Im Folgenden soll geklärt werden, was wir heute unter interkulturellem Lernen verstehen, welche Relevanz dieses für einen erfolgreichen Fremdsprachenerwerb hat, und wie man die theoretischen Erkenntnisse praktisch in den Unterricht Deutsch als Fremdsprache mit Kindern umsetzen kann.
Die Kommunikation zwischen Angehörigen verschiedener Kulturen ist nicht immer einfach, Missverständnisse sind keine Seltenheit. Häufig jedoch sind nicht fehlende Sprachkenntnisse der Auslöser dafür, sondern vielmehr zu wenig Wissen über die andere Kultur. Weil schon kleinste alltägliche Sprechhandlungen kulturell differieren können, muss beim Erlernen einer Fremdsprache wortwörtliches Übersetzen schnellstmöglich aus den Köpfen verbannt werden.
Der traditionelle Fremdsprachenunterricht jedoch stellte genau diese Methode in den Vordergrund und ließ der Wissensvermittlung über Sitten, Traditionen, Gebräuche und Lebens- bzw. Werteinstellungen der jeweiligen Zielsprache zu wenig Raum.
Der interkulturelle Ansatz nach List wandte sich schließlich gegen die Wort-für-Wort-Übersetzung und verlangt, aus der Perspektive der eigenen Kultur die fremde zu betrachten. Interkulturelles Lernen beschreibt demnach den Lern- und Lehrprozess, der den Mangel an Vermittlung kulturellen Verständnisses ausgleichen soll.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Interkulturelles Lernen: Ein Definitionsversuch
3 Zum interkulturellen Lernen im DaF-Unterricht mit Kindern
4 Praktische Umsetzung interkulturellen Lernens im DaF-Unterricht
4.1 Begrüßungsformeln als Beispiel interkulturellen Lernens im DaF- Unterricht.
4.2 Interkulturelles Lernen anhand des Projekts: Globales Lernen mit Kindern
5 Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie interkulturelles Lernen theoretisch fundiert ist und praktisch im DaF-Unterricht mit Kindern integriert werden kann, um kulturelles Verständnis und einen bewussten Umgang mit Differenzen zu fördern.
- Definition und Abgrenzung des interkulturellen Lernens
- Integration kultureller Aspekte in den DaF-Unterricht
- Praktische Umsetzung durch Lehrwerksanalysen
- Projektorientiertes Lernen am Beispiel internationaler Kinderkultur
- Sensibilisierung für kulturelle Konnotationen in der Sprache
Auszug aus dem Buch
4.2 Interkulturelles Lernen anhand des Projekts: Globales Lernen mit Kindern
Anschließend soll ein Projekt beschrieben werden, das von der Volkshochschule X in Kooperation mit der Staatlichen Grundschule „Y“ X veranstaltet wurde und an dem ich selbst teilnahm. Das zentrale Ziel des Projekts war, die Kinder darauf aufmerksam zu machen, dass es auf der Welt zahlreiche andere Kulturen gibt, die von ihrer eigenen differieren, und ihnen somit bei der Festigung ihrer kulturell überlieferten Lebensart sowie dem Verständnis gegenüber dem Fremden zu helfen.
Die Kinder der ersten Klasse der "Y" planten am 07.07.2011 einen Schuljahresabschlusstag unter dem Aspekt einer langen internationalen Lesenacht. Für die Volkshochschule bot sich somit die Gelegenheit durch einen Projektnachmittag, der sich u.a. mit Kinderliteratur anderer Länder beschäftigt, auch so junge Menschen an das Thema Globalisierung heranzuführen.
Um den Kindern möglichst authentisch neues Wissen über fremde Länder zu vermitteln, wurden die Referenten aufgrund ihres Herkunftslandes ausgewählt. So konnte den Kindern das neue Wissen aus erster Hand und durch geeignete kindgerechte Methoden (Literatur, Bilder, Essen, Spielzeug, Kleidung etc.) nahe gebracht werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit interkulturellen Lernens im DaF-Unterricht und fordert einen Perspektivwechsel weg von der reinen Wort-für-Wort-Übersetzung.
2 Interkulturelles Lernen: Ein Definitionsversuch: Dieses Kapitel differenziert den Begriff zwischen landeskundlicher Ausprägung und migrationspädagogischen Ansätzen und ordnet ihn als Richtziel für den Fremdsprachenerwerb ein.
3 Zum interkulturellen Lernen im DaF-Unterricht mit Kindern: Hier wird diskutiert, wie durch lebensnahe Materialien und angstfreie Lernräume bei Kindern ein interkulturelles Bewusstsein allmählich aufgebaut werden kann.
4 Praktische Umsetzung interkulturellen Lernens im DaF-Unterricht: Der Hauptteil präsentiert konkrete Praxisbeispiele wie die Analyse von Begrüßungsfloskeln im Lehrwerk und ein schulisches Projekt zum Globalen Lernen.
5 Schlussfolgerung: Das Fazit betont, dass Sprache und Kultur untrennbar verbunden sind und der Unterricht stets die Ausgangskultur der Kinder in den Mittelpunkt stellen muss.
Schlüsselwörter
Interkulturelles Lernen, DaF-Unterricht, Fremdsprachenerwerb, Kultur, Globales Lernen, Landeskunde, Migrationspädagogik, Perspektivwechsel, Kindgerecht, Sprachvermittlung, Sozialisation, Identität, Werte, Kommunikation, Fremdverstehen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Bedeutung und der praktischen Anwendung von interkulturellem Lernen im Unterricht Deutsch als Fremdsprache (DaF), speziell mit Blick auf die Zielgruppe Kinder.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die theoretische Abgrenzung des interkulturellen Lernens, die Rolle der Sprache als Ausdrucksform von Kultur und die methodische Integration dieser Ansätze in den Schulalltag.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie theoretische Konzepte interkulturellen Lernens genutzt werden können, um den Fremdsprachenerwerb bei Kindern effektiver und lebensnäher zu gestalten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit fachdidaktischer Literatur und illustriert diese durch die Auswertung konkreter Unterrichtsbeispiele und Projektberichte.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert, wie gängige Lehrwerke zur kulturellen Sensibilisierung genutzt werden können und beschreibt ein Praxisprojekt an einer Grundschule zur Vermittlung fremder Kulturen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind interkulturelles Lernen, DaF-Unterricht, Sprachvermittlung, Perspektivwechsel und kulturelle Sozialisation.
Warum ist das Erlernen von Namen für das interkulturelle Lernen wichtig?
Das Kennenlernen und Verwenden von Namen ist entscheidend, da es Kindern hilft, kulturelle Unterschiede in Anredekonventionen und Hierarchien zu verstehen und für diese sensibilisiert zu werden.
Was hat das Projekt der Volkshochschule zur Vermittlung beigetragen?
Das Projekt ermöglichte Kindern den authentischen Kontakt zu Menschen aus anderen Ländern (China, Mongolei, Ecuador) und nutzte kindgerechte Methoden wie Kochen, Basteln und Erzählen, um das Fremde erfahrbar zu machen.
- Arbeit zitieren
- Jordy Pacheco (Autor:in), 2011, Interkulturelles Lernen mit Kindern im DAF-Unterricht. Konzeption eines Nachmittags zu verschiedenen Kulturen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275526