In dieser Arbeit werden die Möglichkeiten und Grenzen der neuen Teamsportart Kin-Ball für das soziale Lernen in der Schule betrachtet und analysiert. Hierzu wird eine Unterrichtsreihe mit einer 6. Klasse eines Gymnasiums exemplarisch reflektiert und Anstöße zum kreativen Umgang mit dem Spielgerät, wie auch mit dem Spiel gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1 Sozialverhalten – Probleme der Klasse 6a im sozial-affektiven Bereich
2 Die Klasse 6a
3 Soziales Lernen
3.1 Was ist soziales Lernen?
3.2 Legitimation des sozialen Lernens für den Sportunterricht
3.3 Wie wird sozial gelernt? Die Rahmenbedingungen für soziales Lernen
4 Soziales Lernen durch Kin-Ball
4.1 Was ist eigentlich Kin-Ball?
4.2 Die Eignung von Kin-Ball für soziales Lernen
5 Planungsgedanken und Vermittlungskonzept
6 Erfahrungen mit Kin-Ball in der 6.Klasse – Eine Reflektion
7 Möglichkeiten und Grenzen von Kin-Ball für das soziale Lernen – Ein Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial der Sportart Kin-Ball als pädagogisches Instrument, um das soziale Miteinander und die Sozialkompetenz innerhalb einer spezifischen 6. Klasse am Gymnasium zu stärken, die durch ausgeprägte Konflikte und ein gestörtes Klassenklima gekennzeichnet ist.
- Analyse der sozial-affektiven Problemlagen in einer 6. Klasse
- Theoretische Fundierung des sozialen Lernens im Sportunterricht
- Eignung der Sportart Kin-Ball zur Förderung von Kooperation und Kommunikation
- Praktische Planung und Reflexion eines Vermittlungskonzepts
- Evaluation des Einflusses von Kin-Ball auf das Klassenklima
Auszug aus dem Buch
4.2 Die Eignung von Kin-Ball für soziales Lernen
Die fünf typischen sozialen Lernfelder nach Balz (2007) bilden Grundlage für die Analyse über die Eignung von Kin-Ball für soziales Lernen. In der Literatur ist Kin-Ball als wertvoll für Teamarbeit, Kooperation, Integration, Koedukation und Kommunikation beschrieben. So soll das Spiel durch einfache Regeln leicht zu erlernen sein. Und einige der Regeln scheinen kooperatives Handeln geradezu vorzuschreiben. So heißt es im Regelwerk, dass beim Aufschlag alle Teammitglieder den Ball berühren müssen. Das Team kann nur gewinnen, wenn alle Spieler aktiv sind und sich absprechen. Somit kann sich kein Spieler passiv verhalten und die „besseren“ Spieler agieren lassen. Zudem benötigen auch die „besseren“ Spieler ihre Mitspieler zum Gewinnen des Spiels. Diese Spielidee macht Absprachen unter den Teammitgliedern unverzichtbar. Gemeinschaftliches Gewinnen und Verlieren zu lernen hat für die 6a sehr große Bedeutung, da Einzelkönner hierbei nicht alleinig spielentscheidend sind.
Durch die gleiche Stellung aller Spielpositionen, ohne Einteilung in Kapitäne, Angreifer, Abwehrspieler etc., haben alle Spieler die gleiche Aufgabe und keine Sonderstellung oder besonderen Status im Team. Jeder muss sich auf den anderen verlassen und auch verlassen können. Passivität hat unmittelbaren Punktverlust zur Folge. Durch die 10 Sekunden und 5 Sekunden-Regel müssen schnelle Entscheidungen getroffen werden, welche im Rückblick reflektiert werden können. Auch die Art der Entscheidungsfindung ist hierbei von Interesse, da diese gemeinschaftlich, von Einzelnen oder auch von einem Allein getroffen werden können. Der relativ geringe technische Anspruch der Sportart soll jedem die problemlose Teilnahme ermöglichen, die sportmotorische Leistungsheterogenität verringern, Erfolgserlebnisse schaffen und Frustration verhindern. Dadurch, dass die SuS keine Vorerfahrungen in dieser Sportart haben und es somit keine „Experten“ gibt wird von einem ähnlichen Ausgangsniveau ausgegangen.
