Anhand von kleinen Fällen werden Grundzüge des AT des StGB dargestellt, es werden auch Prüfungsschemata angeboten. Die Arbeit befindet sich auf dem Stand 2002.
Inhaltsverzeichnis
1. Teil: Das fahrlässige Begehungsdelikt
A. Grundlagen
I. Abgrenzung von Vorsatz und Fahrlässigkeit
II. Konsequenzen
B. Einzelheiten
I. Arten der Fahrlässigkeit
II. Bestandteile des Fahrlässigkeitsdeliktes
III. Der Aufbau des Fahrlässigkeitsdeliktes
1) Menschliches Verhalten als Grundlage
2) Tatbestandsmäßigkeit
a) Eintritt des tatbestandlichen Erfolges
b) Kausalität
c) Die objektive Fahrlässigkeit
aa) Objektive Sorgfaltspflichtverletzung
bb) Objektive Vorhersehbarkeit
d) Objektive Zurechnung
aa) Rechtmäßiges Alternativverhalten
bb) Eigenverantwortliche Selbstgefährdung
cc) Drittverhalten
dd) Schutzzweck der Norm
3) Rechtswidrigkeit
4) Schuld
a) Schuldausschließungs- oder Entschuldigungsgründe
b) Subjektive Fahrlässigkeit
c) Unzumutbarkeit normgemäßen Verhaltens
IV. Die a.l.i.c. und das Fahrlässigkeitsdelikt
2. Teil: Das erfolgsqualifizierte Delikt
A. Grundlagen
B. Einzelheiten
I. Der sog. Unmittelbarkeitszusammenhang
1) Grundlagen
a) Die sog. Letailitätstheorie
b) Theorie von der Verletzungshandlung
2) Abbruch des Unmittelbarkeitszusammenhangs
a) Opferverhalten
b) Drittverhalten
II. Sonstiges
1) Der Regelungsgehalt des § 11 II StGB
2) Verhältnis zu den Vorsatz- bzw. Fahrlässigkeitsdelikten
3) Zusammenfassung
3. Teil: Die Irrtumslehre
A. Grundlagen
B. Einzelheiten
I. Der Tatbestandsirrtum
1) Irrtum über objektive Tatbestandsmerkmale (deskriptive Merkmale)
2) Subsumtionsirrtum (Irrtum über normative Tatbestandsmerkmale)
3) Irrtum über den Kausalverlauf
4) Der Error in persona und die aberratio ictus
a) Abgrenzung
b) Streitstand
aa) Konkretisierungstheorie
bb) Gleichwertigkeitstheorie
c) Einzelheiten
II. Der Erlaubnistatbestandsirrtum (Putativnotwehr)
1) Grundlagen
2) Rechtsfolgen
a) Die Grundstrukturen der Unrechtsbegründung und des Unrechtsausschlusses
b) Die Regelungsbereiche der §§ 16, 17 StGB
c) Meinungsstand
aa) Die Vorsatztheorie
bb) Die Schuldtheorie
d) Relevanz des Meinungsstreites
3) Beschränkung auf Sachverhaltsirrtümer
III. Der Verbotsirrtum
1) Das Unrechtsbewußtsein
2) Schuldrelevante Irrtümer
a) Der direkte Verbotsirrtum
b) Der indirekte Verbotsirrtum
aa) Der Erlaubnisirrtum
bb) Erlaubnisnormirrtum
c) Die Vermeidbarkeit
IV. Sonstige Irrtümer
1) Irrtum über Entschuldigungsgründe
2) Irrtum über die Schuldfähigkeit
3) Irrtum über Straftatvoraussetzungen jenseits von Unrecht und Schuld
4) Irrtum über Strafverfolgungsvoraussetzungen
5) Irrtum über Merkmale benannter Strafrahmenänderungen
4. Teil: Die Unterlassungsdelikte
A. Grundlagen
B. Einzelheiten
I. Das unechte Unterlassungsdelikt
1) Erfolgseintritt
2) Durch Unterlassen
a) Grundlagen
b) Abgrenzungstheorien
aa) Naturalistische Betrachtungsweise
bb) Naturwissenschaftlich-physikalische Betrachtungsweise
cc) Normative Betrachtungsweise (Schwerpunkttheorie)
dd) Bewegungstheorie
3) Hypothetische Kausalität
4) Objektive Zurechnung
5) Möglichkeit der Erfolgsabwendung
6) Erforderlichkeit
7) Zumutbarkeit
8) Garantenstellung
a) Grundlagen
b) Einordnungsversuche
aa) Monistische Theorie
bb) Dualistische Theorie
9) Gleichwertigkeitsklausel
10) Unterlassungsvorsatz
11) Rechtswidrigkeit
II. Die echten Unterlassungsdelikte
III. Unterlassen und Notwehr
1) Problemstellung
2) Streitstand
a) Angriff durch einen untätigbleibenden Garanten
b) Angriff durch einen untätigbleibenden Hilfspflichtigen
c) Ordnungswidrigkeitenverstöße
d) Privatrechtliche Forderungsrechte
5. Teil: Das versuchte Delikt
A. Grundlagen
I. Die Stadien der Straftat
II. Der Strafgrund des Versuchs
1) Objektive Theorie
2) Subjektive Theorie
3) Eindruckstheorie
4) Das Gesetz
III. Prüfungsschema
IV. Der Aufbau der versuchten Straftat
1) Die Vorprüfung
a) Nichtvollendung des Deliktes
b) Strafbarkeit des Versuchs
2) Der subjektive Tatbestand (vorbehaltloser Tatentschluß)
a) Grundlagen
b) Einzelheiten
aa) Vom Täter beherrschte Bedingungen
bb) Vom Täter nicht beherrschte Bedingungen
cc) Befristung
dd) Rücktrittsvorbehalt
3) Der objektive Tatbestand (unmittelbares Ansetzen)
