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Panem et circenses

Das "Brot und Spiele"-System in der römischen Kaiserzeit

Título: Panem et circenses

Trabajo de Seminario , 2014 , 24 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: DI MMag Fabian Prilasnig (Autor)

Historia universal - Prehistoria e Historia antigua
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Unter der Formel „Panem et circenses“ kann die römische Politik der Kaiserzeit gegenüber ihren Bürgern zusammengefasst werden, und der Satiriker Juvenal war sogar der Ansicht, dass sich das römische Volk „die Macht abkaufen“ hatte lassen bzw. auf seine „Rechte als Souverän verzichtet“ hatte. Einerseits gab es die kostenlosen Getreideversorgungen, manchmal mit freiwilligen kaiserlichen Geldgeschenken versehen, auf die etwa 200.000 Bürger Roms Anspruch hatten, andererseits die aufwendigen Massenunterhaltungen, die zur Zerstreuung und Ablenkung des römischen Volkes von der Politik dienen sollten. Die Kaiser waren auf diese Weise bemüht, Ruhe und politische Stabilität und damit ihre Herrschaft zu sichern. Manche Züge dieser antiken Massenunterhaltungen lassen gewisse Analogien an heutige Massenveranstaltungen erkennen wie z.B. bei Autorennen, Fußballspielen und anderen Massensportarten, bei denen sich ebenfalls derart viel an Emotionen bei den Besuchern entladen wie bei den Römern im Circus, in der Arena oder im Theater. „Das alles hat sich, einem Worte des Historikers Livius zufolge, aus bescheidenen Anfängen zu schließlich ‚unerträglichem Wahnsinn‘ gesteigert“ , wobei diese Entwicklung häufig als typisch für die römische Kaiserzeit angesehen wird. So haben viele Kaiser sich bemüht, „ihre Vorgänger an Pracht, Ausstattung und Häufigkeit der Spiele zu übertrumpfen – eine Spirale im Buhlen um die Gunst der Römer, die zu manch schlimmen Exzessen geführt hat“ . Jedoch lässt sich dieses System von „Brot und Spiele“ bis ins 2. Jahrhundert v.Chr. zurückverfolgen und ist daher keine Erfindung von Caesar oder Augustus. Neben den geschichtlichen Werden dieses Systems soll erörtert werden, wie diese kaiserliche Politik das römische Volk beeinflusst und ob eine völlige politische Entmündigung stattgefunden hat.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Das Schauspielwesen und die Politik

1.1 Die Spiele als politisches Instrument

1.1.1 Das Prestigeobjekt für die Herrschenden

1.1.2 Die Publikumsdemonstrationen

1.2 Die Spiele als verlässlicher Stimmungsbarometer

2. Die Getreideversorgung und die Politik

2.1 Die ersten „Getreidegesetze“ Roms

2.2 Die Getreidespenden und Geldgeschenke

3. Zur Finanzierung des „Brot und Spiele“-Systems

4. Resümee: Rechtlos im Schlaraffenland?

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das System von „Brot und Spiele“ in der römischen Kaiserzeit, um zu erörtern, inwiefern dieses als Instrument zur Entpolitisierung der Bevölkerung diente oder ob es den Bürgern dennoch Möglichkeiten politischer Teilhabe bot.

  • Das politische Instrumentarium des „Brot und Spiele“-Systems.
  • Die Funktion der öffentlichen Spiele als Stimmungsbarometer und Bühne für Publikumsdemonstrationen.
  • Die Entwicklung und administration der staatlichen Getreideversorgung.
  • Die verschiedenen Finanzierungsquellen des kaiserlichen Systems.
  • Die kritische Hinterfragung des Klischees vom „Schlaraffenland“ und der politischen Entmündigung der Römer.

Auszug aus dem Buch

1. Das Schauspielwesen und die Politik

In der Zeit der Republik war der Senat die Regierung Roms, der sich nicht durch soziale Zugehörigkeit definierte, sondern durch seine Funktionen. Er kontrollierte die Magistrate in ihrer Amtstätigkeit und erinnerte sie an ihre Verpflichtung, sich bei ihren Entscheidungen beraten zu lassen. Das römische Volk sah „selbst in erster Linie Staatsmänner in ihnen und beurteilten sie jedenfalls nicht hauptsächlich nach dem Prunk der Spiele, die sie für sie veranstaltet hatten. Denn für die Plebs von Rom veranstalteten sie Spiele, die sie aus eigener Tasche bezahlten.“ Die Magistrate finanzierten teilweise die öffentlichen Spiele, um sich beim Volk beliebt zu machen und die Ausübung ihrer Amtsgewalt zu erleichtern. Außerdem unterhielten sie zu Wahlzwecken eine Klientel, für die sie unterschiedliche Festlichkeiten organisierten. Hinzu kamen noch die staatliche Getreideverteilung sowie das Mäzenatentum des Staates. „Denn als sich gegen Ende der Republik die kaiserliche Monarchie mit Riesenschritten näherte, betrachteten die großen Herren öffentliche Ämter mehr und mehr als ihre persönlichen Unternehmungen und trugen folglich auch deren Kosten.“

