Das soziale Sicherungssystem in Großbritannien und die aktuellen Reformbestrebungen


Seminararbeit, 2014
38 Seiten, Note: 3,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Aufbau der Arbeit

3. Die Ära Margaret Thatcher

4. Der Arbeitsmarkt in Großbritannien

5. Die Sozial- und Gesundheitspolitik in Großbritannien

6. Aktuelle Reformbestrebungen/ Fazit

7. Literaturverzeichnis

8. Anhang

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

"Wir werden nicht zulassen, dass eine Kultur der Angst auf unseren Straßen herrscht, und wir werden alles tun, was nötig ist, um Recht und Ordnung wiederherzustellen und unsere Stadtviertel aufzubauen.“1 Mit diesen Worten unterstrich Premierminister David Cameron rigoros gegen Randalierer und Plündere, Hooligans und Straßengangs vorzugehen. Welche im August 2011 wie wilde Horden über die gutsituierten Straßenzüge Londons herfielen, für Verwüstung und Zerstörung sorgten und deren Gewaltorgien tagelang die Welt bestürzten - „und das ausgerechnet vor den Olympischen Spielen 2012“2. Die Unruhen, die zu 1.400 Verhaftungen, rund 100 Millionen Pfund Schäden, fünf bestätigten Toten3 führten und gut 16 000 Polizisten4 in Alarmbereitschaft hielten, hatten die britische Gesellschaft in eine beklemmende Stockstarre versetzt. Aber was waren die Gründe für diese soziale Exklusion? „Am Anfang stand ein mysteriöser Todesfall: Am Abend des 4. August starb der Tottenhamer Mark Duggan durch eine Polizeikugel. Zwei Tage später, am Samstagnachmittag, versammelten sich Duggans Angehörige und Freunde vor der örtlichen Polizeistation. Die mehr als 100 Demonstranten forderten Gerechtigkeit, Duggans Verlobte verlangte von den Behörden Antworten - ohne Erfolg. Ein erhofftes Gespräch mit einem Polizeioffizier blieb aus. Am Abend kippte die bis dahin friedliche Kundgebung: „Kriminelle Element“ hätten die Demonstration übernommen, konstatierte die Polizei später. Der lokale Konflikt mündete in einen Gewaltexzess der sich auf drei benachbarte Stadtteile sowie auf Brixton im Süden Londons - allesamt Problemviertel - ausweitete.“5 Auf den ersten Blick schien es so, als ob eine Aneinanderreihung unglücklicher Zufälle gepaart mit Frust und blinder Zerstörungswut Auslöser für die Krawalle waren. Auf den zweiten Blick allerdings gehen sie aber auf ein „tief sitzendes Gefühl der sozialen Ungerechtigkeit“6 zurück. Die reichsten zehn Prozent Londons besitzen 273 Mal mehr als die ärmsten zehn Prozent7. „An keinem Ort Großbritanniens - und womöglich in ganz Westeuropa - leben so viele Menschen aus verschiedenen Ethnien wie in South Tottenham, besagt eine Studie der University College London aus dem Jahr 2007. 113 Volksgruppen und mehr als 190 Sprachen zählten die Forscher. Die Kriminalitätsrate ist hoch, ebenso die Arbeitslosenquote.“8

Um nun die Auslöser für die sozialen Missstände in Großbritannien, welche eng mit den Sozialreformen unter der Ära Margaret Thatcher und denen der aktuellen Regierung Cameron verknüpft sind, klarer darzustellen sowie die Funktionsweisen des britischen Arbeitsmarktes besser fassen zu können und idealerweise genaue Informationen über die aktuellen Veränderung in der Sozial- und Gesundheitspolitik bereitzustellen, habe ich mich in meiner kurzen Seminarbarbeit eingehend mit der Thematik beschäftigt, deren Ergebnisse Sie mit dieser Arbeit in Händen halten.

2. Aufbau der Arbeit

Einleitend soll eine kurze Einführung in Kapitel 3 über die gesellschaftspolitischen Auswirkungen der Ära Margaret Thatchers in die Themenstellung einführen.

Folglich werden in Kapitel 4 die Inhalte und Ziele der britischen Arbeitsmarktpolitik näher beschrieben, bevor zum Schluss dieses Teils die grundsätzlichen Unterschiede zwischen der welfare to work-Strategie und den New Deal Arbeitsmarktprogrammen zum Tragen kommen.

