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Gesellschaft, Kultur und Bildungsungleichheit

Wie das Gesellschaftssystem zur Bildungsungleichheit von Migranten beiträgt

Título: Gesellschaft, Kultur und Bildungsungleichheit

Trabajo de Seminario , 2014 , 32 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Andrea Beckert (Autor)

Sociología - Política, Mayorías, Minorías
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Unumstritten ist Bildung einer der wichtigsten Faktoren für die Lebenschancen von Individuen in einer Gesellschaft. Humboldt definierte Bildung als „die Anregung aller Kräfte des Menschen, damit diese sich über die Aneignung der Welt entfalten und zu einer sich selbst bestimmenden Individualität und Persönlichkeit führen“. Seine Forderung, Bildung jedermann zugänglich zu machen und so entsprechend seiner Fähigkeiten und den gesellschaftlichen Anforderungen zu fördern, schlug sich in einer zunehmenden Institutionalisierung von Bildung nieder. Bildung und Ausbildung sind ein öffentliches Kollektivgut und nehmen deshalb als zentrale sozialpolitische Handlungsfelder für politische Anstrengungen von Bund und Ländern einen hohen Stellenwert ein. Doch positiven Statistiken über Fortschritte der Bildungspolitik stehen Erkenntnissen einer zunehmenden sozialen Bildungsungleichheit in der Bildungsforschung gegenüber. Obwohl theoretisch gleiche Bildungschancen für jedermann ungeachtet seines Geschlechts, seiner Abstammung oder seiner Hautfarbe usw. bestehen, zeigen sich beim Erwerb von Bildungszertifikaten deutliche milieuspezifische Disparitäten. Besonders Migranten gelten aktuell als „Verlierer“ des Bildungssystems. Die ungleiche Verteilung von Bildungschancen ist in Deutschland ein „Dauerthema“, dem enormes fachliches und öffentliches Interesse beigemessen wird. Deutschland hat diesbezüglich mit den bildungspolitischen Folgen der schlechten PISA-Ergebnisse von 2000 zu kämpfen. Diese Tatsache weist darauf hin, dass Bildungschancen wesentlich von der formalen Gestaltung der Bildungsinstitutionen abhängig sind. Diese stehen wiederrum mit den gesellschaftlichen Vorgaben in Wechselwirkung. Aber auch sozialhistorische Prozesse, die sich kulturell spezifisch verankert haben, sind eng mit der länderspezifischen Gestaltung des Bildungssystems verbunden. So zeigen Humboldts Bildungskonzeptionen und bürgerliche Bildungsideale noch immer identitätsstiftende Wirkungen auf das deutsche Bildungssystem, an dem nach wie vor festgehalten wird.
Die folgende Arbeit hat deshalb das Ziel, diese gesellschaftlichen und kulturellen Aspekte aufzuzeigen, die zum Ausmaß und zur Reproduktion sozialer Bildungsungleichheit in Deutschland beitragen. Damit soll die Arbeit einen Überblick über die spezifische in Deutschland hervorgebrachte gesellschaftliche Sichtweise auf Bildung und die Folgen für die Chancengleichheit im Bildungssystem ermöglichen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Chancengleichheit und Bildungsungleichheiten

2.1. Warum Chancengleichheit wichtig ist

2.2. Der Migrantensohn als Bildungsverlierer

3. Gesellschaft und Bildung

3.2. Gesellschaftliche Funktionen von Schule

3.2. Der Einfluss der Gesellschaft auf die Bildungschancen von Migranten

3.2.1. Institutionelle Diskriminierung durch frühe Selektion

3.2.2. Institutionelle Diskriminierung durch den schulischen Kontext

3.2.3. Institutionelle Diskriminierung aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse

3.3. Institutionelle Diskriminierung und deren gesellschaftlicher Rahmen

4. Kultur und Bildung

4.1. Das deutsche Bildungsideal

4.2. kulturelle Dominanzansprüche und kulturelle Vielfalt

4.3. kulturelle Dominanzansprüche und Mittelstandskultur

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die gesellschaftlichen und kulturellen Ursachen für die Bildungsbenachteiligung von Migranten im deutschen Schulsystem. Dabei wird analysiert, inwiefern institutionelle Strukturen und traditionelle Bildungskonzepte zur Reproduktion sozialer Ungleichheit beitragen.

  • Analyse der bildungssoziologischen Grundlagen von Chancengleichheit.
  • Untersuchung institutioneller Diskriminierungsprozesse im dreigliedrigen Schulsystem.
  • Einfluss des "monolingualen Habitus" und kultureller Dominanzansprüche.
  • Bedeutung der Mittelstandskultur als Maßstab für schulischen Erfolg.
  • Vergleichende Perspektive auf alternative Bildungskonzepte.

