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„Never free, never me“ - Autoritätenkritik in der Rockmusik

Eine Analyse von Metallicas „The Unforgiven“ und Pink Floyds „The Wall“ im Vergleich mit Charles Dickens’ „David Copperfield“

Título: „Never free, never me“ - Autoritätenkritik in der Rockmusik

Tesis (Bachelor) , 2013 , 45 Páginas , Calificación: 2,0

Autor:in: Senta Gekeler (Autor)

Literatura - Literatura comparada
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Die Ideologie der Rockmusik vertritt die Werte Authentizität und Ehrlichkeit und lehnt es ab, sich Konventionen zu unterwerfen. Diese protesthafte, teilweise auch anarchistische Lebenshaltung steht außerdem stets mit dem Jugendalter und demnach mit jugendtypischen Entwicklungsproblemen in Verbindung, mit Identitätskrisen und dem jugendlichen Wunsch nach Individualität und Selbstverwirklichung. Auch wenn Rockmusik sich inzwischen längst zum Massenphänomen entwickelt hat und sowohl Künstler als auch Anhänger das Jugendalter zum Teil bereits weit überschritten haben, so wird trotzdem die auch durch die Texte vermittelte Einstellung häufig bewahrt. Dementsprechend ist die Entwicklung eines jungen Menschen, sein „Anderssein“ und die damit verbundenen Probleme ein oft aufgegriffenes Thema in der Geschichte der Rockmusik, wobei diese Thematik in der Literatur schon bei weitem länger existiert, als die Rockmusik selbst.
Die Darstellung eines Individuums und die Entwicklung seiner Persönlichkeit im Laufe des Lebens ist ein viel verwendetes Thema in der Literatur, vor allem in längeren narrativen Texten und Romanen. Besonders prägnant im viktorianischen Bildungsroman im England des 19. Jahrhunderts wurde das Leben eines Individuums von Geburt bis ins hohe Alter oder sogar bis in den Tod literarisch verarbeitet. Dabei zeigte sich zunehmend der Gedanke der Bildung im Sinne von Persönlichkeitsbildung, der Entwicklung einer eigenen Identität, die durch jedes einzelne Ereignis, die das Individuum im Laufe der Zeit erlebt, ein Stück weit geprägt wird. Doch dieses Schema findet sich nicht nur in Prosaliteratur; auch in der Rockmusik wurde das Motiv der Persönlichkeitsbildung durch die Erlebnisse und Begegnungen im Laufe des Lebens verarbeitet, wie in dieser Arbeit am Beispiel der zwischen 1991 und 2008 entstandenen Single-Auskoppelungen „The Unforgiven“ , The Unforgiven II“ und „The Unforgiven III“ der US-amerikanischen Heavy-Metal-Band Metallica sowie am Konzeptalbum "The Wall" der britischen Band Pink Floyd deutlich gemacht werden soll.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Gesellschaft und Individuum in Rockmusik und Literatur

2. Charles Dickens: David Copperfield und die Idee des Bildungsromans

2.1 Der Konflikt zwischen Individuum und Gesellschaft

2.2 Die verschiedenen Erziehungsmethoden in David Copperfields Leben

2.3 Die Auswirkung der Disziplinierungsversuche

2.4 Das Ende: Eine erfolgreiche Eingliederung in die Gesellschaft?

3. Metallica: „The Unforgiven“ – das Scheitern des Individuums

3.1 Teil I: Repression in jeder Hinsicht

3.2 „The Unforgiven II“: Der Versuch einer Öffnung

3.3 „The Unforgiven III“: Selbsterkenntnis

4. Pink Floyd: The Wall - „We don’t need no education”

4.1 Ausgangssituation: Die Identitätssuche des Protagonisten

4.2 „Bricks in the Wall“: Autoritäten und daraus entstehende Traumata

4.2.1 Die Abwesenheit des Vaters

4.2.2 Die übertriebene Fürsorge der Mutter

4.2.3 Die Repression der Lehrer

4.2.4 Die gescheiterte Beziehung

4.3 Innerhalb der Mauer: Das Wiederaufsuchen des Traumas

4.4 „The Trial“: Die Selbstverurteilung

4.5 „Tear down the wall“ – Befreiung oder Strafe?

