Französisch Grundschule: Frühstück Petit déjeuner français. Vocabulaire (Klasse 4)

Unterrichtsentwurf Examensprüfung Saarland


Unterrichtsentwurf, 2013

43 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1 Bedingungsfeld
1.1 Schule und Situation der Lehramtsanwärterin
1.2 Klasseninterne Bedingungen

2 Sachanalyse
2.1 Kontext der Immersionsgeschichte
2.2 Lexik
2.3 Syntax

3 Didaktische Analyse
3.1 Einordnung in die Fachdidaktik
3.2 Begründung und Einordnung des Themas in den Kernlehr- und Arbeitsplan
3.3 Voraussetzungen der Lerngruppe bezüglich der Kompetenzen
3.4 Didaktische Reduktion

4 Kompetenzen
4.1 Kompetenzerwartung der Stunde
4.2 Auflistung der Teilkompetenzen

5 Methodische Entscheidungen
5.1 Erläuterung der methodischen Konzeption
5.2 Darstellung der Unterrichtsschritte und deren Begründung

6 Verlaufsplanung

7 Literaturangaben

Anhang

1 Bedingungsfeld

1.1 Schule und Situation der Lehramtsanwärterin

Die Grundschule liegt in Saarbrücken. Die Schüler kommen dabei überwiegend aus sozial schwachen Familien, die zumeist als Kommunikationssprache nicht deutsch sprechen.[1] Die Schule verfügt zudem über einen sozialpädagogischen Bereich, in dem es eine Hausaufgaben- und Nachmittagsbetreuung gibt, welcher aktuell von 50 Prozent der Schüler in Anspruch genommen wird. Seit dem 01. August 2012 bin ich als Lehramtsanwärterin an der GS tätig. Ich unterrichte seit dem aktuellen Schuljahr die Klasse 4 in Französisch. Darüber hinaus hospitiere ich im dritten und vierten Schuljahr Deutsch und Mathematik.

1.2 Klasseninterne Bedingungen

Die Klasse 4 besteht derzeit aus zehn Mädchen und zehn Jungen. Von den 20 Kindern haben zwölf Schüler einen Migrationshintergrund. Seit Beginn des ersten Schuljahres wird die Klasse von ihrem Klassenlehrer Herr M betreut und unterrichtet. Das Klassenklima ist insgesamt als positiv zu bezeichnen, das heißt, die Schüler sind im Allgemeinen freundlich zueinander und helfen sich gegenseitig.

Der Großteil der Klasse zeigt Interesse am Fach Französisch und nimmt mit Freunde am Französischunterricht teil. Das Leistungsniveau der Klasse ist hierbei heterogen. Neben wenigen leistungsstarken Schülern, gibt es einige schwache Schüler, die in allen Fächern, so auch im Fach Französisch, Hilfen bzw. Anregungen brauchen, um sich aktiv am Unterricht zu beteiligen.[2] Im Französischunterricht hat sich der Einsatz von Spielen als besonders motivierend erwiesen. Bei der Durchführung der Spiele tritt in der Klasse manchmal Unruhe auf, da es einigen Schülern noch schwerfällt, sich im Spiel an die Klassen- und Gesprächsregeln zu halten. Detaillierte Ausführungen zu den Regeln und Bemerkungen zu einzelnen Schülern bitte ich dem Anhang zu entnehmen.

2 Sachanalyse

Das Thema der Lehrprobenstunde ist die Einführung eines französischen Frühstücks und deren französisches Vokabular. Um die Redemittel zusammenhängend darzustellen, wurde für den Einstieg die Form der Immersionsgeschichte[3] gewählt.

2.1 Kontext der Immersionsgeschichte

Die Lehramtsanwärterin freut sich sehr auf das Wochenende. Der Grund dafür ist der Besuch ihrer französischen Freundin Sophie aus Paris. Um ihre Freundin zu überraschen, hat sie ein französisches Frühstück für sie vorbereitet. Die Lehramtsanwärterin präsentiert den Schülern ein typisch französisches Frühstück, indem sie ihnen zeigt, was Sophie gern zum Frühstück isst.

