Bewegung ist ein wesentliches Element des menschlichen Lebens und
der kindlichen Entwicklung. Leider werden aber heutzutage die Bewegungsmöglichkeiten der Kinder stark eingeschränkt, so dass die heutige Kindheit durch eine bewegungsarme Umwelt bestimmt und demzufolge die Bewegung immer mehr aus dem Leben der Kinder verdrängt wird.
Da Kinder aber eine beachtliche Zeit ihres Lebens in der Schule verbringen, ist es notwendig dort ein Konzept zu finden, dass Bewegung als wichtigen Bestandteil in die Schule integriert.
Aus dieser Problematik ist das Konzept der Bewegten Schule entstanden. Die Arbeit stellt dar, wie wichtig Bewegung für das Gehirn und das Lernen ist und macht Vorschläge wie es gelingen kann, Bewegung in möglichst viele Bereiche des Schullebens zu integrieren.
Aus dem Inhalt:
- Bedeutung von Bewegung für das Gehirn und das Lernen.
- Konzepte der Bewegten Schule.
- Bewegtes Sitzen.
- Sport- und Bewegungsunterricht.
Inhaltsverzeichnis
1. Bewegte Schule
2. Bedeutung der Bewegung für das Gehirn und das Lernen
2.1 Bewegung und das Gehirn
2.2 Die rechte und die linke Hemisphäre
2.3 Bedeutung der Bewegung beim Lernen
2.4 Lernen mit allen Sinnen
3. Idee der Bewegten Schule
4. Funktionen der Bewegten Schule nach ILLI und ZAHNER
5. Aufgaben und Ziele der Bewegten Schule
6. Konzepte der Bewegten Schule
7. Tägliche Bewegungszeit
8. Bewegter Unterricht
8.1 Bewegungspausen im Unterricht
8.2 Bewegtes Sitzen – Dynamisches Sitzen
8.3 Bewegte Pause
8.3.1 Pausenhofgestaltung
8.4 Stille und Entspannung in der Bewegten Schule
8.5 Sport- und Bewegungsunterricht
8.6 Außerunterrichtliche Bewegungsangebote
9. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit setzt sich kritisch mit der zunehmenden Bewegungsarmut im Kindesalter auseinander und untersucht, wie das Konzept der "Bewegten Schule" dazu beitragen kann, Bewegung als integralen Bestandteil in den schulischen Alltag zu integrieren, um die ganzheitliche Entwicklung sowie die Lernleistung von Kindern zu fördern.
- Bedeutung der neurophysiologischen Zusammenhänge zwischen Bewegung, Gehirnreifung und Lernprozessen.
- Etablierung von bewegten Unterrichtsformen und täglichen Bewegungszeiten als Ausgleich zur Sitzbelastung.
- Optimierung der schulinternen Infrastruktur, insbesondere der Pausenhofgestaltung und ergonomischen Sitzkonzepte.
- Förderung einer ganzheitlichen Erziehung durch die Kombination von Bewegung, Entspannung und Stille.
Auszug aus dem Buch
8.2 Bewegtes Sitzen – Dynamisches Sitzen
Das Sitzen stellt eine enorme Belastung für die Wirbelsäule und ihre Bandscheiben dar, wenn die Haltung über einen gewissen Zeitraum unverändert bleibt.
Daher ist die Forderung nach einer Aufhebung des schulischen Sitzzwangs sowie das Verändern von Sitzpositionen bzgl. einer gesunderen Haltung Bestandteil des Konzeptes der Bewegten Schule. „Wir sind zu einer Sitzgesellschaft geworden. Auch die Kinder sind heutzutage eifrige Sitzer. Medien- und Spielwarenbesitz fesselt sie an die Wohnung (auf den Sitz)“ (Landau 2000, S.110).
Wenn die Kinder in die Schule kommen, wird selbst aus dem bewegungsfreudigen Spielkind ein Sitzkind. Kinder verbringen einen Großteil ihrer Zeit in der Schule. Dort sitzen sie täglich mehrere Stunden auf ihren Stühlen und arbeiten in einer physiologisch gesundheitsgefährdenden Haltung. Paradoxerweise trifft die stundenlange Zwangshaltung im Sitzen die Kinder zu einem Zeitpunkt, wo der kindliche Bewegungsdrang für eine gesunde Entwicklung und Reifung des Haltungs- und Bewegungsapparates von entscheidender Bedeutung ist. Das heutige Schulmobiliar ist nicht auf die individuellen Bedürfnisse unserer Kinder angepasst, sondern ist Einheitsmobiliar, welches wir in jeder Klasse wiederfinden. Häufig sind Tische und Stühle zu hoch oder zu niedrig und den kindlichen Bedürfnissen nicht angepasst (vgl. Breithecker 1999, S.233).
„Statisches, monotones und langdauerndes Sitzen in unserer Sitzschule stellt für den gesamten Organismus eine Belastung dar und ist keine Haltung, die dem Lernprozess förderlich ist; es ist aber mitverantwortlich für den Verlust der Körperwahrnehmung und der mangelhaften Muskelfunktionen unserer Kinder und Jugendlichen“ (Illi; Zahner 1999, S.31).
