Probleme und Möglichkeiten der Überlassung von ausländischen Arbeitnehmern in Krankenhäusern

Dargestellt an einem praktischen Beispiel


Fachbuch, 2002

60 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Beschäftigung britischer Hebammen in einem deutschen Krankenhaus
2.1. Die Erlaubnis zum Führen der Bezeichnung „Hebamme“
2.2. Organisatorische Fragestellungen in der Frauenklinik der Henriettenstiftung
2.2.1. Die Einstellung des Pflegedienstes
2.2.2. Haftungsrechtliche Erwägungen seitens der Verwaltungsdirektion
2.2.3. Gemeinsam entwickelte Vorstellungen hinsichtlich der Ablauforganisation
2.3. Das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) - Die Zusammenarbeit mit den Landesarbeitsämtern

3. Schlußbetrachtungen

4. Literaturverzeichnis

5. Quellenangaben
5.1 Gesetzestexte
5.2. Schriftstücke

Informationen zum Autor

Vorwort

Die Henriettenstiftung wurde 1995 seitens des Guy’s and St. Thomas1Hospital Trustes, London angesprochen, Soldaten der britischen Streitkräfte in Deutschland und deren Angehö­rige zu behandeln und zu betreuen. Vornehmlich waren Mili­tärangehörige und ihre Angehörigen im Raum Fallingbostel, Walsrode und Soltau (Niedersachsen) von den Maßnahmen betroffen.

Hintergrund dieses Angebots war die Absicht des Britischen Verteidigungsministeriums (Ministry of Defence (MoD)) die fünf britischen Militärkrankenhäuser kurzfristig zu schließen und die Aufgaben an Partner des britischen Verteidigungsministeriums zu geben.

Die Partner des britischen Verteidigungsministeriums sollten durch ein Ausschreibungsverfahren gefunden werden. Gut 90 Bewerber haben am Ausschreibungsverfahren teilgenommen; gewonnen wurde die Ausschreibung vom Guy’s and St. Thomas1 Hospital Trust, London (GST), dem Red Cross and St. John’s Ambulance Service2und der Organisation SSAFA - FH (Soldiers, Sailors, Airmen and Family Association - Forces Help). Sie bildeten gemeinsam ein Bieterkonsortium, das unter dem Namen „The Health Alliance (THA)“ firmierte. Die Feder­führung des Konsortiums übernahm der Guy's and St. Thomas' Hospital Trust, London mit seiner Abteilung „Corpo­rate Development“, eines Bereichs des Trusts, der für seine innovativen Ideen und profitablen Projekte in Großbritannien bekannt ist.

Unter Federführung des GST wurden nun fünf Krankenhäuser in Deutschland gesucht, die bereit waren, britische Soldaten und ihre Familien bei Bedarf zu behandeln und zu operieren. Vornehmlich stellte sich dies als ein logistisches Problem dar, denn die Anforderungen umfaßten u.a. die englischsprachige Beschilderung der Krankenhäuser, die Etablierung eines Übersetzungs- und Dolmetscherdienstes („Hospital Liaison- Officers (HLO)“), die Zurverfügungstellung britischen Essens, die Übersetzung von Arztbriefen (vom Deutschen ins Engli­sche) und deren rechtliche Wirksamkeit, den Patiententrans­port von den Standorten in die Krankenhäuser, die Betreuung von Angehörigen, die Ausstattung der Patientenzimmer (z.B. Anbringung feuerfester Gardinen um die Behandlungsbetten), etc.

Die Aufgaben hatten einen hohen logistischen und sozialen Anspruch.

Schließlich wurden die Krankenhäuser „Henriettenstiftung Hannover“, „Städtische Kliniken Osnabrück“, „Allgemeines Krankenhaus Viersen“, „St. Josefs Krankenhaus, Paderborn“ und das „Krankenhaus Gilead, Bielefeld-Bethel“ ausgesucht.

Das Projekt war von immenser, besonders finanzieller Bedeu­tung für die an der Partnerschaft teilnehmenden deutschen Krankenhäuser.

Im Rahmen dieser logistischen und sozialen Verantwortlich­keiten war den britischen Soldatinnen und Soldaten sowie de­ren Angehörigen auch die Zurverfügungstellung britischer Hebammen vom GST versprochen worden. Hieraus ergaben sich etliche rechtliche Probleme, die in der nachfolgenden Ar­beit näher beleuchtet werden sollen.

Osnabrück/ Plauen,

im November 2002 E.H.

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Die im Vorwort beschriebene Kooperation sah u.a. auch den Austausch von britischen und deutschen Mitarbeitern vor. Hierbei konzentrierte man sich vornehmlich auf die Überlas­sung von Angehörigen der Organisationen des Guy's and St. Thomas' Hospital Trusts, der Organisation SSAFA - FH und der St. John’s Ambulance and Red Cross; die beiden letzteren nahmen sich besonders der sozialen Aspekte des Vertrages an.