5. Gesellschaftsentwürfe und Werte in ihrer Entwicklung

5.1 Der viktorianische Bildungsroman – eine Idealisierung?

5.2 Der Weltentwurf in „The Unforgiven“ und The Wall

5.2.1 Kunst als letztes freies Medium

5.2.2 Rocklyrik als postmoderner Realismus

5.2.3 Rockmusik und die Dekonstruktion bürgerlicher Werte

6. Schluss und Ausblick: Die Bewertung des Erziehungsbegriffs

7. Bibliographie

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den Konflikt zwischen Individuum und Gesellschaft in Charles Dickens' David Copperfield sowie Metallicas „The Unforgiven“-Trilogie und Pink Floyds The Wall. Dabei wird analysiert, wie Sozialisation, Autoritäten und Erziehungsmethoden die Identitätsbildung beeinflussen und inwiefern diese Werke als (Anti-)Bildungsromane fungieren.

  • Vergleichende Analyse von Literatur und Rockmusik bezüglich des Sozialisationsbegriffs.
  • Untersuchung der Rolle von Autoritäten und gesellschaftlichen Erwartungsdrucks.
  • Dekonstruktion bürgerlicher Werte im 19. Jahrhundert gegenüber der Rock-Ideologie.
  • Analyse von Identitätskrisen und den Folgen von Isolation und Traumatisierung.
  • Bewertung des Erziehungsbegriffs und der Möglichkeit individueller Freiheit.

Auszug aus dem Buch

3.1 Teil I: Repression in jeder Hinsicht

Der erste Teil der Trilogie, von Peter Kemper als „Ein dunkles Meisterwerk“ bezeichnet, zeichnet sich durch einen eingängigen, von bedeutungsschweren Metaphern durchzogenen Text aus, in dem in überraschender Kürze das gesamte traurige Leben eines unterdrücken und gequälten Mannes beschrieben wird. Kemper geht dabei vor allem auf das ebenso berühmte Musikvideo ein:

Das schwarz-weiße Video zu ‚The Unforgiven’, einem der Höhepunkte der schwarzen Scheibe, wird geprägt von düsterer, kafkaesker Stimmung und Zerrissenheit: der im Text nur angedeutete Zusammenhang eines gequälten und unterdrückten Menschen mit der beeindruckenden Rückbindung des am Ende alten Mannes auf den Sänger („The old man here is me“) wird filmisch umgesetzt […]

Doch bereits aus dem Text wird die Situation des Protagonisten auf dramatische Weise deutlich; sobald er geboren wird („new blood joins this earth“) wird er sofort in jeglicher Hinsicht unterdrückt und ist gezwungen, sich den Regeln der unbarmherzigen Welt, in der er lebt, anzupassen, wie durch die Textzeilen „And quickly he’s subdued/ Through constant pained disgrace / The young boy learns their rules“ deutlich wird. Wie totalitär diese Welt ist und wie sehr sie ihn in seiner Freiheit einschränkt, wird noch in der ersten Strophe klar: „Deprived of all his thoughts“ wird er von der Gesellschaft bis in seine Gedanken kontrolliert, wie auch Philip Lindholm in seiner Interpretation von der Philosophie in Metallica Texten generell behauptet: „The world wants to control your life by making you objectively detached from who you are and who you meant to become.“ Auch der Protagonist in „The Unforgiven“ erfährt niemals, was aus ihm hätte werden können, wenn er seine Persönlichkeit hätte frei entfalten können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Gesellschaft und Individuum in Rockmusik und Literatur: Diese Einleitung führt in die Themen Sozialisation und Identitätsbildung ein und stellt die gewählten Werke als Gegenstände der Untersuchung vor.

2. Charles Dickens: David Copperfield und die Idee des Bildungsromans: Das Kapitel erläutert den klassischen viktorianischen Bildungsroman am Beispiel von David Copperfield, wobei Konflikte mit der Gesellschaft und Erziehungsmethoden im Fokus stehen.

3. Metallica: „The Unforgiven“ – das Scheitern des Individuums: Hier werden die drei Teile der „Unforgiven“-Trilogie analysiert, die das Scheitern des Individuums an einer repressiven, unbenannten Umwelt thematisieren.

4. Pink Floyd: The Wall - „We don’t need no education”: Diese Analyse des Konzeptalbums untersucht die Entstehung der mentalen Mauer des Protagonisten Pink durch verschiedene Traumata und Autoritäten.