2.2 Lexik

Im Rahmen der Einführungsstunde werden sieben neue Lexeme eingeführt: „le croissant“, „la baguette“, „la confiture“, „le beurre“, „le lait“, „le jus“ und „le yaourt“.

Im Folgenden werden die neu eingeführten Wörter hinsichtlich ihrer lautsprachlichen Besonderheiten untersucht:

Abbildung in dieserLeseprobenichtenthalten

Obwohl den Schülern die Wörter „Croissant“ und „Baguette“ größtenteils aus ihrem Alltag schon bekannt sein werden, sind Schwierigkeiten beim Wort „croissant“ zu erwarten, da hierbei der velare Nasalvokal ɑ͂ auftritt.[4]

Aufgrund der Tatsache, dass es Nasallaute in der ursprünglichen deutschen Sprache nicht gibt, könnte die Aussprache dieses Lautes für die Schüler problematisch sein. Zudem könnte für die Schüler auch das stimmhafte „R“ im Wort „croissant“ sowie im Wort „yaourt“ problematisch sein, da das „R“ sehr betont werden muss. Des Weiteren ist es möglich, dass die Schüler bei „confiture“ das „n“ mitsprechen, da sie das aus dem Französischen abgeleitete Wort „Konfitüre“ kennen und die deutsche Aussprache fälschlicherweise auf die französische Aussprache übertragen.

Bei den einzuführenden Redemitteln handelt es sich demnach ausschließlich um Substantive. Diese werden mit dem direkten Artikel, nämlich „le“ oder „la“ eingeführt.

2.3 Syntax

Innerhalb der Stunde wird stets die Satzstruktur „Name+ aime +Lebensmittel“ verwendet, beispielsweise „Sophie aime la baguette“. So wird diese Satzstruktur bereits in der Immersionsgeschichte verwendet und in der rezeptiven Zwischensicherung nochmals wiederholt. In der produktiven Arbeitsphase wenden die Schüler die Satzstruktur schließlich selbstständig an.

