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Macht von Gewerkschaften in Zeiten der Globalisierung

Gewerkschaftliche Strategien zur Erhaltung der Machtbasis in einer veränderten Arbeitswelt

Title: Macht von Gewerkschaften in Zeiten der Globalisierung

Term Paper , 2014 , 21 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Linda Wisniewska (Author)

Sociology - Work, Education, Organisation
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Die Globalisierung hat zweifellos Auswirkungen auf die Wirtschaft im Allgemeinen und den Arbeitsmarkt im Besonderen. In einer globalisierten Wirtschaft und insbesondere in der Europäischen Union, die durch freien Waren- und Kapitalverkehr gekennzeichnet ist, ist es für Unternehmen zunehmend einfacher, ihre Produktion an ausländische Standorte zu verlegen, die durch günstige Rahmenbedingungen gekennzeichnet sind. Augenscheinlich schränkt dies das Machtpotenzial von Gewerkschaften gegenüber multinationalen Unternehmen ein, da letztere in Verhandlungen stets damit drohen können, einen inländischen Standort zugunsten eines ausländischen zu schließen. Erschwerend kommt für Gewerkschaften hierzulande hinzu, dass politische, arbeitsmarktbezogene Maßnahmen verstärkt auf Ebene der Europäischen Union getroffen werden, sodass die nationalstaatsbezogene Lobbyarbeit tendenziell bedeutungsloser wird. Es stellt sich die Frage, ob Gewerkschaften durch eine bereits eingesetzte Transnationalisierung bzw. Europäisierung ihren Machtverlust kompensieren können. Empirisch lässt sich das derzeitige Machtpotenzial von Gewerkschaften am Beispiel der Opel AG veranschaulichen. Dieses Unternehmen, das dem amerikanischen Konzern General Motors gehört, verfügt über verschiedene Standorte in Europa, wobei es vor allem am Standort Bochum – angesichts einer drohenden Schließung - zu intensiven Arbeitskämpfen zwischen Gewerkschaft und Unternehmensleitung gekommen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

1.2 Aufbau der Arbeit

2. Macht der Gewerkschaften in einer globalisierten Arbeitswelt

2.1 Definition von Macht

2.2 Machtbasis von Gewerkschaften

2.3 Gewerkschaftlicher Organisationsgrad in Deutschland

2.4 Rahmenbedingungen der Gewerkschaften in einer globalisierten Arbeitswelt

2.4.1 Auswirkungen der Globalisierung auf Wirtschaft und Arbeitsmarkt

2.4.2 Auswirkungen der Globalisierung auf die Gewerkschaften

2.5 Machterhaltungsoptionen der Gewerkschaften in einer globalisierten Arbeitswelt

2.5.1 Relevanz der EU-Ebene für Gewerkschaften

2.5.2 Europäischer Gewerkschaftsbund (EGB)

2.5.3 Europäische Betriebsräte (EBR)

2.5.4 Gewerkschaftlicher Einfluss auf Ebene der EU

3. Fallbeispiel Opel

3.1 Kennzeichen des Bochumer Opel-Standorts

3.2 Einflusspotenzial der IG Metall am Bochumer Opel-Standort

3.4 Auseinandersetzung um die Schließung des Bochumer Opel-Werks 2012/2013

3.5 Die Rolle europäischer Gewerkschaften und Betriebsräte bei Opel

3.6 Bewertung der Rolle der Gewerkschaften im Fallbeispiel

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Machtpotenzial von Gewerkschaften in einer zunehmend globalisierten Wirtschaft und beleuchtet, ob und wie diese Organisationen durch Transnationalisierungsstrategien – insbesondere auf Ebene der Europäischen Union – ihren Machtverlust kompensieren können, wobei die Wirksamkeit dieser Ansätze anhand des Fallbeispiels der Opel AG kritisch analysiert wird.

  • Machtbegriffe und gewerkschaftliche Machtbasis
  • Auswirkungen der Globalisierung auf den Arbeitsmarkt
  • Europäisierung gewerkschaftlicher Strategien
  • Rolle von EGB und Europäischen Betriebsräten
  • Konfliktlinien und Interessengegensätze bei Opel

Auszug aus dem Buch

3.2 Einflusspotenzial der IG Metall am Bochumer Opel-Standort

Aus Perspektive der IG Metall ist das Bochumer Opel-Werk der mitgliederstärkste Betrieb, da 88 Prozent der Beschäftigten Gewerkschaftsmitglieder sind (vgl. Blöcker et al. 2013, S.53). Diese Organisationsmacht „machte es in der Vergangenheit immer wieder möglich, mit Streiks, Aktionen und proaktiven Überlebensvorschlägen und der Unterstützung aus anderen IG-Metall-Betrieben eine hohe öffentliche Aufmerksamkeit zu erregen“ (Blöcker et al. 2013, S.54).

