Der Erwerb von wichtigen Schlüsselkompetenzen durch den bilingualen Unterricht


Hausarbeit, 2014

11 Seiten, Note: keine Note


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung, Ziel- und Fragestellung

2. Begriffserklärungen
2.1. Zum Begriffsnetz von Schlüsselkompetenzen
2.2. Zum Begriffsnetz von bilingualer Unterricht

3. Zum Forschungsstand von bilingualer Unterricht
3.1. Verbreitung der Schulmodelle in Deutschland
3.2. Apekte der Fächerauswahl beim bilingualen Unterricht
3.3. Zielsetzungen des bilingualen Unterrichts
3.3.1. Der Erwerb fremdsprachlicher Kompetenz
3.3.2. Der Erwerb sachfachlicher Kompetenz
3.3.3. Der Erwerb interkultureller Kompetenz
3.4. Die Ausbildung der Lehrkräfte und ihre Anforderungen für den bilingualen Unterricht

4. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung, Ziel- und Fragestellung

Die heutige Gesellschaft stellt die Menschen in den verschiedenen Lebensbereichen vor komplexe Anforderungen. Welche Kompetenzen sind notwendig, um auf die Herausforderung des Lebens vorbereitet zu sein? „Eine Kompetenz ist mehr als nur Wissen und kognitive Fähigkeiten. Es geht um die Fähigkeit die Bewältigung komplexer Anforderungen, indem in eimem bestimmten Kontext psychosoziale Ressourcen (einschließlich kognitive Fähigkeiten, Einstellungen und Verhaltensweisen) herangezogen und eingesetzt werden.“ (Definition and Selection of Competencies 2005, S.6). Der zentrale Ort, um wichtige Kompetenzen zu erwerben, ist die Schule.

Dadurch, dass unsere Gesellschaft sich grundsätzlich verändert hat, da die deutsche Gesellschaft multikulturell geworden ist, stellen wir neue Anforderungen an unserem Bildungssystem. Das Interesse an mehr bilingualen Unterricht nimmt seitdem stark zu. Der Kompetenzerwerb durch den bilingualen Unterricht soll helfen uns auf den sehr schnellen sozialen Wandel und somit auf die global vernetzte Gesellschaft einzustellen und mit den neuen Anforderungen zu Recht zukommen. Aber welche Kompetenzen können überhaupt durch den bilingualen Unterricht erworben werden und sind diese Kompetenzen wirklich hilfreich, um die Herausforderungen unsere Gesellschaft standzuhalten?

Im Rahmen dieser Hausarbeit soll herausgefunden werden, ob die Ziele des bilingualen Unterrichts für den Erwerb wichtiger Schüsselkompetzen für die heutige Gesellschaft erreicht werden können. Dabei geht es nicht nur um den Kompetenzerwerb der Schülerinnen und Schüler, sondern auch um welche Kompetenzen die Lehrkräfte besitzen müssen, um bilingualen Unterricht zu erteilen.

Im ersten Teil der Hausarbeit werden wichtige Begriffe erläutert und im zweiten Teil, im Hauptteil, richtet sich der Fokus auf den Forschungsstand des bilingualen Unterrichts.

2. Begriffserklärungen

2.1. Zum Begriffsnetz von Schlüsselkompetenzen

Im Rahmen des Definition and Selection of Competencies-Projekts hat die OECD drei Kategorien von Schlüsselkompetenzen bestimmt. „Erstens sollten Menschen in der Lage sein, verschiedene Medien, Hilfsmittel oder Werkzeuge [Tools] wie z.B. Informationstechnologien oder die Sprache wirksam einzusetzen. Sie sollten diese `Tools´ gut genug verstehen, um sie für ihre eigenen Zwecke anpassen - interaktiv nutzen zu können. Zweitens sollten Menschen in einer zunehmend vernetzten Welt in der Lage sein, mit Menschen aus verschiedenen Kulturen umzugehen und innerhalb sozial heterogener Gruppen zu interagieren. Drittens sollten Menschen befähigt sein, Verantwortung für ihre Lebensgestaltung zu übernehmen, ihr Leben im größeren Kontext zu situieren und eigenständig zu handeln.“ (Definition and Selection of Competencies 2005, S.7).

