Praktikumsbericht für das Blockpraktikum im Hauptstudium Lehramt Gymnasium


Praktikumsbericht / -arbeit, 2007

84 Seiten, Note: ohne


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Charakterisierung der Schulsituation
1.1 Charakterisierung der Schulsportsituation
1.2 Charakterisierung der Situation im Deutschunterricht

2. Vorbesinnung: Erwartungen im Vorfeld des Praktikums

3. Hospitationsanalysen
3.1 Hospitationsprotokolle Sport
3.2 Hospitationsschwerpunkt im Fach Sport: „Ängstliche Schüler“
3.2.1 Definition, Auswahl und Begründung der Schwerpunktwahl
3.2.2 Fallbeispiel zum Hospitationsschwerpunkt „Ängstliche Schüler“
3.2.3 Ermittlung der Diskrepanzen
3.2.4 Handlungsempfehlungen
3.3 Hospitationsanalyse Deutsch
3.3.1 Vorbesinnung
3.3.2 Ausführliches Hospitationsprotokoll
3.3.3 Auswertung

4. Eigene Lehrerfahrungen: Planung, Durchführung und Auswertung einer selbst gehaltenen Stunde (in Sport und Deutsch)
4.1 Analyse einer Stunde im Fach Sport
4.1.1 Planung und Vorbesinnung
4.1.1.1 Einbettung in die Unterrichtsreihe und Unterrichtsthematik
4.1.1.2 Unterrichtsvoraussetzungen und Lerngruppenanalyse
4.1.1.3 Sachanalyse
4.1.1.4 Lernziele
4.1.1.5 Didaktisch-methodische Überlegungen und Entscheidungen
4.1.2 Verlaufsordnung („Spielstunde“)
4.1.3 Nachbereitung / Auswertung (Reflexion der „Spielstunde“)
4.2 Analyse einer weiteren Stunde im Fach Sport
4.2.1 Planung und Vorbesinnung
4.2.1.1 Einbettung in die Unterrichtsreihe und Unterrichtsthematik
4.2.1.2 Unterrichtsvoraussetzungen und Lerngruppenanalyse
4.2.1.3 Sachanalyse
4.2.1.4 Lernziele
4.2.1.5 Didaktisch-methodische Überlegungen und Entscheidungen
4.2.2 Verlaufsordnung („Volleyballstunde ® Festigung des oberen und unteren Zuspiels“)
4.2.3 Nachbereitung / Auswertung (Reflexion der „Volleyball-Stunde“)
4.3 Analyse einer Stunde im Fach Deutsch
4.3.1 Planung und Vorbesinnung
4.3.1.1 Einbettung in die Unterrichtsreihe und Unterrichtsthematik
4.3.1.2 Unterrichtsvoraussetzungen und Lerngruppenanalyse
4.3.1.3 Sachanalyse
4.3.1.4 Lernziele
4.3.1.5 Didaktisch-methodische Überlegungen und Entscheidungen
4.3.2 Verlaufsordnung zum Stundenthema „Einführung in >>Faust – Der Tragödie Erster Teil<<“
4.3.3 Arbeitsblätter, Folie und Tafelanschriften
4.3.4 Nachbereitung / Auswertung (Reflexion der „Faust-Stunde“)

5. Praktikumsauftrag („Leistungsbewertung im Sportunterricht“)
5.1 Der Thüringer Lehrplan und die Bewertung – ein definitorischer Ansatz
5.1.1 Die Ebenen und Grundsätze der Benotung
5.1.2 Aspekte der Gerechtigkeit und Objektivität
5.2 Ermittlung einer Lernbereichsnote im Komplex „Gerätturnen“
5.3 Beispielsituationen und Eindrücke aus dem Praktikum..

6. Reflexion des Praktikums

7. Literaturverzeichnis.

1. Charakterisierung der Schulsituation

Das Blockpraktikum absolvierte ich in einem altehrwürdigen Gymnasium[1] in Thüringen. Dessen prominenter Namenspatron wurde in der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts für sein politisch und pädagogisch erfolgreiches Wirken über die Landesgrenzen hinaus bekannt. 1944 als Widerstandskämpfer gegen das nationalsozialistische Regime agierend, erfolgte durch den Volksgerichtshof die Verurteilung zum Tode mit unverzüglicher Vollstreckung.

1914 eingeweiht, fungierte die Bildungseinrichtung zunächst als Oberrealschule und wurde während beider Weltkriege als Lazarett genutzt. Nach einem Bombeneinschlag und dem Ende des II. Weltkrieges nutzten die Räumlichkeiten zunächst das amerikanische und sowjetische Militär, bevor 2 Jahre später schließlich der Schulbetrieb wieder aufgenommen wurde. Erst später, etwa Mitte der Fünfziger, benannte man zu Ehren eines Pädagogen und politischen Regimeopfers die Einrichtung um. Fortan erfolgte die parallele Unterbringung der beiden Schultypen „Polytechnische Oberschule“ und „Erweiterte Oberschule“ in diesem Gebäude, wobei letzterer Zweig 1957 wieder aufgelöst wurde. Seit 1991 vollzog sich schließlich der Schulbetrieb in gymnasialer Ausrichtung.