a) Grundlagen
b) Einzelheiten
aa) Das unmittelbares Ansetzen beim unbeendeten Versuch
bb) Das unmittelbare Ansetzen beim beendeten Versuch
4) Sonderformen des Versuchs
a) Der untaugliche Versuch
b) Der grob unverständige untaugliche Versuch
c) Der irreale (abergläubische) Versuch
d) Das Wahndelikt
5) Versuch und erfolgsqualifizierter Delikt
a) Fallgruppen
b) Rechtliche Behandlung
c) Straflosigkeit des Grunddeliktversuchs
d) Unmittelbarkeitszusammenhang
e) Zusammenfassung
B. Rücktritt beim Unterlassungsdelikt
6. Teil: Der Rücktritt vom Versuch
A. Grundlagen
I. Dogmatische Einordnung
II. Die gesetzliche Regelung
B. Einzelheiten
I. Prüfungsaufbau
1) Kein fehlgeschlagener Versuch
a) Die Einzelaktstheorie
b) Gesamtbetrachtungslehre
C. Das unmittelbare Ansetzen (§ 22 StGB) beim Unterlassungsdelikt
7. Straßenverkehrsdelikte
A. Rechtliche Bestimmungen
B. Einzelne Straftatbestände
I. Das unerlaubte Entfernen vom Unfallort (§ 142 I StGB)
1) Deliktscharakter
2) Systematik
3) Die gesetzlichen Tatbestandsmerkmale
II. Die Trunkenheit im Verkehr (§ 316 StGB)
8. Teil: Täterschaft und Teilnahme
A. Grundlagen
I. Die verschiedenen Beteiligungsformen
II. Die Nebentäterschaft
B. Einzelheiten
I. Die Mittäterschaft
1) Grundlagen
2) Abgrenzung von Täterschaft und Teilnahme
3) Konstituierende Elemente der Mittäterschaft
4) Der error in persona eines Mittäters
5) Der Versuchsbeginn bei der Mittäterschaft
6) Prüfungsschemata
7) Mittäterschaft beim Fahrlässigkeitsdelikt
II. Die mittelbare Täterschaft (§ 25 I Alt.2 StGB)
1) Kein eigenhändiges oder Sonderdelikt
2) Ausführung der tatbestandlichen Handlung durch das Werkzeug
a) Tatbestandslos handelndes Werkzeug
b) Rechtmäßig handelndes Werkzeug
3) Verursachungsbeitrag
4) Tatherrschaft
5) Subjektiver Tatbestand
6) Auswirkungen von Irrtümern auf den Hintermann
7) Der Versuchsbeginn bei der mittelbaren Täterschaft
III. Die Anstiftung (§ 26 StGB)
1) Der Strafgrund der Teilnahme
2) Die Akzessorietät der Teilnahme
3) Der objektive Tatbestand der Anstiftung
4) Der subjektive Tatbestand der Anstiftung
5) Sonderformen der Anstiftung
6) Das Mitwirken mehrerer
IV. Die Beihilfe (§ 27 StGB)
1) Der objektive Tatbestand der Beihilfe
2) Der subjektive Tatbestand der Beihilfe
3) Beteiligung mehrerer
VII. Täterschaft und Teilnahme beim Unterlassungsdelikt
1) Die Beteiligung am Unterlassungsdelikt
2) Beteiligung durch Unterlassen
4) Übersicht
9. Teil: Straftaten gegen die Freiheit
A. Die Delikte in der Übersicht
B. Die einzelnen Delikte
I. Die Nötigung (§ 240 StGB)
II. Die Freiheitsberaubung
III. Die Bedrohung
10. Teil: Die Ehrverletzungsdelikte
A. Grundlagen
B. Die einzelnen Delikte
I. Die Verleumdung
II. Die üble Nachrede
III. Die Beleidigung
IV. Die besonderen Rechtfertigungsgründe
11. Teil: Die Lehre von den Konkurrenzen
A. Grundlagen
B. Die Konkurrenzen
I. Unechte (scheinbare) Konkurrenzen (Gesetzeseinheit/Gesetzeskonkurrenz)
II. Echte Konkurrenzen
