Abstract:
Die folgende Arbeit dient der Förderung der Prozessqualität der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV). Ziel war es die mögliche Nutzung der Prozesse des SORGSAM-Qualitätshandbuches für stationäre Hospize in Bezug auf die SAPV darzustellen. Dafür wurden zuerst Begrifflichkeiten wie Pflegequalität, Palliativmedizin, und SAPV erläutert sowie auf die rechtlichen Rahmenbedingungen verwiesen. Anschließend wurden die Prozesse des SORGSAM-Qualitätshandbuches erläutert und exemplarisch auf die SAPV übertragen. Es stellte sich heraus, dass diese Prozesse in abgewandelter Form auch in der SAPV nutzbar sind. Aufgrund der Ausrichtung aller Prozesse auf einen zentralen Kernprozess wurden nicht nur die Abläufe im Hospiz geregelt sondern es wurde auch der Hospizgedanke mit auf die Prozesse transferiert. Einen Aufbau eines Qualitätshandbuches für SAPV-Teams nach dem Vorbild des SORGSAM- Qualitätshandbuches scheint daher nicht nur möglich sondern auch im Sinne der geforderten Qualitätssicherung nach § 132d SGB V.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Qualität in der Pflege und Palliativmedizin
2.1 Qualität in der Pflege
2.2 Qualität in der Palliativmedizin
3. Palliativmedizin in Deutschland
3.1 Institutionen der praktischen Palliativmedizin
3.2 Die ambulante Palliativversorgung
3.3 Dokumentationssysteme und Assessments in der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung
4. Prozesse in der Palliativmedizin
4.1 Prozesse im Qualitätsmanagement
4.2 SORGSAM - Qualitätshandbuch für stationäre Hospize
5. Förderung der Prozessqualität in der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung
5.1 Strukturqualität in der SAPV
5.2 Prozessqualität in der SAPV
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Förderung der Prozessqualität in der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV). Hierbei wird untersucht, inwiefern die Prozesse des SORGSAM-Qualitätshandbuchs für stationäre Hospize auf die SAPV übertragen werden können, um eine strukturierte Qualitätssicherung gemäß § 132d SGB V zu gewährleisten.
- Grundlagen der Qualität in der Pflege und Palliativmedizin
- Strukturen der Palliativversorgung in Deutschland
- Analyse und Transfer von Qualitätsprozessen aus dem stationären Bereich in die SAPV
- Bedeutung von Dokumentationssystemen und Assessments für die Versorgungsqualität
- Entwicklung von Handlungsempfehlungen für SAPV-Teams zur Prozessoptimierung
Auszug aus dem Buch
3.1 Institutionen der praktischen Palliativmedizin
Allerdings stellt sich nun die Frage, in welchem Kontext wird die Palliativmedizin ausgeübt? Heutzutage finden sich Institutionen der Palliativmedizin sowohl im stationären als auch im ambulanten Kontext wieder. Im stationären Rahmen sind zum einen die an ein Krankenhaus angeschlossenen bzw. integrierten Palliativstationen zu nennen und zum anderen die eigenständigen Hospize (vgl. Klaschik, Nauck, Radbruch & Sabatowski, 2000, S. 608). Beide Institutionsformen decken dabei unterschiedliche Aufgabenbereiche ab. Die Palliativstationen behandeln und begleiten in erster Linie Patienten mit fortschreitenden inkurablen Erkrankungen, welche aufgrund von Schmerzen, anderen Symptomen oder psychosozialer Problemstellungen eine stationäre Behandlung benötigen. Die Behandlung und Versorgung wird durch die Stationsärzte und Pflegefachkräfte vor Ort sichergestellt (vgl. Klaschik et. al., 2000, S. 608). Klaschik et al. (2000, S. 608) betonen, dass für eine umfassende Betreuung im Sinne der Palliativmedizin „die enge Zusammenarbeit mit Seelsorgern, Sozialarbeitern, Psychologen, Physiotherapeuten und anderen Berufsgruppen erforderlich [ist]“.