2.2. Zum Begriffsnetz von bilingualer Unterricht

Bilingualer Unterricht wird in der Literatur sehr unterschiedlich definiert, da es viele Modelle von bilingualem Unterricht gibt. Im Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 17.10.2013 ist der Begriff bilingualer Unterricht folgendermaßen definiert: „Unter bilingualem Unterricht wird in den deutschen Ländern grundsätzlich ein Fachunterricht den nicht-sprachlichen Fächern verstanden, in dem überwiegend eine Fremdsprache für den fachlichen Diskurs verwendet wird“ (KMK 2013, S.3). Der Begriff wird mit dieser Definition auch als bilingualer Sachfachunterricht oder Content and Language Integrated Learning (CLIL) bezeichnet. Bilingualer Unterricht in Form der Immersion bezeichnet die Methode, die Fremdsprache ausschließlich als Unterrichtssprache zur Vermittlung von Fachinhalten zu verwenden (vgl. Franceschini 2007, S.14). Es gibt aber auch die Form der partiellen Immersion, bei der ein Teil des Unterrichts im Medium der Fremdsprache erteilt wird (vgl. Niedrig 2011, S. 3). „Im Immersionsunterricht müssen Schüler über die Inhalte des Sachfaches sprechen können, ohne das ihnen explizite Fragen über Sprachstruktur oder Grammatik der betreffenden Sprache gestellt werden, wie es im herkömmlichen Fremdsprachenunterricht üblich ist.“ (Franceschini 2007, S.16).

3. Zum Forschungsstand von bilingualer Unterricht

3.1. Verbreitung der Schulmodelle in Deutschland

Der bilinguale Unterricht umfasst viele verschiedene Modelle, die auf unterschiedliche Vorstellungen und Konzeptionen beruhen. In Deutschland handelt es sich um folgende Schulmodelle:

- Gesonderte bilinguale Züge
- Bilinguale Modelle mit kürzerer Laufzeit
- Bikulturelle Schulen (vgl. Finkbeiner 2002, S.9).

Die am meisten verbreitete Typologie sind die bilingualen Züge. „Deren Besonderheit liegt in der Einsetzung einer Fremdsprache als Unterrichtssprache in einigen Sachfächern von Anfang bis zum Ende der jeweiligen Schulform, während die anderen Fächer nur in Deutsch unterrichtet werden.“ (Franceschini 2007, S.69). Bei den bilingualen Modellen mit kürzerer Laufzeit handelt es sich um ein Angebot, in denen eine Fremdsprache als Unterrichtssprache in Projektkursen oder in einzelnen Unterrichtssequenzen verwendet wird. Dieses Modell ist auf relativ kurze Zeit begrenzt (vgl. Franceschini 2007, S.69).

Die Bezeichnung bilingualer Unterricht für bikulturelle Schulen wird z.B. für die Staatliche Europaschule in Berlin und die Deutsch-Italienische Grundschule in Wolfsburg benutzt (vgl. Fehling 2008, S.23). „Dabei handelt es sich um Schulen, bei denen sowohl die Schülerinnen und Schüler als auch die Lehrkräfte aus zwei Sprachengemeinschaften stammen und der Unterricht in zwei Sprachen stattfindet.“ (Fehling 2008, S.24).

3.2. Apekte der Fächerauswahl beim bilingualen Unterricht

Der bilinguale Unterricht wird hauptsächlich in den Fächern der gesellschaftswissenschaftlichen Bereichs, wie zum Beispiel Erdkunde, Geschichte, Politik bzw. Sozielkunde, angeboten . Dabei wird oft Erdkunde als ersten und Politik als zweites Sachfach gewählt, da diese Fächer durch ihre Anschaulichkeit viele methodische Möglichkeiten bieten, um das Lernen auf einer Fremdsprach zu kommunisieren erleichtert (vgl. Finkbeiner 2002, S.13). Geschichte folgt als drittes Sachfach, da gute Sprachkenntnisse von den Schülern für dieses Fach verlangt wird. Die gesellschaftliche Fächer eignen sich besonders gut für den bilingualen Unterricht, weil sie den Fokus auf die kulturelle, historische und geografische Perspektive des jeweiligen Landes der Zweitsprache werfen (vgl. Franceschini 2007, S.72). Inzwischen werden auch verstärkt naturwissenschaftliche Fächer, wie zum Beispiel Biologie oder Chemie, als bilingualer Unterricht angeboten. Jedoch nicht überall, da die Inhalte von naturwissenschaftliche Fächer in einer Fremdsprach zu unterrichten eher schwierig zu behandeln sind (vgl. Franceschini 2007, S.72).

3.3. Zielsetzungen des bilingualen Unterrichts

In diesem Kapitel möchte ich einen Überblick über die wichtigsten Zielsetzungen des bilingualen Unterrichts geben, um festzustellen, ob wichtige Schlüsselkompetenzen durch bilingualen Unterricht erreicht werden können.

