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Schattenbanken. Ist eine Regulierung überhaupt möglich und sinnvoll?

Title: Schattenbanken. Ist eine Regulierung überhaupt  möglich und sinnvoll?

Seminar Paper , 2014 , 18 Pages , Grade: 1,4

Autor:in: Markus Lang (Author)

Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
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Vor wenigen Jahren war der Begriff der Schattenbanken relativ unbekannt und auch die Problematik von Finanzinstitutionen, die weitgehend ohne Regulierung parallel zum Bankensektor operieren, wurde als kaum relevant angesehen. Diese Schattenbanken arbeiten völlig legal, aber meist außerhalb des etablierten Regulierungsrahmens der verschiedenen Bankenaufsichten. Im Zuge der Ursachenforschung der internationalen Finanzkrise identifizierte man eben diese Schattenbanken als wesentliche Treiber. So wird beispielsweise im Bericht der „High-Level Group on Financial Supervision in the EU“ auf die mangelhafte Transparenz der Risiken in solchen Finanzinstitutionen und den immer weiteren Ausbau eines Schattenbankensystems hingewiesen: „There was little knowledge of either the size or location of credit risks.“
Auch bei den verschiedenen Bankenverbänden sowie bei den Notenbanken herrscht die Meinung vor, dass beim Ausbruch der internationalen Finanzkrise über die Risiken im Schattenbankensektor und ihre Verteilung über das Finanzsystem zu wenig Informationen vorlagen, obwohl von diesem Finanzsektor systematische Risiken ausgingen. So schreibt beispielsweise der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken in einer Veröffentlichung vom 04. November 2011, dass eine Regulierung der Schattenbanken längst überfällig sei.
Die verschiedenen Hinweise auf Risiken, die auch in Zukunft vom Schattenbankensektor für die Stabilität der Finanzmärkte ausgehen, haben die Europäische Kommission im März 2012 dazu veranlasst, ein Grünbuch zum Schattenbankenwesen zu erstellen, in dem Überlegungen zur Identifikation von Schattenbanken und Vorschläge für ihre Regulierung vorliegen.
Der Ansatz hierbei besteht darin, alle weltweiten finanziellen Risiken zu untersuchen. Dies soll dazu führen, dass der erzielte Nutzen für bestimmte Akteure nicht dadurch verändert wird, finanzielle Risiken in weniger regulierte Sektoren auszulagern.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

1.1 Problemstellung

1.2 Methodik und Vorgehensweise

2 Grundlagen der Schattenbanken

2.1 Definition

2.2 Akteure des Schattenbankensektors

2.3 Entwicklung des Volumens

2.4 Vorteile und Risiken des Schattenbankensektors

3 Regulierungsansatz der EU-Kommission

3.1 Indirekte Regulierung

3.2 Ausweitung des Geltungsbereichs der aktuellen Vorschriften

3.3 Direkte Regulierung bestimmter Aktivitäten

3.4 Stärkere Beaufsichtigung des Schattenbankensektors

4 Kritische Würdigung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Schattenbanken mit dem Ziel, deren Funktionsweise zu beleuchten sowie die Möglichkeiten und die Sinnhaftigkeit einer staatlichen Regulierung zu erörtern, insbesondere im Kontext der Stabilität des globalen Finanzsystems.

  • Definition und Identifikation von Schattenbanken
  • Analyse der Marktentwicklung und des Volumens
  • Diskussion von Vorteilen und systemischen Risiken
  • Untersuchung aktueller Regulierungsansätze der EU-Kommission
  • Kritische Bewertung der Wirksamkeit von Aufsichtsmaßnahmen

Auszug aus dem Buch

2.4 Vorteile und Risiken des Schattenbankensektors

Die aufgezeigte Entwicklung dieses Systems sorgt dafür, dass die Frage nach den Vor- aber auch den Nachteilen dieses Systems gestellt werden muss. So besteht einer der größten Vorteile des Schattenbankensektors in der in ihm durchgeführten Verbriefung von Krediten. Diese führt in Zeiten immer strikterer Eigenkapitalanforderungen an die Banken (Basel II und Basel III) dazu, dass Kredite in Zweckgesellschaften ausgelagert werden, die eben diesen Anforderungen nicht unterliegen.