Die Kapitel 3 und 4 führen zum Hauptteil der Arbeit, der Sozial- und Gesundheitspolitik Großbritanniens, in Kapitel 5. Zunächst wird die historische Entwicklung der britischen Sozialpolitik betrachtet, dann die Grundprinzipien der Gesundheitspolitik aufgelistet, bevor abschließend auf die konkreten Reformbestrebungen in der drittgrößten Volkswirtschaft Europas eingegangen wird.

Die Arbeit endet mit einem gebündelten Fazit und einer kurzen persönlichen Stellungnahme zur aktuellen Entwicklung.

3. Die Ära Margaret Thatcher

„1979 gewannen die Konservativen unter Margaret Thatcher die Wahlen zum Unterhaus und konnten daraufhin mit einer klaren Mehrheit von 339 der 635 Sitze im Unterhaus regieren. Margaret Thatcher war mit dem Programm angetreten, den Nachkriegskonsens aufzukündigen und zu einer monetaristischen Politik überzugehen. Den wohlfahrtsstaatlichen Ansichten der Nachkriegszeit innerhalb ihrer eigenen Partei erteilte sie eine Absage. Die neokonservative Wende von Margaret Thatcher ist als eine bewusste Umkehr dieser „sozialdemokratischen“ Orientierung der Konservativen zu verstehen. Sie trat ihre Regierungszeit mit der Vision an, die Zeit der Unsicherheit und Instabilität zu beenden.“9 Grund hierfür war die wirtschaftliche Schwäche Großbritanniens in der Mitte der siebziger Jahre. „Diese Krise, die schlagwortartig, mit dem Begriff der „englischen Krankheit“ umschrieben wurde, äußerte sich in der geringen Produktivität und einer mangelnden Konkurrenzfähigkeit der britischen Wirtschaft. Sie wuchs sich schließlich durch die verhängnisvolle Kombination aus gleichzeitig hohen Inflationsraten und steigender Arbeitslosigkeit zu einer sogenannten Stagflation aus .“10 Die Ölkrise 1974 und die von ihr verursachte Verschlechterung der gesamtwirtschaftlichen Lage bewirkten einen Prozess des Umdenkens der Zentralregierungen gegenüber der Ausgabenpraxis der Kommunalverwaltungen. Die hohe Inflationsrate, die mit 24,2 % 1975 einen vorläufigen Höhepunkt erreichte, gefährdete massiv die Preisstabilität. Die in Folge dessen und auch aufgrund des Drucks des internationalen Währungsfonds notwendig gewordene Sparpolitik, um den Haushalt zu sanieren und die Ausgaben zu kürzen, stand nun vor dem Problem der unkontrollierten Gemeindeausgaben.11

Der „Thatcherismus“ hatte einen Wirtschafts- und Mentalitätswandel zum Ziel. Auf der einen Seite sollten die staatlichen Eingriff in die Wirtschaft vermindert, die gesamte Wirtschaft liberalisiert und dereguliert und auch die öffentlichen Dienste Marktmechanismen unterworfen werden. Auf der anderen Seite wurde die Ungleichheit der Menschen betont und dass es nicht Aufgabe des Staates sei, diese auszugleichen. Dem wohlfahrtsstaatlichen Kapitalismus wurde eine Absage erteilt. Die Regierung Thatcher galt als erste Nachkriegsregierung, die Vollbeschäftigung nicht zu einem ihrer politischen Ziele machte.12 „ Ihre Reaktion beschränkte sich weitgehend darauf, die entsprechenden Statistiken auf eine andere Grundlage stellen zu lassen. So wurden seit 1982 die Erfassungskriterien für Arbeitslosigkeit durch insgesamt mehr als 30 Eingriffe so verändert, daß schätzungsweise weniger als die Hälfte aller britischen Arbeitslosen in der offiziellen Statistik auftauchte.“13 Darüberhinaus wurden die gesetzlichen Bestimmungen zum Arbeitslosengeld zw. 1979 und 1988 allein achtunddreißigmal geändert, um so knapp eine halbe Mrd. Pfund an Zahlungen einzusparen.14 Das Ziel der Maßnahmen war, den einzelnen Bürger von der „Bevormundung“ durch die Wohlfahrtspolitik zu befreien und ihm die Möglichkeit zu geben, sich in der freien Marktwirtschaft eigenverantwortlich zu entfalten. Der Staat sollte unter der neuen Regierung nur dann in den Markt eingreifen, wenn dies der Förderung der Marktkräfte diente. So wurden auch Staatsbetriebe umfassend privatisiert.15

