Der Rezension liegt ein Text von Schinkel (2008) mit dem Titel ´Context of Anxiety: The Moral Panic over ´Senseless Violence´ in the Netherlands´ zugrunde. Der Artikel wurde in der Zeitschrift Current Sociology, 56, im Jahre 2008 veröffentlicht und hat einen Umfang von ingesamt 22 Seiten.
Die Arbeit ist in exklusive der Einleitung in zwei große Kapitel aufgeteilt. In Kapitel zwei werden der Aufbau und die Inhalte der Veröffentlichung von Schinkel (2008) verkürzt dargestellt. Es werden in diesem Teil alle relevanten Aspekte des Fachaufsatzes wiedergegeben, damit der Leser einen kurzen thematischen Einstieg in die Thematik bekommt.
Die Arbeit abschließend folgt eine Diskussion der von Schinkel (2008) vorgestellten Konzepte. Es in diesem Teil der Erörterung werden die Begriffe der ´sinnlosen Gewalt´ und der ´moralischen Panik´ kritisch diskutiert. Die Kritik an den von Schinkel (2008) gewählten Begrifflichkeiten kann einerseits anhand der Veröffentlichungen von anderen Autoren zu der Thematik begründet werden, andererseits wird die Kritik an den Begriffen durch logisches Nachdenken über die Begriffe und ihren Bedeutungshorizont vollzogen. Ebenso wird in Kapitel drei versucht die von Schinkel (2008) herausgestellten wechselwirkenden Interaktionen zwischen Medien, öffentlicher Meinung, Wissenschaft/ Institutionen und Politik zur Genese von ´moralischen Paniken´ in einem Schaubild darzustellen. Diese Interaktionen, da sie von Schinkel (2008) aus Beobachtungen des alltäglichen Lebens ergeben haben werden abschließend auch auf ihre praktische Bedeutung hin überprüft.
Am Ende der Diskussion und die Thematik der Arbeit abschließend steht eine kurze Zusammenfassung der diskutierten Punkte.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Aufbau und Inhalte der Veröffentlichung
3. Diskussion des Fachaufsatzes
Zielsetzung und Themen der Rezension
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht in einer kritischen Rezension des Fachartikels von Schinkel (2008), wobei insbesondere die theoretischen Konzepte der „sinnlosen Gewalt“ und der „moralischen Panik“ hinterfragt werden. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Dialektik der wechselwirkenden Interaktionen zwischen Medien, Öffentlichkeit, Wissenschaft und Politik sowie deren Auswirkungen auf das menschliche Zusammenleben.
- Kritische Analyse des Konstrukts „sinnlose Gewalt“
- Diskussion der soziologischen Theorie der „moralischen Panik“
- Untersuchung der medialen Berichterstattung als Treiber gesellschaftlicher Angst
- Reflexion der Rolle der Politik im Kontext von Sicherheitsdiskursen
- Bewertung der praktischen Anwendbarkeit und Schärfe der verwendeten Begriffe
Auszug aus dem Buch
3. Diskussion des Fachaufsatzes
Insgesamt ist der Fachaufsatz von Schinkel (2008) zu dem Thema ‚Kontexte von Angst: sinnlose Gewalt und moralische Paniken in den Niederlanden‘ ein durchaus lohnenswert zu lesender Artikel. Es wird die theoretische Grundlage des Konzeptes ‚sinnlose Gewalt‘ von Schinkel (2008) ausführlich und verständlich dargestellt und durch neuere Forschungsergebnisse und Forschungsstudien, die sich mit Thematiken von Gewalt und Aggression beschäftigt haben sinnvoll ergänzt. Auch der Bezug zwischen dem Konzept ‚sinnlose Gewalt‘ und öffentlicher Angst allgemein wird plausibel vollzogen. Das Konzept ‚moralische Panik‘ wird auf Grundlage seines Entdeckers Cohen (1972) kurz und prägnant erörtert.
