Die Unternehmensanalyse mit ihrer Stärken- und Schwächenanalyse ist neben der Umweltanalyse der zweite Grundpfeiler des strategischen Planungsprozesses. Die Unternehmensanalyse ist auf die interne Ressourcensituation gerichtet, wo geprüft wird, welchen Spielraum das Unternehmen hat und ob es spezifische Stärken oder Schwächen im Vergleich zu den stärksten Konkurrenten besitzt, die einen Wettbewerbsvorteil/-nachteil begründen können. Wegen der Komplexität und Dynamik der Analysefelder ist die Unternehmensanalyse immer unvollständig und damit risikobehaftet. Die Unternehmensanalyse lässt sich in die wertschöpfungszentrierte und die kundenzentrierte Perspektive einteilen. Aus den Unternehmensressourcen und –potentialen und den kritischen Erfolgsfaktoren aus Sicht des Marktes lassen sich die potentiellen Wettbewerbsvorteile ableiten.
Inhaltsverzeichnis
Die wertschöpfungszentrierte Stärken- und Schwächenanalyse
1. Allgemeine Ressourcenanalyse
2. Wertkettensanalyse nach Porter
3. Übergreifende Fähigkeiten und Kernkompetenzen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die internen Erfolgsfaktoren eines Unternehmens durch eine wertschöpfungszentrierte Stärken- und Schwächenanalyse. Dabei wird analysiert, wie durch die Identifikation spezifischer Ressourcen, die Optimierung der Wertschöpfungskette nach Porter und die Entwicklung übergreifender Kernkompetenzen nachhaltige Wettbewerbsvorteile gegenüber der Konkurrenz erzielt werden können.
- Grundlagen der unternehmensinternen Ressourcenanalyse
- Methodik der Wertkettenanalyse (Value Chain Analysis)
- Unterscheidung zwischen primären und sekundären Aktivitäten
- Strategische Bedeutung von Kernkompetenzen und Benchmarking
Auszug aus dem Buch
2. Wertkettensanalyse nach Porter
Wettbewerbsvorteile können innerhalb vieler einzelner Tätigkeiten des Unternehmens, z.B. in den Bereichen Entwurf, Fertigung, Marketing und Vertrieb entstehen. Jede dieser Tätigkeiten kann zur relativen Kostenposition eines Unternehmens beitragen und eine Differenzierungsbasis schaffen. Um die Ursachen von Wettbewerbsvorteilen zu untersuchen, dient Porters Wertkette als analytisches Instrument.
Eine Wertkette umfasst sämtliche Herstellungsschritte von der Rohstoffgewinnung über die Produktion bis zur Vermarktung. In der Wertkette eines Unternehmens lassen sich seine Geschichte, seine Strategie und seine Methoden zur Implementierung dieser Strategie wieder finden. Die Wertketten von Unternehmen aus der gleichen Branche können zwar ähnlich sein, allerdings sind die Wertketten von Konkurrenten häufig unterschiedlich. Unterschiede in den Konkurrentenwertketten spielen eine entscheidende Rolle als Ursache für Wettbewerbsvorteile.
Die Wertschöpfungsanalyse ist die Analyse aller Aktivitäten entlang der Wertschöpfungskette in Bezug auf die relativen Kosten und den Kundennutzen. In diesem Zusammenhang sollte analysiert werden, ob bestimmte Aktivitäten überhaupt (noch) notwendig sind, ob man eventuell eine oder mehrere Aktivitäten fremdfertigen lässt und die Frage nach Fertigungsort und Fertigungsverfahren sollte in Betracht gezogen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
Die wertschöpfungszentrierte Stärken- und Schwächenanalyse: Dieses Kapitel führt in die strategische Unternehmensanalyse ein und erläutert die Bedeutung der internen Ressourcensituation für die Erarbeitung von Wettbewerbsvorteilen.
1. Allgemeine Ressourcenanalyse: Hier werden die verschiedenen Arten von Unternehmensressourcen, von harten Faktoren bis hin zu immateriellen Werten, detailliert klassifiziert und ihre Bedeutung für die Strategiebildung beschrieben.
2. Wertkettensanalyse nach Porter: Dieses Kapitel stellt das Instrument der Wertkette vor, um durch die Untersuchung primärer und sekundärer Aktivitäten Kostenvorteile und Differenzierungsmöglichkeiten zu identifizieren.
3. Übergreifende Fähigkeiten und Kernkompetenzen: Hier wird das Konzept der Kernkompetenzen als Lösung für Koordinationsprobleme in dezentralen Strukturen vorgestellt, um unternehmensspezifisches Wissen strategisch zu nutzen.
Schlüsselwörter
Unternehmensanalyse, Stärken- und Schwächenanalyse, Ressourcenanalyse, Wertkettenanalyse, Porter, Wettbewerbsvorteile, Wertschöpfung, Primäraktivitäten, Sekundäraktivitäten, Kernkompetenzen, Benchmarking, Strategisches Management, Kundennutzen, Kostenvorteile, Differenzierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der strategischen Analyse von Unternehmen, insbesondere wie interne Stärken und Schwächen identifiziert werden können, um sich erfolgreich gegen Wettbewerber durchzusetzen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Ressourcenanalyse, das Modell der Wertkette nach Porter sowie die Entwicklung und Nutzung von unternehmensweiten Kernkompetenzen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Unternehmen ihre Aktivitäten entlang der Wertschöpfungskette analysieren und optimieren können, um nachhaltige Wettbewerbsvorteile zu generieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine deskriptive und analysierende Methode auf Basis etablierter Management-Frameworks wie der Wertkettenanalyse nach Michael Porter angewandt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Kategorisierung von Ressourcen, die detaillierte Aufschlüsselung der primären und sekundären Wertaktivitäten sowie der Einsatz von Benchmarking zur strategischen Bewertung erläutert.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Wertschöpfung, Kernkompetenzen, Ressourcenorientierung, Wettbewerbsvorteile und das strategische Management.
Warum ist laut Autorin die Dezentralisierung von Unternehmen problematisch?
Die Dezentralisierung in Business Units kann zu Doppelarbeiten, mangelndem Wissensaustausch und einem Denken in Abteilungsinteressen statt in Gesamtunternehmenszielen führen.
Wie definiert Porter den Unterschied zwischen primären und sekundären Aktivitäten?
Primäre Aktivitäten sind unmittelbar mit der Herstellung und dem Vertrieb eines Produkts verbunden (vertikal), während sekundäre Aktivitäten als unterstützende Funktionen für das gesamte Unternehmen fungieren (horizontal).
Welche Rolle spielt das Benchmarking im Kontext der Kernkompetenzen?
Benchmarking dient als Werkzeug, um die eigenen Ressourcen und Fähigkeiten systematisch mit denen der Branchenführer zu vergleichen und so die strategische Relevanz der eigenen Kompetenzen zu bewerten.
- Citation du texte
- Dorothee Zirkel (Auteur), 2004, Die wertschöpfungszentrierte Stärken- und Schwächenanalyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/274623