Als Schlussfolgerung für ein Umdenken bzgl. des Sitzverhaltens in den Schulen gilt: Schulmöbel sind um so besser, je weniger darauf gesessen wird (vgl. Breithecker 1996, S.21).
Von Vorteil wäre deshalb die Anschaffung neuer Schulmöbel, die zu einer weniger gebeugten und weniger starren Arbeitshaltung beitragen und auf die Ergonomie der Kinder ausgelegt sind. Dazu zählen Sitzbälle, Sitzkissen, Sitzkeile, Spreukissen, bewegliche Schulmöbel und Kniestühle.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Bewegte Schule: Einführung in die Problematik der eingeschränkten Bewegungsmöglichkeiten von Kindern und die Notwendigkeit des Konzepts der Bewegten Schule.
2. Bedeutung der Bewegung für das Gehirn und das Lernen: Erläuterung der neurophysiologischen Grundlagen, wie körperliche Aktivität die Hirnreifung, die synaptische Vernetzung und die Lernfähigkeit unterstützt.
3. Idee der Bewegten Schule: Vorstellung des Grundgedankens, Bewegung als essenziellen Bestandteil in den Lebensraum Schule zu integrieren, basierend auf dem ganzheitlichen Lernen.
4. Funktionen der Bewegten Schule nach ILLI und ZAHNER: Darstellung der sechs zentralen pädagogischen, ergonomischen, ausgleichenden, kompensatorischen, bildenden und gesundheitsfördernden Funktionen.
5. Aufgaben und Ziele der Bewegten Schule: Analyse der Zielsetzungen, Kinder zu einer individuellen Handlungskompetenz zu befähigen und Bewegung als Medium der Erfahrungsgewinnung zu nutzen.
6. Konzepte der Bewegten Schule: Detaillierte Darstellung der Ansätze von Urs Illi und Rüdiger Klupsch-Sahlmann.
7. Tägliche Bewegungszeit: Erörterung der Wichtigkeit von 20 bis 30 Minuten täglicher spielerischer Bewegung zur Kompensation von Sitzbelastungen.
8. Bewegter Unterricht: Untersuchung von Möglichkeiten zur Integration von Bewegungspausen, dynamischem Sitzen und Entspannungsphasen in den fachgebundenen Unterricht.
9. Zusammenfassung: Resümee der Arbeit über die Notwendigkeit, Schule durch Bewegung in allen Bereichen zu einem lebendigen Lernort zu gestalten.
Schlüsselwörter
Bewegte Schule, Grundschule, Bewegungsförderung, Lernen mit allen Sinnen, Dynamisches Sitzen, Bewegungspause, Hirnreifung, ganzheitliches Lernen, Gesundheitserziehung, Körperbewusstsein, Pausenhofgestaltung, Konzentration, Sportunterricht, motorische Entwicklung, Bewegungsdrang.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das pädagogische Konzept der "Bewegten Schule" und wie dieses dazu beitragen kann, den zunehmenden Bewegungsmangel bei Grundschulkindern im schulischen Alltag zu kompensieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den zentralen Themen gehören die neurophysiologischen Grundlagen von Bewegung und Lernen, die Gestaltung von bewegungsfreundlichem Mobiliar, die Einführung von Bewegungspausen sowie die konzeptionelle Umgestaltung des Schullebens.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Bewegungsförderung in der Grundschule aufzuzeigen und Strategien vorzustellen, um Bewegung als festen Bestandteil in Bildung und Erziehung zu verankern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine fundierte Literaturanalyse, um aktuelle Konzepte, wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Neurophysiologie und sportpädagogische Empfehlungen zusammenzuführen und zu bewerten.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begründung der Bewegungsbedeutung, die Vorstellung konkreter Konzepte (z.B. nach Illi und Klupsch-Sahlmann) sowie praktische Anwendungsfelder wie Bewegungsunterricht, Pausengestaltung und Entspannungstechniken.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich besonders durch Begriffe wie "Bewegte Schule", "ganzheitliches Lernen", "Bewegungsdrang", "Dynamisches Sitzen" und "Gesundheitsförderung" beschreiben.
Warum wird eine "Tägliche Bewegungszeit" gefordert?
Die tägliche Bewegungszeit soll den kindlichen Bewegungsdrang stillen, Stress abbauen, die Konzentrationsfähigkeit für nachfolgende Unterrichtseinheiten erhöhen und langfristig gesundheitliche Defizite ausgleichen.
Was unterscheidet "dynamisches Sitzen" vom herkömmlichen statischen Sitzen?
Beim dynamischen Sitzen wird das starre Verharren in einer Position aufgehoben, um die Wirbelsäule zu entlasten, die Durchblutung zu fördern und durch häufige Positionswechsel die Haltungsqualität der Kinder zu verbessern.
Welche Rolle spielen "Stille und Entspannung" im Kontext der Bewegten Schule?
Sie bilden das notwendige Gegengewicht zu Phasen hoher körperlicher Aktivität; erst im Wechselspiel von Bewegung und Ruhe können Kinder ihre Gedanken ordnen und effektiver lernen.
- Arbeit zitieren
- Ines Ehmanns (Autor:in), 2003, Bewegte Schule. Bewegungsförderung im Grundschulalltag, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275175