Thema der Arbeit ist die Bildung von Neologismen im Deutschen und deren Übersetzung ins Englische am Beispiel von Walter Moers’ international erfolgreicher Zamonien-Reihe. Das Verfassen und Übersetzen von Fantasy-Literatur erfordert ein besonders hohes Maß an Vorstellungskraft und Kreativität. Neologismen spielen in dieser literarischen Gattung oft eine signifikante Rolle. In dieser Arbeit sollen zunächst die verschiedenen Formen von Neologismen vorgestellt sowie ein Einblick in die Wortbildungslehre gewährt werden. Anhand einer Korpusanalyse der Zamonien-Romane „Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär“, „Die Stadt der Träumenden Bücher“, „Das Labyrinth der Träumenden Bücher“, „Der Schrecksenmeister“ und „Rumo und die Wunder im Dunkeln“ und ihren jeweiligen englischen Übersetzungen werden anschließend Übersetzungsmethoden klassifiziert und analysiert. Ziel der Arbeit ist es, einen Überblick über die Bildung und Verwendung von Neologismen zu geben. Des Weiteren sollen die wichtigsten Strategien zur äquivalenten Darstellung in der englischen Sprache vorgestellt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Neologismen im Deutschen
2.1 Definition und Abgrenzung
2.2 Die Funktion von Neologismen
2.3 Neologismentypen
2.3.1 Neulexeme
2.3.2 Neuformative
2.3.3 Neubedeutungen
3. Arten der Wortneubildung
3.1 Komposition
3.2 Derivation
3.3 Affixoid- und Konfixbildung
3.4 Zusammenrückung und Zusammenbildung
3.5 Wortgruppenlexembildung
3.6 Kurzwortbildung
3.7 Kontamination
3.8 Fremdwortübernahme und -bildung
4. Das Übersetzen von Neologismen am Beispiel von Walter Moers’ Zamonien-Romanen
4.1 Ein kurzer Überblick: Walter Moers’ Zamonien
4.2 Übersetzungsmethoden
4.2.1 Die Übersetzung von Wortschöpfungen
4.2.2 Die Übersetzung von Komposita
4.2.3 Die Übersetzung von Derivaten
4.2.4 Die Übersetzung von Affixoid-/Konfixbildungen
4.2.5 Die Übersetzung von Zusammenrückungen und Zusammenbildungen
4.2.6 Die Übersetzung von Wortgruppenlexemen
4.2.7 Die Übersetzung von Kurzwörtern
4.2.8 Die Übersetzung von Wortkreuzungen
4.3 Interpretation der Übersetzungsprozeduren
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Ziel der Arbeit ist es, einen Überblick über die Bildung und Verwendung von Neologismen zu geben und die wichtigsten Strategien zu ihrer äquivalenten Übersetzung ins Englische zu analysieren. Die Untersuchung konzentriert sich dabei auf die kreative Wortbildung in der Fantasy-Literatur am Beispiel der Zamonien-Romane von Walter Moers.
- Theoretische Grundlagen zur Definition und Klassifizierung von Neologismen.
- Methodische Untersuchung verschiedener morphologischer Wortbildungsprozesse im Deutschen.
- Analyse der Übersetzungsstrategien von John Brownjohn bei der Übertragung zamonischer Neologismen.
- Kategorisierung von Übersetzungsmethoden wie Nachbildung, Übernahme, Neubildung und Auslassung.
Auszug aus dem Buch
4.2.1 Die Übersetzung von Wortschöpfungen
Den Wortschöpfungen soll an dieser Stelle ein eigenes Kapitel gewidmet werden. Auch wenn sie bei der Neologismenbildung in der deutschen Alltags- oder Fachsprache in der Regel keine große Rolle mehr spielen, so sind sie doch in der Fantasy-Literatur von essenzieller Bedeutung. Sie sind Ausdruck der Kreativität des Autors und unterstützen die Fremdartigkeit der fiktiven Welt. Gerade Walter Moers ist in Bezug auf Wortschöpfung besonders produktiv.
