Ethik-Standards unter der Lupe. Global Reporting Initiative (GRI) und Gemeinwohl-Bilanz im Vergleich


Seminararbeit, 2014
18 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einführung

2 Begrifflich systematische Grundlagen
2.1 Ethik-Standards als Objekt der Wirtschafts- und Unternehmensethik
2.2 Der Begriff der Nachhaltigkeitsberichterstattung

3 Global Reporting Initiative und Gemeinwohl-Bilanz im Vergleich
3.1 Global Reporting Initiative
3.2 Gemeinwohl-Bilanz
3.3 Systematische Gegenüberstellung

4 Ethische Problemanalyse und -beurteilung
4.1 Problemstellung der institutionellen Wirtschaftsethik
4.2 Pflichtenethik als Vergleichsinstrument
4.3 Gegenüberstellung ethischer Aspekte
4.4 Ethische Beurteilung der Modelle

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Funktionen der Nachhaltigkeitsberichterstattung

Abbildung 2: Aufbau der Richtlinien Global Reporting Initiative

Abbildung 3: Gemeinwohl Matrix 4.1

1 Einführung

Durch den globalen Wettbewerb bleiben ethische Aspekte der Unternehmensführung oftmals auf der Strecke. Das Streben nach schnellem Wachstum kann jedoch nur langfristig Erfolge verzeichnen, wenn es nachhaltig gegenüber Menschen, Umwelt und Märkten gestaltet wird. Besonders wirkungsvoll ist es dann, wenn Unternehmen ihr nachhaltiges Handeln glaubwürdig, ganzheitlich und transparent ausrichten. In der Wirtschafts- und Unternehmensethik wird daher nach einem Konsens verlangt, nach sogenannten „globally accepted standards of good business behaviour“[1], die weltweit in Unternehmen implementiert und somit die Vergleichbarkeit von Nachhaltigkeitsaspekten sicherstellen sollen. Es wird versucht allgemeine globale „Spielregeln“ aufzustellen, deren Umsetzung auf freiwilliger Basis der Unternehmen stattfindet. Die moralischen Verhaltensstandards sind heute noch im Wesentlichen von nationalen Institutionen geprägt, deren Umsetzbarkeit weltweit aufgrund von beschränkter Verallgemeinerbarkeit scheitern. Aus diesem Institutionen- und Organisationsdefizit wurden globale Ethik-Standards entwickelt, die das ökonomische Handeln regeln sollen

Als Berichtstandards haben sich mehrere unterschiedliche Ansätze formiert. Gegenstand dieser Ausarbeitung sind die Berichterstattung der „Global Reporting Initiative“ und die „ Gemeinwohl-Bilanz“, welche zunächst systematisch gegenübergestellt und anschließend nach ethischem Maßstab beurteilt werden

2 Begrifflich systematische Grundlagen

2.1 Ethik-Standards als Objekt der Wirtschafts- und Unternehmensethik

Das Problemfeld der Ethik ist allumfassend und daher sehr komplex. Es wird versucht durch das Abgrenzen von bestimmten Teil- oder Sachbereichen diese Komplexität zu reduzieren, um so zu konkreten Aussagen zu gelangen.[2] Die Überlegungen sollen allgemeingültige Beurteilungsmaßstäbe für das Gute und Richtige, durch die Reflexion von Werten und Moral, [3] ergeben.[4] Behandelt man einem bestimmten Sachbereich, so müssen spezifische Sinnstrukturen (fachliche Aspekte) [5] und Gesetzlichkeiten desselbigen beachtet werden.[6] Bezieht man sich auf die Sachbereiche Unternehmens- und Wirtschaftsethik wird dies auch „Bindestrich-Ethik“ genannt.[7] Die Wirtschaftsethik ist die Anwendung der Ethik auf den Sachbereich Wirtschaft. Sie befasst sich mit den ethischen Fragen von guten und richten Handlungen und Haltungen, sowie sittlich erwünschten Zuständen im Subsystem Wirtschaft.[8] Als Teilbereich der Wirtschaftsethik wird die Unternehmensethik betrachtet. Sie bezieht sich auf die Organisation Unternehmung und soll Aufschluss über die moralischen Orientierungen geben, die bei der Übernahme von unternehmensspezifischen Aufgaben notwendig werden.[9] Die Hauptaufgabe der Unternehmensethik ist das übergreifende Anliegen, wie moralische Normen und Ideale in der Marktwirtschaft entwickelt und implementiert werden können.[10] Bei dem Versuch Normen zu dokumentieren und in den Unternehmen zu implementieren werden Ethik-Standards etabliert. Sie haben die Funktion eine gemeinsame normative Basis für bestimmte Praxisbereiche, in diesem Fall im Unternehmens- und Wirtschaftsbereich, sicherzustellen.[11] Ethische Standards werden von Institutionen, Organisationen oder Verbänden aufgestellt, an die sich Unternehmen freiwillig binden.[12] Dabei sind Ethik-Standards konkreter als Richtlinien, da auf ihrer Grundlage eine Evaluierung und Zertifizierung möglich ist.[13] Diese ethischen Standards werden auch als „soft law“ bezeichnet.[14] Im rechtlichen Sinne sind diese Standards freiwillig, jedoch nicht beliebig

