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Der Zeitpunkt des römischen Ultimatums an Karthago und die römische Kriegserklärung 218 v. Chr.

Title: Der Zeitpunkt des römischen Ultimatums an Karthago und die römische Kriegserklärung 218 v. Chr.

Seminar Paper , 2001 , 16 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Kai Drewes (Author)

World History - Early and Ancient History
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Summary Excerpt Details

Vorgeschichte und Ausbruch des Zweiten Punischen Krieges haben die antike wie
die moderne Historiographie im besonderen Maße beschäftigt. Dabei ist vor allem
die Rekonstruktion des konkreten Anlasses für den Kriegsausbruch 218 v. Chr. nach
wie vor strittig und die Bewertung der Ereignisse demgemäß noch keineswegs abschließend
entschieden.
Am Anfang des Zweiten Punischen Krieges stehen zwei Ereignisse: die Eroberung
der ostspanischen Stadt Sagunt, die Rom politisch mehr oder minder stark verbunden
war, durch Hannibal zum einen, zum anderen Hannibals Überschreiten des Ebro (und
damit der Bruch des Ebro-Vertrages mit Rom); auf die Frage, wie es um das Zusammenspiel
dieser beiden Faktoren bestellt ist und welcher der beiden Umstände
kriegsauslösend war, hat eine allseits akzeptierte Antwort noch nicht gefunden werden
können; das selbe gilt für die Frage, welcher der Kontrahenten eher das Recht
auf seiner Seite hatte.
Die vorliegende Arbeit setzt sich mit einem sehr wichtigen Aspekt des Geschehens
auseinander: dem Ultimatum, das der römische Senat gegenüber dem Rat in Karthago
im Hinblick auf den Fall Sagunts und/oder den Ebro-Vertrag gestellt hat – in dem
Ultimatum wurde die Auslieferung Hannibals gefordert –, und der darauf folgenden
Kriegserklärung Roms. Es soll also im folgenden vornehmlich der Frage nach der
Abfolge der Ereignisse nachgegangen werden, wohingegen der allgemeine Antagonismus
zwischen Rom und Karthago als meistenteils vorausgesetzte tiefere Ursache
des Krieges sowie die Frage, ob der Krieg unvermeidlich war und welche langfristigen
Ziele beide Seiten ab wann und mit welcher Strategie verfolgten, nicht Gegenstand
dieser Untersuchung sein kann.
Die moderne Altertumswissenschaft ist sic h weitestgehend einig in der Erkenntnis,
daß die im Original auf uns gekommenen Quellen ein mehr oder weniger stark verzerrtes
Bild von den Ereignissen zeichnen, die dem Ausbruch des Zweiten Punischen
Krieges und Hannibals spektakulärem Alpenübergang unmittelbar vorausgingen.
Insbesondere auch für die in der Tendenz romfreundliche Darstellung des Polybios,
die lange Zeit über als sakrosankt galt, sind in entscheidenden Bereichen Ungereimtheiten
und Veränderungen gegenüber älteren Überlieferungen ausgemacht worden.
Dieses Problem, das die gesamte Literatur zum Kriegsausbruch durchzieht, ist bei
allen Erörterungen und Interpretationen der Ereignisse in rechnung zu stellen. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Der römische Rechtsstandpunkt 218 v. Chr.

1.1 Historische Einordnung der römischen Kriegserklärung

1.2 Das politische und Rechtsverhältnis Sagunts zu Rom

1.3 Hannibals Überschreiten des Ebro als alternativer Kriegsanlaß

2. Zur Chronologie des Ultimatums

3. Schlußbetrachtung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht den historischen Ablauf des römischen Ultimatums an Karthago und die anschließende Kriegserklärung im Jahr 218 v. Chr., wobei insbesondere die chronologische Abfolge der Ereignisse um die Belagerung Sagunts und die Verletzung des Ebro-Vertrages kritisch hinterfragt wird.

  • Analyse der römischen Rechtsauffassung gegenüber Karthago vor Kriegsausbruch.
  • Untersuchung des Status von Sagunt im römisch-karthagischen Vertragsgeflecht.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der antiken Historiographie, insbesondere Polybios.
  • Bewertung der Argumente für unterschiedliche Kriegsanlässe (Sagunt vs. Ebro-Übergang).
  • Aufarbeitung der nachträglichen politischen Instrumentalisierung der Kriegsschuldfrage.

Auszug aus dem Buch

1.2 Das politische und Rechtsverhältnis Sagunts zu Rom

Nach römischer Überlieferung lieferte Hannibal Rom 219/218 einen hinreichenden Kriegsgrund mit der Belagerung und Eroberung der ostspanischen, etwa 150 Kilometer südlich des Ebromündung gelegenen Stadt Sagunt. Diese war bei Abschluß des Lutatius-Vertrages zwischen Rom und Karthago 241 Rom wohl noch nicht verbunden gewesen, da sie seinerzeit bei der expliziten Nennung der jeweiligen Bundesgenossen der beiden Kontrahenten offenkundig nicht erschien.