Im Zuge der Schulnetzplanung sah man im Schulentwicklungsprozess die Einrichtung einer kooperierenden Gesamtschule vor: Besagte Schule sowie eine in unmittelbarer Nachbarschaft gelegene Regel­schule waren im Begriff, die Konzeption dieses neuen Schultyps zu erstellen, welche durch eine Fusion beider Lehranstalten besiegelt werden sollte. Größter Vorzug dieser Gesamtschule sei, laut Aussage der neuen Schulleitung und der übrigen zuständigen Funk­tionäre, dass man die Verantwortung für die Bildung aller Schüler ab 5. Klasse unter einem Dach behalte. Das bedeute, der Wechsel in beide Richtungen - vom Regelschulteil zum Gymnasialteil und umgedreht - wäre fortan unkomplizierter als zuvor möglich. Dies könne dann unmittelbarer mit gegenseitiger Beratung der Lehrer erfolgen. Hinzu komme, laut Aussage des Schulleiters, die Möglichkeit einer projektbezogenen Zusammen­arbeit zwischen Regelschul- und Gymnasialteil. Davon könnten wiederum die Schüler[2] beider Zweige profitieren. Des Weiteren kenne man sich unter den Schülern bereits schon, sodass sich im Falle eines Falles niemand an einer „fremden“ Schule neu einleben müsse. Auf die Idee und Umsetzung dieser neuen Schulform soll jedoch im Rahmen des vorliegenden Berichtes nicht weiter eingegangen werden.

Bedingt durch die notwendig gewordene Modernisierung des Gebäudes zog das GYM in den Weihnachtsferien vor kurzem übergangsweise in die Räumlichkeiten eines ehemaligen anderen Gymnasiums in der gleichen Stadt um und wurde dort für einige Monate beherbergt. Im Schuljahr 2006/07 konnte der Schulbetrieb im komplett sanierten Schulgebäude des neuen GYMs schließlich wieder aufgenommen werden.

Die mittlerweile in einem Gebäude parallel laufenden Schulformen rühmen sich zahlreicher Aushängeschilder: So rief man u.a. den Schulversuch „Zwei Fremdsprachen ab Klasse 5“, Projekte wie die „Bewegte Schule“, das alljährliche fächerübergreifende Kulturspektakel „Liebeserklärung an die Kunst“ sowie die Hausaufgabenbetreuung – um nur einige Eckpfeiler zu nennen - erfolgreich ins Leben.

Nachdem vor kurzer Zeit die langjährige Leitung der Schule durch Herrn A niedergelegt wurde (Ruhestand), nahm im Zuge jener Umstrukturierung der örtlichen Schullandschaft das Zepter Herr B als ehemaliger Direktor eines anderen Gymnasiums in die Hand. Nach der Gründung der neuen Schule übernahm Herr B für selbige die Verantwortung. Bis zum Ende des ehemaligen GYMs wird nun behelfs­weise das Amt des Stellvertreters durch die bis dato bereits langjährige stellvertretende Schulleiterin Frau C begleitet werden.

Im Zuge der ungewissen Zukunft und des auslaufenden Gymnasialteils konnte bereits eine deutliche Fluktuation von Schülern und Lehrern verzeichnet werden: Während die Bildungs­ein­rich­tung im Schuljahr 2005/06 noch 354 Schüler beherbergte, sind es im aktuellen Jahr 2006/07 lediglich nur noch 237, die von 32 noch aktiven Lehrern unterrichtet werden. Zahl­reiche Pädagogen reichten hinsichtlich der unsicheren Beschäftigungslage bereits Ver­setzungs­anträge ein. Erwähnenswert scheint mir ebenfalls der mit ca. 80% „erschlagend“ hohe Anteil weiblicher Lehrer an dieser Institution.

Doch sind die positiven Aussagen des Direktors dieses neuen Schultyps vielleicht nur ferne Zukunftsmusik? Schließlich kann man m.E. nach bisher leider nicht von einer Kooperation bzw. einem Zusammenwachsen sprechen: Die beiden Schulzweige laufen parallel neben­einander her, die Kollegien arbeiten eher separat und die Stimmung ist allgemein eher bedeckt. Diesen Eindruck unterstützend, konnte in zahlreichen Lehrerinterviews jener Grundtenor leider durchweg vernommen werden. Es scheint, als würde man sich gegenseitig bisher wohl eher langsam annähern. An integrativen bzw. kooperativen Maßnahmen wird bis dato noch gearbeitet. Zweifelsohne vollzieht sich ein solches Zusammenwachsen gewiss nicht von allein und über Nacht. Dennoch könnte insgesamt von allen Seiten für eine Integration noch mehr getan werden. Es ist die Rede davon, dass manch ein Kollege im Schulhaus nicht grüßen würde und sich die Regelschullehrer von Zeit zu Zeit „von oben herab“ behandelt fühlten. Eine Szene, mit der ich abschließend meinen Eindruck untermauern möchte, sei an dieser Stelle noch erwähnt: In einer Deutschstunde der Klasse I „platzte“ ein Lehrer des Regelschulteils herein und ließ verlauten, ihm wäre der Raum per Vertretungsplan zugeteilt worden. Der Deutschlehrer (welcher jedoch bereits wenige Tage zuvor schon wegen eines ähnlichen Problems seinen Raum verlassen musste) berief sich daraufhin jedoch auf den gültigen Belegungsplan, der die reguläre Nutzung dieser Klasse I zu jener Zeit fest vorsah. Nachdem der Lehrer des Regelschulteils dann schließlich davon abließ, den Raum nun für sich zu beanspruchen (es sei erwähnt, dass die Unterhaltung in einem „normalen“ und angemessen freundlichen Ton verlief), konstatierte der Pädagoge des Gymnasialteils mir gegenüber nüchtern: „Sie sehen, wir sind hier nur noch Auslaufmodell.“ Daraufhin ergänzte ein Schüler schließlich noch, dass der besagte Regelschullehrer eine „unsympathische Person“ sei (dabei konnte dieser Schüler den Lehrer doch eigentlich gar nicht kennen, weil er nicht durch ihn unterrichtet wurde). Mir persönlich ist der besagte Lehrer im Übrigen bei Begegnungen im Schulhaus stets freundlich grüßend entgegen getreten. Die geschilderte Szene dokumentiert jedoch nur Auszüge meiner Eindrücke in den wenigen Wochen, die ich an dieser Stelle nicht weiter spekulativ deuten möchte. Dennoch blieben mir die Erlebnisse sehr einprägsam präsent. Aufgrund der geschilderten Stimmung vor Ort mied ich es auch weitestgehend, mich im Lehrerzimmer der Schule aufzuhalten.

