Bei dem vorliegenden Werk handelt es sich um die Weiterentwicklung einer 1997 in Göttin-gen vom sozialwissenschaftlichen Fachbereich der Georg-August-Universität angenommenen Habilitationsschrift des Verfassers. Nach der erfolgreichen Habilitation lehrt Minkenberg seit dem Wintersemester 1998/99 an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) und ist zudem seit dem Jahr 2000 Sprecher der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft (DVWP) in dem Bereich der Vergleichenden Politikwissenschaft.
Die Analyse des Buches wird im Rahmen einer kritischen Würdigung durchgeführt; das be-deutet, dass die methodische Vorgehensweise des Autors betrachtet wird und positive sowie negative Besonderheiten hervorgehoben werden. Insbesondere werden hierbei die Relevanz und Formulierung der Fragestellung, der Aufbau der Arbeit, die empirische Basis, das For-schungsdesign, die erarbeiteten Ergebnisse und das abschließende Gesamturteil kritisch be-trachtet.
Inhaltsverzeichnis der Publikation
1. Einleitung
2. Historischer und politisch-kultureller Kontext der radikalen Rechten
3. Klassische Komponenten und Konturen
4. Ethnokratischer Diskurs der Neuen Rechten
5. Zusammenhänge von Rechtsradikalismus und Öffentlichkeit
6. Das rechtsradikale Mobilisierungspotential im Übergang von der Alten zur Neuen Politik
7. Strukturen der neuen radikalen Rechten im Vergleich
8. Mobilisierung
9. Interaktion
10. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen der Analyse
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, eine kritische Würdigung des Werkes von Michael Minkenberg zur neuen radikalen Rechten in westlichen Demokratien vorzunehmen. Dabei werden insbesondere die methodische Vorgehensweise, die theoretische Fundierung sowie die empirische Basis des Vergleichs zwischen den USA, Frankreich und Deutschland einer eingehenden Prüfung unterzogen.
- Kritische Reflexion der Forschungsfrage und der theoretischen Hypothesenbildung.
- Evaluation des strukturellen Aufbaus der Untersuchung und der logischen Herleitung der Kapitel.
- Überprüfung der empirischen Datenbasis und der Vergleichbarkeit der gewählten Fallbeispiele.
- Beurteilung der methodischen Eignung des diachronen Forschungsansatzes.
- Gesamtwürdigung der wissenschaftlichen Relevanz und der Ergebnisse für die politikwissenschaftliche Forschung.
Auszug aus dem Buch
Fragestellung
Der Autor verfolgt in seiner Ausarbeitung das Ziel „eine Verknüpfung von Theorie und empirischer Analyse […] durch systematische Vergleiche […]“ herzustellen. Im thematischen Mittelpunkt steht dabei die erkenntnisleitende Fragestellung, inwiefern die neue radikale Rechte in westlichen Demokratien durch den Modernisierungsschub der sechziger und siebziger Jahre eine Erneuerung erfahren konnte. Speziell sollen die ideologischen, strategischen, organisatorischen und sozialstrukturellen Ausprägungen dieser Erneuerungen untersucht werden. Der Autor präzisiert seine Fragestellung im Weiteren durch Unterfragen. Im Einzelnen: „Welche Rolle spielt dabei insbesondere der kulturelle Wandel westlicher Gesellschaften? Wie lässt sich die neue radikale Rechte in sich wandelnde Konfliktlinien westlicher Gesellschaften einordnen? Welche Strukturen und Prozesse prägen die nationenspezifische Verortung der wichtigsten Gruppierungen der neuen radikalen Rechten im Sektor von sozialen Bewegungen und Parteien?“ Minkenberg bearbeitet diese Fragestellung anhand eines exemplarischen Vergleichs der Länder USA, Frankreich und Deutschland.
