Ich stütze mich bei meinen Gedanken auf das einleitende Kapitel und auf spätere Erwähnungen von Altären.
Altäre, allgemein und symbolisch gesehen, sind etwas Heiliges oder auf ihnen befindet sich etwas Heiliges. Vico Giambattista geht bei diesem Bildnis auch von dieser Idee aus. Er braucht den Begriff Altar jedoch symbolisch für die wahre respektive die natürliche Religion. So wie er dieses Thema immer wieder generell benutzt, merkt man jedoch, dass er damit die ideale Religion, nämlich das Christentum mit den jüdischen Wurzeln, meint. Daher auch die besondere Stellung der Hebräer als Mitbegründer des Christentums. Wenn Vico etwas heilig ist, dann die christliche Religion und deren Wurzeln.
Essay zu Giambattista Vico’s Altäre
Einleitung
Ich stütze mich bei meinen Gedanken auf das einleitende Kapitel und auf spätere Erwähnungen von Altären.
Altäre, allgemein und symbolisch gesehen, sind etwas Heiliges oder auf ihnen befindet sich etwas Heiliges. Vico Giambattista geht bei diesem Bildnis auch von dieser Idee aus. Er braucht den Begriff Altar jedoch symbolisch für die wahre respektive die natürliche Religion. So wie er dieses Thema immer wieder generell benutzt, merkt man jedoch, dass er damit die ideale Religion, nämlich das Christentum mit den jüdischen Wurzeln, meint. Daher auch die besondere Stellung der Hebräer als Mitbegründer des Christentums. Wenn Vico etwas heilig ist, dann die christliche Religion und deren Wurzeln.
Insbesondere folgenden Fragestellungen habe ich untersucht
Welche Heiligkeit meint Vico? Wo ist das Heilige bei Vico ? Was oder wer ist für ihn heilig? Welche Rolle spielt Religion überhaupt in seinem System.
Wo ist das Heilige bei Vico?
Vico interpretiert die Hierarchie der Religionen aus der Perspektive eines Christen, der selbstbewusst die eigene Tradition vertritt und dabei alles Vorangegangene als Anfang und Grundlage, das heisst untergeordnet, betrachtet (1. Furchteinflössender Gott, der die Ordnung zwanghaft, tyrannisch erwirkt; 2. Erste Altäre waren nur auf dem Feld; 3. Rohes Volk braucht rohe Religion). Heilig ist ihm vor allem seine eigene Tradition, insbesondere deren Regeln und Moral.
Welche Heiligkeit meint Vico?
Heilig sind für ihn die Ehe, die Familie und die Ordnung des sozialen Zusammenlebens in einer Gemeinschaft oder Gesellschaft. Daraus entstehen die Gesetze und Regeln, die ein harmonisches Zusammenleben, eine gute Politik garantieren. Beispiele dazu sind seine Ausführungen zu Verträgen und zur Politik. Ohne das Werk zu Ende gelesen zu haben, erscheint mir, dass für ihn schlussendlich der ideale Staat im Zentrum steht. Karl Marx lässt grüssen, geht mir durch den Kopf, ohne seine Rezensionsgeschichte zu kennen.
Was ist ihm heilig?
Heilig ist ihm die Moral, die Gewalt in den richtigen, adligen Händen zu wissen, die Ehe und die christlichen Tugenden. Er vertritt ein Klassendenken (Knechte, Sklaven, Genossen, etc.), das erst durch die Aufklärung nach seinem Ableben im 18. Jahrhundert und nicht alleine durch das Christentum ein Ende fand. Die Bibel verurteilt die Sklaverei nicht explizit. Die Auswirkungen der kolonialen Politik der Sklaverei ist bis in das 19. Jahrhundert oder sogar noch bis heute spürbar. Auch da haben Christen und Aufklärer nicht besonders hingeschaut und es all zu lange in den Händen der Politik gelassen
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Häufig gestellte Fragen
Was symbolisiert der Begriff "Altar" bei Giambattista Vico?
Vico nutzt den Altar als Symbol für die natürliche Religion und als Fundament der sozialen Ordnung und Moral.
Welche Rolle spielt die Religion in Vicos System?
Religion ist für Vico die Basis der Zivilisation; aus ihr entstehen Institutionen wie die Ehe, die Familie und schließlich die Gesetze des Staates.
Was ist für Vico "heilig"?
Heilig sind ihm vor allem die christliche Tradition, die Institution der Ehe und die Regeln des sozialen Zusammenlebens.
Wie betrachtet Vico die Entwicklung der Religionen?
Er sieht eine Hierarchie, die bei einer "rohen Religion" für ein "rohes Volk" beginnt und im Christentum als idealer Religion gipfelt.
Warum betont Vico die Stellung der Hebräer?
Er sieht sie als Mitbegründer der christlichen Wurzeln, die für sein philosophisches Weltbild von zentraler Bedeutung sind.
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- Lic. theol. Adrian Baumgartner (Author), 2011, Giambattista Vico und die Altäre, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/269700