„Denn in den Augen neoliberaler Kritiker hatte die wohlfahrtsstaatliche Expansion die britische Wirtschaft überlastet und so zum Niedergang beigetragen, während der nanny state die Empfänger sozialer Leistungen zu entmündigen drohte. Leistungskürzungen folgten daher nicht nur fiskalischen, sondern immer auch ordnungspolitischen Motiven.“16 Soziale Korrekturen waren dabei nicht Bestandteil der Politik Margaret Thatchers und es fand lediglich eine minimale Sicherung gegen Lebensrisiken wie Alter, Arbeitslosigkeit oder Krankheit statt, die aber keinen Einkommensersatz mehr darstellen durften. Die Spitzensteuersätze wurden gesenkt und die indirekten Steuern erhöht. Im britischen Haushalt sank von 1979 bis 1986 das Volumen der Sozialprogramme.17 „Den ersten Schritt zur Umsetzung ihrer „konservativen W ende“ auf der Gemeindeebene machte Margaret Thatcher direkt nach ihrem W ahlsieg 1979. Den Bewohnern von Sozialwohnungen wurde ermöglicht, die von ihnen bewohnten Gebäude zu kaufen. Bis 1987 gingen auf diesem Wege eine Million von ungefähr sieben Millionen Sozialwohnungen in Privatbesitz über. Die übrigen Sozialwohnungen wurden teilweise in W ohnungsbaugesellschaften bzw. Mietvereinigungen überführt, in denen die Mieter Mitspracherechte erhielten. Hier zeigt sich die direkte Umsetzung des politischen Programms der Regierung Thatcher: entweder wurden die W ohnungen privatisiert oder dem Zugriff der Gemeinden entzogen und in private Trägerschaft überführt und von den Bewohnern selbst verwaltet. Gleichzeitig wurde der Staatshaushalt durch die zusätzlichen Einnahmen saniert.“18 Einen ähnlich scharfen Paradigmenwechsel leitete die „eiserne Lady“ auch mit den Bildungsreformen von 1979 ein. Auf der einen Seite wurden die Entscheidungskompetenzen der Zentralregierung gestärkt und gleichzeitig die der Kommunen beschnitten. Den Schulen wurde das Recht eingeräumt, über die Verwendung ihrer finanziellen Mittel eigenständig zu entscheiden und private oder staatliche Gelder einzuwerben. Bereits mit den Schulreformen von 1980 wurden die Schulen schrittweise von der Aufsicht der Bezirksregierungen und damit der Gemeinden befreit. Gleichzeitig wurden Zug um Zug die Lehrpläne und Leistungsstandards auf nationaler Ebene vereinheitlicht und das seit 1870 existierende System der Schulinspektoren zugunsten des „Chief Inspector of Schools“ der Londoner Zentralregierung abgeschafft.19 „Und als ob sie das Ende ihrer Amtszeit als Premierministerin schon kommen sah, formulierte sie nach mehr als 8 Jahren ihrer Regierungszeit: „Das alte Großbritannien der 1970er Jahre, mit seinen Streiks, seiner niedrigen Produktivität, geringen Investitionen, Wintern der Unzufriedenheit, seiner dumpfen Verzagtheit, seinem Pessimismus und seinem ausgeprägten Defätismus - dieses Großbritannien ist überwunden. Wir haben heute ein neues Großbritannien mit Selbstvertrauen und Optimismus, das seiner eigenen wirtschaftlichen Stärke sicher ist.“ In ihrer letzten Rede auf dem Parteitag als Vorsitzende und Premierministerin am 14. Oktober 1987, sagte sie: „Unsere Regierung hat größte Anstrengungen unternommen, um durch Sozialausgaben den Benachteiligten zu helfen.“ Desgleichen seien die Anforderungen für die private Wohltätigkeit gestiegen. Wachsender Wohlstand führe also nicht zu wachsender Selbstbezogenheit, sondern gehe mit wachsender Großzügigkeit einher.“20

„Letztendlich bleibt aber die für diese Arbeit entscheidende Feststellung, dass im Bereich der Kommunalverwaltung unter Margaret Thatcher ein eindeutiger W andel innerhalb der britischen Verfassung stattgefunden hat. Eine aktive kommunale Ebene war in der Gesellschaft Großbritanniens immer einer der entscheidenden Gründe für die Akzeptanz des Westminster-Modells gewesen. Diese kommunale Ebene war nach Margaret Thatcher in ihrem Grundlagen tief erschüttert.“21

