Als der letzte Vertreter des tetrarchischen Systems ging Maximinus Daia (305-313) in die Geschichte ein. Diokletian (284-305) installierte während seiner Herrschaft das pseudodynastische System der Tetrarchie: Zwei Augusti adoptierten jeweils ihren Caesar, die dann Schwiegersöhne ihres Oberkaisers waren. Im Jahr 313 war es Licinius, der als „endgültiger Liquidator des diokletianischen Herrschaftssystems“ den Reichsteil des Maximinus Daia besetzte und mit dem Tod Daias nur Konstantin und Licinius als Augusti im Reich blieben.
Daia wurde als Sohn des Galerius adoptiert und im Jahr 305 von Diokletian zum Caesar ausgerufen. Während seiner Amtszeit ist eine enge Anbindung Daias an die Kaiser Diokletian, Maximian und Galerius erkennbar, in den Quellen redet er die beiden ersteren als Väter an.
Ziel der folgenden Arbeit soll es sein, die Person des Daia als Christenverfolger im östlichen Teil des Reiches zwischen 310 und 313 näher zu umschreiben und die Maßnahmen, die er im Umgang mit den Christen einleitete, aufzuführen. Hierbei empfiehlt sich eine chronologische Aufführung, um den Verlauf der Ereignisse besser darstellen zu können. Daneben erfolgt ein Bezug zur religiösen Situation im östlichen Reichsteil, die wohl ein Spezifikum innerhalb der Tetrarchie bildete. Eine Fokussierung auf die Ereignisse außerhalb des Reichsteils soll die Gesamtschau der Motive für die Christenverfolgung abrunden, denn de facto begannen die Christenverfolgungen um 303 während der Ersten Tetrarchie Diokletians.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Maßnahmen Daias gegen die Christen
2.1 Die religiöse Situation im östlichen Reichsteil
2.2 Der Verlauf der Christenverfolgungen im östlichen Reichsteil
2.2.1 Sabinuszirkular
2.2.2 Petitionswelle der Städte
2.2.3 Wiederaufnahme der Verfolgungen
2.2.4 Brief des Maximinus Daia an Sabinus
2.2.5 Toleranzedikt des Maximinus Daia
3 Schlussteil
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Rolle von Maximinus Daia als Akteur in der Christenverfolgung innerhalb des östlichen Reichsteils zwischen 310 und 313 n. Chr. Ziel ist es, die spezifischen Maßnahmen des Kaisers im Kontext der religiösen Situation und der politischen Spannungen jener Zeit chronologisch zu beleuchten und kritisch zu hinterfragen, ob es sich um eine eigenmotivierte Politik oder eine Reaktion auf städtische Petitionen handelte.
- Die religiöse Struktur des östlichen Reichsteils und ihre wirtschaftliche Bedeutung.
- Die Auswirkungen des Sabinuszirkulars und der folgenden Petitionswelle der Städte.
- Die Analyse der kaiserlichen Christenpolitik im Kontext der tetrarchischen Umbrüche.
- Die Rolle des Kaisers im Spannungsfeld zwischen heidnischer Tradition und außenpolitischem Druck.
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Sabinuszirkular
Die Forschung vertritt die Ansicht, dass das Sabinuszirkular (Mai 311) als unmittelbare Reaktion Daias auf die Publizierung des Galeriusediktes verfasst worden ist. Als „präfektorisches Rundschreiben“ sollte es die Inhalte des Galeriusediktes verbreiten und umsetzen. Castritius unterscheidet zwischen dem Sabinuszirkular und dem Brief an Sabinus, der vermutlich erst 312 verfasst wurde. Sabinus fungierte 311 als praefectus praetorio und ließ das Rundschreiben über die Provinzialgouverneure des Reiches in Umlauf bringen. Beim Vergleich beider Schriften lassen sich leichte inhaltliche Abstufungen ermitteln, die auch mit einer lokalen Reichweite in Verbindung stehen: Während das Galeriusedikt das Reichsganze im Auge behielt, sollte das Zirkular des Sabinus im Reichsteil des Daias greifen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die tetrarchische Ära ein und definiert das Ziel der Arbeit: die Analyse von Maximinus Daia als Christenverfolger im Osten zwischen 310 und 313.
2 Die Maßnahmen Daias gegen die Christen: Dieses Kapitel untersucht die religionspolitischen Rahmenbedingungen im östlichen Reichsteil sowie die spezifischen Verordnungen und Reaktionen des Kaisers gegenüber den Christen.
3 Schlussteil: Das Fazit fasst zusammen, dass Daias Christenpolitik stark durch den Druck städtischer Eliten und später durch die außenpolitische Zwangslage gegenüber Licinius und Konstantin geprägt war.
Schlüsselwörter
Maximinus Daia, Christenverfolgung, Tetrarchie, Sabinuszirkular, Konstantin der Große, Licinius, heidnischer Staatskult, Religionspolitik, östlicher Reichsteil, Toleranzedikt, Spätantike, Diokletian, petitionswelle, Kirchengeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?
Die Arbeit analysiert die spezifischen politischen Maßnahmen von Maximinus Daia gegen die Christen im östlichen Teil des Römischen Reiches in der Spätphase der Tetrarchie.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Zentrum stehen die religiöse Situation im Osten, das Spannungsverhältnis zwischen Staat und Christen sowie die Rolle von Petitionen lokaler städtischer Eliten bei der kaiserlichen Gesetzgebung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Motive hinter Daias Christenverfolgung zu klären und zu beleuchten, inwiefern er als eigenständiger Akteur oder als Instrument gesellschaftlicher Strömungen agierte.
Welche methodische Vorgehensweise wählt der Autor?
Der Autor wählt eine chronologische Aufführung der Ereignisse, um den Verlauf und die Dynamik der Christenverfolgung sowie deren politische Kontextualisierung präzise darzustellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Schlüsselereignissen wie dem Sabinuszirkular, der Petitionswelle der Städte und dem Toleranzedikt von 313.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Wichtige Begriffe sind Tetrarchie, Sabinuszirkular, Christenverfolgung, heidnische Gegenkirche und Konstantinische Wende.
Warum spielt die Rolle der Städte in Daias Politik eine so wichtige Rolle?
Die Städte fungierten als treibende Kraft, da sie ein Interesse an der Bewahrung traditioneller heidnischer Strukturen hatten, die sowohl ökonomisch als auch religiös die Grundlage ihres gesellschaftlichen Lebens bildeten.
Wie bewertet der Autor die "Sündenbock"-These im Kontext von Daia?
Der Autor widerspricht der Theorie, dass Daia lediglich ein Sündenbock war; obwohl er auf städtische Petitionen reagierte, handelte er als überzeugter Heide und nutzte diese als politische Rechtfertigung für seine Verfolgungspolitik.
Welche Rolle spielten die "Mailänder Vereinbarungen" für das Ende der Verfolgungen?
Diese stellten für Daia eine außenpolitische Bedrohung dar, die ihn zwang, seine Politik anzupassen, um Konstantin entgegenzukommen und seine Position gegen den Rivalen Licinius zu stärken.
- Arbeit zitieren
- Robert Bräutigam (Autor:in), 2011, Die Maßnahmen M. Daias gegen die Christen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273378