In Allgemeinen lassen sich unter Kompetenzen Problemlösungsstrategien, also Fähigkeiten und Fertigkeiten, verstehen, welche differenziert, reflektiert und flexibel auf das Problem angewandt werden. Das heißt, diese Fertigkeiten können variabel und zudem verantwortungsvoll auf das entsprechende Problem angewandt werden. Kompetenz für den Unterricht der modernen Fremdsprachen bedeutet, „eine Disposition, die Personen befähigt, bestimmte Arten von kommunikativen Problemen durch interkulturelle, fremdsprachige Handlungsfähigkeit erfolgreich zu lösen.“ (Mischke 2009: 1/2, in Anlehnung an Klieme 2003). Demnach soll durch Fremdsprachenunterricht befähigt werden, auf "kommunikative Situationen", beziehungsweise Probleme und Herausforderungen in der Fremdsprache und fremden Kultur entsprechend flexibel, verantwortungsvoll und variabel zu reagieren. Dies umfasst im Detail "das Verständnis verschiedener Textarten, das Verfassen adressatengerechter Texte, der Aufbau grammatischer Strukturen und deren Korrektheit" sowie "die offene Auseinandersetzung mit fremden Kulturen durch den Lernenden" (Ebd.).
Zur Erreichung dieser Ziele im langjährigen Prozess des Fremdsprachenlernens steht die Förderung von kommunikativer Kompetenz als übergeordnetes Ziel an erster Stelle.
Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der Förderung der kommunikativen Kompetenz mit dem Schwerpunkt auf Schriftlichkeit im Fremdsprachenunterricht durch Filmarbeit. Es erfolgt eine Verknüpfung von (audio-visuell) medienorientiertem Unterricht und kommunikativen Elementen, genauer gesagt durch produktiv-kreative Aufgabenstellungen im Umgang mit dem Medium Film zur Förderung von Schriftlichkeit. Dafür wird zunächst in einer Umrahmung der Begrifflichkeiten versucht, erstens die kommunikative Kompetenz als Hauptziel des modernen Fremdsprachenunterrichts zu definieren. Zweitens wird erörtert, inwiefern die Förderung von Schriftlichkeit in der Fremdsprache als bedeutende Facette von kommunikativer Kompetenz gelingen kann. Drittens wird als weitere Kategorie eröffnet, was für den Einsatz von audio-visuellen Medien im Fremdsprachenunterricht spricht, deren Relevanz bereits im hessischen Lehrplan bezeugt ist.
Als Verknüpfung dessen ergibt sich folgende Frage: Wie könnte im Rahmen des Fremdsprachenunterrichts die Förderung von kommunikativer Kompetenz mit dem Schwerpunkt auf der Schriftlichkeit auf Basis audio-visueller Medien der Fremdsprache gelingen beziehungsweise aussehen?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zur Relevanz von Filmarbeit im Fremdsprachenunterricht mit dem Schwerpunkt der Förderung kommunikativer Kompetenz im Bereich Schriftlichkeit
2.1 Filme im Fremdsprachenunterricht
2.2 Förderung von kommunikativer Kompetenz mit Hilfe von Filmen mit dem Schwerpunkt auf der Förderung der Teilfertigkeit Schriftlichkeit
3. Produktiv-kreativ-kommunikative Aufgabenformate zum Film-beispiel Entre les Murs, didaktische Analyse und Reflexion
3.1 Voraussetzungen/Vorarbeit für den kreativen Schreibauftrag
3.2 Didaktische Einbettung des kreativen Schreibauftrags, Analyse und Reflexion sowie Alternativen
4. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie kommunikative Kompetenz im Bereich der Schriftlichkeit im modernen Fremdsprachenunterricht durch den gezielten Einsatz audio-visueller Medien, insbesondere am Beispiel des Spielfilms Entre les murs, gefördert werden kann. Das zentrale Forschungsanliegen ist dabei die Entwicklung und didaktische Evaluation eines Aufgabenpools, der Lernende durch produktiv-kreative Schreibaufträge zu einer vertieften Auseinandersetzung mit filmischen Inhalten anregt.
- Bedeutung und Potenzial der Filmarbeit im Fremdsprachenunterricht
- Förderung der Teilfertigkeit Schriftlichkeit durch den Medienverbund
- Kreative Aufgabenformate als Methode zur Kompetenzentwicklung
- Didaktische Analyse und Reflexion konkreter Schreibaufträge
- Schnittstellen von kommunikativer, interkultureller und Medienkompetenz
Auszug aus dem Buch
3.2 Didaktische Einbettung des kreativen Schreibauftrags, Analyse und Reflexion sowie Alternativen
Zur Relevanz des produktiv-kreativen Aufgabenformats (nach Burger 1995: 600) "kreatives Schreiben" lässt sich einerseits sagen, dass dieser ein alternatives Aufgabenformat darstellt, weg von den sonst üblichen Textsorten des Unterrichts wie Resümees, Interpretationen oder Stellungnahmen. Allgemein bieten kreativ-produktive Aufgabenformate das Potential, der Gefahr des "passiven Filmkonsums" durch den Lerner entgegenzusteuern. Sie bieten dazu die Möglichkeit der kreativen Auseinandersetzung mit dem Film in der Fremdsprache.
