"Triple P". Das positive Erziehungsprogramm


Akademische Arbeit, 2005
16 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschichte und Entwicklung

3. Das Mehrebenen-Modell der flexiblen Unterstützung
3.1 Ebene
3.2 Ebene
3.3 Ebene
3.4 Ebene
3.5 Ebene 5

4. Ziele und Erziehungsstil
4.1 Fragen – Sagen - Tun
4.2 Punktekarte und sanktionierende Maßnahmen
4.3 Stille Zeit

5. Das zugrunde gelegte Menschenbild

6. Theoriehintergrund und Methoden

7. Ablauf und Inhalte der Kurseinheiten
7.1 Erste Woche
7.2 Zweite Woche
7.3 Dritte Woche
7.4 Vierte Woche
7.5 Fünfte Woche
7.6 Sechste Woche
7.7 Siebte Woche
7.8 Achte Woche
7.9 Neunte Wochen
7.10 Zehnte Woche

8. Kursgebühren

9. Kritische Stellungnahme zu Triple P

10. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Das Geheimnis glücklicher Kinder“ – so lautet der Titel eines Buches des Psychologen und Familientherapeuten Steve Biddulph. Wer würde dieses Geheimnis nicht gerne kennen?

Erziehungsratgeber gibt es wie Sand am Meer, sie füllen eigene Regale in den Buchhandlungen, im Fernsehen zeigt uns die „Super-Nanny“ wie einfach konsequente Erziehung funktioniert und auch Großeltern, Nachbarn und Freunde sparen nicht mit guten Tipps. Die Verunsicherung ist groß bei Eltern und Erziehern angesichts der Ratgeber-Flut, so dass es nicht verwunderlich ist, dass auch Elternkurse besonders bei denjenigen Eltern starken Zulauf finden, die sich kritisch mit der Erziehung ihrer Sprösslinge auseinandersetzen. Ein Konzept solcher Elternkurse soll daher im Folgenden vorgestellt werden.

„Triple P“, mit Sitz der Deutschland-Zentrale in Münster, steht für „Positive Parenting Programm“, also Positives Erziehungsprogramm.[1]

Eltern soll geholfen werden, ihre Kinder „liebend und gern zu erziehen und sie in ihrer Entwicklung zu fördern.“[2] Die vermittelten Strategien sollen dazu führen, eine positive Beziehung zum Kind aufzubauen, wünschenswertes Verhalten zu fördern, Kindern neue Verhaltensweisen und Fähigkeiten beizubringen, sowie mit Problemverhalten umgehen zu können.[3]

Folgende fünf Punkte werden als Grundlagen der positiven Erziehung genannt.

- Für eine sichere und interessante Umgebung sorgen
- Eine positive und anregende Lernatmosphäre schaffen
- Sich konsequent verhalten
- Nicht zuviel von sich und den Kindern erwarten
- Auch die eigenen Bedürfnisse beachten

Um verschiedenen Bedürfnissen von Eltern und Familien gerecht zu werden, werden neben dem eigentlichen Elterntraining, um das es hier hauptsächlich geht, noch weitere Hilfen und Kurse angeboten, die in Punkt 4 näher beschrieben sind.

Nur lizenzierte Trainer sind befugt die Triple P-Elternkurse durchzuführen. Ein akademischer Abschluss im pädagogischen oder psychologischen Bereich, sowie Erfahrungen in der Elternberatung/-bildung und sicheres Auftreten vor Gruppen sind Voraussetzungen zu einer Fortbildung als Trainer zugelassen zu werden.

2. Geschichte und Entwicklung

Triple P wurde in einer mehrjährigen Forschungs- und Entwicklungsarbeit an der Universität von Queensland in Australien entwickelt und Anfang der 80er Jahre erste Studien zur Wirksamkeit veröffentlicht.

Prof. Dr. Kurt Hahlweg, von der TU Braunschweig brachte Triple P Ende der 90er Jahre nach Deutschland.