Meines Erachtens nach herrscht folglich in jenem Sektor am meisten Handlungsbedarf, weil dieser die größten Potenzen hinsichtlich einer Verbesserung des Lern- und Lebensklimas an dieser Schule in sich birgt. Eine solche „aufgeladene Stimmung“ wirkte sich natürlich auch auf meine Rolle als Praktikantin eher befremdlich aus – es scheint öfters, als wäre man unerwünscht und eher ein zusätzlicher Störfaktor.

In dem noch bestehenden GYM lernen im aktuellen Schuljahr die Klassen 6-12 (Gymnasial­schüler), wobei die 5. Klassen bereits zur Gesamtschule zählen. Eine weitere negative Konsequenz der schon erwähnten hohen Fluktuation zeigt sich darin, dass es bereits keine 8. Klassenstufe mehr gibt (da sich viele Schüler schon abgemeldet haben).

Das Kollegium meiner zukünftigen Unterrichtsfächer setzt sich wie folgt zusammen: Am jetzigen GYM unterrichten 5 Sportlehrer (wovon 4 weiblich sind) und 7 Deutschlehrer (allesamt weiblich). Auch hierin spiegelt sich relativ deutlich der hohe weibliche Anteil wider. Wenngleich mir nicht das gesamte Kollektiv aufgeschlossen und kooperativ erschien, so gab es doch zumindest vereinzelt sehr nette und angenehme Kollegen, die mir durchaus auch das Gefühl gaben, eine Bereicherung und keine zusätzliche Last zu sein.

Die Schule ist aus ihrer Tradition heraus ein sprachlich orientiertes Gymnasium, welches sich insofern u.a. durch den bereits erwähnten vor wenigen Jahren begonnenen Schulversuch „Zwei Fremdsprachen ab Klasse 5“ sowie durch besondere Sprachklassen (zusätzlich 5 Stunden in der 3. Fremdsprache ab Klasse 9) profiliert. Angeboten werden als Fremdsprachen Englisch ab Klasse 5, Französisch oder Latein ab Klasse 7 und bei sprachlicher Vertiefung zwei Jahre später schließlich noch Latein oder Französisch. Ab Klasse 9 ist den Schülern des GYM jedoch jeweils auch die naturwissenschaftliche Spezialisierung möglich (zusätzlich 5 Stunden). Zur ideellen und materiellen Unterstützung des gymnasialen Erziehungsauftrags trug ebenfalls die Gründung eines Fördervereins im 5. Jahr des Schulbestehens bei.

Das Einzugsgebiet der Schule ist laut Leitung recht weitläufig: Es umfasst neben der Stadt selbst auch viele umliegende Gemeinden. Insofern ergibt sich auch die Notwendigkeit von Kleiderspinten im Kellergeschoss des Gebäudes. Den Schülern ist es auf diese Weise möglich, ihr anreisebedingt größeres Gepäck dort zu lagern und Bücher müssen nicht ständig hin- und hertransportiert werden.

Zwar befindet sich das Schulgebäude in Reichweite der Hauptverkehrsstraße, dennoch beläuft sich der Geräuschpegel während des Unterrichts selbst bei geöffneten Fenstern auf ein erträgliches Maß. Bei relativ geringen Klassenstärken (auch im Zuge der hohen Fluktuation hinsichtlich des auslaufenden alten Gymnasialteils) und durch die erst kürzlich vollendete Komplettsanierung sorgen die hohen Decken und großen Fenster der Unterrichtsräume und Pausengänge für eine einladende und angenehm freundliche Lern- und Lebenskultur.[3] Dem aufmerksamen Beobachter begegnet bzgl. der Innengestaltung jedoch fast schon ein Hang zur Sterilität: Früher zierten laut Aussagen eines Deutschlehrers zahlreiche Bilder und Zeich­nungen von Schülern die Gänge und Räume. Nach der Sanierung ist dies jedoch aus Gründen des Brandschutzes strikt verboten worden. Selbst Pflanzen sind insofern nirgends vorzu­finden.