1) Mehrere Gesetzesverletzungen durch dieselbe Handlung
2) Mehrere Gesetzesverletzungen durch mehrere Handlungen
3) Prüfungsorte
12. Teil: Die Straftaten gegen das Leben
A. Systematik
B. Grundlagen
C. Der Mordtatbestand (§ 211 StGB)
C. Tötung auf Verlangen (§ 216 StGB)
D. Die Aussetzung (§ 221 StGB)
E. Die Kindstötung (§ 217 StGB a.F.)
13. Teil: Die Strafteten gegen die körperliche Unversehrtheit
A. Systematik
B. Die einfache Körperverletzung (§ 223 I StGB)
C. Die gefährliche Körperverletzung (§ 224 StGB)
D. Die schwere Körperverletzung (§ 226 StGB n.F.; §§ 224, 225 StGB a.F.)
E. Die Körperverletzung mit Todesfolge (§ 227 StGB n.F.; § 226 StGB a.F.)
F. Mißhandlung von Schutzbefohlenen (§ 225 StGB n.F.; § 223 b StGB a.F.)
G. Verhältnis zu den Tötungsdelikten
H. Beteiligung an einer Schlägerei (§ 231 StGB n.F.; § 227 StGB a.F.)
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit bietet eine systematische Darstellung und tiefgreifende Analyse der strafrechtlichen Deliktsformen, mit einem besonderen Schwerpunkt auf dem fahrlässigen Begehungsdelikt, erfolgsqualifizierten Delikten, Irrtumslehren sowie den verschiedenen Formen der Täterschaft und Teilnahme. Das primäre Ziel ist es, die dogmatischen Strukturen, Streitstände und Anwendungsbereiche dieser Deliktsgruppen innerhalb des Strafgesetzbuches präzise aufzuarbeiten und durch zahlreiche Fallbeispiele sowie Prüfungs- und Strukturübersichten anwendbar zu machen.
- Strukturelle Analyse und Systematik des fahrlässigen Begehungsdeliktes.
- Detaillierte Untersuchung der Irrtumslehre im strafrechtlichen Kontext (Tatbestands-, Erlaubnistatbestands- und Verbotsirrtum).
- Kritische Aufarbeitung der Täterschaft und Teilnahme sowie deren Abgrenzungskriterien.
- Systematische Darstellung von Straftaten gegen das Leben, die körperliche Unversehrtheit und die Freiheit.
- Vertiefung zu erfolgsqualifizierten Delikten und Konkurrenzfragen im Strafrecht.
Auszug aus dem Buch
Die a.l.i.c. und das Fahrlässigkeitsdelikt
Die Behandlung der (umstrittenen) Rechtsfigur der actio libera in causa (a.l.i.c.) gehört systematisch in den Bereich der Schuld. Jedoch wird von einigen die Auffassung vertreten, daß die Rechtsfigur der fahrlässigen a.l.i.c. überflüssig sei, da im Bereich der Fahrlässigkeitsdelikte an das freie Verhalten vor Eintritt der Schuldunfähigkeit angeknüpft werden könne (vgl. die Parallele zum Fall, daß der Handelnde im Moment der Tatbestandsverwirklichung schläft und daher nicht handelt iSd. Strafrechts). Dies ist aber nur bei den Erfolgsdelikten richtig. Im übrigen ist bei den Tätigkeitsdelikten eine fahrlässige a.l.i.c. notwendig.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Teil: Das fahrlässige Begehungsdelikt: Erläutert die dogmatischen Grundlagen des fahrlässigen Handelns, die Abgrenzung zum Vorsatz sowie den Aufbau der Prüfung unter Berücksichtigung von Sorgfaltspflicht und Zurechnung.