Nun war Rom unzweifelhaft spätestens gegen Ende der 220er Jahre in besondere Beziehungen zu Sagunt getreten, doch erschöpften sich diese anscheinend in der Wahrnehmung von (annehmbar antibarkidisch ausgerichteten) schiedsrichterlichen Tätigkeiten. Sehr unglaubwürdig ist jedenfalls die Lesart bei Livius, Sagunt sei im Ebro-Vertrag expressis verbis als römischer Bundesgenosse erwähnt worden, so daß Hannibals Angriff auf die Stadt einen Bruch dieses Vertrages dargestellt habe.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Problematik der Quellenlage und skizziert das Ziel der Arbeit, die zeitliche Abfolge der diplomatischen Schritte und Kriegsanlässe vor dem Zweiten Punischen Krieg zu rekonstruieren.

1. Der römische Rechtsstandpunkt 218 v. Chr.: Dieses Kapitel untersucht die historische Einordnung der Kriegserklärung, das rechtliche Verhältnis Roms zu Sagunt und die Bedeutung des Ebro-Vertrags als möglichen Kriegsanlass.

2. Zur Chronologie des Ultimatums: Hier wird der zeitliche Ablauf zwischen der Belagerung Sagunts, der römischen Senatsdebatte und der letztendlichen Überbringung des Ultimatums durch die Gesandtschaft analysiert.

3. Schlußbetrachtung: Die Schlußbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert über die Tendenzen antiker Historiker, die Ereignisse nachträglich im Hinblick auf Kriegsschuldfragen umzudeuten.

Schlüsselwörter

Zweiter Punischer Krieg, Rom, Karthago, Hannibal, Sagunt, Ebro-Vertrag, Ultimatum, Kriegserklärung, Polybios, Kriegsschuldfrage, Rechtsstandpunkt, Barkiden, Antike Geschichtsschreibung, Chronologie, Diplomatie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit befasst sich mit der historischen Rekonstruktion der Ereignisse, die zum Zweiten Punischen Krieg führten, mit besonderem Fokus auf das römische Ultimatum an Karthago.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die diplomatischen Beziehungen zwischen Rom und Karthago, der Status von Sagunt und die juristische Rechtfertigung der römischen Kriegserklärung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die chronologische Abfolge der Ereignisse im Jahr 218 v. Chr. zu klären und zu analysieren, welcher Anlass – die Belagerung Sagunts oder der Ebro-Übergang – für Rom tatsächlich kriegsauslösend war.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine quellenkritische Analyse der antiken Historiographie, insbesondere von Polybios und Livius, unter Einbeziehung moderner altertumswissenschaftlicher Forschung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des römischen Rechtsstandpunkts, das Verhältnis Sagunts zu Rom, Hannibals Vorgehen und die chronologische Einordnung der diplomatischen Gesandtschaften.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Zweiten Punischer Krieg, Kriegsschuldfrage, Diplomatie, römische Rechtsauffassung und historische Quellenkritik charakterisieren.

Warum wird die Darstellung des Polybios kritisch hinterfragt?

Die Darstellung wird hinterfragt, da Polybios eine tendenziöse und romfreundliche Perspektive einnimmt, die in zentralen Bereichen Ungereimtheiten gegenüber älteren Überlieferungen wie denen des Fabius Pictor aufweist.

Welche Rolle spielt die "Kriegsschulddebatte" in der Arbeit?

Die Debatte zeigt, wie römische Historiker versuchten, den Kriegsausbruch nachträglich rechtlich zu legitimieren, um das bellum iustum-Prinzip zu wahren und Rom als die moralisch überlegene Partei darzustellen.

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Details

Title
Der Zeitpunkt des römischen Ultimatums an Karthago und die römische Kriegserklärung 218 v. Chr.
College
Technical University of Braunschweig  (Historisches Seminar)
Course
Proseminar "Eine antike Kriegsschuldfrage: Der Ausbruch des 2. Punischen Krieges"
Grade
1,0
Author
Kai Drewes (Author)
Publication Year
2001
Pages
16
Catalog Number
V27111
ISBN (eBook)
9783638292382
Language
German
Tags
Zeitpunkt Ultimatums Karthago Kriegserklärung Proseminar Eine Kriegsschuldfrage Ausbruch Punischen Krieges
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Kai Drewes (Author), 2001, Der Zeitpunkt des römischen Ultimatums an Karthago und die römische Kriegserklärung 218 v. Chr., Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27111
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