Durch diese Auslagerung verfügt das jeweilige Kreditinstitut über mehr Mittel, da für die ausgelagerten Kredite kein Eigenkapital hinterlegt werden muss. Dieses freie Eigenkapital kann anschließend für zusätzliche Kredite oder andere Investitionen genutzt werden. Ein weiterer Vorteil von Schattenbanken ist die Nutzung der Produkte als alternative Anlagemöglichkeit für private sowie institutionelle Anleger. Jeder Investor kann durch die breite Palette angebotener Anlagemöglichkeiten über sein individuelles Risiko-Renditeverhältnis entscheiden. Hierdurch soll die Stabilität des gesamten Finanzsystems verbessert werden, da durch Auslagerung und die hierdurch entstehende Verteilung des Vermögens dem „too-big-to-fail-Risiko“ entgegengewirkt werden kann.

Der dritte Vorteil ist die oftmals verbesserte Rendite solcher gerateten strukturierten Produkte im Vergleich zu mit Triple-A bewerteten Staats- und Unternehmensanleihen. Zu beachten ist hierbei jedoch das oftmals kritisch gesehene Zustandekommen eines Ratings. Dieser Vorteil wird vor allem von Geldmarktfonds genutzt, die durch bestehende Anlageregularien auf die Investition in Triple-A Produkte festgelegt sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, stellt die Problemstellung dar und erläutert die methodische Vorgehensweise der Seminararbeit.

2 Grundlagen der Schattenbanken: Es werden die Definition, die beteiligten Akteure, das Markvolumen sowie die zentralen Chancen und Risiken des Schattenbankensektors dargelegt.

3 Regulierungsansatz der EU-Kommission: Das Kapitel analysiert verschiedene regulatorische Strategien der EU, von indirekten Maßnahmen bis hin zu einer stärkeren direkten Beaufsichtigung.

4 Kritische Würdigung: Hier erfolgt eine reflektierte Einschätzung zur Sinnhaftigkeit und zu den Grenzen einer nationalen bzw. europäischen Regulierung im internationalen Finanzumfeld.

Schlüsselwörter

Schattenbanken, Finanzmarktregulierung, Finanzkrise, Verbriefung, Zweckgesellschaften, Liquiditätstransformation, Basel III, EU-Kommission, Systemrisiko, Eigenkapitalanforderungen, Finanzstabilität, Ratingagenturen, Bankenaufsicht, Investmentfonds, Kreditrisikotransfer

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Rolle von Schattenbanken im modernen Finanzsystem und der Herausforderung, diese Akteure im Rahmen der Finanzmarktstabilität wirksam zu regulieren.

Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?

Zentral sind die Funktionsweise von Schattenbanken, die Abgrenzung zum regulierten Bankensektor, die damit verbundenen Risiken sowie die regulatorischen Bemühungen der Europäischen Union.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu analysieren, ob und wie eine Regulierung des Schattenbankensektors möglich und sinnvoll ist, ohne dabei die Finanzmarktentwicklung negativ zu beeinflussen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?

Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Analyse, die unter anderem auf Berichten der Europäischen Kommission, Daten des Financial Stability Board sowie aktueller Fachliteratur aufbaut.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Grundlagen definiert, bevor detailliert auf die Regulierungsansätze wie die indirekte Regulierung und die Ausweitung von Aufsichtsbefugnissen eingegangen wird.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Besonders prägend sind Begriffe wie Systemrisiko, Zweckgesellschaften, Eigenkapitalanforderungen und die internationale Finanzmarktregulierung.

Warum wird die Regulierung von Schattenbanken als schwierig angesehen?

Die Regulierung ist komplex, da Schattenbanken oft grenzüberschreitend agieren und die Zuständigkeiten der Aufsichtsbehörden häufig nicht eindeutig geklärt sind.

Welche Rolle spielt das Dodd-Frank-Act im Kontext der Arbeit?

Es dient als Beispiel für eine indirekte Regulierung in den USA, die Banken dazu verpflichtet, einen Teil der Risiken bei verbrieften Produkten einzubehalten.

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Details

Title
Schattenbanken. Ist eine Regulierung überhaupt möglich und sinnvoll?
College
University of Cooperative Education Mosbach
Grade
1,4
Author
Markus Lang (Author)
Publication Year
2014
Pages
18
Catalog Number
V275315
ISBN (eBook)
9783656680192
ISBN (Book)
9783656680185
Language
German
Tags
Schattenbanken Regulierung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Markus Lang (Author), 2014, Schattenbanken. Ist eine Regulierung überhaupt möglich und sinnvoll?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275315
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