Die Hypothese der vorliegenden Arbeit lautet, dass soziale Netzwerke einen nicht unerheblichen Teil zur deliberativen Demokratie beitragen und somit den Diskurs in der Öffentlichkeit fördern und die Bindung zwischen Bürgern und Politikern festigen. Als Grundlage der Hypothesenüberprüfung wird der Schweizer Volksentscheid zur Regulierung der Einwanderung von Ausländern, der im Februar beschlossen wurde, herangezogen. Die Forschung zu diesem Thema ist sehr aktuell und tiefgreifend. Aber nicht nur die neueste Forschungsliteratur findet sich in dieser Arbeit wieder; auch die Arbeiten von Jürgen Habermas und Peter Dahlgren stellen eine wichtige Grundlage dar. Als Basis für die Untersuchung, inwieweit soziale Netzwerke den öffentlichen und kommunikativen Diskurs beeinflussen, sollen zuerst die theoretischen Grundlagen geschaffen und die verwendeten Begriffe geklärt werden. Des Weiteren wird in einem kurzen Abriss die direkte Demokratie in der Schweiz genauer erläutert. Neben der Klärung des Begriffs der Deliberation wird auch ein soziales Netzwerk (Facebook) betrachtet und gleichzeitig die Analyse des vorher genannten Beispiels vollzogen. In der Schlussbetrachtung lässt sich dann zeigen, ob die oben genannte Hypothese verifizierbar ist.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
II. Vorarbeit
A. Demokratiebegriff
B. Demokratietheorien: Deliberative Demokratie
C. Direkte Demokratie
1. Volksinitiative
2. Rechtliche Grundlage
D. Civic Culture
E. Soziale Netzwerke: Facebook
III. Analyse
A. Beispiel der Volksinitiative „gegen Massen-Einwanderung“ in der Schweiz
1. Facebook-Webpräsenz
a) Gegen Masseneinwanderung – SVP
b) NEIN zur SVP-Abschottungsinitiative Bilaterale
c) Die Antwort auf die Volksabstimmung: Ecopop NEIN
B. Diskurs
IV. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwieweit soziale Netzwerke, speziell am Beispiel der Schweizer Volksinitiative „gegen Masseneinwanderung“, zur deliberativen Demokratie beitragen, den öffentlichen Diskurs fördern und die Bindung zwischen Bürgern und Politikern festigen können.
- Grundlagen der deliberativen Demokratietheorie und des Konzepts der Civic Culture.
- Strukturen und direkte Elemente der Schweizer Demokratie.
- Analyse der Facebook-Kommunikation und der Beteiligungsdynamiken.
- Untersuchung des deliberativen Gehalts digitaler Diskurse.
- Kritische Bewertung der Wirksamkeit sozialer Netzwerke für politische Entscheidungsprozesse.
Auszug aus dem Buch
Gegen Masseneinwanderung - SVP
Die Facebook-Webpräsenz wurde am 26. Juli 2011 erstellt und wird federführend von der SVP geleitet. Der originale Wortlaut der Webpräsenz lautet:
„Die Schweiz hat immer grosszügig, aber kontrolliert ausländische Arbeiterinnen und Arbeiter aufgenommen und ihnen eine berufliche und persönliche Perspektive geboten. In den letzten Jahren hat die Schweiz die Kontrolle über die Einwanderung jedoch verloren. Immer mehr Ausländerinnen und Ausländer strömen in unser Land, ohne dass noch wirkungsvolle Instrumente zur Steuerung und zur Begrenzung der Einwanderung existieren. Hauptgrund dafür sind der unkontrollierte Zustrom aus der EU, die offenen Grenzen und verschleppte Probleme im Asylwesen.
Die SVP fordert deshalb mit ihrer Volksinitiative „gegen Masseneinwanderung“, dass die Schweiz die Steuerbarkeit über die Einwanderung zurückgewinnt und den Zustrom von Einwanderern wieder begrenzen kann.