Zu Beginn der Umsetzung des Vertrages, der durch ein re­nommiertes und im internationalen Vertragsrecht erfahrenen Düsseldorfer Rechtsanwaltsbüro vorbereitet und entworfen worden war, stellte sich eine Dichotomie heraus: Demnach war jeweils ein „administrativer“ und ein „sozialer“ Part der Zu­sammenarbeit zu konstatieren. In einem deutschen Partner­krankenhaus - hier: die Henriettenstiftung Hannover - wurde unter der Leitung des stellvertretenden Verwaltungsdirektors eine (Titular-) Geschäftsführung etabliert. Der „Geschäftsfüh­rung“ wurden zwei Mitarbeiter zugeteilt, die zum einen für den administrativen und andererseits für den sozialen Bereich der Vertragsumsetzung verantwortlich zeichneten. Hierunter wur­den Arbeitsgebiete gegliedert, die den jeweiligen Bereichen disziplinarisch und fachlich zugeordnet waren.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das Administrative Vertragsmanagement arbeitete eng mit der Geschäftsführung/ Vertragsmanagement zusammen, um die rechtlichen Rahmenbedingungen zu etablieren, Abrechnungen zu erstellen und juristische Mehrdeutigkeiten, z.B. bei der Er­stellung der englischsprachigen Arztbriefe, auszuräumen.

Im Rahmen der Umsetzung des „Sozialen Vertragsmanage­ments“. waren Fragen des Miteinanders mit den britischen Vertretern vor Ort zu klären und die notwendigen organisatori­schen Maßnahmen vorzubereiten. In allen sozialen Belangen war das „Soziale Vertragsmanagement“ Ansprechpartner und aufgerufen, Lösungswege zu erarbeiten und zu realisieren.

U.a. mußten Räumlichkeiten für die britischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Administration vor Ort gefunden, einge­richtet und funktionsfähig gemacht werden.

Englischsprachige Beschilderungen, die Ausstattung von Pati­entenzimmern (mit feuerfesten Gardinen um die einzelnen Betten, Fernsehern mit Videokassetten, um englischsprachige Filmsendungen zu ermöglichen, das Anbringenlassen von be­sonderen Satellitenschüsseln zum Erhalt britischer Radio- und Fernsehsendungen), die Umsetzung englischer Speisen, der (Wieder-) Einführung von „Lachgas“ als schmerzlinderndes Mittel im Kreißsaal3

[...]


1 Durch den Fall der „Mauer“ zwischen Ost- und West-Deutschland reduzierte auch Großbritannien seine Streitkräfte - insbesondere in Deutschland - deutlich. Betroffen waren vornehmlich die Bundesländer Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen.

2 Es handelt sich hierbei um das britische Pendant zum „Deutschen Roten Kreuz (DRK)“ und zur „Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH)“, deren Organisationen in Großbritannien eng zusammen arbeiten.

3Die britischen, werdenden Mütter bevorzugen - vor allen Möglichkeiten der Anästhesie - bei einer Geburt den Einsatz eines „Lachgas“-Gemi- sches, das durch eine Maske zur Schmerzlinderung eingeatmet wird. Hierbei handelt es sich nicht um ein Narkotikum, sondern ausschließlich um ein medikamentengleiches Schmerzmittel. Dieses Verfahren ist in Deutschland nachhaltig bekannt und wurde auch in den 1960er und 1970er Jahren (Bundesrepublik Deutschland), in der DDR bis in die

Ende der Leseprobe aus 60 Seiten

Details

Titel
Probleme und Möglichkeiten der Überlassung von ausländischen Arbeitnehmern in Krankenhäusern
Untertitel
Dargestellt an einem praktischen Beispiel
Hochschule
Hochschule Osnabrück  (Fachbereich Wirtschaft)
Note
1,0
Autor
Jahr
2002
Seiten
60
Katalognummer
V270900
ISBN (eBook)
9783656618782
ISBN (Buch)
9783656618898
Dateigröße
4177 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Die Kooperation sah die enge Zusammenarbeit der britischen und deutschen Organisationen vor. In einer "Verzahnung" sollten Aufgaben und Probleme gemeinsam gelöst werden. Daher wurde ein „administrativer“ und ein „sozialer“ Part der Kooperation etabliert. Hierunter wurden die zu bearbeitetenden Arbeitsgebiete gegliedert. Das „Soziale Vertragsmanagement“ hatte u.a. zu erreichen, dass die im deutschen Vertragskrankenhaus werdenden britischen Mütter (Soldatinnen und Frauen von Militärangehörigen) von einer britischen Hebamme betreut werden. Es waren rechtlich schwierige Fragen zu klären.
Schlagworte
AÜG, Überlassung von ausländischen Arbeitnehmern, Hebamme, Großbritannien, Henriettenstiftung, Guy's and St. Thomas Hospital Trust
Arbeit zitieren
Dr. Eibe Hinrichs (Autor), 2002, Probleme und Möglichkeiten der Überlassung von ausländischen Arbeitnehmern in Krankenhäusern, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270900

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