3 Didaktische Analyse

3.1 Einordnung in die Fachdidaktik

Bundesweit verwenden die Schulministerien den Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen für Sprachen (GeR) als Basis für zielsprachliche Lehrpläne. Der GeR beschreibt ausführlich, welche Kenntnisse und Fertigkeiten Fremdsprachlerner entwickeln müssen, um kommunikativ erfolgreich handeln zu können.[5] Der GeR verfolgt dabei einen handlungsorientierten Ansatz, da Sprachlernende als sozial Handelnde in verschiedenen Bereichen kommunikative Aufgaben bewältigen müssen.[6] Dieser Ansatz findet sich in den didaktischen Prinzipien des modernen Französischunterrichts wieder. In jedem Fall sollte im Fremdsprachenunterricht das Prinzip der Handlungsorientierung umgesetzt werden. Damit ist gemeint, dass die Schüler selbst Zusammenhänge entdecken und Sprache aktiv gebrauchen. Auf diese Weise können die Schüler auch ihr Bedürfnis zur Selbsttätigkeit stillen. Beispielsweise können die Schüler durch eine Inputgeschichte das Thema selbst herleiten, im Tandem lernen und bei Sprachspielen zeitweise die Lehrerfunktion übernehmen.[7] Steht Handlungsorientierung jedoch zu sehr im Mittelpunkt, besteht die Gefahr, dass rezeptive Fertigkeiten vernachlässigt werden und in der Folge die Sprachaufnahme und -verarbeitung nicht hinreichend stattfinden kann.[8] Das Prinzip der Lernerorientierung stellt die Interessen und Vorkenntnisse des Schülers sowie den Bezug zur Lebenswelt in den Vordergrund. Schließlich geht aus lerntheoretischen Modellen hervor, dass „Lernen stets eine Verknüpfung von neuen Informationen mit bereits gespeicherten Wissensbeständen (darstellt)“[9]. In einem handlungsorientierten Fremdsprachenunterricht spielt ebenso das Prinzip der Mündlichkeit eine Rolle, da die Basis der sprachlichen Handlungskompetenz insbesondere das Hörverstehen und das daran gekoppelte Sprechen bildet.[10] Das Hörverstehen ist dabei als ein komplexer Prozess zu verstehen, denn „(es) bedeutet immer Dekodieren, Konstruieren von Bedeutung und Interpretieren von Gemeintem“[11]. Daher sollte das Hörverstehen häufig und variiert wiederholt werden, damit das sprachlich Neue erfasst werden kann. Zur Unterstützung des Hörverstehens sollten in diesem Rahmen neben Gestik und Mimik auch Realien oder Bildkarten eingesetzt werden. Wenn Hörverstehen die Grundlage für sprachliches Handeln darstellt, nimmt das Prinzip der Kommunikation insbesondere im Primarbereich eine Schlüsselfunktion ein. Das Erlernen eines neuen Wortschatzes beginnt mit einem „comprehensible input, das heißt die Schüler erwerben zunächst zuhörend Sprache. Dies wird meist in Form einer Immersionsgeschichte seitens der Lehrkraft realisiert. Durch Veranschaulichung und Handlungsorientierung wird die Geschichte für die Schüler verständlich.[12] Auch wenn die Lerner beim Input selbst nicht „aktiv“ sind, ermöglicht erst ein reicher und gezielter Input dem Fremdsprachenlerner, sprachliche Regeln und Phänomene intuitiv durch die sogenannte „innere Rede“ zu erfassen. Dies ist wichtig, damit Sprache nicht nur reproduziert, sondern aktiv angeeignet wird.[13] Auch das Prinzip des Übens sollte umgesetzt werden, um mit Sprache nicht nur zu kommunizieren, sondern auch zu spielen. Denn durch Sprachspiele und rhythmisches Sprechen sind die Schüler sehr motiviert und lernen auf diese Weise nahezu „en passant“.[14] Zudem sollte auch das „français en classe“ berücksichtigt werden, welches das Aufgreifen immer wiederkehrender Redemittel wie etwa das Singen von Begrüßungsliedern, aber auch kleine Dialoge sowie Stillerituale umfasst. Dies verfolgt das Ziel, alle Schüler auf die Fremdsprache einzustimmen und insbesondere leistungsschwächere Schüler zur Mitarbeit zu motivieren.[15] Zusammenfassend kann konstatiert werden, dass ein kommunikativer Französischunterricht die Mündlichkeit hervorhebt, Raum für einen reichen und variierenden Input sowie für das Üben gibt, in dem vor allem der Lerner agiert.

3.2 Begründung und Einordnung des Themas in den Kernlehr- und Arbeitsplan

Auch der Kernlehrplan Französisch für die Grundschule orientiert sich an den Vorgaben des GeR, indem sowohl inhaltliche als auch allgemeine angestrebte Kompetenzen vorliegen. Für das Erreichen der Kompetenzen wird hierbei auf die Beachtung der didaktisch-methodischen Prinzipien verwiesen, die bereits im vorherigen Kapitel dargelegt worden sind.[16] Da das Ziel des Französischunterrichts in der Grundschule die mündliche Kommunikation ist, sollten insbesondere die Kompetenzen Hörverstehen und Sprechen geschult werden.[17] Auch in der vorliegenden Unterrichtsstunde „Initiation du vocabulaire concernant le petit déjeuner français“ werden diese beiden Kompetenzen schwerpunktmäßig gefördert.