Allerdings sorgte das Verhalten der IG Metall Anfang 2012 für große Empörung bei der Bochumer Belegschaft. Angesichts der Krise bei General Motors bzw. Opel konzipierten den Vorsitzende der IG Metall, Berthold Huber, und der Opel Gesamtbetriebsratsvorsitzende Wolfgang Schäfer-Klug den sog. Deutschlandplan. Dieses gewerkschaftseigene Sanierungskonzept enthielt für die verschiedenen Opel-Standorte in Deutschland Rationalisierungsmaßnahmen inklusive Arbeitsplatzabbau und Lohnsenkungen. Als die Unternehmensleitung die Schließung eines Produktstandortes einforderte, schlug die IG Metall den Bochumer Standort vor (vgl. Henning 2013). Allerdings ist anzumerken, dass es sich hierbei um eine Interpretation von Henning (2013) handeln könnte, da es auch Aussagen von IG-Metall-Funktionären gab, die eine Schließung des Bochumer Standortes ablehnten. Unbestritten ist auf jeden Fall, dass die Bochumer Opel-Belegschaft durch ein hohes Aktivitäts- und Protestpotenzial gekennzeichnet ist, wobei mitunter „wilde“ Streiks initiiert wurden, die nicht von der organisierten Arbeitnehmervertretung befürwortet wurden (vgl. Blöcker et al. 2013, S.43).

Das Handeln der IG Metall in diesem Konflikt ist vor allem vor dem Hintergrund zu sehen, dass die Gewerkschaft konstatierte, dass die ökonomische Lage von Opel noch nie so schlecht war zu diesem Zeitpunkt und dass mittelfristig kein Standort in Deutschland sicher sei (vgl. Heidelreich 2013).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Hier wird die Problematik des durch Globalisierung schwindenden Machtpotenzials von Gewerkschaften eingeführt und das Ziel der Arbeit sowie der methodische Aufbau dargelegt.

2. Macht der Gewerkschaften in einer globalisierten Arbeitswelt: Dieses Kapitel definiert Macht theoretisch, analysiert die Grundlagen gewerkschaftlicher Macht und untersucht die negativen Auswirkungen globaler Marktmechanismen auf die Arbeitnehmerschaft.

3. Fallbeispiel Opel: Anhand der Bochumer Werksschließung werden die praktischen Grenzen gewerkschaftlicher Einflussnahme sowie das Spannungsfeld zwischen Standortsicherung und Unternehmensstrategien aufgezeigt.

4. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass trotz transnationaler Bemühungen die Etablierung einer effektiven gewerkschaftlichen Gegenmacht auf europäischer Ebene aufgrund nationaler Interessenunterschiede bislang nicht vollständig gelungen ist.

5. Literaturverzeichnis: Umfassendes Verzeichnis der verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Publikationen.

Schlüsselwörter

Gewerkschaften, Globalisierung, Machtpotenzial, Opel AG, IG Metall, Europäische Union, Transnationalisierung, Mitbestimmung, Arbeitskämpfe, Betriebsräte, Lohnpolitik, Standortkonkurrenz, Arbeitsbeziehungen, Sozialdialog, Strukturwandel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit befasst sich mit dem Machtverlust von Gewerkschaften im Zuge der Globalisierung und untersucht, ob neue transnationale Strategien diesen Prozess aufhalten können.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die theoretische Herleitung von Macht, der Einfluss der EU auf Arbeitsbedingungen sowie die gewerkschaftliche Praxis in multinationalen Konzernen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu ermitteln, ob eine Europäisierung der Gewerkschaftsarbeit als effektives Kompensationsmittel gegen den Machtverlust bei Standortentscheidungen dienen kann.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse kombiniert mit einer empirischen Fallstudienuntersuchung am Beispiel des Opel-Werks in Bochum.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die Analyse der Rahmenbedingungen im globalisierten Markt und die detaillierte Betrachtung des Fallbeispiels Opel.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Gewerkschaften, Globalisierung, Transnationalisierung, Mitbestimmung und Standortkonkurrenz prägnant zusammenfassen.

Inwiefern hat der "Deutschlandplan" die Rolle der IG Metall bei Opel beeinflusst?

Der "Deutschlandplan" führte zu einer massiven Vertrauenskrise, da die IG Metall den Standort Bochum für Schließungsmaßnahmen vorschlug, was von der Belegschaft als Aufgabe des Standortes wahrgenommen wurde.

Warum scheiterte die solidarische Strategie der europäischen Betriebsräte bei Opel langfristig?

Die grenzüberschreitende Solidarität war oft brüchig, da lokale Arbeitnehmervertretungen dazu übergingen, durch Standortzugeständnisse ihre eigenen Arbeitsplätze zu schützen, anstatt kollektiv zu agieren.

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Details

Title
Macht von Gewerkschaften in Zeiten der Globalisierung
Subtitle
Gewerkschaftliche Strategien zur Erhaltung der Machtbasis in einer veränderten Arbeitswelt
College
University of Heidelberg
Grade
1,0
Author
Linda Wisniewska (Author)
Publication Year
2014
Pages
21
Catalog Number
V269598
ISBN (eBook)
9783656607304
ISBN (Book)
9783656607250
Language
German
Tags
macht gewerkschaften zeiten globalisierung gewerkschaftliche strategien erhaltung machtbasis arbeitswelt
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Linda Wisniewska (Author), 2014, Macht von Gewerkschaften in Zeiten der Globalisierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269598
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