Für die Pausen- und Mittagsversorgung besteht die Möglichkeit zum Besuch der innerhalb des Gebäudes integrierten Schulspeisung (inklusive Imbiss bzw. Kiosk) im Kellergeschoss. Auffällig und gleichzeitig sehr kritisch zu bewerten war jedoch das dortige Angebot: Den Schülern werden neben dem normalen Mittagsangebot ausschließlich ungesunde Sachen angeboten - käuflich zu erwerben sind Chips, Süßigkeiten, Pizza und Limonade.

In der gleichen Etage ist schließlich auch noch die schulinterne Bibliothek untergebracht, in welcher den Schülern nebst einiger Computerarbeitsplätze diverse Spiele, Videos und ein Bestand von ca. 4500 Büchern (auch Aktuelles) zur Verfügung stehen.

Hervorzuheben ist ebenfalls die stilvolle, im Gebäude integrierte Aula mit angenehm großen Fenstern, einem Klavierflügel, einer Chorbestuhlung und prunkvollen Deckenleuchtern. Generell lässt sich die allgemeine Materialausstattung und Raumgestaltung als durchaus privilegiert beschreiben. Die naturwissenschaftlichen Fachräume sind mit allen notwendigen Utensilien versehen; im Schulhaus gibt es integrierte Trinkbrunnen, die Wände sind angenehm hoch und einige Statuen zieren die Gänge. Der Kunstraum gleicht gar einer Art „Galerie“ mit vielen Schrägen und großen Fenstern. Je höher die Klassenstufe, desto weiter oben wird innerhalb des Hauses unterrichtet: So haben die Fünftklässler einen festen und ihrer Stärke entsprechend größeren Raum im Parterre, Abiturienten lernen in den kleineren Räumen unterhalb des ausgebauten Dachgeschosses.

Das allgemeine Klima unter den Schülern erschien mir durchaus zivilisiert: Es traten kaum Disziplinschwierigkeiten auf, was jedoch u.a. in engem Zusammenhang mit dem recht hohen Mädchenanteil (über 2/3) in den Klassen stehen könnte. Abschließend seien die langjährigen Schultraditionen des GYM an dieser Stelle nur auszugsweise erwähnt:

- Chorkonzerte und Theateraufführungen
- fächerübergreifendes Kulturprogramm „Liebeserklärung an die Kunst“
- Betriebspraktikum in den 10. Klassen; Hausaufgabenbetreuung
- naturwissenschaftlicher Wettbewerb „Einsteins Enkel“
- Studienfahrten und Exkursionen
- Skilager; Ruderlager; Projekt „Bewegte Schule“; Volleyball - Turnier
- Betriebspraktika

AGs im Schuljahr 2006/2007

- Literaturclub (Kl. 10-12) - Englisch (Kl. 5-7) - Schülerzeitung (Kl. 5-12)
- Naturwissenschaften (Insektenkunde Kl. 5-7, Mikrobiologie Kl. 9-10)
- Kunst (Kl. 9-12, Kl. 5-12) - Keramik (Kl. 5-12) - Hauswirtschaft (Kl. 5-10)
- Musik (Chor Kl. 5-9, Jugendchor Kl. 10-12, Gitarrengruppe Kl. 5-8)
- Audio- und Videoproduktion am PC (Kl. 8-12)

1.1 Charakterisierung der Schulsportsituation

Der Sportunterricht findet in der im Schulgebäude integrierten Turnhalle statt, die zwar im Zuge der Modernisierung und laut Einschätzung der Lehrer neu und sehr gut ausgestattet ist, jedoch m.E. recht klein erscheint. Die Lernatmosphäre ist durchaus als angenehm und freundlich zu beschreiben. Hinzukommt die Tatsache, dass es in der Halle zwar einerseits durch die sehr großen, tief verlaufenden und elektrisch zu öffnenden Fenster an der Stirnseite nie an ausreichend Licht und Luft mangelt, dies jedoch andererseits ein Spielen auf große Tore verhindert und insofern dem Unterrichten der Sportart „Handball“ an dieser Schule entgegen steht. Stattdessen werden den Schülern Basketball und Volleyball vermittelt.

Zu den Besonderheiten der unterrichtsspezifischen Situation vor Ort zählt in puncto ‚Sportstättenprofil’ die Tatsache, dass man auf Grund der finanziellen und insbesondere baulichen Gegebenheiten (d.h. mangelnde Kapazitäten durch die kleine Turnhalle, die immer nur einfach belegt werden kann), bereits über einen langen Zeitraum hinweg mit einer wenige Minuten entfernt gelegenen Schule kooperiert. Die dortige Turnhalle wurde vor kurzem renoviert und befindet sich in einem tadellosen Zustand. Lediglich einige Utensilien, die hinsichtlich der Alterstruktur nicht von den dortigen Grundschülern benötigt werden, müssen von den Lehrern des GYM von Zeit zu Zeit zunächst erst hintransportiert werden (Bänder und Seile für „Gymnastik“ beispielsweise). Für den in Lobeda - West stattfindenden Schwimm­unterricht müssen die Schüler zunächst im Vorfeld die ca. viertelstündige Anreisezeit ans andere Stadtende mit der Straßenbahn in Kauf nehmen. Dies stellt zugegebenermaßen zunächst einmal einen relativ enormen Zusatzaufwand dar.

