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Der Tarifvertrag als kollektives Konfliktlösungsmittel

Title: Der Tarifvertrag als kollektives Konfliktlösungsmittel

Term Paper (Advanced seminar) , 2014 , 32 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Edwin Locker (Author)

Psychology - Work, Business, Organisation
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Wie wirken Tarifverträge als kollektives Konfliktlösungsmittel? Könnte die Streikzahl durch ein verändertes System höher oder geringer sein?

Diese Hausarbeit soll im speziellen die Auswirkungen der Tarifverträge auf die kollektiven Konfliktlösungen in der Arbeitswelt beleuchten. Den Tarifverträgen selbst ist schon immer ein Konfliktpotenzial inhärent, da hier zwei entgegengesetzte Vorstellungen aufeinandertreffen. Auf beiden Seiten steht jeweils ein Kollektiv: das der Arbeitgeber, sowie das der Arbeitnehmer.

Es stellt sich die Frage, wie wirken die Tarifverträge auf die Kollektive? Wie können Tarifverträge Streiks verhindern oder zumindest verkürzen?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Ausgangssituation / Ziel der Arbeit

2. Theoretische Grundlagen

2.1 Der Tarifvertrag

2.2 Konflikte

2.2.1 Der Konflikt im Allgemeinen

2.2.2 Kollektive Konflikte

2.3 Konfliktebenen im Tarifvertrag

2.3.1 Konfliktebene: Gesellschaftlich

2.3.2 Konfliktebene: Innerbetrieblich

2.3.3 Konfliktebene: Interbetrieblich

3. Konfliktaustragung im Zusammenhang mit Tarifverträgen

3.1 Konfliktparteien und das Konfliktsystem

3.1.1 Die Arbeitnehmer

3.1.2 Die Arbeitgeber

3.2 Praktische Beispiele des Tarifkonfliktes

3.2.1 Persönliches Beispiel

3.2.1 Ablauf der Tarifverhandlungen

4. Fazit / Empfehlung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Diese Arbeit untersucht die Rolle des Tarifvertrags als Instrument zur kollektiven Konfliktlösung in der modernen Arbeitswelt. Dabei liegt der Fokus auf der Analyse, wie Tarifverträge als autopoietische Systeme wirken, Verteilungskonflikte regulieren und durch institutionalisierte Verhandlungsmechanismen zur Befriedung von Arbeitsbeziehungen beitragen, wobei auch die Auswirkungen von Tarifsystemen im internationalen Vergleich beleuchtet werden.

  • Grundlagen der Tarifautonomie und die historische Entwicklung des Tarifsystems.
  • Soziologische und psychologische Aspekte von kollektiven Konflikten in der Arbeitswelt.
  • Die Wirkungsweise von Tarifverträgen auf gesellschaftlicher, innerbetrieblicher und interbetrieblicher Ebene.
  • Prozesse und Dynamiken von Tarifverhandlungen sowie die Rolle von Schlichtungsinstanzen.
  • Fallbeispielhafte Analyse der praktischen Anwendung von Tarifverträgen im Berufsalltag.

Auszug aus dem Buch

3.1 Konfliktparteien und das Konfliktsystem

Das vorliegende Konfliktsystem kann als autopoietisches System bezeichnet werden. Der chilenische Neurobiologe Humberto Maturana liefert hierzu eine Definition: „Das gegenwärtige biochemische Wissen erlaubt es uns, lebende Systeme als sich selbst erzeugende Systeme zu bezeichnen, die ihre eigenen Grenzen bestimmen und aufbauen. Dies lässt sich formal so ausdrücken: es gibt eine Klasse mechanistischer Systeme; jedes Element dieser Klasse ist ein dynamisches System, das als Netzwerk von Prozessen der Produktion seiner eigenen Bestandteile definiert ist; diese Bestandteile wirken zum einen durch ihre Interaktionen in rekursiver Weise an der ständigen Erzeugung und Verwirklichung eben dieses Netzwerkes von Prozessen der Produktion mit, das sie selbst produziert hat, und konstruieren zum anderen dieses Netzwerk von Prozessen der Produktion von Bestandteilen als eine Einheit in einem Raum, den sie (die Bestandteile) dadurch definieren, dass sie seine Grenzen verwirklichen. Solche Systeme nenne ich autopoietische Systeme und die Organisation eines autopoietischen Systems nenne ich die autopoietische Organisation. Ein autopoietisches System, das durch physikalische Bestandteile verwirklicht wird, ist ein lebendes System“.

Er schränkt jedoch auch ein, dass ein autopoietisches System durch Zerschlagung beendet werden kann.

Maturana bezieht sich hier explizit auf lebende Organismen im biologischen Sinne, jedoch kann seine Definition, mit geringen Anpassungen, analog auch auf soziologische Systeme übertragen werden. So übertrug der deutsche Soziologe und Gesellschaftstheoretiker Niklas Luhmann Maturanas Definition auf die Gesellschaft. Luhmanns zentrale These sagt aus, dass soziale Konflikte autopoietisch sind.