Bezüglich des Kompetenzbereichs Hörverstehen sind die Schüler in der Lage kurze beschreibende Hörtexte und Äußerungen zu verstehen, die aus ihrer Erfahrungswelt und bekannten Themenfeldern bestehen, wenn diese deutlich artikuliert sowie in einen situativen Kontext präsentiert werden.[18] In der Lehrprobenstunde wird dies in Form einer Inputgeschichte umgesetzt. Mithilfe der Inputgeschichte können die Schüler einen unbekannten Hörtext global verstehen, was sie zeigen, indem sie das Stundenthema selbst herleiten. Zudem beweisen die Schüler in dieser Stunde, dass sie Handlungsanweisungen verstehen, indem sie bei Aufträgen sowie im Sprachspiel „Montre-moi“ Handlungsanweisungen korrekt ausführen.[19] Die Schüler können zudem „Aussagen zu einem Hörtext auf ihre Richtigkeit hin überprüfen“[20], nachdem sie einen Hörtext mehrmals gehört haben. So kreuzen die Schüler in dieser Stunde aus Mehrfachwahlmöglichkeiten nur jene Lebensmittel an, die im Hörtext genannt werden.

Innerhalb des Kompetenzbereiches Sprechen können die Schüler mithilfe bekannter, eingeübter Strukturen Aussagen selbstständig wiedergeben sowie einfache Fragen stellen und darauf antworten. In der Lehrprobenstunde wird dies umgesetzt, indem die Schüler das aktuelle Datum und Wetter benennen sowie den „premier dialogue“ vorstellen. Zur Förderung des Kompetenzbereiches Sprechen gehört zudem, dass die Schüler bekannte, eingeübte Wörter und Lieder korrekt nachsprechen oder auswendig wiedergeben können. Dabei spielt die Lautschulung eine wesentliche Rolle, um die unterschiedlichen Laute optimal zu schulen. In der Unterrichtsstunde erfolgt die Lautschulung durch ein variierendes und rhythmisches (Chor-) Sprechen. Im Bereich Sprechen wird ebenso der Einsatz von Impulsmaterialien empfohlen, z.B. in Form von Bildkarten und Realien, um die Schüler zum Sprechen zu motivieren.[21] In der Lehrprobenstunde wird dies mit Hilfe eines ansprechenden Arbeitsblattes umgesetzt, bei dem die Schüler französischen Kindern ausgewählte Lebensmittel zuordnen sollen.

Die hier beschriebene Unterrichtsstunde stellt die zweite Stunde der Unterrichtseinheit „Le petit déjeuner[22] dar und ist im Kernlehrplan dem Themenbereich „A table“ einzuordnen. Innerhalb dieses Themenbereichs werden folgende Sprechanlässe vorgeschlagen: nach Vorlieben beim Essen und Trinken fragen, bei Tisch um etwas bitten, im Restaurant etwas bestellen, landestypische Gerichte selbst zubereiten sowie Höflichkeitsformeln.[23] In der Lehrprobenstunde lernen die Schüler ein typisch französisches Frühstück kennen. Sie erfahren zunächst rezeptiv und äußern im weiteren Unterrichtsverlauf selbst, welche Vorlieben ausgewählte Kinder zum Frühstück haben. Es wird damit der Sprechanlass zu den Vorlieben abgedeckt und ist damit direkt an die Lebenswelt der Schüler angelehnt. So wird den Schülern innerhalb der Stunde ermöglicht, sich mit einem typischen französischen Frühstücks auseinanderzusetzen und mit ihren Vorlieben zu vergleichen. Dadurch wird bereits implizit interkulturelles Lernen gefördert. Im Rahmen der Unterrichtseinheit, nämlich in der vierten Stunde, erfolgt dann der direkte Vergleich ihres Frühstücks mit einem französischen Frühstück. Der Kompetenzbereich Interkulturelles Lernen leistet dabei, gerade in der Grenzregion Saarland, eine wesentlichen Beitrag für die kommunikative Handlungskompetenz. Denn es ist essentiell, dass die Schüler nicht nur die französische Sprache, sondern gleichermaßen die französische Kultur kennenlernen. In der Grundschule wird Interkulturelles Lernen durch das Kennenlernen von Alltagsgewohnheiten, wie etwa frühstücken, umgesetzt.[24]