Hospize dagegen behandeln Patienten mit fortschreitenden inkurablen Erkrankungen bei denen die Lebenserwartung schon deutlich begrenzt ist und einen ambulante Weiterversorgung nicht gewährleistet werden kann. Die Patienten werden in der Hospizumgebung von ihren Hausärzten meistens weiterhin betreut und die Versorgung vor Ort wird von professionellen Pflegekräften übernommen, welche ggf. durch ehrenamtliche Mitarbeiter unterstützt werden (vgl. Klaschik et. al., 2000, S. 608-609). Im Fokus der palliativen Versorgung im Hospiz steht das Schmerz- und Symptommanagement sowie die psychosoziale und spirituelle Begleitung der Betroffenen und ihrer Angehörigen (vgl. Klaschik et. al., 2000, S. 609). Im ambulanten Bereich bestehen die Möglichkeiten die Patienten und ihr Umfeld durch ambulante Palliativ- und Hospizdienste zu versorgen bzw. zu begleiten. Ähnlich wie bei den stationären Einrichtungen sind den ambulanten Diensten unterschiedliche Aufgaben zu zuschreiben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Zielsetzung der Arbeit, die SAPV als spezialisierte Form der Palliativversorgung zu fördern und als Rahmenbedingung den § 37b SGB V zu betrachten.
2. Qualität in der Pflege und Palliativmedizin: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden Begrifflichkeiten von Qualität und Pflege sowie deren Relevanz im Kontext palliativmedizinischer Versorgung unter Berücksichtigung gesetzlicher Rahmenbedingungen.
3. Palliativmedizin in Deutschland: Es wird ein umfassender Einblick in die deutschen Versorgungsstrukturen, Institutionen und die spezifische Bedeutung der ambulanten Palliativversorgung gegeben.
4. Prozesse in der Palliativmedizin: Dieses Kapitel widmet sich der theoretischen Fundierung von Prozessmanagement und stellt das SORGSAM-Qualitätshandbuch als Beispiel für die Prozessentwicklung im Hospizbereich vor.
5. Förderung der Prozessqualität in der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung: Der letzte Teil führt die vorherigen Erkenntnisse zusammen, indem er Möglichkeiten zur Struktur- und Prozessoptimierung in der SAPV anhand der zuvor analysierten Qualitätsdimensionen aufzeigt.
Schlüsselwörter
SAPV, Palliativmedizin, Prozessqualität, Qualitätsmanagement, Hospiz, SORGSAM, Pflegequalität, Palliativversorgung, Versorgungsstruktur, Dokumentation, Assessment, Patientenzentrierung, multiprofessionelles Team, Sterbebegleitung, SGB V
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Verbesserung der Prozessqualität innerhalb der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV).
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder umfassen Qualitätsmanagement in der Palliativmedizin, die institutionelle Einordnung von SAPV-Diensten und die Übertragbarkeit von Hospiz-Prozessen auf den ambulanten Bereich.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, zu untersuchen, wie durch die Anwendung des SORGSAM-Qualitätshandbuchs die Qualität der SAPV-Prozesse gefördert und eine strukturierte Versorgung gemäß gesetzlicher Vorgaben erreicht werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Der Autor führt eine Literaturanalyse und eine exemplarische Übertragung von Prozessbeschreibungen aus dem stationären Hospizwesen auf die Anforderungen der SAPV durch.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Qualitätsbegriffen, die Beschreibung der Palliativmedizin in Deutschland, theoretische Grundlagen des Qualitätsmanagements und die praktische Anwendung dieser Konzepte auf die SAPV.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere SAPV, Prozessqualität, Qualitätsmanagement, Palliativversorgung und das SORGSAM-Modell.
Warum ist eine spezielle Strukturqualität in der SAPV so wichtig?
Da die Versorgungssituationen sehr komplex sind, bilden personelle, materielle und finanzielle Ressourcen die Basis, um eine qualitativ hochwertige spezialisierte Betreuung sicherzustellen.
Wie unterscheidet sich der Versorgungsansatz in Nordrhein-Westfalen?
Nordrhein-Westfalen weist zwei verschiedene Musterverträge auf, wobei das Konzept in Westfalen-Lippe eher arztzentriert ist und das Palliativ-Care-Team als multiprofessionelle Einheit in den Vordergrund rückt.
Welche Rolle spielen Assessments wie HOPE oder MIDOS?
Diese Systeme dienen der strukturierten Dokumentation und Einschätzung von Patientensymptomen, was essenziell für den Informationsaustausch in multiprofessionellen Teams ist.
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- Alexander Jeltsch (Autor), 2013, Spezialisierte ambulante Palliativversorgung. Förderung der Prozessqualität, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269474