„Als soziale Systeme sind Konflikte autopoietische, sich selbst reproduzierende Einheiten. Einmal etabliert, ist ihre Fortsetzung zu erwarten und nicht ihre Beendigung. Die Beendung kann sich nicht aus der Autopoiese selbst ergeben, sondern nur aus der Umwelt des Systems – etwa dadurch, dass einer der beiden Streitenden den anderen erschlägt und dieser damit die Fortsetzung des sozialen Systems Konflikt ausfällt“.

Für den Tarifkonflikt bedeutet dies, dass sich der Konflikt autoreproduziert. Das System wurde einmal etabliert und nun ist die Fortsetzung zu erwarten. Die einzelnen Bestandteile des Tarifsystems (Gewerkschaft, Arbeitgeberbund und ähnliche) stehen in einem klaren Netzwerk zum Prozess der Findung eines Tarifabschlusses.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Ausgangssituation / Ziel der Arbeit: Einführung in die Relevanz von Tarifverträgen im Kontext der Mindestlohndebatte und Definition des Forschungsziels hinsichtlich ihrer Wirkung als kollektives Konfliktlösungsmittel.

2. Theoretische Grundlagen: Erläuterung der Tarifautonomie als grundgesetzlich verankertes Recht und Darstellung der verschiedenen Konfliktebenen und -arten im Arbeitskontext.

3. Konfliktaustragung im Zusammenhang mit Tarifverträgen: Analyse des Tarifkonflikts als autopoietisches System unter Einbeziehung der Rollen von Arbeitnehmern und Arbeitgebern sowie Darstellung praktischer Verhandlungsabläufe.

4. Fazit / Empfehlung: Kritische Bewertung des aktuellen Tarifsystems und Zusammenfassung des Potenzials von Tarifverträgen als Instrumente zur fairen Konfliktlösung unter Einbindung von Mediation.

Schlüsselwörter

Tarifvertrag, Tarifautonomie, Konfliktlösung, Arbeitsrecht, Kollektiv, Gewerkschaften, Arbeitgeber, Tarifverhandlungen, Autopoietisches System, Streik, Aussperrung, Verteilungsgerechtigkeit, Mediation, Wirtschaftsrecht, Flächentarifvertrag.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Funktion von Tarifverträgen als Instrumente zur kollektiven Regelung von Konflikten zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern in Deutschland.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den Schwerpunkten gehören die rechtlichen Grundlagen der Tarifautonomie, soziologische Konflikttheorien, die Rollenverteilung der Tarifparteien und die Dynamik von Tarifverhandlungen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es zu analysieren, wie Tarifverträge als kollektive Konfliktlösungsmittel wirken und ob sie effektiv dazu beitragen, soziale Spannungen in der Arbeitswelt auszugleichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt eine systemtheoretische Perspektive, insbesondere die Konzepte von Humberto Maturana und Niklas Luhmann, um das Tarifwesen als sich selbst erhaltendes (autopoietisches) System zu interpretieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die theoretischen Rahmenbedingungen, die verschiedenen Konfliktebenen (gesellschaftlich, innerbetrieblich, interbetrieblich) sowie praktische Abläufe von Verhandlungen inklusive eines persönlichen Fallbeispiels.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zentrale Begriffe sind Tarifautonomie, autopoietische Systeme, Waffenparität, Verteilungsgerechtigkeit und kollektive Konfliktlösung.

Inwieweit spielt die Autopoiese-Theorie eine Rolle für das Verständnis von Tarifkonflikten?

Die Theorie erklärt, dass Tarifkonflikte soziale Systeme sind, die sich selbst reproduzieren und fortsetzen, wodurch sie eine ständige Notwendigkeit für immer neue Verhandlungsrunden begründen.

Was unterscheidet das deutsche Tarifsystem von Ansätzen in südeuropäischen Staaten laut dieser Arbeit?

Während das deutsche System stark branchenorientiert ist, weisen Länder wie Spanien eine höhere Flexibilität durch betriebsbezogene Tarifvereinbarungen auf, was jedoch Auswirkungen auf das Machtgleichgewicht hat.

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Details

Title
Der Tarifvertrag als kollektives Konfliktlösungsmittel
College
University of Applied Sciences Hamburg
Grade
1,7
Author
Edwin Locker (Author)
Publication Year
2014
Pages
32
Catalog Number
V269290
ISBN (eBook)
9783656604303
ISBN (Book)
9783656604280
Language
German
Tags
tarifvertrag konfliktlösungsmittel
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Edwin Locker (Author), 2014, Der Tarifvertrag als kollektives Konfliktlösungsmittel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269290
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