Das kreative Schreiben ist dabei wesentlich offener als die genannten Textsorten. Der Lerner muss praktisch kaum Regeln bezüglich dieser Textsorte beachten und hat dadurch einen viel größeren Freiraum. Zudem verlangt das kreative Schreiben von Schülern ein nicht unerhebliches "Maß an inhaltlicher und methodischer Selbstorganisation" (Nieweler 2006: 46). Allerdings fehlen Hinweise auf kreatives Schreiben in Kompetenzmodellen oder Lehrplänen weitgehend, trotz ihres nicht unerheblichen didaktischen Potentials (Leupold 2010: 226). Im hessischen Lehrplan finden sich jedoch in den Inhalten der siebten und neunten Klasse sowie in der Oberstufe Hinweise auf kreatives Schreiben, meistens im Bereich narrativer Textsorten (Schreiben von Geschichten und Gedichten, Verändern von Schlüssen). In der Oberstufe soll vor allem auf Basis von Literatur kreativ geschrieben werden (Hessischer Lehrplan Französisch, 2010, S. 27, 30, 31, 37, 42, 54/55). Der Film als eigene Textsorte kann und sollte nach eigener Ansicht hierbei gewiss ebenso Berücksichtigung finden.
Die Aufgabe besteht nun darin, auf Basis der vorher durch den Bildimpuls erarbeite Gefühle Souleymanes einen inneren Monolog zu verfassen, in dem diese durch das Bild nur impliziten Gefühlsregungen explizit durch Verschriftlichung verbalisiert werden. Als Vorentlastung wurden notwendige Redemittel zu sentiments an der Tafel gesammelt, was eine Vorbereitung beziehungsweise Planungsphase des Schreibprozesses darstellen kann. Als Aufgabe wird folgende gestellt:
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Kompetenz im modernen Fremdsprachenunterricht und leitet die Fragestellung zur Förderung der schriftlichen Ausdrucksfähigkeit durch Filmarbeit ab.
2. Zur Relevanz von Filmarbeit im Fremdsprachenunterricht mit dem Schwerpunkt der Förderung kommunikativer Kompetenz im Bereich Schriftlichkeit: Das Kapitel erörtert das Potenzial des Mediums Film und verknüpft dieses mit theoretischen Modellen zur kommunikativen Kompetenz im schulischen Kontext.
3. Produktiv-kreativ-kommunikative Aufgabenformate zum Film-beispiel Entre les Murs, didaktische Analyse und Reflexion: Hier wird der Film Entre les murs als didaktische Grundlage genutzt, um konkrete Aufgabenformate zu entwickeln, theoretisch zu begründen und kritisch zu reflektieren.
4. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einem Fazit über den didaktischen Mehrwert von Filmen und gibt Ausblicke auf eine umfassendere Nutzung von Medien im Fremdsprachenunterricht.
Schlüsselwörter
Fremdsprachenunterricht, Filmarbeit, kommunikative Kompetenz, Schriftlichkeit, kreatives Schreiben, Entre les murs, Medienkompetenz, Schreibprozess, didaktische Analyse, interkulturelles Lernen, Aufgabenformat, Schüler, Französisch, Filmrezeption, Kompetenzorientierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit der didaktischen Nutzung des Spielfilms Entre les murs im Französischunterricht, um insbesondere die schriftliche Ausdrucksfähigkeit der Lernenden zu fördern.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit verknüpft moderne Konzepte der Fremdsprachendidaktik mit der praktischen Anwendung von audio-visuellen Medien und der Prozesshaftigkeit des Schreibens.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Erstellung eines praxisnahen "Aufgabenpools", der zeigt, wie durch produktiv-kreative Schreibaufträge basierend auf Filmen kommunikative Fertigkeiten systematisch trainiert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine fachdidaktische Analyse, die auf einer theoretischen Fundierung durch Lehrpläne und fachwissenschaftliche Literatur sowie einer praxisorientierten Reflexion von Unterrichtsbeispielen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden nach einer theoretischen Einbettung konkrete Anforderungen, Vorarbeiten und Aufgabenbeispiele für den Film Entre les murs entwickelt und kritisch evaluiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Fremdsprachenunterricht, Filmarbeit, kommunikative Kompetenz, kreatives Schreiben und Kompetenzorientierung.
Warum wurde gerade der Film "Entre les murs" für die Analyse gewählt?
Der Film bietet durch seine hohe Authentizität, seine lebensweltliche Relevanz für Schüler und seine thematische Dichte (Schule, Banlieue, Jugend) ein besonders hohes didaktisches Potenzial für den Unterricht.
Wie gehen die Lernenden in den kreativen Schreibaufträgen vor?
Die Schüler nutzen unter anderem Bildimpulse als Ausgangslage, um in einem Schreibprozess (Planung, Durchführung, Reflexion) beispielsweise innere Monologe der Filmfiguren zu verfassen und ihre Sprachproduktion zu trainieren.
- Quote paper
- Tobias Molsberger (Author), 2013, Aufgaben zum Textverständnis und zur Schreibfertigkeit am Beispiel des Films "Entre les murs", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273738