3. Das Mehrebenen-Modell der flexiblen Unterstützung

Das Beratungsangebot von Triple P beschränkt sich nicht auf die Elternkurse, es werden weitere Materialen angeboten, die käuflich erworben werden können. Ratsuchende können auf fünf Ebenen, wahlweise unterstützt werden, je nach Wünschen und Bedürfnissen.[4]

3.1 Ebene 1

Auf der ersten Ebene geht es um eine allgemeine Information zu Triple P auf Basis der verfügbaren Medien.

Es werden zwei Broschüren „Positive Erziehung“ und „Positive Erziehung für Eltern von Teenagern“, 6 Ratgeber aus der Reihe „Kleine Helfer“ mit den Titeln „Positive Erziehung“, „Grundschulkinder“, „Kindergartenkinder“, „Kleinkinder“, „Säuglinge“ und „Teenager“, sowie Videos zur „Überlebenshilfe für Eltern mit Kindern bis 12“ und „Überlebenshilfe für Eltern von Teenagern“ angeboten.

Eltern können sich so selbstständig über Inhalte der Positiven Erziehung informieren und sollen Anregungen im Sinne einer Erziehung nach dem Triple P-Modell erhalten.

3.2 Ebene 2

Bei Ebene zwei handelt es sich um eine Kurzberatung durch einen Triple P-Berater auf Grundlage der „Kleinen Helfer“, die zwei Einzelberatungen, persönlich oder telefonisch von je ca. 20 Minuten umfasst. Das Angebot richtet sich an Eltern mit spezifischen Fragen zum Verhalten oder zur Entwicklung ihrer Kinder.

3.3 Ebene 3

Eine Kurzberatung mit Übungen stellt die dritte Ebene des Mehrebenen-Modells dar. Ein Triple P-Berater erarbeitet mit den Eltern in vier persönlichen Sitzungen von je 20 bis 30 Minuten Lösungen zu speziellen Erziehungsfragen. Zusätzlich trainieren die Eltern ihr Erziehungsverhalten in bestimmten Problemsituationen anhand von Rollenspielen. Eine Übertragung auch auf andere Erziehungssituationen soll dabei gefördert werden, sodass die individuelle Problemlösefähigkeit der Eltern auch in anderen, zukünftigen Situationen gestärkt wird.

3.4 Ebene 4

Ebene vier steht für das eigentliche Triple P – Elterntraining. „Das Elterntraining kann in Form eines professionell geleiteten Gruppentrainings mit maximal zwölf Familien erfolgen, als Einzeltraining oder als Training zu Hause auf Basis des Triple P-Elternarbeitsbuchs“.[5] Es beinhaltet wöchentliche Sitzungen über insgesamt 8 Wochen (Elternarbeitsbuch: 10 Wochen), davon vier Gruppensitzungen über je 2 Stunden und vier je 20-minütige individuelle Telefonkontakte. Die Eltern sollen dabei intensiv mit den Grundlagen und Ideen von Triple P vertraut gemacht werden und die vorgegebenen Erziehungsfertigkeiten erlernen. Es richtet sich damit an Eltern, die „Interesse an einem breiten Spektrum von Erziehungsstrategien mitbringen, als indizierte Prävention an solche Eltern, die Schwierigkeiten in der Erziehung überwinden wollen oder deren Kinder ausgeprägtere Verhaltensschwierigkeiten zeigen“.[6]

3.5 Ebene 5

Das erweiterte Triple P-Training der Ebene 5 bietet Eltern, die nach der Teilnahme an einem Elternkurs der Ebene 4 noch weitere Hilfe, z.B. aufgrund von erziehungsrelevanten Belastungen oder Partnerschaftskonflikten, benötigen, bis zu zehn individuell angepasste Trainingseinheiten mit psychotherapeutisch ausgebildeten Fachleuten an. Mittels den verschiedenen Modulen „Hausbesuche“, „Partner-Unterstützung“ und „Bewältigungsstrategien“ soll entweder gelernt werden positive Erziehungsstrategien konkret umzusetzen und Hindernisse zu überwinden, Kommunikationsfertigkeiten und die gegenseitige Unterstützung in der Erziehung trainiert werden oder bei Depressionen, Ängsten oder Stress Problemlösefertigkeiten, Entspannungstechniken und Methoden der Stressbewältigung vermittelt werden.