Für die Nutzung von Außenanlagen hinsichtlich des leichtathletischen Unterrichts z.B. kooperiert das GYM mit dem Institut für Sportwissenschaft der örtlichen Universität und nutzt deren Freigelände. Doch auch hier ist man vom Status her lediglich „zu Gast“ und muss eventuellen kurzfristigen Nutzungsansprüchen seitens der Uni im Falle des Falles stets weichen. Die materielle Ausstattung vor Ort kann bestandstechnisch durch die Zusammenlegung allgemein als sehr gut beschrieben werden (O-Ton der Sportlehrer). Insofern ergeben sich für den Lehr- und Lernbetrieb optimale Voraus­setzungen. Interessant erscheint weiterhin die inhaltliche Gestaltung des Unterrichts, welcher in der Klassenstufe 7 zumindest teilweise noch koedu­kativ erfolgt. Dieser Umstand ist auf die sehr niedrigen Schülerzahlen und insbesondere den besonders niedrigen Anteil an männlichen Schülern zurückzuführen.

Der Zustand der Umkleideräume und sanitären Anlagen kann insgesamt als tadellos und hygienisch sauber bezeichnet werden – schließlich wurden diese im Zuge der schrittweisen Sanierung komplett erneuert. Im Vergleich zu den Verhältnissen innerhalb der alten DDR-Turnanlagen sind diese am GYM nahezu als „paradiesisch“ zu beschreiben. Die Fusionierung mit einer anderen Schule brachte zumindest eine weitere Verbesserung der materiellen Situation mit sich: So wurden zahlreiche Geräte und Utensilien, wie z.B. ein kompletter Satz von Stepp-Aerobic-Geräten, mit zum Gesamtkontingent beigesteuert.

Die Spielsportarten werden größtenteils in der Sporthalle durchgeführt. Die Sportlehrer unterrichten vorrangig bzw. ausschließlich die Spielsportarten Basketball und Volleyball. Für den Basketball-Betrieb verfügt man in der modernen Halle über eine elektrische Anlage, mit der man je nach Bedarf die beiden Körbe zur Nutzung des großen Spielfeldes ausfahren kann. Als weitere Rückschlagsportart wird neben Volleyball lediglich noch Badminton angeboten. Sämtliche Gerätschaften und Materialien für den geschilderten Lehrbetrieb stehen in ausreichendem Maße und in angemessenem Zustand zur Verfügung.

Im Fach Sport unterrichten derzeit 5 Lehrer Sport, wobei nur ein Kollege davon männlich ist. In Anlehnung an die Sportlehrertypologie von Bräutigam (1999) besteht das Kollegium am GYM aus einem ‚lockeren Typen’, zwei ‚Handwerkern’ und zwei ‚harten Hunden’.

Einen Referendar gibt es in diesem Schuljahr im Sportunterricht nicht. Die Kommunikation und das Zusammenwirken innerhalb des Sportlehrerkollegiums können insgesamt als sehr gut bezeichnet werden. Man stimmt sich untereinander ab und es herrscht ein spürbar ange­nehmes Klima. Die Lehrer trinken auch des Öfteren gemeinsam Kaffee im Vorberei­tungs­raum und gehen stets freundlich miteinander um, was sich natürlich auch allgemein positiv auf den Schulsportalltag auswirkt. Ein ums andere Mal wird schließlich auch in Doppel­besetzung unterrichtet (so z.B. koedukativ in der Klasse II und in den gesamten weiblichen 10. Klassen). Mein Mentor ermöglichte mir auch sogleich einen sehr schnellen Kontakt und eine unkomplizierte Integration in das Sportlehrerkollegium. Dies führte von Beginn an zu einem angenehmen und vertrauensvollen bzw. offenen Arbeitsklima, was sich u.a. auch darin zeigte, dass mich einige der Lehrer von Anfang an duzten. Die sich daraus ergebenden ungezwungenen und lockeren Gespräche ermöglichten mir eine gewinnbringende Erwei­terung meines Erfahrungshorizonts und eine Schulung der Lehrerperspektive. Mir war es folglich vergönnt, von den Hinweisen und Kommentaren der Experten vor, während und nach dem Unterrichtsgeschehen in didaktisch-methodischer sowie pädagogisch-psychologischer Hinsicht zu profitieren.

Sport AGs im Schuljahr 2006/2007

Basketball (Kl. 5/6), Badminton (Kl. 9-12), Volleyball (Kl. 10-12), Showbalett (Kl. 5-10), Breakdance (Kl. 5-12)

