Im Paternalismus werden die Patienten einerseits auf eine gewisse Weise be-vormundet, aber andererseits werden ihnen auch wichtige Entscheidungen abgenommen. Im Folgenden werden zunächst unterschiedliche Formen des Paternalismus erläutert. Hier geht es insbesondere um verschiedene Anwendungsfel-der, die aufzeigen, dass es nicht immer einfach ist, Paternalismus von der „normalen“ Fürsorgepflicht des Arztes abzugrenzen. Ferner wird auf Differenzierungsversuche und Sonderformen des Paternalismus eingegangen. Anschließend wird anhand einer Um-frage gezeigt, inwieweit in Deutschland Paternalismus praktiziert wird. Zwei weitere Kapitel befassen sich mit der Bedeutung des Aufklärungsgesprächs. Der Fokus liegt hier auf der Rolle des Aufklärungsgesprächs im Medizinstudium und auf dem Umgang von Assistenzärzten mit dem Aufklärungsgespräch. Abschließend werden positive und negative Aspekte des Paternalismus aus Sicht der Patienten diskutiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Formen des Paternalismus
2.1 Anwendungsfelder
2.2 Differenzierungsversuche
2.3 Sonderformen
3. Arzt und Patient auf Augenhöhe?
4. Das Aufklärungsgespräch
4.1 Patientenaufklärung in der Ausbildung
4.2 Vertrauen als Basis der Aufklärung
4.3 Probleme und Hindernisse
5. Assistenzärzte
6. Paternalismus aus Sicht des Patienten
7. Fazit
Literaturverzeichnis
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter Paternalismus in der Medizin?
Ein Handeln des Arztes, bei dem er Entscheidungen für den Patienten trifft (bevormundet), oft mit der Begründung, dessen Bestes zu wollen.
Wie unterscheidet sich Paternalismus von der ärztlichen Fürsorgepflicht?
Die Abgrenzung ist schwierig; Paternalismus greift ein, wenn die Autonomie des Patienten zugunsten einer vermeintlichen Wohltat eingeschränkt wird.
Warum ist das Aufklärungsgespräch so wichtig?
Es bildet die Basis für Vertrauen und ermöglicht eine Behandlung „auf Augenhöhe“, bei der der Patient informiert in seine Therapie einwilligen kann.
Welche Probleme haben Assistenzärzte bei der Patientenaufklärung?
Die Arbeit beleuchtet Zeitmangel, fehlende Erfahrung und die Herausforderung, komplexe medizinische Sachverhalte verständlich zu vermitteln.
Gibt es positive Aspekte des Paternalismus aus Patientensicht?
Manche Patienten empfinden es als Entlastung, wenn der Arzt ihnen schwere Entscheidungen abnimmt, besonders in extremen Belastungssituationen.
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- Sarah Pinsdorf (Author), 2011, Neopaternalistische Medizin, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270270