Die Politiker der Republikzeit und dann die Kaiser haben sich zu ihren Gunsten zwar öffentlicher Wohltätigkeiten hingegeben, aber aus Gründen der Staatsräson und mittels staatlicher Institutionen. Der Euergetismus setzte ein, sobald Machtausübung als ein Beruf und insbesondere als Besitzstand von Politikern betrachtet wurde, wobei die römischen Senatoren die Macht als ihr exklusives Vorrecht betrachteten. Dafür wären sie durchaus bereit gewesen, auf ihre Geldvorräte zurückzugreifen, was sie wegen des Reichtums der römischen Republik nicht tun brauchten. Vielmehr waren sie damit beschäftigt, Staatsgelder für ihre persönlichen Profite abzuzweigen, als die Staatskasse aufzufüllen.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in die Formel „Panem et circenses“ ein und hinterfragt die verbreitete These der völligen politischen Entmündigung des römischen Volkes.

1. Das Schauspielwesen und die Politik: Dieses Kapitel analysiert, wie Spiele als politisches Instrument und Mittel zur Demonstration sowie zur politischen Artikulation des Volkes fungierten.

2. Die Getreideversorgung und die Politik: Es wird die soziale Bedeutung und politische Instrumentalisierung der staatlichen Getreideversorgung und Geldgeschenke beschrieben.

3. Zur Finanzierung des „Brot und Spiele“-Systems: Das Kapitel erläutert die verschiedenen staatlichen und kaiserlichen Finanzierungsquellen, die den enormen Aufwand des Systems ermöglichten.

4. Resümee: Rechtlos im Schlaraffenland?: Das Resümee widerlegt gängige Klischees über das „Schlaraffenland“ und bewertet die Ambivalenz des Systems zwischen Unterhaltung und politischer Partizipation.

Schlüsselwörter

Brot und Spiele, Panem et circenses, Römische Kaiserzeit, Euergetismus, Getreideversorgung, Publikumsdemonstrationen, Stimmungsbarometer, Politische Teilhabe, Entpolitisierung, Augustus, Fiscus, Aerarium, Massenunterhaltung, Antikes Rom, Sozialgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Zusammenspiel von staatlicher Unterhaltung und Versorgung (Getreide) in der römischen Kaiserzeit als politisches Steuerungsinstrument.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der politischen Funktion der Spiele, der Organisation der Getreideversorgung und der Finanzierung des römischen Wohlfahrtssystems durch den Staat und den Kaiser.

Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?

Es wird untersucht, ob die kaiserliche Politik tatsächlich zur völligen Entpolitisierung der Bürger führte oder ob die Spiele als Ventil und plebiszitäres Element für politische Forderungen genutzt wurden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin/der Autor nutzt eine historische Analyse basierend auf antiken Quellen wie Juvenal, Livius, Tacitus, Sueton und Cassius Dio sowie moderner Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die politische Rolle des Schauspielwesens, die Entwicklung der Getreidegesetzgebung und die komplexen Finanzierungsstrukturen durch aerarium, fiscus und patrimonium.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Euergetismus, das römische Bürgerrecht, die Rolle des Kaisers als Wohltäter und die Interaktion zwischen der Bevölkerung im Circus und der herrschenden Elite.

Inwieweit konnten römische Bürger ihre Meinung äußern?

Trotz der autoritären Monarchie nutzte das Volk öffentliche Aufführungen wie Wagenrennen als Forum, um durch Akklamationen oder Proteste Forderungen an den Kaiser zu richten.

Was besagt die Legende vom „Schlaraffenland“?

Die Arbeit widerlegt die Vorstellung, dass die Römer ausschließlich von staatlichen Gaben lebten, und betont, dass die Mehrheit der Bevölkerung weiterhin arbeitstätig war, um den Lebensunterhalt der Familie zu sichern.

Wie veränderte sich die Bedeutung der Spiele von der Republik zur Kaiserzeit?

Während Spiele in der Republik als Instrument für den Aufstieg von Magistraten dienten, wurden sie in der Kaiserzeit zu einer vom Herrscher kontrollierten Institution, die jedoch gleichzeitig als Ventil für den Unmut des Volkes fungierte.

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Detalles

Título
Panem et circenses
Subtítulo
Das "Brot und Spiele"-System in der römischen Kaiserzeit
Universidad
Klagenfurt University  (Geschichte)
Curso
Proseminar
Calificación
1,0
Autor
DI MMag Fabian Prilasnig (Autor)
Año de publicación
2014
Páginas
24
No. de catálogo
V268929
ISBN (Ebook)
9783656599746
ISBN (Libro)
9783656599753
Idioma
Alemán
Etiqueta
Panem et circenses römische Kaiserzeit römische Spiele Rom Getreideversorgung Brot und Spiele
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
DI MMag Fabian Prilasnig (Autor), 2014, Panem et circenses, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268929
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