In nur sechzig Jahren hat sich der Ausländeranteil in der Schweiz knapp vervierfacht. Betrug der Ausländeranteil 1950 noch 5,9%, stieg er bis 2010 explosionsartig auf 22% an.
Die Folgen der ungebremsten Zuwanderung sind: überfüllte Strassen und Züge, explodierende Mieten und Bodenpreise. Zuwanderer aus der EU verdrängen Arbeitnehmer aus Drittstaaten, die wiederum nicht in ihre Heimatländer zurückkehren und die Sozialwerke belasten. Die Löhne geraten unter Druck. Asylmissbrauch und Ausländerkriminalität steigen.“
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Einführung in das Thema der direkten Demokratie in der Schweiz und die Hypothese zum Einfluss sozialer Netzwerke auf den politischen Diskurs.
II. Vorarbeit: Erläuterung theoretischer Grundlagen, inklusive Demokratiebegriff, deliberativer Demokratietheorie, direkter Demokratie und der Bedeutung von Civic Culture sowie sozialen Netzwerken.
III. Analyse: Empirische Untersuchung anhand der Volksinitiative „gegen Masseneinwanderung“ und der entsprechenden Facebook-Präsenzen inklusive Diskursanalyse.
IV. Schlussbetrachtung: Fazit zur Verifizierbarkeit der Hypothese und Zusammenfassung der Möglichkeiten und Grenzen deliberativer Diskurse in sozialen Netzwerken.
Schlüsselwörter
Deliberative Demokratie, Direkte Demokratie, Schweiz, Volksinitiative, Facebook, Soziale Netzwerke, Politischer Diskurs, Civic Culture, e-Participation, Medien, Parteienidentifikation, Meinungsbildung, Masseneinwanderung, Politische Kommunikation, Netzwerkanalyse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Rolle sozialer Netzwerke, insbesondere von Facebook, als Plattform für den deliberativen Diskurs im Kontext der direkten Demokratie in der Schweiz.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt Demokratietheorien, das Schweizer System der direkten Demokratie, die Funktion sozialer Medien im politischen Prozess sowie empirische Beispiele von Volksinitiativen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist zu prüfen, ob soziale Netzwerke einen signifikanten Beitrag zur deliberativen Demokratie leisten und ob sie die Bindung zwischen Bürgern und Politikern verstärken können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine inhaltsanalytische Untersuchung der Facebook-Webpräsenzen der SVP sowie der Gegenbewegungen durchgeführt, ergänzt durch eine Literaturanalyse.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen der Demokratie und Deliberation, die Erläuterung der Volksinitiative als Instrument und eine detaillierte Analyse der Facebook-Posts zum Thema Masseneinwanderung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Deliberative Demokratie, Volksinitiative, Schweiz, Soziale Netzwerke, Facebook und Politischer Diskurs.
Wie unterscheidet sich die Facebook-Nutzung zwischen der SVP und ihren Gegnern?
Während die SVP-Seite stark auf rechtspopulistische Inhalte setzte, versuchten die Initiativgegner über separate Seiten, mit Followern und Experten in einen Lösung orientierten Dialog zu treten.
Was ist das Hauptergebnis der Analyse bezüglich der Deliberation auf Facebook?
Die Hypothese konnte nur teilweise verifiziert werden, da eine echte deliberative Bindung zwischen Politikern und Bürgern nicht eindeutig nachgewiesen werden konnte und die Plattformen primär nicht für politischen Diskurs ausgelegt sind.
Warum ist das Schweizer Modell für diese Untersuchung relevant?
Die Schweiz bietet aufgrund ihrer ausgeprägten direkten Demokratie und der regelmäßigen Volksabstimmungen ein ideales Umfeld, um Partizipationsprozesse und politischen Diskurs zu untersuchen.
- Citar trabajo
- Louise Dober (Autor), 2014, Facebook als Plattform für Deliberative Demokratie und ihren Diskurs, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/274902