In der Arbeit werden die Konzeption eines Workshop-Projekts, „Verselbständigung im Bezug auf die erste eigene Wohnung“ für Jugendliche in Einrichtungen der stationären Jugendhilfe, dessen Verlauf samt einer Beschreibung der Durchführung, sowie eine Auswertung dargestellt. Ich habe den Workshop mit vier Jugendlichen der evangelischen Jugendhilfe Oberhausen in den Osterferien (21.3.-24.3.2005) durchgeführt.
Grundgedanke des Workshops ist es, Jugendlichen zwischen 16 und 20 Jahren Informationen zu den Themen „Wohnen“ und „Selbständigkeit“ zu vermitteln und in diesem Zusammenhang wichtige praktische Fähigkeiten zu erlangen bzw. zu verbessern.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Konzept des Workshops
3. Vorbereitungen
4. Beschreibung der Durchführung
4.1 Tag 1 des Workshops mit Vorstellung der Teilnehmer
4.2 Tag 2 des Workshops
4.3 Tag 3 des Workshops
4.4 Tag 4 des Workshops
5. Auswertung des Workshops
6. Fazit
9. Informationsmappe für die Workshopteilnehmer
9.1 Wunschlebenslauf
9.2 Das Ideal (Kurt Tucholsky)
9.3 Fallbeispiel 1
9.4 Fallbeispiel 2
9.5 Wertermittlungstabelle
9.6 Checken, durchblicken, planen
Zielsetzung & Themen
Ziel der Arbeit ist die Konzeption, Durchführung und Evaluation eines Workshops für Jugendliche in stationären Jugendhilfeeinrichtungen, der darauf abzielt, die notwendigen lebenspraktischen Kompetenzen für den Auszug in die erste eigene Wohnung zu vermitteln und die Verselbständigung zu fördern.
- Vermittlung von Wissen über Rechte und Pflichten bei Volljährigkeit.
- Entwicklung individueller Lebensplanungen und Zielsetzungen.
- Praktische Erarbeitung von Haushaltsführung und Kostenkalkulation.
- Sensibilisierung für Finanzthemen und Versicherungsfragen.
- Reflexion über die Anforderungen an einen ersten eigenen Hausstand.
Auszug aus dem Buch
4.1 Tag 1 des Workshops mit Vorstellung der Teilnehmer
Zu dem ersten Workshoptag erschienen drei Jugendliche pünktlich, ein weitere traf mit Verspätung ein. Wir machten eine kurze Vorstellungsrunde, in der die Jugendlichen folgende Informationen zu ihrer Person mitteilen sollten:
Name
Alter
momentane Wohnsituation
momentaner Ausbildungsstand
Zukunftsperspektiven und -wünsche im Bezug auf die Wohnsituation
Zukunftsperspektiven und -wünsche im Bezug auf die schulische bzw. berufliche Ausbildung
Grund für die Teilnahme an dem Projekt
Erwartungen und Wünsche bzgl. des Projektes
Vorerfahrungen bzgl. Umzügen und den dazu gehörigen anfallenden Aufgaben
Es nahmen zwei Mädchen und zwei Jungen an dem Projekt teil. Sie waren zwischen 17 und 19 Jahren. Die beiden Mädchen sowie einer der Jungen lebten im betreuten Wohnen. Der 17 jährige Junge lebte in einer Außenwohngruppe. Er besucht eine Berufsvorbereitungsklasse einer Berufsschule, jedoch nicht sehr regelmäßig. Er hatte noch keine genauen Vorstellungen für seine berufliche Zukunft. Da er in seiner Wohngruppe einige Probleme hatte, war er sich nicht sicher, ob er einen Antrag auf Verlängerung der Jugendhilfemaßnahme stellen wollte, um nach seinem 18. Geburtstag weiterhin dort betreut zu werden. Ihm war auch nicht klar, ob er bis dahin überhaupt noch in der Wohngruppe verbleiben könnte, da er aufgrund von mehrfachen Regelverstößen und mangelnder Kooperation, mit den Mitarbeitern der Wohngruppe, kurz vor dem Rauswurf stand. Eine konkrete Idee zu einer alternativen Wohnmöglichkeit hatte er jedoch nicht. Er ist mit seiner Familie in seiner Kindheit schon ein paar Mal umgezogen. Er lebt seit etwa fünf bis sechs Jahren in der Außenwohngruppe.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Workshop-Projekts zur Verselbständigung von Jugendlichen, das in den Osterferien 2005 mit vier Teilnehmern durchgeführt wurde.