4. Der Arbeitsmarkt in Großbritannien

„Die klassische Industrienation Großbritannien durchlief seit den 1970er-Jahren differenzierte Prozesse der Deindustrialisierung, Reindustrialisierung und Tertiärisierung und wurde zum weltweiten Vorreiter postindustriellen wirtschaftlichen Wandels.“22 Unter Deindustrialisierung wird der absolute und relative Bedeutungsverlust des produzierenden Gewerbes, insbesondere hinsichtlich der Beschäftigung, verstanden, der v.a. die Industrien des 19. Jh. - Bergbau, Eisen- und Stahlerzeugung und -verarbeitung, Schiffsbau, Schwermaschinenbau und Textilindustrie - sowie ihre traditionellen Standorte, die Altindustriegebiete, erfasste.23 „Großbritannien produzierte in der Mitte des […][vorletzten Jahrhunderts; A. S.] etwa zwei Drittel der gesamten Kohle der W elt, etwa die Hälfte des Eisens und kommerziell hergestellten Baumwollstoffs und 70 Prozent des Stahls.“24 „Am allgemeinen Wirtschaftsaufschwung nach dem 2. Weltkrieg nahm das Vereinigte Königreich nicht in dem Maße Teil wie andere europäische Staaten. Mit dem Begriff des „relativen Niedergangs“ des Landes wurde die Tatsache umschrieben, dass trotz zufriedenstellendem ökonomischem Fortschritt (gemessen am Wachstum des Bruttoinlandsprodukts) das Land hinsichtlich technologischer Innovationen und im Vergleich zu den W achstumsraten anderer Industrienationen zurück blieb und überholt wurde.“25 Der Britische Anteil am Welthandel fiel von über 20 % in den 50ern des letzten Jahrhunderts auf etwa 10 % (1975). Die Zahl der Industriebeschäftigten sank von ihrem Höchststand mit etwa 9 Mio. (1966) insbesondere in den drei Rezessionsphasen 1973-1975, 1979-1983 und 1990-1993 auf 4 Mio. (1998).26 „Geringe Investitionen in die heimische Industrie, steigende ausländische Konkurrenz auf den Inlands- und Auslandsmärkten, eine veränderte Energiebasis und nicht zuletzt die neoliberale Wirtschaftspolitik des „Thatcherismus“ führten die Altindustrien in Prozess des Verfalls.“27 Mit der zunehmenden Deindustrialisierung und weiter steigenden Arbeitslosenquoten schwand auch die Macht der Gewerkschaften. Von 1979-1990 sank der Anteil der organisierten Arbeiter von 51 % auf 37 %, die Zahl der Gewerkschaftschaftsmitglieder von 12,1 auf 9 Mio.28 „Zeitgleich konnten zum einen mittels staatlicher Subventionen ausländische Unternehmen fordistischer und post-fordistischer Industrien zur Ansiedlung in Großbritannien veranlasst werden, zum anderen bildete sich London und in der Südostregion eine Konzentration hochrangiger Dienstleistungen von nationaler und europäischer Bedeutung.“29 So wurden im Jahr 2004/05 durch ausländische Investitionen 1006 Projekte mit 39 592 Arbeitsplätzen realisiert, von denen 464 (17 730 Arbeitskräfte) auf die USA, 67 (646) auf Kanada, 60 (5188) auf Deutschland, 57 (1424) auf Frankreich und 57 (3279) auf Japan entfielen (UK Trade & Investment 2005).30 „Der grundlegende Wechsel der wirtschaftlichen Basis hatte nicht nur Massenarbeitslosigkeit in den Altindustriegebieten und die Ausbildung einer neuen Mittelschicht zur Folge, sondern veränderte auch die Strukturen des Arbeitsmarktes - Vollzeitarbeit nahm tendenziell ab, Teilzeitarbeit nahm zu.“31 Der wichtigste wirtschaftliche Erfolg der Thatcher- Regierung war ab 1980 die Senkung der Inflationsrate, ihr größtes wirtschaftliches Desaster blieben die hohen Arbeitslosenquoten. Sowohl die weltweiten Rezessionen der späten 1970er- und frühen 1980er-Jahre als auch hohe Zinssätze erhöhten die Arbeitslosigkeit. Ab etwa 1985 setzte ein Wirtschafsboom mit einem beträchtlichen Wachstum des Lebensstandards ein, der für den erneuten Wahlsieg von 1987 mitentscheidend war. Die Reduzierung der Inflationsrate blieb weiterhin das primäre Ziel der Wirtschaftspolitik, die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit wurde nach wie vor als nachrangig eingestuft.

