Deutschland über 7000 Mitarbeiter in über 2200 Projekten engagiert. So halfen im Rahmen dieses Programms Mitarbeiter der Deutschen Bank AG 2012 bei der Umgestaltung der Außenwohnanlage des Würzburger Blindeninstitutes. Unterstützt durch eine Spende des Unternehmens wurde es so geschafft die Grünanlagen rund um das Institut zu erneuern.
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Diese Einleitung führt in die zunehmende Relevanz gesellschaftlicher Verantwortung von Unternehmen (CSR) aufgrund globaler Vernetzung ein und definiert das Ziel der Arbeit.
2. Begriffserklärungen: Dieses Kapitel liefert eine theoretische Abgrenzung der Begriffe Corporate Social Responsibility und Corporate Volunteering.
3. Corporate Social Responsibility am Beispiel der Deutschen Bank AG: Anhand konkreter Maßnahmen wie dem Sportstipendium, den Social Days und dem Secondment-Programm wird die praktische Umsetzung von CSR erläutert.
4. Kritik: Hier wird der problematische Aspekt des Greenwashing analysiert, bei dem CSR-Maßnahmen zur Imagepflege und Verschleierung missbraucht werden.
5. CSR in der Hochschulausbildung: Das Kapitel beleuchtet den aktuellen Stand und die Defizite der CSR-Lehre an deutschen Universitäten und stellt beispielhafte Studienprogramme vor.
6. Schlussbetrachtungen: Die Arbeit schließt mit einer Bewertung der Bedeutung von CSR als langfristiges und strategisches Instrument für die Marktwirtschaft ab.
Schlüsselwörter
Corporate Social Responsibility, CSR, Corporate Volunteering, CV, Unternehmensethik, Nachhaltigkeit, Stakeholder, Greenwashing, Deutsche Bank AG, Secondment, Hochschulausbildung, Unternehmensführung, Gemeinnützigkeit, Imagepflege, Mikrofinanzierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit thematisiert die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen, bekannt als Corporate Social Responsibility (CSR), und untersucht deren Anwendung und Auswirkungen in deutschen Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder sind die theoretische Definition von CSR, die praktische Umsetzung am Beispiel eines Großkonzerns, die Kritik an Marketinginstrumenten (Greenwashing) sowie der Bildungsauftrag an Hochschulen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das primäre Ziel ist es, sowohl einen theoretischen Überblick als auch eine praktische Fallanalyse zu liefern, um den Gesamtnutzen von CSR-Aktivitäten für Unternehmen und Gesellschaft zu evaluieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Untersuchung eines spezifischen Fallbeispiels (Deutsche Bank AG), ergänzt durch die Analyse von Branchenberichten und aktuellen Hochschulangeboten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Definitionen, die Analyse der Aktivitäten der Deutschen Bank AG, eine kritische Betrachtung von Greenwashing und die Darstellung von CSR-spezifischen Ausbildungswegen an deutschen Hochschulen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Corporate Social Responsibility, CSR, Corporate Volunteering, Greenwashing, Stakeholder-Management und Unternehmensethik geprägt.
Welche Rolle spielt die Deutsche Bank in dieser Analyse?
Die Deutsche Bank dient als praktisches Fallbeispiel, um zu demonstrieren, wie ein international agierender Konzern verschiedene CSR-Formen wie Sportförderung, Mitarbeitereinsätze (Social Days) und internationale Projekte (Corporate Community Partnership) operativ umsetzt.
Warum ist die Hochschulausbildung für CSR relevant?
Der Autor argumentiert, dass eine professionelle CSR-Praxis eine fundierte akademische Verankerung benötigt, derzeit jedoch ein Mangel an institutionalisierten Studiengängen und Lehrstühlen besteht.
Was genau versteht der Autor unter Greenwashing?
Greenwashing bezeichnet Praktiken, bei denen Unternehmen sich durch geschickte Kommunikation oder begrenzte Leuchtturmprojekte als ökologisch korrekt darstellen, um ihr Image zu verbessern oder von umweltschädlichen Kernbereichen abzulenken.
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- Nico Oertel (Author), 2012, Ethik in der Unternehmensführung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268664