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Ressourcenreichtum als Wachstumsquelle?

Title: Ressourcenreichtum als Wachstumsquelle?

Seminar Paper , 2010 , 34 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Patrick Kuhlmann (Author), Christian Siedelhofer (Author)

Business economics - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

Seit jeher ist es eine zentrale Frage der Ökonomie, warum sich manche Länder wirtschaftlich anders entwickeln als andere. Wenn darüber diskutiert wird, warum die meisten Entwicklungsländer, allen voran die zentralafrikanischen Staaten, nicht mit den Wachstumsraten der Industrienationen mithalten können, wird das Argument des Ressourcenreichtums vieler dieser Länder oft als Grund angeführt.
Die Debatte, die besonders seit den 80er Jahren an Fahrt aufgenom¬men hat, ist von zahlreichen Ökonomen immer wieder angeheizt worden. Prägend für diese Auseinandersetzung waren vor allem die Werke von Auty (1993) und Sachs/Warner (1995).
Es wäre zu erwarten, dass ein Land, welches einen Vorteil hat, den ein anderes sonst sehr ähnliches Land nicht hat - beispielsweise ein reiches Goldvorkommen - diesen Vorteil in ein höheres Wirtschaftswachstum ummünzen könnte. Der zentrale Fehler bei einem solchen Gedankengang liegt in der Annahme, dass eine natürliche Ressource einem Vorteil gleichzusetzen ist. Warum gibt es Länder, die Nutzen in Form von raschem Wirtschaftswachstum aus ihren Ressourcen ziehen und wiederum andere, bei denen sich der Ressourcenreichtum als „Fluch“ auszuwirken scheint?
Die Frage, die diesen Diskussionen vorausgeht ist die, ob Ressourcenreichtum per se als Quelle eines gesunden und stetigen Wirtschaftswachstums zu sehen ist oder nicht. Die vorliegende Arbeit setzt sich damit auseinander, ob Ressourcen als solche schon das zukünftige Wachstum eines Staates oder einer Region determinieren oder ob es allein eine Frage des Umgangs mit denselben ist, der über „Fluch oder Segen“ entscheidet.
Gerade für Entwicklungsländer ist diese Frage von großer Bedeutung. Viele Ökonomen untersuchten bislang die Tatsache, warum vor allem die Wachstumsraten vieler afrikanischer Staaten den Voraussagen der Konvergenztheorie nicht entsprechen. In wirtschaftlich schwachen Volkswirtschaften wäre ein relativ hohes Wirtschaftswachstum zu erwarten, da sie ein sehr großes Entwicklungspotential besitzen. Könnte also der Rohstoffreichtum dieser Länder eine Rolle spielen, wenn es um die Erklärung der niedrigen Wachstumsraten dieser Volkswirtschaften geht?
Um in diesem Kontext Antworten zu finden, wird auch auf Länder Bezug genommen, denen es gelungen ist, Profit aus ihren Ressourcen zu schlagen. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Ressourcen im theoretischen Modell

2.1. Der Begriff der natürlichen Ressource

2.2. Ressourcen und Wachstumsraten

3. Der Ressourcenfluch

3.1. Die „Holländische Krankheit“

3.2. Die Volatilität mit einhergehender Verschuldung

3.3. Abbau des produzierenden Gewerbes mit einhergehendem niedrigem Bildungsniveau

3.4. Korruption und politische Instabilität

4. Empirische Analysen

4.1. Cobb-Douglas-Funktion und empirische Daten

4.2. „Holländische Krankheit“ und empirische Daten

4.3. Volatilität und empirische Daten

4.4. Bildung und empirische Daten

4.5. Institutionen und empirische Daten

4.6. Weitere Erkenntnisse

5. Beispiele für und gegen den Ressourcenfluch

5.1. Nigeria

5.2. Norwegen

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die ökonomische Fragestellung, ob Ressourcenreichtum ein Garant für Wohlstand ist oder ob er als „Fluch“ das Wirtschaftswachstum behindert. Dabei wird analysiert, unter welchen Bedingungen natürliche Ressourcen das Wachstum hemmen und welche Faktoren über den Erfolg oder Misserfolg ressourcenreicher Nationen entscheiden.

  • Analyse des Ressourcenfluchs durch theoretische Modelle (Cobb-Douglas-Funktion)
  • Untersuchung der Wirkungsmechanismen: Holländische Krankheit, Volatilität und Institutionen
  • Empirische Überprüfung von Korrelationen zwischen Ressourcenabhängigkeit und BIP-Wachstum
  • Fallstudien zum Vergleich der unterschiedlichen Entwicklungen in Nigeria und Norwegen

Auszug aus dem Buch

3.1. Die „Holländische Krankheit“

Der Begriff „Holländische Krankheit“ entstand aufgrund der Folgen der Entdeckung des Groninger Gasfelds in den siebziger Jahren in den Niederlanden. Die Entdeckung dieses Gasfeldes führte dazu, dass die Niederlande den Schwerpunkt ihrer Wirtschaft aufgrund der großen Einnahmen, die sie nun mit der Förderung von Erdgas erzielten, immer mehr in den Erdgassektor verlagerten.

Diese einseitige Ausrichtung ging mit hohen Opportunitätskosten in den Bereichen Industrie und Landwirtschaft einher. Als die Preise für Erdgase anschließend stark fielen, brach das Wirtschaftswachstum in Holland ein (Grüttner (2005)).

Die meisten ressourcenreichen Länder haben mit der „Holländischen Krankheit“ zu kämpfen. Diese Staaten konzentrieren sich auf die Förderung ihrer Ressourcen und den anschließenden Export. Aus den hohen Einnahmen, die sie mit dem Export ihrer Ressourcen erzielen, resultieren zwei Hauptprobleme.