4. Ziele und Erziehungsstil

Erklärtes Ziel des Triple P- Elternkurses ist zum einen das Vorbeugen von Problemen in emotionalen, verhaltens- und entwicklungsbezogenen Bereichen und die Förderung der Entwicklung, Gesundheit und soziale Kompetenzen bei Kindern.[7]

Zum anderen soll Missbrauch und Gewalt gegen Kinder verhindert und eine gewaltfreie, schützende und fördernde Umgebung geschaffen werden.

Ungünstige Erziehungspraktiken sollen ersetzt und die Erziehungskompetenz der Eltern erweitert werden, damit Zuversicht und Zufriedenheit in der Familie vergrößert werden und ihre Unabhängigkeit und ihr Wohlergehen gesteigert werden.

Insgesamt kann der Erziehungsstil als autoritativ bezeichnet werden. Kinder haben nur ein geringes Mitspracherecht, beispielsweise bei der Festlegung der Familienregeln, und müssen ansonsten Gehorsam zeigen und sich den Wünschen der Eltern entsprechend verhalten.

Eltern setzen klare Regeln und bestehen konsequent auf deren Einhaltung.

4.1 Fragen – Sagen - Tun

„Fragen, Sagen, Tun“ ist eine der konkreten Methoden, die als Erziehungsstil angeführt werden. Fertigkeiten sollen in aufeinander aufbauenden Schritten von den Kindern erlernt werden: Zuerst fragen die Eltern das Kind, wie etwas gemacht wird. Wenn das Kind nicht die richtige Antwort weiß, sagen sie dem Kind, was als nächstes getan wird, um anschließend mit dem Kind den ersten Schritt in Handlung umzusetzen.[8] Das Kind soll bei jedem Schritt für seine Mitarbeit und seinen Erfolg gelobt werden. Als gute Möglichkeit das Kind zu motivieren, wird geraten, zu wiederholen, was es gesagt oder getan hat. Sobald das Kind eine Fertigkeit erlernt hat, kann weniger gelobt werden. Diese Frage-Sagen-Tun-Methode soll bei jedem Schritt der Aufgabe wiederholt werden (beispielsweise beim Zähneputzen: Zahnpasta auf die Zahnbürste tun, Zähne putzen, Schaum ausspucken, Mund ausspülen, Zahnbürste auswaschen).

[...]


[1] Vgl. http://www.triple-p.de

[2] http://www.triple-p.de/triplep.htm

[3] Vgl. Lühning, Elke/ Ringeisen-Tannhof, Petra, Erziehungskurse für Eltern, Beltz Verlag, Weinheim, 2003, S. 53

[4] Vgl. http://www.triple-p.de/mehrebenen.htm

[5] http://www.triple-p.de/mehrebenen.htm

[6] http://www.triple-p.de/mehrebenen.htm

[7] Vgl. http://www.triple-p.de/triplep.htm

[8] Vgl. Tschöpe-Scheffler, 2003, S. 132 ff.

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Details

Titel
"Triple P". Das positive Erziehungsprogramm
Note
1,3
Autor
Jahr
2005
Seiten
16
Katalognummer
V275045
ISBN (eBook)
9783656671718
ISBN (Buch)
9783656675631
Dateigröße
435 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
triple, erziehungsprogramm
Arbeit zitieren
Beate Brinkmöller (Autor), 2005, "Triple P". Das positive Erziehungsprogramm, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275045

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