2. Teil: Das erfolgsqualifizierte Delikt: Analysiert Delikte, die eine vorsätzliche Grundtat und einen fahrlässig verursachten schweren Erfolg voraussetzen, insbesondere unter dem Aspekt des Unmittelbarkeitszusammenhangs.
3. Teil: Die Irrtumslehre: Behandelt die verschiedenen Arten von Irrtümern, wie Tatbestands- und Verbotsirrtum, und deren Einfluss auf Vorsatz und Schuld innerhalb der strafrechtlichen Prüfung.
4. Teil: Die Unterlassungsdelikte: Untersucht die Voraussetzungen unechter Unterlassungsdelikte, insbesondere die Garantenstellung und die Abgrenzung zwischen Tun und Unterlassen.
5. Teil: Das versuchte Delikt: Erläutert die Stadien der Straftat, den Strafgrund des Versuchs sowie die Kriterien für das unmittelbare Ansetzen bei verschiedenen Versuchsformen.
6. Teil: Der Rücktritt vom Versuch: Detailliert die Voraussetzungen für den strafbefreienden Rücktritt vom Versuch nach § 24 StGB bei Einzeltätern und mehreren Beteiligten.
7. Straßenverkehrsdelikte: Analysiert spezielle Tatbestände des Straßenverkehrsstrafrechts, wie das unerlaubte Entfernen vom Unfallort und die Gefährdung des Straßenverkehrs.
8. Teil: Täterschaft und Teilnahme: Definiert die verschiedenen Beteiligungsformen wie Mittäterschaft und mittelbare Täterschaft sowie Anstiftung und Beihilfe.
9. Teil: Straftaten gegen die Freiheit: Behandelt systematisch Delikte wie Nötigung und Freiheitsberaubung unter Einbeziehung der Rechtswidrigkeitsprüfung.
10. Teil: Die Ehrverletzungsdelikte: Befasst sich mit den Ehrschutzdelikten, insbesondere Verleumdung, übler Nachrede und Beleidigung.
11. Teil: Die Lehre von den Konkurrenzen: Erläutert die Grundsätze zur Bestimmung von Tateinheit und Tatmehrheit bei mehrfacher Deliktsverwirklichung.
12. Teil: Die Straftaten gegen das Leben: Diskutiert die systematischen Verhältnisse der Tötungsdelikte, insbesondere Mord und Totschlag, sowie die Tötung auf Verlangen.
13. Teil: Die Strafteten gegen die körperliche Unversehrtheit: Systematisiert Körperverletzungsdelikte und beleuchtet die Anforderungen an ärztliche Heilbehandlungen.
Schlüsselwörter
Strafrecht, Fahrlässigkeit, Vorsatz, Unterlassungsdelikt, Täterschaft, Teilnahme, Irrtumslehre, Konkurrenzen, Mord, Körperverletzung, Nötigung, Garantenstellung, Zurechnung, Strafzumessung, Versuchsdelikt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine fundierte dogmatische Aufarbeitung der wesentlichen Strukturen des Strafrechts, insbesondere der Deliktsaufbauten und Beteiligungsformen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernbereichen zählen das fahrlässige Begehungsdelikt, erfolgsqualifizierte Delikte, die Irrtumslehre sowie die Differenzierung zwischen Täterschaft und Teilnahme.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist die präzise Analyse strafrechtlicher Dogmatik und deren Anwendung anhand von Fallbeispielen, um komplexe Rechtsfragen wie Konkurrenzen oder Irrtümer verständlich zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende juristische Analyse von Gesetzestexten, aktueller Rechtsprechung und der herrschenden Lehrmeinungen in der Strafrechtswissenschaft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Deliktsgruppen, von Begehungs- und Unterlassungsdelikten über Versuchs- und Rücktrittslösungen bis hin zu spezifischen Straftaten gegen Leben, Körper und Freiheit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie Dogmatik, Deliktsprüfung, Tatherrschaft, Irrtum und Konkurrenzen charakterisieren.
Welche Bedeutung kommt der "a.l.i.c." im Kontext der Fahrlässigkeitsdelikte zu?
Die Arbeit beleuchtet die umstrittene Rechtsfigur der *actio libera in causa* und prüft, inwiefern sie auf Erfolgs- oder Tätigkeitsdelikte anwendbar ist.
Wie wird das "unmittelbare Ansetzen" bei der Mittäterschaft definiert?
Die Arbeit diskutiert hierbei verschiedene Ansätze, insbesondere die herrschende Gesamtlösung sowie die strenge Einzellösung, und reflektiert deren Konsequenzen für den Versuchsbeginn.
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- Mihai Vuia (Author), 2002, Strafrecht Allgemeiner Teil II, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/2696