1.2 Charakterisierung der Situation im Deutschunterricht

Laut Auskunft der Fachlehrer konnten diese ihrer Schule eine relativ „gute Ausstattung“ attestieren. Dahingehend differierten die Ansichten untereinander kaum. Dennoch sei wohl eine relativ hohe Fluktuation des Buchbestandes in den letzten Jahren zu verzeichnen. Insofern müsste so mancher Kanon in absehbarer Zeit ergänzt werden. Die materiell betrachtet gute Bestückung deckte sich auch mit meinen Beobachtungen vor Ort: So konnten zahlreiche, spielerische Lernprogramme für die Unterstufen gesichtet werden (so z.B. das aktuell thematisierte Projekt „KRABAT“ in einer 6. Klasse). Ebenfalls erwähnt sei im Zuge dieser fachspezifischen Charakterisierung die schulinterne Bibliothek: Diese befindet sich, wie bereits erwähnt, im Kellergeschoss und verfügt aus deutschdidaktischer Sicht über eine Menge nützlicher Belletristik und Sachliteratur. Auch der in den höheren Klassenstufen behandelte Kanon deutscher Klassiker (wie z.B. Schillers „Die Räuber“ oder Goethes „Faust I“) ist in der hauseigenen Bibliothek nebst einigen deutschspezifischen Lernspielen in mehrfacher Stückzahl vorhanden und für das Unterrichtsgeschehen ausleihbar. Hervor­zuheben und als durchaus bemerkenswert zu erachten ist der recht hohe Bestand an Büchern (ca. 4500 Exemplare), der allen Schülern zugänglich ist und laut Aussagen des dafür zuständigen Mitarbeiters eine breitgefächerte Palette umfasst. Die Bandbreite an Literatur erstreckt sich von klassischen Werken bis hin zu aktueller Literatur. Es lässt sich folglich konstatieren, dass die schulinterne Bibliothek einen „Lichtblick“ auf weiter Flur markiert und auf diese Weise insgesamt zur Bereicherung des Deutschunterrichts beiträgt bzw. die materielle Situation vor Ort begünstigt.

Das Kollegium der Fachschaft Deutsch besteht aus sieben Lehrerinnen. Ganz im Gegenteil zur Situation im Sport stellt sich jedoch bedauerlicherweise das derzeitige Klima und die „Kooperation“ im Deutschunterricht dar: Hierbei scheinen keinerlei Absprachen unterei­nander zu erfolgen, sodass man als Außenstehende den Eindruck gewinnt, jeder arbeite separat für sich. Die aktuellen Probleme am GYM im Zuge der Zusammenlegung von Kollegien scheinen sich hierbei besonders fatal -wenngleich vielleicht nicht ursächlich darin begründet- zu äußern. In diesem Sektor besteht m.E. noch erheblicher Handlungsbedarf, welcher z.Zt. die größten Potenzen hinsichtlich einer Verbesserung des Lern- und Lebens­klimas im Deutschunterricht an dieser Schule in sich birgt. Einige Kollegen begegneten mir während meines Aufenthaltes auch dementsprechend frustriert.

Zur Komplettierung der Schulsituation aus deutschdidaktischer Sicht möchte ich abschließend noch einmal die Existenz eines Fördervereins erwähnen, zu dessen Aufgabengebieten es unter anderem zählt, die vorhandenen Lehr- und Lernvoraussetzungen, insbesondere auch die des Deutschunterrichtes, zu erhalten und in Zukunft weiter auszubauen.

2. Vorbesinnung: Erwartungen im Vorfeld des Praktikums

Auf der Suche nach einer geeigneten Praktikumsschule innerhalb meiner Heimat- und Studienstadtwurde ich schnell mit der ernüchternden Situation rund um die örtliche (Gymnasial-)Schullandschaft konfrontiert: Es stellte sich als ein schwieriges Unterfangen heraus, überhaupt vor Ort aufgenommen zu werden. Nach mehreren Anläufen sowie einigen Anstrengungen wurde es mir am Ende einer langen Suche doch noch gestattet, am hiesigen GYM vier Wochen lang zu hospitieren. Mit jenen Verhältnissen war ich jedoch bereits seit meinen Schulpraktischen Studien vertraut und hegte insofern auch nicht allzu große Erwartungen hinsichtlich einer intensiven Betreuung durch die Lehrkräfte vor Ort. In Thüringen „wartet“ man bekanntlich nicht gerade auf Studenten. Im Gegenteil sogar: Um sich zu „behaupten“, erfordert es eine Menge zusätzlicher Aufwen­dungen, stetige Freundlichkeit (auch bei ausbleibender Gegenseitigkeit) und von Zeit zu Zeit ein „dickes Fell“. Deshalb steckte ich meine Erwartungen im Vorfeld des Praktikums dementsprechend nicht besonders hoch: Ziel war es für mich, dass mich nach einer gewissen Eingewöhnungsphase und am Ende des Praktikums das dortige Kollegium nicht als zusätzlichen „Ballast“ empfände, sondern auch durchaus meine Rolle vor Ort und meine Persönlichkeit als Bereicherung sähe. Gewiss erscheint dies im ersten Moment vermessen und lässt sich nicht anhand objektiver Testgütekriterien erfassen – und dennoch verspürt man zwischenmenschlich Eindrücke, die Rückschlüsse auf die Wertschätzung der eigenen Person zulassen.