Ein zentraler Begriff in „Die Stadt der Träumenden Bücher“ ist das sogenannte Orm, Quell von Inspiration und dichterischer Schöpfung, zu dem nur ausgewählte Schriftsteller Zugang finden (vgl. Dollinger/Moers 2012:185ff.). Der Begriff bezeichnet einen bisher unbekannten Sachverhalt unter Verwendung einer völlig neuen Lautkombination. Aus phonetischer Sicht könnte man mutmaßen, dass er an die Silbe om angelehnt ist, die laut www.bhagavad.de im Hindi und Buddhistischen als Klang des Absoluten und als Urenergie des Universums gilt. Der Neologismus wurde eins-zu-eins ins Englische übernommen: Orm (STBe:9)2.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Phänomen der Neologismen ein, erläutert die Relevanz der Arbeit und stellt die Untersuchung der Zamonien-Romane von Walter Moers als Korpus vor.
2. Neologismen im Deutschen: Dieses Kapitel definiert den Begriff Neologismus, grenzt ihn von anderen Phänomenen ab und erörtert verschiedene Funktionen sowie Typen der Neologismenbildung.
3. Arten der Wortneubildung: Hier werden die morphologischen Prozesse der Wortneubildung im Deutschen, von der Komposition über die Derivation bis hin zu Kurzwortbildungen und Kontaminationen, detailliert untersucht.
4. Das Übersetzen von Neologismen am Beispiel von Walter Moers’ Zamonien-Romanen: Das Hauptkapitel analysiert auf Basis der Zamonien-Romane die angewandten Übersetzungsstrategien für die zuvor eingeführten Neologismenkategorien.
5. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der Ergebnisse und betont die Notwendigkeit einer funktionsgetreuen Übersetzungsmethode in der Fantasy-Literatur.
Schlüsselwörter
Neologismen, Wortbildung, Übersetzungswissenschaft, Zamonien, Walter Moers, Morphologie, Wortschöpfung, Komposition, Derivation, Kontamination, Nachbildung, Funktionsübersetzung, Fantasy-Literatur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelor-Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Bildung von Neologismen im Deutschen und deren Übersetzung ins Englische am Beispiel der Zamonien-Romane von Walter Moers.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind die theoretischen Grundlagen der Wortbildungslehre und die praktische Anwendung von Übersetzungsmethoden für neuartige Begriffe in der literarischen Übersetzung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, einen Überblick über die Bildung und Verwendung von Neologismen zu geben und zu analysieren, welche Strategien zur äquivalenten Darstellung in der englischen Sprache genutzt werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Es wird eine Korpusanalyse der Zamonien-Romane von Walter Moers in deutscher Sprache und deren englischen Übersetzungen durchgeführt, um Übersetzungsmethoden zu klassifizieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert spezifische Neologismenformen wie Wortschöpfungen, Komposita, Derivate und Kontaminationen und untersucht, wie der Übersetzer John Brownjohn diese jeweils ins Englische übertragen hat.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Schlüsselwörtern gehören Neologismen, Wortbildung, Übersetzungswissenschaft, Walter Moers, Morphologie und verschiedene Wortbildungsarten wie Komposition und Derivation.
Wie geht der Übersetzer John Brownjohn bei der Übertragung der Begriffe vor?
Der Übersetzer nutzt primär das Verfahren der Nachbildung, um die Morphemstruktur zu erhalten, greift jedoch bei Bedarf auch auf Übernahme, Neubildung oder Auslassung zurück, um dem inhaltlichen und funktionalen Kontext gerecht zu werden.
Welche Bedeutung hat das "Orm" in den Zamonien-Romanen?
Das Orm ist ein zentraler Begriff für die Inspiration und dichterische Schöpfung in Zamoniens Literaturwelt, der im Englischen eins-zu-eins übernommen wurde.
Warum spielt die Auslassung bei der Übersetzung eine Rolle?
Die Auslassung fungiert oft als Notlösung, wenn Form und Inhalt des Neologismus nicht in eine zielsprachliche lexikalische Einheit übertragen werden können, ohne das inhaltliche Verständnis oder die Qualität des Textes zu gefährden.
- Citation du texte
- Jule Zenker (Auteur), 2013, Neologismen und deren Übersetzung ins Englische. Walter Moers’ Zamonien-Romane, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270500