2. Das Konzept des Workshops: Erläuterung der Zielsetzung, Jugendlichen Wissen über Wohnen und Selbständigkeit zu vermitteln sowie Methoden zur Veranschaulichung der Themengebiete vorzustellen.
3. Vorbereitungen: Beschreibung der organisatorischen Schritte von der Kontaktaufnahme zur Einrichtung über die Rekrutierung der Teilnehmer bis zur Erstellung der Informationsmappe.
4. Beschreibung der Durchführung: Detaillierter Bericht über den Ablauf des viertägigen Workshops, inklusive Vorstellungsrunde, Themenarbeit und praktischen Übungen wie einem Handwerkerkurs.
5. Auswertung des Workshops: Reflexion über den Erfolg des Projekts, die Motivation der Teilnehmer und die Relevanz der vermittelten Informationen für die Lebensplanung der Jugendlichen.
6. Fazit: Kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Verselbständigung und Forderung nach stärkerer Berücksichtigung individueller Fähigkeiten statt rein altersbezogener Beurteilung im Rahmen der Jugendhilfe.
9. Informationsmappe für die Workshopteilnehmer: Sammlung der im Workshop verwendeten Arbeitsmaterialien, Checklisten, Fallbeispiele und Informationsblätter für die Jugendlichen.
Schlüsselwörter
Verselbständigung, Jugendhilfe, Wohntraining, Lebensplanung, Haushaltsführung, Finanzkompetenz, soziale Arbeit, stationäre Jugendhilfe, Mietvertrag, Versicherungen, Übergangsmanagement, Jugendphase, erste eigene Wohnung, Haushaltsbuch, Zukunftswerkstatt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dem Workshop-Projekt grundsätzlich?
Das Projekt befasst sich mit der Vorbereitung von Jugendlichen in Einrichtungen der stationären Jugendhilfe auf den Auszug in die erste eigene Wohnung und vermittelt hierfür lebenspraktische Fähigkeiten.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen umfassen Wohnen, Finanzen, Versicherungen, Umzugsorganisation, Rechte und Pflichten als Volljähriger sowie die eigene Lebens- und Zukunftsplanung.
Was ist das primäre Ziel des Workshops?
Das Ziel ist es, Jugendlichen die notwendigen Kenntnisse und Sicherheit für einen selbstbestimmten Übergang in die erste eigene Wohnung zu vermitteln und ihre Eigenverantwortung zu stärken.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewendet?
Der Workshop kombiniert theoretische Wissensvermittlung mit abwechslungsreichen praktischen Methoden wie Mind-Mapping, Rollenspielen, Fallbeispielen und einer realitätsnahen Kostenkalkulation.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden das Konzept des Workshops, die Vorbereitungen, ein detaillierter Bericht über die viertägige Durchführung und eine abschließende Evaluation dargestellt.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit ist charakterisiert durch Begriffe wie Verselbständigung, Jugendhilfe, Lebenspraktische Kompetenzen, Finanzkompetenz und Wohnungsmanagement.
Wie wurde mit den Jugendlichen das Thema Finanzplanung bearbeitet?
Anhand des Arbeitsblatts "Checken, durchblicken, planen" wurden laufende Kosten für eine Wohnung ermittelt, Einnahmen wie BAföG und Sozialhilfe gegenübergestellt und die Notwendigkeit eines Haushaltsbuchs erarbeitet.
Welche Bedeutung haben die im Anhang beigefügten Fallbeispiele?
Die Fallbeispiele dienen dazu, die Jugendlichen auf realitätsnahe Konfliktsituationen (z.B. Mieterprobleme, unvorhergesehene Kosten) aufmerksam zu machen und sie zu befähigen, distanziert nach Lösungen zu suchen.
- Citar trabajo
- Dipl. Maite Blümer (Autor), 2005, Workshop „Verselbständigung im Bezug auf die erste eigene Wohnung“ für Jugendliche in der stationären Jugendhilfe, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275033