Zu diskutieren bleibt nach Lektüre des Artikels aber die Frage, welche Schinkel (2008) im Kontext der Organisations- bzw. Institutionenbildung stellt, dass nach pazifistischer Sichtweise eigentlich jede Gewalt als sinnlos beschreibbar wäre. Nach Verplaetse (2011) ist „das Gute tief im Menschen verwurzelt“ (ebd, S. 25) und das ethische Verhalten sich gut zu verhalten hat „seinen Ursprung in unserer großen Abhängigkeit voneinander“ (ebd., S. 25). Wenn in Medien von ‚sinnloser Gewalt‘ berichtet wird, ist die mediale Berichterstattung nach Scobel (2010) durch eine „Tendenz zu Skandalisierung und Moralpanik“ (ebd., S. 1) gekennzeichnet, welche die Bevölkerung sensibel gegenüber den Konzepten „Moralische Paniken, Angst und punitive Einstellungen“ (Groenemeyer 2003, S. 64) werden lässt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt den zu rezensierenden Fachartikel vor, erläutert dessen Aufbau und gibt einen Ausblick auf die geplante kritische Diskussion sowie die methodische Herangehensweise der Arbeit.
2. Aufbau und Inhalte der Veröffentlichung: Dieses Kapitel fasst die fünf Hauptabschnitte des Artikels von Schinkel zusammen, definiert die zentralen Begriffe „sinnlose Gewalt“ und „moralische Panik“ und beschreibt den von Schinkel betrachteten Zeitraum von 1997 bis 2003.
3. Diskussion des Fachaufsatzes: Im Hauptteil erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit den theoretischen Konzepten, wobei die mangelnde definitorische Schärfe und die Rolle der Medien bei der Konstruktion gesellschaftlicher Ängste detailliert hinterfragt werden.
Schlüsselwörter
sinnlose Gewalt, moralische Panik, Medienberichterstattung, gesellschaftliche Angst, Konstruktivismus, Kriminalitätswahrnehmung, Risikogesellschaft, Institutionenbildung, Gewaltprävention, politische Kommunikation, Devianz, Medientheorie, Opferdiskurs, soziale Kontrolle, Sicherheitspolitik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine kritische Rezension und soziologische Einordnung des Fachartikels von Schinkel über die Wahrnehmung von Gewalt in den Niederlanden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die mediale Konstruktion von „sinnloser Gewalt“, die theoretische Debatte um moralische Paniken sowie deren Rückkopplung auf Politik und Gesellschaft.
Was ist das primäre Ziel der Rezension?
Das Ziel ist es, die von Schinkel verwendeten Konzepte auf ihre theoretische Belastbarkeit und praktische Anwendbarkeit hin zu prüfen und kritisch zu reflektieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch-kritische Diskursanalyse, die auf Literaturarbeit, dem Abgleich mit weiteren soziologischen Theorien und der Modellierung von Interaktionsprozessen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Konzepte von Schinkel mit anderen Autoren (u.a. Cohen, Luhmann, Bourdieu) kontrastiert, um die Schwachstellen in der Definition von „sinnloser Gewalt“ aufzuzeigen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie moralische Panik, sinnlose Gewalt, Medieneinfluss, Devianz und gesellschaftliche Sicherheitsdiskurse geprägt.
Wie bewertet der Autor das Konzept der „sinnlosen Gewalt“ bei Schinkel?
Der Autor kritisiert das Konzept als definitorisch unscharf und argumentiert, dass es eher als dramatisierendes Mittel der Medien genutzt wird, statt tatsächliche Ursachen von Gewalt zu erklären.
Warum spielt die Rolle der Politik eine besondere Rolle?
Die Politik steht laut Rezension in einem „double-bind“: Sie muss einerseits Betroffenheit demonstrieren, heizt damit aber unfreiwillig die moralische Panik weiter an.
Welche Bedeutung hat das Schaubild im dritten Kapitel?
Das Schaubild visualisiert die komplexen Wechselwirkungen zwischen Gewalttaten, medialem Interesse, öffentlicher Reaktion und politischem Handeln, um die Genese einer moralischen Panik verständlich zu machen.
- Citation du texte
- M.A., M.A., B.A. Joschka Sichelschmidt (Auteur), 2013, Rezension des Fachartikels "Contexts of Anxiety: The Moral Panic over ‘Senseless Violence’ in the Netherlands", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/272518