3.3 Voraussetzungen der Lerngruppe bezüglich der Kompetenzen

Die Klasse wird seit dem dritten Schuljahr im Fach Französisch unterrichtet. Sie verfügen inzwischen über solide Grundkenntnisse in der französischen Sprache. Jede Französischstunde beginnt mit einem Begrüßungslied. Im Rahmen des Echauffements benennen die Schüler das aktuelle Datum und Wetter und präsentieren vor der Klasse einen Dialog. Innerhalb des Dialogs begrüßen sich die Schüler, fragen sich nach ihrem Namen, ihrem Wohlbefinden, ihrem Alter, ihrem Wohnort, ihrer Lieblingsfarbe, ihren Haustieren sowie ihren Geschwistern und verabschieden sich am Ende voneinander. Schließlich hat das „français en classe“, welches in Form des Echauffements stattfindet, das Ziel, bereits bekannte Redemittel zu aktivieren und schwächere Schüler zum Mitmachen zu motivieren.[25]

Die Lehrprobenstunde stellt die zweite Stunde der Unterrichtseinheit „Le petit déjeuner“ dar.

Die Schüler haben in der vorangegangen Stunde das Vokabular der Unterrichtseinheit „A table“ vertieft, indem sie das Tisch decken für das Frühstück in Deutschland und Frankreich miteinander verglichen haben. Der Vergleich war wichtig, damit die Schüler bei der Immersionsgeschichte, bei der der Tisch für ein französisches Frühstück gedeckt wird, nicht irritiert werden. Die Form der Immersionsgeschichte als Wortschatzeinführung ist den Schülern bereits vertraut, sodass das Erfassen und Benennen des Themas auf Deutsch kein Problem darstellen sollte. Dass Wörter rhythmisch und variierend eingeübt werden sowie der Einsatz von Sprachspielen, ist den Schülern ebenso aus den vorherigen Unterrichtseinheiten bekannt. Den Schülern ist die Satzstruktur „Name + aime + bestimmter Artikel + Substantiv“ aus den Unterrichtseinheiten „Les loisirs“ sowie „L’école primaire en France“ bekannt . Arbeitsanweisungen werden stets in der Zielsprache Französisch, unterstützt durch Bildmaterial, erklärt, sodass auch das Wiederholen von Aufgaben auf Deutsch für die Schüler unproblematisch sein sollte. Ebenso erwarte ich keine Schwierigkeiten beim Entnehmen konkreter Informationen des Hörtextes, da sie damit inzwischen Erfahrung haben. Auch wenn die Schüler inzwischen öfter im Französischunterricht in Partnerarbeit gearbeitet haben, werde ich ihnen beratend zur Seite stehen, um einerseits zu vermeiden, dass die Schüler Deutsch sprechen und andererseits bei Problemen sofort agieren zu können.

3.4 Didaktische Reduktion

Die didaktisierte Inputgeschichte ist dem Leistungsstand der Klasse angepasst. Zum besseren Verständnis des neu eingeführten Vokabulars werden zu der Geschichte Realien gezeigt. Die Schüler kennen inzwischen sowohl den direkten als auch indirekten Artikel im Französischen. Im Rahmen der Lehrprobenstunde werden die Wörter mit dem direkten Artikel eingeführt, da die Schüler diesen für die Satzstruktur mit dem Verb „aimer“ brauchen. Schließlich folgt nach dem Verb „aimer“ immer der bestimmte Artikel.[26] In der Immersionsgeschichte als auch bei den Hörtexten wird stets die gleiche Syntax (Name + aime + bestimmter Artikel + Lebensmittel) verwendet. Auf diese Weise soll den Schülern das eigenständige Sprechen in der produktiven Phase erleichtert werden, in der sie die Struktur anwenden sollen. Ich beschränke mich dabei bewusst auf die dritte personale Form im Singular, um die Schüler mit dem Wechsel der Personalformen nicht zu überfordern, denn schließlich ist das Ziel der Stunde den neuen Wortschatz zu verstehen und zu artikulieren. Im weiteren Verlauf der Unterrichtseinheit „Le petit déjeuner“ lernen die Schüler die Negation kennen und wenden im Dialog dann auch die erste und zweite Personalform im Singular an.