Auszug aus dem Buch

3.2.1. Institutionelle Diskriminierung durch frühe Selektion

Vor allem die institutionelle Vorgabe, die eine frühe Bildungsentscheidung im Übergang von der Grundschule auf die Sekundarstufe erzwingt, steht im Kritikpunkt der Bildungsforschung. Dieser ist insbesondere von dem Willen der Eltern abhängig (Becker/Lauterbach 2007: S. 12f.). Bei Betrachtung der amtlichen Statistiken werden die Disparitäten in den Bildungschancen sichtbar. Ausländische Schüler sind zu einem großen Anteil von fast 20% in den Hauptschulen vertreten und mit ca. 4% nur selten in Gymnasien (vgl. Statistisches Bundesamt 2011/12). An der Schwelle zur Sekundarstufe ist unabhängig von Leseleistung und Schichtzugehörigkeit die Wahrscheinlichkeit, eine Gymnasialempfehlung zu bekommen, für Kinder ohne Migrationshintergrund 1,66 mal so hoch wie für Kinder mit Migrationshintergrund (vgl. Bellin 2009: S. 63). Der erhebliche Interpretationsspielraum von Lehrkräften in der Grundschule bei Bildungsempfehlungen und Leistungsbewertungen trägt dabei erheblich zur Reproduktion von Ungleichheiten bei. So konnte in Studien beispielweise festgestellt werden, dass nicht selten subjektive Bewertungskriterien zuungunsten objektiver Beurteilungen wie die Gesamtjahresleistung oder soziale Umgangsformen in die Bildungsempfehlung einfließen (vgl. Ditton 2007: S. 256f.). Auch zeigt sich, dass Kinder von Eltern mit niedrigen Bildungsabschlüssen, wie es bei vielen in Deutschland lebenden Migranten der Fall ist, höhere Leistungsanforderungen erfüllen müssen, um eine Empfehlung für das Gymnasium zu bekommen als Kinder von Eltern mit hohen Bildungsabschlüssen (Lehmann/Peek 1997: S. 86ff.). Hier fehlt es größtenteils an hilfreichen Richtlinien und einem festgelegten Beurteilungsmaßstab.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung etabliert die Bedeutung von Bildung für Lebenschancen und thematisiert das paradoxe Phänomen steigender Bildungsabschlüsse bei gleichzeitig persistenter sozialer Bildungsungleichheit.

2. Chancengleichheit und Bildungsungleichheiten: Dieses Kapitel definiert Chancengleichheit als meritokratisches Prinzip und beleuchtet die Benachteiligung von Kindern aus sozial schwachen Schichten und Migrantenfamilien.

3. Gesellschaft und Bildung: Der Hauptteil analysiert die Funktionen der Schule und zeigt auf, wie institutionelle Mechanismen wie Selektion und ein monolingualer Habitus Migranten benachteiligen.

4. Kultur und Bildung: Dieses Kapitel untersucht, wie das deutsche Bildungsideal und eine am Mittelstand orientierte Kultur exkludierende Wirkung auf Migranten entfalten.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass das dreigliedrige Schulsystem strukturell die soziale Herkunft reproduziert und Reformbedarf besteht.

Schlüsselwörter

Bildungsungleichheit, Chancengleichheit, Migranten, institutionelle Diskriminierung, Bildungssoziologie, Selektion, Schulsystem, Bildungskanon, Monolingualität, Mittelstandskultur, soziale Herkunft, Bildungsbenachteiligung, Reproduktion, meritokratisches Prinzip, Integration.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die Ursachen für die systematische Bildungsbenachteiligung von Migranten in Deutschland unter Berücksichtigung soziologischer und institutioneller Perspektiven.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Schwerpunkte sind institutionelle Diskriminierung, kulturelle Dominanzansprüche im Bildungssystem und der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Schulerfolg.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit untersucht, inwiefern das gesellschaftliche System und das Bildungswesen zur Chancenungleichheit von Migranten beitragen und wie strukturelle Hürden diese Benachteiligung reproduzieren.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung und Literaturanalyse auf Basis bildungssoziologischer Ansätze, insbesondere unter Nutzung strukturfunktionalistischer und neoinstitutionalistischer Theorien.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung gesellschaftlicher Funktionen von Schule, die Analyse diskriminierender Selektionspraktiken und die kritische Betrachtung des deutschen Bildungskanons.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?

Die Kernbegriffe umfassen Bildungsungleichheit, Institutionelle Diskriminierung, Chancengleichheit, Migrationshintergrund und Soziale Herkunft.

Inwiefern spielt der "monolinguale Habitus" eine Rolle bei der Benachteiligung?

Der Autor argumentiert, dass die einseitige Fixierung auf die deutsche Sprache als Norm dazu führt, dass Mehrsprachigkeit nicht als Ressource, sondern als Defizit wahrgenommen wird, was Bildungsnachteile für Migranten legitimiert.

Welche Rolle spielt die Mittelstandskultur für den Schulerfolg laut dem Text?

Die Schule fungiert als "Mittelstandsinstitution", die Verhaltensweisen und Werte der Mittelschicht voraussetzt; Kinder, deren Herkunftskultur davon abweicht, haben es schwerer, diese impliziten Erwartungen zu erfüllen.

Was zeigt der Vergleich mit dem schwedischen Schulsystem?

Der Vergleich verdeutlicht, dass eine integrierte Ganztagsschulform ohne frühe Selektion und ohne Notendruck in den ersten Klassen Migranten eine deutlich bessere Integration ermöglicht.

Final del extracto de 32 páginas  - subir

Detalles

Título
Gesellschaft, Kultur und Bildungsungleichheit
Subtítulo
Wie das Gesellschaftssystem zur Bildungsungleichheit von Migranten beiträgt
Universidad
Dresden Technical University  (Soziologie)
Curso
Bildung, Kultur, Gesellschaft
Calificación
1,3
Autor
Andrea Beckert (Autor)
Año de publicación
2014
Páginas
32
No. de catálogo
V273011
ISBN (Ebook)
9783656653004
ISBN (Libro)
9783656652977
Idioma
Alemán
Etiqueta
gesellschaft kultur bildungsungleichheit gesellschaftssystem migranten
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Andrea Beckert (Autor), 2014, Gesellschaft, Kultur und Bildungsungleichheit, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273011
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