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Stigma in der Aufnahmegesellschaft: Migrationshintergrund in Deutschland

Zur Stigma-Theorie Erving Goffmans

Title: Stigma in der Aufnahmegesellschaft: Migrationshintergrund in Deutschland

Presentation (Elaboration) , 2009 , 22 Pages , Grade: 1

Autor:in: M.A. Pinar Kehribar Yorulmaz (Author)

Pedagogy - Theory of Science, Anthropology
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Summary Excerpt Details

Die erste Generation, der in den 1960er Jahren angeworbenen Arbeitsmigranten,
die sogenannten „Gastarbeiter“, befinden sich inzwischen im Ruhestand. Die große Mehrheit der „Gastarbeiterkinder“, also die zweite und dritte Generation, ist bereits in Deutschland geboren. Diese Bevölkerungsgruppe hat eine sehr junge Alterstruktur. Insbesondere die dritte und vierte Generation kennt „die Heimat der Eltern“ in erster Linie, nur noch durch Erzählungen älterer Familienmitglieder, aus den Medien oder von Urlaubsreisen. Mittlerweile lässt sich klar feststellen, dass deren Lebensmittelpunkt in Deutschland liegt.
Sie sind hier geboren, aufgewachsen, gehen hier zur Schule oder arbeiten hier. Sie haben ihre gesamte Sozialisation in Deutschland durchlebt. Sie sind Teil der deutschen Gesellschaft. Menschen mit Migrationshintergrund bilden keine homogene Gruppe, doch eines haben sie alle gemeinsam: Sie tragen ein Stigma. Das Stigma Migrationshintergrund.

Vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Stigma-Theorie Erving Goffmans, der die erste sozialwissenschaftliche Arbeit über dieses Thema veröffentlichte. Ferner wird versucht darzustellen, wie das Stigma Migrationshintergrund zu Benachteiligung in den Bereichen Bildung und Medienberichterstattung führen kann.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Erving Goffman: Biographie und Werke

2. Stigma nach Erving Goffman

2.1. Stigma des Deskreditierten und des Deskreditierbaren

2.2. Stigmatisierungsprozess

3. Stigmabewältigung nach Major und Eccleston

4. Ursachen und Funktionen von Stigmata

5. Das Stigma Migrationshintergrund

6. Benachteiligung in Bildung und Medien und beispielhafte Initiativen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, Erving Goffmans soziologische Stigma-Theorie auf die Situation von Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland anzuwenden, um die Mechanismen von Benachteiligung, Diskriminierung und Ausgrenzung in Bildungs- und Medienkontexten zu analysieren.

  • Grundlagen der Stigma-Theorie nach Erving Goffman
  • Prozess der Stigmatisierung und Identitätsbeschädigung
  • Stigmabewältigungsstrategien nach Major und Eccleston
  • Stigmatisierungsprozesse innerhalb des deutschen Bildungssystems
  • Mediale Repräsentation von Migranten und ihre stigmatisierende Wirkung

Auszug aus dem Buch

2.1 Stigma des Deskreditierten und des Deskreditierbaren

Das Stigma des Diskreditierten ist in einer sozialen Interaktion unmittelbar auffällig. Es gibt keine Möglichkeit es zu verbergen. Es ist sichtbar. Die Diskreditierten nehmen an, dass ihr Stigma bekannt und offenbar ist und verhalten sich dementsprechend.

Das Stigma des Deskreditierbaren ist in der sozialen Interaktion, nicht unmittelbar auffällig und somit zunächst unsichtbar. Die Deskreditierbaren nehmen an, dass ihr Stigma noch nicht bekannt ist. Um weiterhin als „normal“ zu gelten, müssen sie Ihre Interaktionspartner täuschen, damit ihr Stigma nicht erkannt wird. Sie versuchen Hinweise auf ihr Stigma zu steuern und zu kontrollieren und sind somit stärker mit der ständigen Angst vor Entdeckung ihres Stigmas und mit der daraus resultierenden Ausgrenzung konfrontiert.

Ob ein Stigma sichtbar oder unsichtbar ist, hängt von der Form des Stigmas ab. Goffman unterscheidet drei Formen von Stigmata:

1. Physische Deformationen: „Abscheulichkeiten des Körpers“

2. Individuelle Charakterfehler: Willensschwäche, Geistesverwirrung, Gefängnishaft, Sucht, Homosexualität, Arbeitslosigkeit, Suizidwille, radikales politisches Verhalten.

3. Phylogenetische Stigmata: Gruppenzugehörigkeit, Nationalität, Rasse, Religion.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Erving Goffman: Biographie und Werke: Überblick über das Leben und die akademische Laufbahn des Soziologen Erving Goffman sowie Einordnung seiner einflussreichsten Publikationen.