Auf der einen Seite führen die Exportüberschüsse zur Aufwertung der Währung des exportierenden Landes. Diese Aufwertung sorgt dafür, dass die Importe günstiger werden und sich die Nachfrage nach Importen folglich weiter ausweitet. Da nun die meisten Produkte aufgrund der günstigeren Preise vom Ausland bezogen werden, geht die Nachfrage nach Gütern aus der Eigenproduktion zurück.

Auf der anderen Seite wollen die Arbeitnehmer auch von den hohen Einnahmen durch den Export der Ressourcen profitieren. Es kommt zu steigenden Löhnen, erst in diesem Sektor und dann auch in weiteren.

Die steigenden Löhne führen zu erhöhten Kosten für die Unternehmen, wodurch sie weniger wettbewerbsfähig sind. Diese Abnahme der Wettbewerbsfähigkeit führt dann, neben bereits gesunkener Nachfrage nach Produkten durch steigende Importe, zu weiteren Absatzproblemen in der einheimischen Industrie. Unternehmen scheiden aufgrund des fallenden Umsatzes aus dem Markt aus, der Grad der Industrialisierung nimmt ab und es kommt zum Anstieg der Arbeitslosenrate. Dadurch nimmt die Abhängigkeit von den Ressourcen weiter zu.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Problematik des Ressourcenreichtums und die zentrale Fragestellung, warum manche rohstoffreiche Länder wirtschaftlich hinter den Erwartungen zurückbleiben.

2. Ressourcen im theoretischen Modell: Theoretische Herleitung des Zusammenhangs zwischen natürlichen Ressourcen und Wirtschaftswachstum mittels einer modifizierten Cobb-Douglas-Produktionsfunktion.

3. Der Ressourcenfluch: Darstellung der vier zentralen Hypothesen, die den Ressourcenfluch erklären sollen, inklusive institutioneller und wirtschaftsstruktureller Faktoren.

4. Empirische Analysen: Überprüfung der theoretischen Annahmen anhand von Weltbank-Daten und der Vergleich mit bestehenden wissenschaftlichen Studien.

5. Beispiele für und gegen den Ressourcenfluch: Fallstudien zu Nigeria und Norwegen verdeutlichen die Rolle von politischer Stabilität und institutioneller Qualität beim Umgang mit Rohstoffvorkommen.

6. Fazit: Zusammenfassung der Ergebnisse und Ableitung von Handlungsempfehlungen für ressourcenreiche Staaten zur Vermeidung des Ressourcenfluchs.

Schlüsselwörter

Ressourcenfluch, Wirtschaftswachstum, Holländische Krankheit, Rohstoffvorkommen, Institutionelle Qualität, Cobb-Douglas-Funktion, Nigeria, Norwegen, Volatilität, Humankapital, industrielle Entwicklung, Ressourcenabhängigkeit, Bruttoinlandsprodukt, Rohstoffexporte, politische Instabilität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der ökonomischen Frage, warum ressourcenreiche Länder häufig ein schwächeres Wirtschaftswachstum aufweisen als ressourcenarme Länder, ein Phänomen, das als Ressourcenfluch bezeichnet wird.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zu den Kernbereichen gehören die Auswirkungen von Rohstoffexporten auf das produzierende Gewerbe, die Rolle von Währungsaufwertungen, der Einfluss auf das Bildungsniveau sowie die Bedeutung der institutionellen Qualität eines Staates.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit untersucht, ob Ressourcenreichtum per se ein Hindernis für gesundes Wachstum darstellt oder ob der wirtschaftliche Erfolg primär vom politischen und institutionellen Umgang mit diesen Ressourcen abhängt.

Welche wissenschaftlichen Methoden wurden angewandt?

Es wurde sowohl ein theoretischer Ansatz über ökonomische Wachstumsmodelle (Cobb-Douglas) genutzt als auch eine empirische Analyse basierend auf Weltbank-Daten sowie ein qualitativer Vergleich von Fallbeispielen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Modellierung, die systematische Darstellung der Ursachen für den Ressourcenfluch, eine umfangreiche empirische Überprüfung dieser Hypothesen und einen detaillierten Vergleich zwischen Nigeria und Norwegen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Wichtige Begriffe sind Ressourcenfluch, Holländische Krankheit, institutionelle Qualität, Wirtschaftswachstum sowie der Vergleich von Rohstoffökonomien in Entwicklungsländern und Industrienationen.

Warum schneidet Nigeria im Vergleich zu Norwegen so schlecht ab?

Die Arbeit verdeutlicht, dass Nigeria unter mangelnder politischer Stabilität, hoher Korruption und einer Vernachlässigung des Industriesektors leidet, während Norwegen durch stabile Institutionen und eine weitsichtige Verwendung der Erdöleinnahmen den Ressourcenfluch vermeiden konnte.

Können Ressourcen grundsätzlich als Segen für ein Land betrachtet werden?

Ja, die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Ressourcen durchaus eine Wachstumsquelle sein können, sofern ein Land über die notwendige institutionelle Basis verfügt, um die Einnahmen nachhaltig für die allgemeine wirtschaftliche Entwicklung zu nutzen.

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Details

Title
Ressourcenreichtum als Wachstumsquelle?
College
Technical University of Darmstadt
Course
Empirische Wirtschaftsforschung
Grade
1,3
Authors
Patrick Kuhlmann (Author), Christian Siedelhofer (Author)
Publication Year
2010
Pages
34
Catalog Number
V271010
ISBN (eBook)
9783656630609
ISBN (Book)
9783656630593
Language
German
Tags
ressourcenreichtum wachstumsquelle
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Patrick Kuhlmann (Author), Christian Siedelhofer (Author), 2010, Ressourcenreichtum als Wachstumsquelle?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/271010
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