5. Gesellschaftsentwürfe und Werte in ihrer Entwicklung: Das Kapitel vergleicht die im Bildungsroman idealisierten Werte mit der dekonstruktiven Haltung der Rockmusik gegenüber bürgerlichen Konventionen.

6. Schluss und Ausblick: Die Bewertung des Erziehungsbegriffs: Die Arbeit fasst die Ergebnisse zusammen und beleuchtet den Wertewandel sowie das Potenzial für zukünftige Forschungsansätze.

7. Bibliographie: Verzeichnis der verwendeten Primär- und Sekundärquellen.

Schlüsselwörter

Sozialisation, Bildungsroman, Identitätsbildung, Rockmusik, Metallica, Pink Floyd, David Copperfield, Autorität, Repression, Individualität, Isolation, Gesellschaftskritik, Wertewandel, Dekonstruktion, Postmoderne

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen Individuum und Gesellschaft in verschiedenen narrativen und musikalischen Werken, wobei der Fokus auf der Entwicklung der Identität unter dem Druck repressiver Erziehung und gesellschaftlicher Normen liegt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Sozialisation, der Einfluss von Autoritäten, die psychologische Bedeutung von Isolation (sowie „Mauern“) und die Frage, wie verschiedene Medien mit dem Konzept der persönlichen Entfaltung umgehen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie die jeweiligen Autoren bzw. Künstler den Prozess der Identitätsfindung bewerten und welche Faktoren für das Gelingen oder Scheitern des Individuums in seiner Umwelt ausschlaggebend sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literatur- und kulturwissenschaftliche Analyse, die primär auf textnaher Einzelinterpretation sowie auf dem soziologischen Vergleich zwischen dem viktorianischen Bildungsroman und postmoderner Rocklyrik basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse von Dickens' David Copperfield als klassischem Bezugspunkt sowie eine tiefgehende Untersuchung der Metallica-Trilogie „The Unforgiven“ und Pink Floyds The Wall.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sozialisation, Bildungsroman, Identitätsbildung, Dekonstruktion, Repression, Isolation, Individualität sowie die spezifischen Werke und Künstler wie Metallica und Pink Floyd.

Wie unterscheidet sich die Bewertung des „Bildungsgedankens“ zwischen Dickens und den Rockmusikern?

Während Dickens in David Copperfield trotz aller Widrigkeiten eine erfolgreiche Integration in die Gesellschaft als erstrebenswertes Ziel darstellt, dekonstruieren Metallica und Pink Floyd dieses Modell und zeigen, dass die geforderte Anpassung zu seelischer Zerstörung und Isolation führen kann.

Welche Rolle spielt die „Mauer“ in Pink Floyds Werk?

Die Mauer symbolisiert einen mentalen Schutzwall, den der Protagonist als Reaktion auf Traumata (Vaterverlust, Unterdrückung durch Mutter und Lehrer) errichtet, der jedoch letztlich zur vollständigen Entfremdung von sich selbst und der Außenwelt führt.

Inwiefern kann Rockmusik als „postmoderner Realismus“ verstanden werden?

Die Texte der Rockmusik bemühen sich um eine ehrliche und direkte Darstellung von Emotionen und gesellschaftlichen Missständen und spiegeln damit eine Welt wider, die durch Pluralität und das Fehlen vorgegebener, „heiler“ Lebensentwürfe geprägt ist.

Final del extracto de 45 páginas  - subir

Detalles

Título
„Never free, never me“ - Autoritätenkritik in der Rockmusik
Subtítulo
Eine Analyse von Metallicas „The Unforgiven“ und Pink Floyds „The Wall“ im Vergleich mit Charles Dickens’ „David Copperfield“
Universidad
University of Augsburg  (Lehrstuhl Vergleichende Literaturwissenschaft)
Calificación
2,0
Autor
Senta Gekeler (Autor)
Año de publicación
2013
Páginas
45
No. de catálogo
V274499
ISBN (Ebook)
9783656696513
ISBN (Libro)
9783656697275
Idioma
Alemán
Etiqueta
Bildungsroman Metallica The Unforgiven Pink Floyd The Wall Rockmusik Philosophie
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Senta Gekeler (Autor), 2013, „Never free, never me“ - Autoritätenkritik in der Rockmusik, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/274499
Leer eBook
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