2. Stigma nach Erving Goffman: Theoretische Definition des Stigma-Begriffs und die Unterscheidung zwischen diskreditierten und diskreditierbaren Individuen innerhalb sozialer Interaktionen.

3. Stigmabewältigung nach Major und Eccleston: Darstellung von fünf spezifischen Bewältigungsstrategien, die Betroffene anwenden, um negative Auswirkungen auf ihr Selbstkonzept zu minimieren.

4. Ursachen und Funktionen von Stigmata: Analyse der Sozialisationsmuster, die zur Stigmatisierung führen, sowie der systemstabilisierenden Funktionen von Stigmata für die Gesellschaft.

5. Das Stigma Migrationshintergrund: Anwendung der Stigma-Theorie auf die Situation von Migranten in Deutschland und Kritik an der pauschalisierenden Etikettierung.

6. Benachteiligung in Bildung und Medien und beispielhafte Initiativen: Untersuchung der Folgen von Stigmatisierung in Schulen und Medien sowie Vorstellung von Lösungsansätzen durch zivilgesellschaftliche Projekte.

Schlüsselwörter

Stigma, Erving Goffman, Identität, Migrationshintergrund, Diskriminierung, Ausgrenzung, Bildungserfolg, Medienberichterstattung, Sozialisation, Stigmatisierungsprozess, Minderheiten, Integration, Identitätsbeschädigung, Partizipation, gesellschaftliche Marginalisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Übertragbarkeit der soziologischen Stigma-Theorie von Erving Goffman auf die Lebensrealität von Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die zentralen Felder umfassen die theoretischen Grundlagen der Stigmatisierung, die Auswirkungen von Zuschreibungen auf das Selbstkonzept sowie die konkreten Benachteiligungen im deutschen Schulsystem und in den Medien.

Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Label „Migrationshintergrund“ als Stigma fungiert und welche Mechanismen zu Benachteiligungen führen, um daraus Ansätze für eine gleichberechtigtere Teilhabe abzuleiten.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Es handelt sich um eine theoretische Ausarbeitung, die soziologische Klassiker-Theorien auf aktuelle gesellschaftliche Phänomene der Migration anwendet und durch aktuelle Studien und Beispiele ergänzt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden neben den theoretischen Konzepten von Goffman, Major und Eccleston die Auswirkungen stigmatisierender Debatten in Medien und Bildungseinrichtungen detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Stigma, Migrationshintergrund, Identität, soziale Diskriminierung und mediale Repräsentation charakterisiert.

Wie bewerten die untersuchten Studien die Rolle der Lehrkräfte?

Die Arbeit stellt dar, dass Lehrkräfte Schüler mit Migrationshintergrund oft defizitorientiert bewerten, was die schulische Selektion und die Zuweisung in niedrigere Schulformen verstärkt.

Welche Rolle spielen Medien bei der Stigmatisierung?

Medien tragen durch einseitige, krisenorientierte Berichterstattung und die Hervorhebung negativer Stereotype maßgeblich zur Stigmatisierung bei, während positive Beiträge oft ausbleiben.

Was schlägt die Autorin als Ausweg aus der Stigmatisierung vor?

Die Autorin plädiert für eine stärkere Einbindung von Migrantenselbstorganisationen (MSO) in politische Entscheidungen und eine differenziertere Medienlandschaft, um das Stigma als solches abzubauen.

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Details

Title
Stigma in der Aufnahmegesellschaft: Migrationshintergrund in Deutschland
Subtitle
Zur Stigma-Theorie Erving Goffmans
College
University of Tubingen  (Institut für Erziehungswissenschaft)
Course
Transnationale Migration im Zeitalter der Globalisierung
Grade
1
Author
M.A. Pinar Kehribar Yorulmaz (Author)
Publication Year
2009
Pages
22
Catalog Number
V272483
ISBN (eBook)
9783656647171
ISBN (Book)
9783656647140
Language
German
Tags
Transnationalismus Migrationshintergrund Erving Goffman Stigma Stigmatheorie Marginalisierung Türken Migrationsgesellschaft Medien Diskreditiert aktuale soziale Identität virtuale soziale Identität Identität Major und Eccleston Stigma-Bewältigung Stigmata Einwanderungsgesellschaft Teilhabe Partizipation Kopftuchdebatte Ethnie Nationalität Arbeitsmigranten Flüchtlinge Aussiedler soziale Ungleichheit PISA Studie PISA-Schock Benachteiligung Diskriminierung Hauptschule Rütli-Schule Forum der Brückenbauer Bild-Zeitung U-Bahn Prügler Neue Deutsche Medienmacher Problemmigranten Rückwanderung qualifizierte Migranten Chancenungleichheit
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GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Pinar Kehribar Yorulmaz (Author), 2009, Stigma in der Aufnahmegesellschaft: Migrationshintergrund in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/272483
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