Binnen dieser doch immer noch recht kurzen Zeit, der man als Praktikantin dem schulischen Alltag beiwohnt, kann und soll es auch nicht Ziel sein, in irgendeiner Art und Weise unterrichtliche Routine zu erlangen. Deshalb werde ich mich auf folgenden, durch mich leistbaren Part hauptsächlich während meines Aufenthaltes konzentrieren: Die Schulung meiner eigenen unterrichtlichen Analysekompetenz. Für mich gilt es, die Lehrperson in all ihren Facetten hinsichtlich ihrer Arbeits- und Aufgabenfelder so vielfältig wie möglich zu erfassen. Jeder Mensch eignet sich im Laufe seiner beruflichen Karriere zwar seinen eigenen Stil an, die sog. „persönliche Handschrift“ – eine, die auch nur auf dieses eine Individuum passt und maßgeschneidert zu sein scheint. Wichtig ist es dabei, stets authentisch zu bleiben, da man eine Rolle immer nur bedingt verändert spielen kann. Aufgrund der zahlreichen Typen habe ich es mir zum Ziel gesetzt, so viele unterschiedliche Lehrerpersön­lichkeiten wie möglich kennen zu lernen. Mich interessiert deren Auftreten samt der damit verbundenen Wirkung auf die Schüler und in letzter Konsequenz dann schließlich auch evtl. Beeinflus­sungen des Unterrichtsgeschehens dadurch. Birgt das Wirkungs- und Erschei­nungsbild nicht gar elementare Potenzen für gewünschte Lernfortschritte? Schließlich gilt es für die Zukunft mit Sicherheit nicht, etwas Beeindruckendes zu „kopieren“ – ein solches Verhalten wäre zum Scheitern verurteilt. Und dennoch kann man sich von der einen oder anderen Art des jeweiligen Pädagogen inspirieren lassen und diese Erkenntnisse schließlich auch in der wenigen Unterrichtspraxis im Feld für sich selbst erproben.

Die Aufnahme durch die jeweiligen Lehrer wird sicher durchaus unterschiedlich ausfallen, jedoch hoffentlich auch freundlich und aufgeschlossen. Ich werde versuchen, die Einstel­lungen und eventuellen negativen Reaktionen zu relativieren und zu verstehen, da man ja im Grunde genommen als Praktikantin einen Mehraufwand vor Ort verursacht. Schließlich gehe ich bereits vorher davon aus, dass man eigentlich immer nur mit einer bestimmten Gruppe ausgewählter Personen befriedigend zu Rande kommt – also einer Auswahl an Leuten, die mit einem kooperiert und am sog. „selben Strang zieht“. Das wird zweifelsohne nie ein komplettes Kollegium sein – solcherlei trügerischen Illusionen habe ich mich innerhalb meines Erwartungshorizonts zu keinem Zeitpunkt hingegeben. Im späteren Berufsleben wird dies m.E. nach schließlich auch nicht anders sein. In jedem Fall hoffe ich auf Lehrer zu treffen, die einen im Zuge der Ausbildung zum künftigen Kollegen und hinsichtlich ihres Beitrages zur Betreuung des pädagogischen Nachwuchses unterstützen.

Mein Bild vom Beruf des Sportlehrers ist durchaus differenziert und facettenreich - genau wie die unterschiedlichen Charaktere innerhalb des Kollegiums vor Ort, die allesamt auf indivi­duelle Weise ihre Rolle interpretieren. Das Anforderungs- und Belastungsprofil ist z.T. anders gelagert als das des übrigen Fachunterrichts: Sportlehrer können durchaus freudbetonter die Erziehung und Bildung ihrer Schüler gestalten. Sie sind in der Wahl der Inhalte recht flexibel und variabel und haben einen geringeren Nachbereitungsaufwand. All jene Punkte stellen die positiven Facetten dar. Den Kindern wird ein sehr viel weiterer Bewegungsraum zugestanden, als das im sonstigen frontalen Klassenverband der Fall ist. Doch genau in jenem Punkt liegen auch die durch viele Außenstehende stark unterschätzten Zusatzbelastungen: Es ist um ein Vielfaches anstrengender, die Schüler im Sportunterricht „zu bändigen“ bzw. wieder zu beruhigen. Denn gerade jene „lockereren Zügel“ verleiten so manch einen Schüler zu tendenziell häufigerer Missachtung von Regeln bzw. einem undisziplinierten Ausnutzen der Bewegungsräume: Man „turnt“ an gefährlichen und schlecht überschaubaren Stellen herum, bringt Mitschüler durch oftmals zwar harmlos angelegtes aber folgenreiches Necken unnötig in Gefahr und vollführt häufig einfach gänzlich andere Formen der Bewegung bzw. Techniken und Übungsformen, als diese vom Lehrer veranschlagt wurden. Häufig genutzte Vokabeln in der Praxis jener Verhaltensbeobachtungen sind dann das sog. „Geigeln“ bzw. „Blödeln“, von dem der Sportlehrer mit gleichzeitiger Aufforderung zur Unterbindung spricht.