Da es sich bei der vorliegenden Stunde um eine Einführungsstunde handelt, wird bewusst auf das Schriftbild verzichtet und stattdessen mit Realien bzw. Bildkarten gearbeitet. Die Schüler kennen dieses Vorgehen bereits, sodass keine Übersetzungen erforderlich sind. Schließlich werden die Schüler durch farbiges Arbeitsmaterial zur Beteiligung am Unterricht motiviert.

4 Kompetenzen

4.1 Kompetenzerwartung der Stunde

In der Lehrprobenstunde werden die Kompetenzbereiche Sprechen, Hör-/Hörsehverstehen, Hörverstehen sowie interkulturelles Lernen gefördert. Die Schüler lernen im Rahmen der Immersionsgeschichte ein typisch französisches Frühstück kennen. Sie schulen bei der deutlich artikulierten Inputgeschichte ihr globales Hörverstehen und erschließen sich durch den Einbezug von Realien den Kontext des Gesprochenen und Dargestellten. Dabei wird das Hör-/Hörsehverstehen der Schüler gefördert. Sie eignen sich durch rhythmisches sowie variiertes Sprechen das neue Vokabular zum Thema „Le petit déjeuner“ an. In der rezeptiven Phase erweitern sie ihre Hörverstehenskompetenz, indem sie genannte Lebensmittel zeigen und ankreuzen. Sie können den neu erlernten Wortschatz in der bekannten Satzstruktur „Name + aime + bestimmter Artikel + Substantiv“ verstehen und steigern ihre Sprachkompetenz, indem sie diese selbst anwenden.

4.2 Auflistung der Teilkompetenzen

Sprechen :

Bereits zu Unterrichtsbeginn sind die Schüler sprachlich aktiv, indem alle das Lied „Salut ça va?“ als Begrüßungsritual singen. Innerhalb des Echauffements tauchen die Schüler in die Fremdsprache ein, indem sie das aktuelle Datum und Wetter benennen sowie den „premier dialogue“ präsentieren. Sie erkennen den visuell unterstützten Wortschatz und imitieren diesen durch chorisches und rhythmisches Nachsprechen. In der produktiven Phase wenden sie den neuen Wortschatz an, indem sie Personen und Lebensmittel einander zuordnen. Zum Abschluss festigen sie den neu erlernten Wortschatz, indem sie im Spiel „Le téléphone arabe“ erneut die Redemittel anwenden.

Hör-/Hörsehverstehen :

Die Schüler erschließen sich das Stundenthema mithilfe einer Immersionsgeschichte. Der mediale Einsatz der Realien unterstützt das Hör-/Hörsehverstehen der Schüler.

Hörverstehen :

Bereits im Echauffement wird das Hörverstehen der Schüler geschult, indem sie die Rituale folgerichtig verstehen und ausführen. Darüber hinaus wird ihr Selektivverstehen gefördert, indem sie während der Dialogvorstellung konzentriert zuhören. Ihr globales Hörverstehen steigern sie mit der Immersionsgeschichte. In der rezeptiven Phase zeigen sie, dass sie den neu erlernten Wortschatz verstehen, indem sie im Spiel „Montre-moi“ die geforderten Lebensmittel zeigen und zu deutlich artikulierten Hörtexten die genannten Lebensmittel ankreuzen. Außerdem erweitern sie ihre Hörverstehenskompetenz durch den Gebrauch der Zielsprache seitens der Lehramtsanwärterin.

Interkulturelles Lernen :

Die Schüler lernen im Rahmen der Immersionsgeschichte ein typisch französisches Frühstück und deren französisches Vokabular kennen.

Methoden :

Durch das Begrüßungsritual sowie durch das Echauffement sind die Schüler motiviert, da sie bereits gesicherte Redemittel anwenden. Im Bereich Lernorganisation üben sie sowohl in Partnerarbeit als auch in den Spielen zu kooperieren, indem sie sich an die Klassen- und Gesprächsregeln halten und Teamfähigkeit zeigen. Sie verbessern ihre Selbstständigkeit, indem sie mithilfe des Lösungsblattes ihre Arbeitsergebnisse selbst überprüfen.