Der erste Teil der Hauptfragestellung: „Inwiefern trägt der Modernisierungsschub der sechziger und siebziger Jahre zu einer Erneuerung der radikalen Rechten in westlichen Demokratien bei […]“, ist präzise formuliert und ermöglicht, bei genauer Analyse und gut gewählten Vergleichen, eine „echte“ und konkrete Antwort. Allerdings bleibt es fraglich, ob weitere Einflussmöglichkeiten ausgeschlossen werden dürfen, beziehungsweise ob die Auswirkungen des Modernisierungsschubes so klar herauszustellen und von anderen Einflüssen abzugrenzen sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Hier werden das Forschungsziel, die Hypothesenbildung sowie der Aufbau der Untersuchung vorgestellt und in den wissenschaftlichen Kontext eingeordnet.
2. Historischer und politisch-kultureller Kontext der radikalen Rechten: Dieses Kapitel analysiert die kulturellen Grundlagen, die den historischen Kontext der neuen radikalen Rechten prägen.
3. Klassische Komponenten und Konturen: Hier werden die wesentlichen, traditionellen Bestandteile untersucht, die das Profil der radikalen Rechten ausmachen.
4. Ethnokratischer Diskurs der Neuen Rechten: In diesem Teil wird die ideologische Ausrichtung der Neuen Rechten im Hinblick auf ethnokratische Diskurse beleuchtet.
5. Zusammenhänge von Rechtsradikalismus und Öffentlichkeit: Das Kapitel untersucht die strukturellen Wechselwirkungen zwischen rechtsradikalen Bewegungen und der öffentlichen Sphäre.
6. Das rechtsradikale Mobilisierungspotential im Übergang von der Alten zur Neuen Politik: Hier wird der Prozess der Mobilisierung im Kontext gesellschaftlicher Umbrüche kritisch analysiert.
7. Strukturen der neuen radikalen Rechten im Vergleich: Dieser Abschnitt vergleicht die organisationellen und strukturellen Merkmale der radikalen Rechten in den untersuchten Ländern.
8. Mobilisierung: Die Dynamiken der Mobilisierung werden hier als prozessuale Komponente im Vergleich betrachtet.
9. Interaktion: Dieses Kapitel widmet sich der Interaktion der radikalen Rechten innerhalb der politischen Systeme.
10. Schlussbetrachtung: Zusammenfassung und kritische Würdigung der gesamten Forschungsergebnisse.
Schlüsselwörter
Radikale Rechte, Rechtsradikalismus, Politikwissenschaft, Modernisierungsschub, Vergleichende Methode, USA, Frankreich, Deutschland, Politische Ideologie, Mobilisierungspotential, Konfliktlinien, Empirische Sozialforschung, Demokratie, Rechtsextremismus, Politische Kultur.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine kritische Würdigung der Monografie „Die neue radikale Rechte im Vergleich“ von Michael Minkenberg und bewertet deren theoretische sowie methodische Qualität.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den Schwerpunkten gehören die Fragestellung des Autors, der strukturelle Aufbau der Studie, die empirische Datenbasis sowie die Validität des Ländervergleichs.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist eine fundierte politikwissenschaftliche Beurteilung, ob Minkenberg erfolgreich Theorie und Empirie zur Erklärung der Erneuerung radikal rechter Bewegungen verknüpfen konnte.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Untersuchung nutzt die vergleichende Methode, um diachron historische Entwicklungen sowie nationenspezifische Unterschiede in den USA, Frankreich und Deutschland gegenüberzustellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil evaluiert die drei Untersuchungsebenen (Kultur, Struktur, Prozess), die der Autor in seinem Werk definiert hat, und prüft die Konsistenz der Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Rechtsradikalismus, Modernisierungsschub, vergleichende Politikwissenschaft und ideologische Polarisierung aus.
Wie bewertet der Rezensent die Datenbasis des untersuchten Buches?
Die Datenbasis wird als problematisch eingestuft, da sie teilweise willkürlich zusammengestellt erscheint und keine konsistente internationale Vergleichbarkeit für alle drei Länder bietet.
Was ist das zentrale Kritikpunkt an der Fallauswahl?
Kritisiert wird, dass Minkenberg teilweise ungleiche Fallbeispiele („Äpfel mit Birnen“) vergleicht, deren historischer und politischer Kontext zu weit auseinanderliegt.
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- Sarah Bastemeyer (Author), 2013, Kritische Würdigung von "Die neue radikale Rechte im Vergleich. USA, Frankreich, Deutschland." (Michael Minkenberg), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/271503