Tendenziell ist die Lärmbelastung laut aktueller Studien insofern für den Pädagogen deutlich höher als die seiner Kollegen. Eine weitere Folge stellt die erhöhte Belastung für die Stimmbänder dar, derer man sich logischer Weise lauter und angestrengter bedienen muss, um den höheren Lärmpegel zu übertönen. In der Konsequenz ergibt sich daraus für den beschriebenen Berufstypus eine objektiv gesteigerte psycho-physische Anstrengung, welche zwangsläufig auf eine Belastung hinausläuft. Meiner Meinung nach wird jener Aspekt von vielen Lehrerkollegen und Bildungspolitikern, die eine Abwertung des Sportunterrichts teilweise fahrlässig zulassen, haarsträubend unterschätzt. Das anwachsende Unverständnis für den mittlerweile nahezu akuten Legitimationsdruck, unter dem der Sportunterricht derzeit steht, gipfelt - auf den Punkt gebracht - in einer weiteren Überlegung: Betrachten wir den Gesundheitszustand unserer Gesellschaft, so müssen wir feststellen, dass diese bereits verheerend (bewegungstechnisch) „kränkelt“[4] – Studien belegen, dass unsere Kinder bereits zu einem Drittel an der sog. Adipositas (Fettleibigkeit) leiden. Doch noch viel erschreckender scheint in diesem Zusammenhang jene erschütternde Entwicklung des Drittels zur 50-Prozent-Marke hin. Eine Vielzahl der Kinder bewegt sich daher bereits im Freizeitbereich nicht wesentlich mehr als mit dem Finger an der Spielkonsole. Wo würde sich jener skizzierte Typus des „homo nintendo“ am Ende schließlich noch bewegen, wenn zu allem Übel auch noch der Sportunterricht verringert oder gar abgeschafft werden würde, wie es bildungspo­litische Kräfte allen Ernstes bereits debattierend fordern? Um den Diskurs an dieser Stelle jedoch nicht zur Grundsatzdiskussion auszuweiten und auf das Wesentliche zurück zu kommen, bleibt zu konstatieren: Die Abwertung des Sportunterrichts stellt m.E. nach eine Konterkarierung des schulischen Bildungs- und Erziehungsauftrags an unseren Kindern dar. Eine Abschaffung käme einem Drama in unserer Gesellschaft gleich, welche sich ihre eigenen Beine amputiert, auf denen sie steht.

In Anlehnung an die bereits erwähnte Sportlehrertypologie von Bräutigam sehe ich mich selbst in erster Linie als den „Enthusiasten“, welcher sich durch hohen Aufwand und Engagement auszeichnet. Des Weiteren erkennt man bei ihm eine gute Vorbereitung und großes Empathievermögen. Er geht auf Fragen und Probleme der Schüler ein und ist stark am Lernfortschritt seiner Schüler interessiert. Dennoch kommen bei mir wohl noch Facetten des „lockeren Typs“ und des „harten Hunds“ mit hinzu, also eine ausgewogene Mischung aus „Zuckerbrot und Peitsche“: Einerseits präsentiert sich diese „Spezies“ also als abwechslungs­reich und motivierend. Konflikten wird häufig mit Humor begegnet und der Spaßfaktor des Sports hat hohe Priorität. Andererseits lässt man auch Durchsetzungsfähigkeit sowie die Einforderung von Leistung und Disziplin blicken. Die Akzeptanz der eigenen Autorität stellt einen weiteren wesentlichen Eckpfeiler seiner Rolleninterpretation dar.

3. Hospitationsanalysen

3.1 Hospitationsprotokolle Sport

a) Tag: 07.03.2007 / Klasse III (9 Sportfähige, 4 Befreite) / Stunde: 7. und 8.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]


[1] Dieser Name wird im Nachfolgenden aus Gründen der ökonomischen Praktikabilität nur noch mit dem Kürzel „GYM“ Erwähnung finden.

[2] Im Folgenden wird der besseren Lesbarkeit wegen für Personenbezeichnungen nur die männliche Form verwendet – gemeint sind jedoch in allen Fällen Mädchen und Jungen bzw. Männer und Frauen.

[3] In der Konzeption der „modernen“ Ganztagsschule wurde bereits ein pädagogischer Umdenkprozess eingeläutet: So ist derzeit zumindest partiell die Notwendigkeit zur Einbeziehung des Raumes (neben der Zeit) als einen weiteren wichtigen didaktischen „Eckpfeiler“ erkannt worden. (Quelle: DVD „Treibhäuser der Zukunft – Wie Schulen in Deutschland gelingen“; ein Film von Reinhard Kahl / Produktion: ARCHIV DER ZUKUNFT 2004)

[4] Siehe dazu Ergebnisse von Schuleingangsuntersuchungen (KEMPER 1994) und Erkenntnisse hinsichtlich koordinativer Defizite: So konnten bereits Störungen bei der Ausführung elementarer Bewegungsaufgaben festgestellt werden (WOHLGEFAHRT 1998). Auch aus zahlreichen Erfahrungsberichten von Lehrern geht dieser erschreckende Zustand hervor. Weiterhin konnte in den letzten Jahren eine enorme Steigerung von Schülerunfällen verzeichnet werden (Unfallkasse Thüringen). Sukzessiv kristallisierten sich zudem in den vergangenen Jahrzehnten immense Verschlechterungen der Leistungen im Sportunterricht heraus (siehe dazu beispielsweise Untersuchungen zur Sprintleistung im 60-m-Lauf; HIRTZ 1996).

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Details

Titel
Praktikumsbericht für das Blockpraktikum im Hauptstudium Lehramt Gymnasium
Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena  (Fachdidaktiken der Fächer Deutsch und Sport)
Veranstaltung
Blockpraktikum
Note
ohne
Autor
Jahr
2007
Seiten
84
Katalognummer
V275204
ISBN (eBook)
9783656686972
ISBN (Buch)
9783656686965
Dateigröße
972 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
praktikumsbericht, blockpraktikum, hauptstudium, lehramt, gymnasium
Arbeit zitieren
Annabelle Senff (Autor), 2007, Praktikumsbericht für das Blockpraktikum im Hauptstudium Lehramt Gymnasium, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275204

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Titel: Praktikumsbericht für das Blockpraktikum im Hauptstudium Lehramt Gymnasium



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