5 Methodische Entscheidungen

5.1 Erläuterung der methodischen Konzeption

Den Schwerpunkt der Lehrprobenstunde bildet das Verstehen und Artikulieren des französischen Vokabulars eines typisch französischen Frühstücks. Die Einführung des neuen Wortschatzes erfolgt in Form einer Immersionsgeschichte, um den neuen Wortschatz in einen situativen Kontext einzubetten. Der sprachliche Input dient dabei nicht nur als anschauliches Sprachbad, sondern ist gleichermaßen für die Schüler sehr motivierend, da sie sich das Stundenthema selbst erschließen können. Für die Inputgeschichte werden Realien gewählt, um einerseits das Hörverstehen visuell zu unterstützen und anderseits um direkt an die Lebenswelt der Schüler anknüpfen. Wie bereits erwähnt, wurde das Tisch decken für ein Frühstück in Frankreich und Deutschland der vorliegenden Stunde vorangestellt, um die Schüler während der Inputgeschichte, bei der der Tisch für ein französisches Frühstück gedeckt wird, nicht zu verunsichern. Schließlich sollen sich die Schüler während des Inputs voll und ganz auf den neuen Wortschatz konzentrieren. Die Spracharbeit erfolgt im Stehkreis, damit das variierte und rhythmisierte Vor- und Nachsprechen optimal ausgeführt werden kann. Die Form des chorischen Sprechens erweist sich hierbei insbesondere für leistungsschwächere Schüler als vorteilhaft, die sich in der „Masse“ sicher fühlen und somit ungehemmt den Wortschatz artikulieren. Um die neu erlernten Redemittel der Spracharbeit zu überprüfen, werden diese zunächst im Sprachspiel „Montre-moi“ nonverbal angewendet. Die Schüler erhalten dafür Bildkarten. An die rezeptive Phase schließt eine rezeptive Arbeitsphase an, in der die Schüler den neuen Wortschatz erneut nonverbal festigen, indem sie Genanntes des Hörtextes ankreuzen. Dies erfolgt in Einzelarbeit, damit der Lernzuwachs von jedem Schüler ersichtlich ist. Um eine optimale Fehlerkorrektur zu ermöglichen, findet die Ergebnissicherung im Plenum statt. Dabei ist wünschenswert, dass die Schüler die Lösungen bereits in der Zielsprache verbalisieren. In der produktiven Arbeitsphase geht es schließlich um den aktiven Gebrauch der neu erlernten Redemittel. Dafür ordnen die Schüler nach Vorgabe ausgewählte Lebensmittel den entsprechenden Personen zu. Dafür wird die handlungsorientierte Unterrichtsform Partnerarbeit gewählt, um die Schüler zum sprachlichen Handeln anzuregen.[27] Abschließend werden die neuen Redemittel gesichert, indem alle Schüler im Spiel „Le téléphone arabe“ (Stille Post) diese nochmals verbalisieren.

5.2 Darstellung der Unterrichtsschritte und deren Begründung

Echauffement : Diese Phase dient als Ritualisierung des Französischunterrichts. Innerhalb des Echauffements stimmen sich die Schüler auf die Fremdsprache ein, indem sie das aktuelle Datum und Wetter benennen sowie den „premier dialogue“ führen.

Einstieg : Für die Schaffung eines situativen Rahmens, präsentiert die Lehramtsanwärterin den Schülern eine Immersionsgeschichte in der Zielsprache. Zur Konzentrationsförderung wird ein Stilleritual eingesetzt. Die Schüler hören aufmerksam zu und schulen dabei ihr globales Hörverstehen sowie ihr Hör-/Hörsehverstehen. Sie geben die Geschichte auf Deutsch wieder und erfassen das Stundenthema.