3.3.1. Der Erwerb fremdsprachlicher Kompetenz

Bilingualer Unterricht soll Schülern dazu befähigen in der Fremdsprache in professionelle oder wissenschaftliche Weise sowie fachliche und fachsprachliche Weise angemessen zu kommunizieren. Dabei dient die Fremdsprache als Arbeitssprache und Kommunikationsmedium, mit dessen Hilfe die Inhalte des Sachfaches vermittelt werden (Fehling 2008, S.34). In der Literatur wird der Fremdsprachenkompetenz als Euroqualifikation definiert. Es handelt sich dabei um eine Schüsselqualifikation, die außer formal-sprachliche und metasprachliche Kenntnisse, folgendes beinhaltet: „die Bereitschaft zum Sprachenlernen, Kommunikationsfähigkeit und -interesse, Kontaktfähigkeit, Wissen über andere Völker, Verständnis für andere Kulturen, sozialpolitisches und gesellschaftspolitisches Bewusstsein, länderüberschreitende Grundkenntnisse, Interesse für Fremdartiges.“ (Finkbeiner 2002, S.14).

3.3.2. Der Erwerb sachfachlicher Kompetenz

Im Vordergrund des bilingualen Unterrichts steht das sachfachliche Lernen, wie in den Begriffen Content and Language Integrated Learning und Sachfachlernen in einer Fremdsprache zum Ausdruck kommen. „Bilinguale Lernangebote verfolgen das Ziel, den möglichst authentischen Gebrauch der Fremdsprache in einem erweiterten fachlichen Kontext anzuregen und anzuleiten. Die erweiterte und vertiefte Verknüpfung der Themen führt zu aktiverem und selbstständigerem Sprachhandeln und sachfachlicher Diskurskompetenz.“ (KMK 2013, S.6) Die Schülerinnen und Schüler werden durch fachlich reale Fragestellungen unter Anwendung von anschaulichen Lern- und Arbeitstechniken motiviert und dadurch fällt der sachfachliche Kompetenzerwerb den Schülern viel leichter (vgl. KMK 2013, S.6).

3.3.3. Der Erwerb interkultureller Kompetenz

Interkulturelles Lernen ist eigentlich ein sehr umfangreiches Themengebiet, deshalb werde ich in dieser Hausarbeit nur auf einige Aspekte eingehen können.

Zu Beginn eine kurze Definition zum Begriff: „Interkulturelle Kompetenz beschreibt die Kompetenz, auf Grundlage bestimmter Haltungen und Einstellungen sowie besonderer Handlungs- und Reflexionsfähigkeiten in interkulturellen Situationen effektiv und angemessen zu interagieren.“ (Deardorff 2006, S.5)

Das interkulturelle Lernen zählt mittlerweile zu den wichtigsten Schlüsselkompetenzen in der heutigen Gesellschaft. Der Grund hierfür ist, dass die deutsche Gesellschaft multikulturell geworden ist. „Gegenwärtig hat rund ein Fünftel der in Deutschland lebenden Menschen einen Migrationshintergrund, unter den bis 18-Jährigen sind dies sogar vierzig Prozent.“ (Graf/Fernandez-Castillo 2011, S.66). In allen multikulturellen Gesellschaften ist interkulturelle Kompetenz eine Schlüsselkompetenz geworden. Der Erwerb von interkulturellen Kompetenzen ist aus zahlreichen Gründen schwierig, aber trotzdem eine notwendige Angelegenheit in der heutigen Gesellschaft. Der bilinguale Unterricht bietet die beste Gelegenheit an, um das interkulturelle Lernen zu ermöglichen. Die Zielsetzung des bilingualen Unterrichts verfolgt, dass Schülerinnen und Schüler in der Lage sind, über ihre eigenen Erfahrungen, ihre eigene Lebenswelt und ihren eigenen Kulturraum zu reflektieren. Darüber hinaus sollen sie in der Lage sein über Phänomene, Gegebenheiten und Sachverhalte der zielsprachigen Kultur und Gesellschaft sowie über Phänomene von kulturübergreifender Bedeutung, wie zum Beispiel Menschenrechte, zu diskutieren (vgl. Finkbeiner 2002, S.14).

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Ende der Leseprobe aus 11 Seiten

Details

Titel
Der Erwerb von wichtigen Schlüsselkompetenzen durch den bilingualen Unterricht
Hochschule
Universität Hamburg
Note
keine Note
Autor
Jahr
2014
Seiten
11
Katalognummer
V272110
ISBN (eBook)
9783656635802
ISBN (Buch)
9783656635826
Dateigröße
402 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
erwerb, schlüsselkompetenzen, unterricht
Arbeit zitieren
Somaira Siddique (Autor), 2014, Der Erwerb von wichtigen Schlüsselkompetenzen durch den bilingualen Unterricht, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/272110

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