Auf dem Arbeitsmarkt führte die Zunahme der Erwerbstätigkeit durch mehr Teilzeitbeschäftigung und ein neues Verfahren zur Erfassung von Arbeitslosigkeit zu einem „günstigeren Ergebnis“. Am Ende der Amtszeit von Margaret Thatcher, das von ihrer eigenen Partei erzwungen wurde, stand eine wirtschaftliche Rezession. Die Arbeitslosenquote lag bei mehr als 10 %, wegen der hohen Zinsen verfielen die Immobilienpreise, die Zukunftsangst der Bevölkerung erhöhte die Spareinlagen und dämpfte die Nachfrage. Die Kritiker des Thatcherismus beklagten den Verlust an Lebensqualität, an Gemeinsinn und Solidarität zugunsten einer Gesellschaft des Wettbewerbs, des Geldes, der Neureichen und des Konsums. Es fiel leicht, die wirtschaftlichen Gegebenheiten zu akzeptieren, weil die seit dem Thatcherismus entwickelte neue Mittelschicht den privaten Konsum ankurbelte und heimisches Kapital in die britische Wirtschaft investiert wurde, Großbritannien erfuhr einen wirtschaftlichen Aufschwung, der stärker war als in anderen Ländern Europas. Dazu trugen ein stärkerer Wettbewerb auf den heimischen Märkten, reduzierte Steuersätze, Anreize für Unternehmensgründungen sowie eine verstärkte Ausbeutung des Nordseeöls bei.32 „Nach dem Ausscheiden Großbritanniens aus dem Europäischen Währungssystem 1992 rückte die Preisstabilität als geldpolitisches Ziel in den Vordergrund. Von nun an gab die britische Regierung einen Zielkorridor für die Inflation vor, der zwischen ein und vier Prozent lag. Und das Ergebnis der Politik Recht zu geben: die Inflationsrate verringerte und stabilisierte sich gegenüber den siebziger und achtziger Jahren und ein lang anhaltendes Wirtschaftswachstum setzte ein.“33 „So betrug die Inflation in den Jahren 1997 bis August 2003 durchschnittlich 2,4 % und lag damit lediglich geringfügig unter dem von der Regierung ausgegebenen Inflationsziel von (damals) 2,5 %. Dabei war die Inflation nicht nur gering, sondern vor allem auch stabil.

[...]


1 „zit nach“ Krawalle in Großbritannien Weiterer Toter nach Unruhen in London, in:http://www.handelsblatt.com/politik/international/krawalle-in-grossbritannien-cameron-will- englands-strassen-aufraeumen/4491692-2.html (abgerufen am 15.01.2014)

2 Das Gupta, O./Schulte von Dach, M.: Unruhen in London Warum die Gewalt in Tottenham explodierte, in: http://www.sueddeutsche.de/politik/unruhen-in-london-warum-die-gewalt-in- tottenham-explodierte-1.1129106-5 (abgerufen am 15.01.2014)

3 Vgl. Atkinson, R./Parker, S.: Randale in England: Die Krawalle in Großbritannien waren vorhersehbar, in: http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2011-08/die-lehre-aus-london (abgerufen am 15.01.2014)

4 Vgl. Krawalle in Großbritannien Weiterer Toter nach Unruhen in London, in:

http://www.handelsblatt.com/politik/international/krawalle-in-grossbritannien-cameron-will- englands-strassen-aufraeumen/4491692-2.html (abgerufen am 15.01.2014)

5 Das Gupta, O./Schulte von Dach, M.: Unruhen in London Warum die Gewalt in Tottenham explodierte, in: http://www.sueddeutsche.de/politik/unruhen-in-london-warum-die-gewalt-in- tottenham-explodierte-1.1129106-5 (abgerufen am 15.01.2014)

6 Atkinson, R./Parker, S.: Randale in England: Die Krawalle in Großbritannien waren vorhersehbar, in: http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2011-08/die-lehre-aus-london (abgerufen am 15.01.2014)

7 Vgl. Das Gupta, O./Schulte von Dach, M.: Unruhen in London Warum die Gewalt in Tottenham explodierte, in: http://www.sueddeutsche.de/politik/unruhen-in-london-warum-die-gewalt-in- tottenham-explodierte-1.1129106-5 (abgerufen am 15.01.2014)