Zusammenfassung der Kapitel
Sozialverhalten – Probleme der Klasse 6a im sozial-affektiven Bereich: Die Einleitung beleuchtet die akuten Konflikte und die mangelnde Sozialkompetenz innerhalb der Lerngruppe.
Die Klasse 6a: In diesem Kapitel werden die Beobachtungsschwerpunkte der Lerngruppe, wie Kooperationsfähigkeit und Kommunikationsverhalten, detailliert analysiert.
Soziales Lernen: Es erfolgt eine theoretische Einordnung des sozialen Lernens sowie dessen Legitimation und Rahmenbedingungen für den Sportunterricht.
Soziales Lernen durch Kin-Ball: Dieses Kapitel erläutert die Besonderheiten des Kin-Ball-Spiels und begründet, warum die Sportart besonders zur Förderung sozialen Lernens geeignet ist.
Planungsgedanken und Vermittlungskonzept: Hier werden die methodischen Ansätze und geplanten Spielformen für die praktische Umsetzung in der Klasse dargelegt.
Erfahrungen mit Kin-Ball in der 6.Klasse – Eine Reflektion: Die gewonnenen Erkenntnisse aus der Unterrichtsreihe werden reflektiert und die Veränderungen im Klassenklima bewertet.
Möglichkeiten und Grenzen von Kin-Ball für das soziale Lernen – Ein Fazit: Eine abschließende Zusammenfassung der Ergebnisse bezüglich der Wirksamkeit von Kin-Ball als Mittel zur sozialen Erziehung.
Schlüsselwörter
Soziales Lernen, Kin-Ball, Sportunterricht, Klassenklima, Sozialkompetenz, Kooperation, Kommunikation, Teamarbeit, Regelverhalten, Konfliktlösung, Sportdidaktik, Leistungsheterogenität, Sportpädagogik, Schüler-Lehrer-Beziehung, Reflexion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie durch die Sportart Kin-Ball gezielt soziale Kompetenzen gefördert und ein gestörtes Klassenklima in einer 6. Klasse verbessert werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind soziales Lernen, die spezifische Sportdidaktik von Kin-Ball, Klassenführung sowie die Reflexion von Unterrichtsprozessen im sportpädagogischen Kontext.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Hauptziel ist es, durch die Einführung von Kin-Ball als kooperatives Spiel die Sozialstruktur der Klasse 6a positiv zu beeinflussen und Unterrichtsstörungen durch pro-soziale Erfahrungen zu reduzieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewendet?
Es handelt sich um einen praxisorientierten Ansatz, der auf Langzeitbeobachtungen der Lerngruppe, der Anwendung theoretischer didaktischer Modelle und einer abschließenden Reflexion der durchgeführten Unterrichtssequenzen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die Analyse der Ausgangssituation, die theoretische Begründung sozialen Lernens im Sport, die Vorstellung der Sportart Kin-Ball sowie die detaillierte Planung und Reflexion der Unterrichtsreihe.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Soziales Lernen, Kin-Ball, Klassenklima, Kooperation, Kommunikation und Sportdidaktik.
Warum wurde speziell Kin-Ball für das soziale Lernen gewählt?
Kin-Ball wurde gewählt, da es durch seine simplen Regeln, die Gleichwertigkeit aller Spieler und die notwendige Kooperation zum Punktgewinn ein idealer Rahmen für soziale Interaktionen bietet.
Welche Rolle spielen die Schüler bei der Regelgestaltung?
Die Schüler werden aktiv in den Prozess des Erstellens, Bewertens und Anpassens von Regeln einbezogen, um Eigenverantwortung und Verständnis für demokratische Entscheidungsprozesse zu schulen.
- Citar trabajo
- Christian Brömel (Autor), 2013, Chancen und Möglichkeiten von Kin-Ball zur Förderung des sozialen Lernens, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/271684