Wenn von Leistungssport die Rede ist, denkt man zunächst automatisch an hochbezahlte Spitzenfußballer, Handball- und Leichathletikstars, sowie an ausgeklügelte Trainingsmethoden, Medien und auch Unterhaltung. Viele Autoren haben in umfangreichen Analysen versucht, den Begriff der Leistung und des Leistungssports zu definieren.
Mit dieser Hausarbeit möchte ich nun nicht einen weiteren Beitrag zu diesen Argumentationen liefern, sondern der Frage nachgehen, ob Leistungssport auch für solche Menschen gilt, die nicht in die standardisierten Schemen der modernen Medienindustrie passen, Menschen mit Behinderungen. Ohne Zweifel werden von Sportlern mit Behinderungen große Leistungen vollbracht. Wo aber ist die Grenze zu ziehen zu den Punkten, die, wie oben angeführt, in der Allgemeinheit das Bild vom Leistungssport prägen. Ist es richtig, beim Behindertensport von einer Randsportart zu sprechen, wie vielleicht Judo oder Kanu? Auch in diesen Sportarten wird Leistung erbracht, Hochleistung, aber eben nur am Rande wahrgenommen. Im dritten Kapitel möchte ich die Frage diskutieren, ob und inwieweit die Medien Einfluss haben auf die Art und Weise, wie Behindertensport aufgefasst wird. Dieser Ausarbeitung zugrunde liegen hauptsächlich Quellen aus den letzten fünf Jahren, ich hoffe damit aktuelle Erkenntnisse aus der Sportwissenschaft einbringen zu können.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Behinderte und Leistungssport
3. Behindertenleistungssport und die Präsentation in den Medien
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Behindertensport und Leistungssport und analysiert kritisch, inwiefern der Leistungssport für Menschen mit Behinderungen in der gesellschaftlichen Wahrnehmung und der Medienlandschaft adäquat repräsentiert wird.
- Definition des Leistungssportbegriffs im Kontext von Behinderung
- Die Rolle der Rehabilitation und Persönlichkeitsentwicklung
- Analyse der medialen Berichterstattung über Behindertensport
- Herausforderungen der Professionalisierung und Vermarktung
Auszug aus dem Buch
Behindertensport und Leistungssport
Ist Behindertensport auch Leistungssport? Die Antwort auf diese Frage kann nur ein klares „Ja“ sein. Rollstuhlfahrer nehmen heutzutage wie selbstverständlich an Marathon-Läufen gemeinsam mit Nichtbehinderten teil, Beinamputierte sprinten die 100 Meter bald unter 12 Sekunden und trainieren gemeinsam mit nicht beeinträchtigten Sportlern an Olympiastützpunkten nach modernen trainingswissenschaftlichen Erkenntnissen. Der Deutsche Behindertensportverband definiert den Leistungssport Behinderter 1997 wie folgt:
„Der Leistungssport im weiteren Sinne ist dabei jedes Sporttreiben, das einen Leistungsvollzug beinhaltet. Das entscheidende Kriterium für den Leistungssport im weiteren Sinne ist das an persönlichen und relativen Grenzen orientierte Anspruchsniveau der Leistungssport treibenden Menschen. Im engeren Sinne wird Leistungssport Behinderter dann zum Spitzen- bzw. Hochleistungssport, wenn ein Höchstmaß an persönlichem Einsatz notwendig ist, um den vorgegebenen absoluten Normen des Rekords möglich nahe zu kommen bzw. neue derartige Normen zu setzen.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Fragestellung, ob Behindertensport als Leistungssport anerkannt wird, und stellt den geplanten Ablauf der Untersuchung dar.
2. Behinderte und Leistungssport: Dieses Kapitel definiert Leistungssport im Kontext von Behinderung und beleuchtet die Aspekte der Rehabilitation, Trainingswissenschaft sowie die Motivation der Athleten.
3. Behindertenleistungssport und die Präsentation in den Medien: Hier wird analysiert, wie Medien über Behindertensport berichten und welche strukturellen Probleme (Quotendenken, Ästhetik) die Berichterstattung prägen.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass Behindertensport in der medialen Darstellung noch unterrepräsentiert ist, obwohl er sportlich mit dem Sport Nichtbehinderter vergleichbar ist.
Schlüsselwörter
Behindertensport, Leistungssport, Paralympics, Sportjournalismus, Rehabilitation, Integration, Mediale Repräsentation, Trainingswissenschaft, Sportsoziologie, Vorurteile, Behindertenleistungssport
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Berechtigung und Anerkennung von Behindertensport als Leistungssport und dessen Darstellung in der Öffentlichkeit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Definition von sportlicher Leistung, der Rehabilitationsgedanke im Sport sowie die mediale Wahrnehmung durch Journalisten und die Gesellschaft.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, dass Behindertensport sportlich hochwertig ist, aber aufgrund gesellschaftlicher Vorurteile und medialer Defizite oft an den Rand gedrängt wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse aktueller sportwissenschaftlicher Quellen sowie auf der Auswertung bestehender Untersuchungen zur Medienberichterstattung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des Leistungssportbegriffs bei Behinderten und eine kritische Diskussion der medialen Vermarktungs- und Berichterstattungsmuster.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Behindertensport, Leistungssport, Integration, Mediale Repräsentation und Rehabilitation.
Inwiefern beeinflusst der Begriff "Quotenkiller" die Berichterstattung?
Medien, insbesondere das Fernsehen, scheuen oft die Berichterstattung über Behindertensport, da sie befürchten, bei einem breiten Publikum weniger Aufmerksamkeit oder Einschaltquoten zu erzielen.
Warum spielt der Rehabilitationsgedanke eine so große Rolle?
Der Sport dient bei Behinderten oft nicht nur dem sportlichen Wettkampf, sondern auch der physischen und psychischen Bewältigung der Beeinträchtigung, was ihn zu einem wichtigen Instrument der Persönlichkeitsentwicklung macht.
- Citation du texte
- Sebastian Goetzke (Auteur), 2004, Behindertensport und Leistungssport. Ein Gegensatz?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27276