Spracharbeit : Die Schüler verinnerlichen das neue Vokabular durch variiertes, rhythmisches Chor- und Einzelsprechen.

Rezeptive Phase : Die Spracharbeit wird nonverbal durch das Spiel „Montre-moi“ geprüft.

Arbeitsphase I (rezeptiv) : Die Schüler hören drei Hörtexte. Sie kreuzen in Einzelarbeit die genannten Lebensmittel an. Auf diese Weise festigen sie den neu erlernten Wortschatz nochmals nonverbal.

[...]


[1] Laut einer aktuellen Statistik vom September 2013 haben 70 Prozent der Schüler einen Migrationshintergrund. Das heißt, dass mindestens ein Elternteil Deutsch nicht als Muttersprache hat, sodass die Kinder im familiären Bereich oftmals eine andere Sprache als Deutsch sprechen.

[2] Die leistungsstarken und -schwachen Schüler sind in der Lernstandsdiagnose (s. Anhang A 1) gekennzeichnet.

[3] Der Text der Immersionsgeschichte befindet sich im Anhang M 3.

[4] vgl. Stein 2005: 18.

[5] vgl. Schmid-Schönbein 2008: 48f..

[6] vgl. Goethe-Institut 2013. URL: http://www.goethe.de/z/50/commeuro/201.htm. (Stand: 13.11.2013).

[7] vgl. Butzkamm 1998: 50f..

[8] vgl. Nieweler 2006: 45.

[9] Nieweler 2006: 47.

[10] vgl. Butzkamm 1998: 45 sowie Sambanis 2008: 58.

[11] Schmid-Schönbein 2008: 52.

[12] vgl.Schmid-Schönbein 2008: 41f..

[13] vgl. Rück 2004: 27.

[14] vgl. Rück 2004: 33.

[15] vgl. Ministerium für Bildung, Familie, Frauen und Kultur, Saarland 2011: 6.

[16] vgl. Ministerium für Bildung, Familie, Frauen und Kultur, Saarland 2011: 3.

[17] vgl. Ministerium für Bildung, Familie, Frauen und Kultur, Saarland 2011: 5.

[18] vgl. Ministerium für Bildung, Familie, Frauen und Kultur, Saarland 2011: 9.

[19] vgl. Ministerium für Bildung, Familie, Frauen und Kultur, Saarland 2011: 9.

[20] Ministerium für Bildung, Familie, Frauen und Kultur, Saarland 2011: 10.

[21] vgl. Ministerium für Bildung, Familie, Frauen und Kultur, Saarland 2011: 11.

[22] siehe Anhang 5 und Anhang 6.

[23] vgl. Ministerium für Bildung, Familie, Frauen und Kultur, Saarland 2011: 19.

[24] Ministerium für Bildung, Familie, Frauen und Kultur, Saarland 2011: 15.

[25] vgl. Kapitel 3.1.

[26] vgl. Gregor/ Wernsing 1997: 13.

[27] vgl. Ministerium für Bildung, Familie, Frauen und Kultur, Saarland 2011: 5.

Ende der Leseprobe aus 43 Seiten

Details

Titel
Französisch Grundschule: Frühstück Petit déjeuner français. Vocabulaire (Klasse 4)
Untertitel
Unterrichtsentwurf Examensprüfung Saarland
Note
1,7
Autor
Jahr
2013
Seiten
43
Katalognummer
V269480
ISBN (eBook)
9783656611905
ISBN (Buch)
9783656611899
Dateigröße
1881 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
vocabulaire, Examensprüfung, Frühstück, französisches Frühstück, Grundschule, Fremdsprachenfrühbeginn, Französischunterricht, Fremdsprachendidaktik, Prinzipien Fremdsprachenunterricht, Heribert Rück, GeR, gemeinsamer europäischer Referenzrahmen
Arbeit zitieren
M.E. Carolin Kautza (Autor), 2013, Französisch Grundschule: Frühstück Petit déjeuner français. Vocabulaire (Klasse 4), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269480

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