8 Das Gupta, O./Schulte von Dach, M.: Unruhen in London Warum die Gewalt in Tottenham explodierte, in: http://www.sueddeutsche.de/politik/unruhen-in-london-warum-die-gewalt-in- tottenham-explodierte-1.1129106-5 (abgerufen am 15.01.2014)

9 Haring, Merten: Verfassungswandel in Großbritannien Von Margaret Thatcher bis Tony Blair, Osnabrück: Verlag Dirk Koentopp, 2006, S. 32f

10 Hübner, E. u.a. (Hrsg.): Das politische System Großbritanniens Eine Einführung, 2. Aufl., o.O.: Verlag C. H. Beck, 1999, S. 46

11 Vgl. Haring, Merten: Verfassungswandel in Großbritannien Von Margaret Thatcher bis Tony Blair, Osnabrück: Verlag Dirk Koentopp, 2006, S. 49

12 Vgl. Ebd., S. 33

13 Hübner, E. u.a. (Hrsg.): Das politische System Großbritanniens Eine Einführung, 2. Aufl., o.O.: Verlag C. H. Beck, 1999, S. 48

14 Borchert, J.: Die konservative Transformation des Wohlfahrtsstaates Großbritannien, Kanada, die USA und Deutschland im Vergleich, in: Theorie und Gesellschaft, hrsg. Honneth, A. u.a., Bd. 34, Frankfurt/New York: Campus Verlag, 1995, S. 220

15 Vgl. Haring, Merten: Verfassungswandel in Großbritannien Von Margaret Thatcher bis Tony Blair, Osnabrück: Verlag Dirk Koentopp, 2006, S. 33

16 Süß, Winfried: Armut im Wohlfahrtsstaat, in: Hockerts, H. G. (Hrsg.): Soziale Ungleichheit im Sozialstaat Die Bundesrepublik Deutschland und Großbritannien im Vergleich, München: R. Oldenbourg Verlag, 2010, S. 39f

17 Vgl. Haring, Merten: Verfassungswandel in Großbritannien Von Margaret Thatcher bis Tony Blair, Osnabrück: Verlag Dirk Koentopp, 2006, S. 33

18 Ebd., S. 53

19 Vgl. Ebd., S. 53f

20 Eichenhofer, Eberhard: Der Thatcherismus und die Sozialpolitik: Wohlfahrtsstaatlichkeit zu marktwirtschaftlichen Bedingungen, 1. Aufl., Baden-Baden: Nomos Verl.-Ges., 1999, S. 33

21 Haring, Merten: Verfassungswandel in Großbritannien Von Margaret Thatcher bis Tony Blair, Osnabrück: Verlag Dirk Koentopp, 2006, S. 60

22 Wehling, Hans-Werner: Großbritannien, o.O.: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2007, S. 179

23 Vgl. Ebd., S. 180

24 Busch, A.: Großbritannien in der Weltwirtschaft, in: Bundeszentrale für politische Bildung (Schriftenreihe Band 543), hrsg. Kastendiek, H. u.a., 3. Aufl., o.O. 2006, S. 413

25 Becker, B.: Politik in Großbritannien Einführung in das politische System und Bilanz der ersten Regierungsjahre Tony Blairs, Paderborn: Schöning Verlag, 2002, S. 49

26 Vgl. Wehling, Hans-Werner: Großbritannien, o.O.: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2007, S. 180

27 Ebd., S. 179

28 Vgl. Ebd., S. 180

29 Ebd., S. 179

30 Vgl. Ebd., S. 181

31 Ebd., S. 179

32 Vgl. Ebd., S. 180-181

33 Krumm, T. u. a.: Regierungssystem Großbritanniens Eine Einführung, hrsg. Mohr, A., Wien: R. Oldenbourg Verlag München, 2006, S. 299f

Ende der Leseprobe aus 38 Seiten

Details

Titel
Das soziale Sicherungssystem in Großbritannien und die aktuellen Reformbestrebungen
Hochschule
Hochschule für Politik München
Veranstaltung
Wirtschaftsordnung der BRD
Note
3,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
38
Katalognummer
V274567
ISBN (eBook)
9783656672593
ISBN (Buch)
9783656672562
Dateigröße
717 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
sicherungssystem, großbritannien, reformbestrebungen
Arbeit zitieren
Andreas-Holger Sonntag (Autor), 2014, Das soziale Sicherungssystem in Großbritannien und die aktuellen Reformbestrebungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/274567

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