Systemisches Coaching als Alternative oder Ergänzung in der Pädagogik bei Kindern mit ADS oder ADHS.Ein Ratgeber für Eltern, Lehrer und allen,
die mit dem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom konfrontiert sind.
Inhaltsverzeichnis
1. ADS und ADHS
1.1 Ursachen
1.2 Merkmale bei ADS
1.3 Zunahme der Symptomatik
1.4 Die Rolle der Eltern
2. Systemisches Coaching
2.1 Was ist Coaching?
2.2 Systemisches Coaching
2.3 Systemisches bei ADS
3.0 Systemisches Coaching mit Eltern
3.1 Methoden und Werkzeuge
3.2 Reframing
3.3 Stufen der Einflussnahme
3.4 Auftragsklärung und Zieldefinition
3.5 Der leere Stuhl
3.6 Die Wunderfrage
4.0 ADS – ein Teil des Systems
5.0 Lösungsfokussierte Arbeit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial des systemischen Coachings als unterstützende Methode für Familien, in denen Kinder von ADS oder ADHS betroffen sind, um neue Perspektiven jenseits klassischer Defizitdiagnosen zu eröffnen.
- Medizinische und allgemeine Grundlagen von ADS und ADHS.
- Die zentrale Rolle der Eltern und die Belastungen im familiären Kontext.
- Systemische Coaching-Methoden zur Unterstützung von Eltern.
- Techniken wie Reframing, Leerer Stuhl und die Wunderfrage zur Lösungsorientierung.
- Betrachtung von ADS als systemisches Phänomen statt als rein individuelle Krankheit.
Auszug aus dem Buch
3.2 Reframing
Das Reframing hat in Bezug auf die ADS Symptomatik eine ganz besondere Bedeutung. „Frame“ ist der Rahmen in dem man eine Sache sieht. Ist das Glas halb voll oder halb leer? Der Landwirt freut sich nach einer Trockenperiode über den Regen und sieht seine Saat aufgehen während der Golfer lieber im Sonnenschein unterwegs wäre. Beim Reframing gibt man einer anderen Person sozusagen eine andere Sichtweise, man stellt etwas in einen anderen Rahmen. Aus der negativen Sicht des Gesprächspartners einer Sache zeigt man die Kehrseite und damit den Nutzen auf.
„ Jeder scheinbare Nachteil in einem System zeigt sich an anderer Stelle als möglicher Vorteil“
Durch den veränderten Blickwinkel wird das Problem häufig schon kleiner weil das Problem eingegrenzt wird. Reframing fördert die Ressourcen des Klienten, er hat die Möglichkeit an einer anderen, bisher für ihn verborgenen Stelle, weiterzudenken. Der Klient sagt: „ Mein ADS Kind ist permanent in Bewegung und fängt ständig neue Dinge an.“ Der Reframe dazu könnte lauten: „Aha, Ihr Kind ist sehr aktiv und besitzt die Gabe vieles gleichzeitig zu tun, das sind ja perfekte Eigenschaften für einen Manager.“ Durch den Reframe denkt der Klient an einer anderen Stelle weiter an die er ohne die Unterstützung des Coachs nicht gelangt wäre. Gerade um den gestressten Eltern zu vermitteln, dass hinter einem noch so schlechten Verhalten des Kindes eine positive Absicht steckt, ist die Methode des Reframing angebracht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. ADS und ADHS: Beschreibt die medizinischen Grundlagen, Symptome und Ursachen von ADS sowie die besondere Rolle der Eltern in diesem Prozess.
2. Systemisches Coaching: Definiert Coaching als nicht-therapeutische Begleitung und führt in die systemische Sichtweise ein, die Wechselwirkungen innerhalb von Gruppen betrachtet.
3.0 Systemisches Coaching mit Eltern: Stellt konkrete Werkzeuge und Methoden wie Reframing, Auftragsklärung und die Arbeit mit dem leeren Stuhl für die Praxis vor.
4.0 ADS – ein Teil des Systems: Erläutert den systemischen Ansatz, bei dem das Kind als Symptomträger innerhalb eines Familiensystems verstanden und die Familienaufstellung als Analysemethode eingeführt wird.
5.0 Lösungsfokussierte Arbeit: Erörtert die lösungsorientierte Therapie nach de Shazer und Berg und wie eine solche Sprache Eltern hilft, Ressourcen statt Probleme zu konstruieren.
Schlüsselwörter
ADS, ADHS, Systemisches Coaching, Eltern, Erziehung, Reframing, Wunderfrage, Familiensystem, Symptomträger, Lösungsfokussierung, Ressourcen, Coaching, Pädagogik, Kommunikation, Stressbewältigung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beleuchtet, wie systemisches Coaching Eltern von Kindern mit ADS/ADHS unterstützen kann, um aus der Defizitperspektive herauszufinden und die Stärken ihrer Kinder zu nutzen.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Neben dem Verständnis von ADS als neurobiologische Besonderheit stehen die Dynamiken im Familiensystem und der Einsatz spezifischer Coaching-Interventionen im Fokus.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, Eltern neue Sichtweisen auf das Verhalten ihrer Kinder zu vermitteln, um Stress zu reduzieren und eine positive Entwicklung zu fördern.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es werden klassische systemische Methoden wie Reframing, der Leere Stuhl, die Wunderfrage sowie lösungsfokussierte Fragetechniken angewendet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in ADS, die Definition des systemischen Coachings und die detaillierte Vorstellung praxisorientierter Werkzeuge für den Coaching-Alltag.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am stärksten?
Besonders prägend sind die Begriffe Systemisches Coaching, Familiensystem, Reframing, Lösungsfokussierung und der Umgang mit ADS-Symptomatiken.
Wie unterscheidet sich die systemische Sichtweise von der medizinischen?
Während die Medizin meist das Kind als "krank" betrachtet und symptomatisch interveniert, fragt der systemische Ansatz nach dem Kontext und der Funktion des Verhaltens innerhalb des Familiensystems.
Warum wird das Reframing als so wichtig für Eltern mit ADS-Kindern erachtet?
Es hilft Eltern, scheinbar störendes Verhalten ihres Kindes in einem neuen Rahmen zu sehen, wodurch positive Absichten hinter dem Verhalten erkennbar werden und Eltern ihre eigene Haltung ändern können.
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- Günter Plagemann (Autor), 2010, Systemisches Coaching für Eltern von Kindern mit ADS oder ADHS, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/268944