Als ethische Standards in Form von freiwilligen Nachhaltigkeitsberichten sollen hierbei die Informationssysteme der Global Reporting Initiative (GRI) und die Gemeinwohl-Bilanz vorgestellt und nach ethischen Maßstäben verglichen werden

2.2 Der Begriff der Nachhaltigkeitsberichterstattung

„Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die die Lebensqualität der gegenwärtigen Generation sichert und gleichzeitig zukünftigen Generationen die Wahlmöglichkeit zur Gestaltung ihres Lebens erhält.“[15] Demnach bedeutet Nachhaltigkeit, ein bestehendes natürliches System so zu nutzen, dass es seine wesentliche Charakteristik langfristig erhält. Auf John Elkington zurückgehend kann Nachhaltigkeit mit dem sogenannten klassischen Triple-Bottom-Line-Ansatz, der die drei Dimensionen Ökonomie, Ökologie und Soziales vereint, umschrieben werden.[16]

Im Zuge der steigenden Bedeutung der Nachhaltigkeit und Transparenz entwickelte sich die Nachhaltigkeitsberichterstattung (engl. Sustainability Reporting).[17] Die Nachhaltigkeitsberichterstattung soll Aufschlüsse über die Unternehmenspolitik hinsichtlich ökologischer, sozialer und ökonomischer Leistungen erteilen.[18]

Die Gründe, weshalb Unternehmen freiwillig einen Nachhaltigkeitsbericht erstellen und veröffentlichen, können dabei vielfältig sein. Aus Abbildung 1 können verschiedene Funktionen der Unternehmensberichterstattung entnommen werden

Abbildung 1: Funktionen der Nachhaltigkeitsberichterstattung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Döbeli, S./ Waibel, P., Nachhaltigkeitsreporting, 2007, S. 10; Schulte, C., Logistik, 2013, S. 697 f; von der Crone/ H. C./ Hoch, M., Nachhaltigkeitsreporting, 2002, S. 43

[...]


[1] Wieland, J., Globale Standards, 2012, S. 2

[2] Vgl. Göbel, E., Unternehmensethik, 2013, S. 87

[3] Vgl. Priebe, M., Führen 2.0, 2011, S. 125

[4] Vgl. Göbel, E., Unternehmensethik, 2013, S. 87

[5] Vgl. Priebe, M.,Führen 2.0, 2011, S. 125

[6] Vgl. Göbel, E., Unternehmensethik, 2013, S. 87

[7] Vgl. Friske, C. et al., Einführung Unternehmensethik, 2005, S. 16

[8] Göbel, E., Unternehmensethik, 2013, S. 87

[9] Vgl. Noll, B., Wirtschafts- und Unternehmensethik, 2013, S. 156

[10] Vgl. Noll, B., Wirtschafts- und Unternehmensethik, 2013, S. 156

[11] Vgl. Fischer, J. et al., Grundkurs Ethik, 2008, S. 66

[12] Vgl. Fischer, J. et al., Grundkurs Ethik, 2008, S. 66 f

[13] Vgl. Clausen, A., Unternehmensethik, 2009, S. 210

[14] Vgl. Wieland, J., Globalisierung, 1998, S. 46

[15] Bildung für nachhaltige Entwicklung, Brundtland-Bericht (Internetquelle),1987, Stand: 28. Dezember 2013

[16] Vgl. Schulte, C., Logistik, 2013, S. 695

[17] Vgl. Haufe, Nachhaltigkeits-Reporting (Internetquelle), 2011, Stand: 28. Dezember 2013; vgl. dazu auch Döbeli, S./ Waibel, P., Nachhaltigkeitsreporting, 2007, S. 9

[18] Vgl. von der Crone/ H. C./ Hoch, M., Nachhaltigkeitsreporting, 2002, S. 43

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Ethik-Standards unter der Lupe. Global Reporting Initiative (GRI) und Gemeinwohl-Bilanz im Vergleich
Hochschule
Hochschule Heilbronn Technik Wirtschaft Informatik  (Campus Schwäbisch Hall)
Veranstaltung
Unternehmens- und Wirtschaftsehtik
Note
1,3
Autor
Jahr
2014
Seiten
18
Katalognummer
V270206
ISBN (eBook)
9783656615293
ISBN (Buch)
9783656615286
Dateigröße
864 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Fachnote setzt sich aus der Seminararbeit und einem Referat zusammen.
Schlagworte
Ethik, Wirtschaftsethik, Unternehmensethik, Standards, Ethik-Standards, Global Reporting Initiative, GRI, Gemeinwohl-Bilanz, Gemeinwohl-Ökonomie, Gemeinwohl, Nachhaltigkeit, Nachhaltigkeitsberichterstattung, Reporting, Ökologie, Wieland, Priebe, Standard, Ethik-Standard, Triple-Bottom-Line
Arbeit zitieren
Marlen Etzel (Autor), 2014, Ethik-Standards unter der Lupe. Global Reporting Initiative (GRI) und Gemeinwohl-Bilanz im Vergleich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270206

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