Das Verhältnis zwischen Kunde und Anlage- bzw. Finanzierungsberater wird maßgeblich vom Vergütungssystem des Beraters beeinflusst. Da in Deutschland sowie in Europa verbriefte Kredite aus den USA lediglich an Anleger verkauft wurden, sieht man hier vermehrt Handlungsbedarf in der Anlageberatung und weniger in der Finanzierungsberatung. Dabei werden insbesondere zwei Formen der Ausgestaltung dieser Vergütungssysteme diskutiert: die traditionelle Provisionsvergütung einerseits und die Honorarvergütung andererseits. Ziel dieser Arbeit ist es, den rechtlichen Rahmen der Vergütungssysteme in der Anlageberatung aufzuzeigen und mithilfe betriebswirtschaftlicher Überlegungen abzuleiten, welche Folgen sich aus deren Anwendung ergeben könnten.
Inhaltsverzeichnis
- Abkürzungsverzeichnis
- A Einleitung
- B Die Anlageberatung
- I Zielsystem der Anlageberatung
- II Interessenkonflikte in der Anlageberatung im Vergleich zum Kaufvertrag
- III Die Wohlverhaltensregeln des SS 31 ff WpHG
- IV Vorgaben der MaComp an die Vergütungssysteme in der Anlageberatung
- V Einfluss des Vergütungssystems auf das Verhalten des Anlageberaters
- C Rechtliche Ausgestaltung der Vergütungssysteme in der Anlageberatung
- I Die Provisionsvergütung als traditionelles Vertriebsmodell
- II Das neue Vertriebsmodell in Form der Honorarberatung
- D Das System aus Provisions- und Honorarberatung in der Anlageberatung
- E 6. Ausblick
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Seminararbeit befasst sich mit Vergütungssystemen in der Anlageberatung und analysiert deren rechtlichen Rahmen sowie betriebswirtschaftliche Auswirkungen. Ziel ist es, die Folgen verschiedener Vergütungsmodelle für das Verhalten von Anlageberatern und deren Einfluss auf die Wahrung von Kundeninteressen zu erforschen.
- Zielsystem der Anlageberatung: Interessen von Anlegern, Unternehmen und der Volkswirtschaft
- Interessenkonflikte in der Anlageberatung: Vergleich mit Kaufverträgen und die Bedeutung der Interessenwahrung
- Wohlverhaltensregeln des WpHG: Aufsichtsrechtliche Vorgaben zur Vermeidung und Offenlegung von Interessenkonflikten
- Vorgaben der MaComp: Konkretisierung der Wohlverhaltensregeln hinsichtlich Vergütungssysteme
- Einfluss von Vergütungssystemen auf das Verhalten von Anlageberatern: Anwendung der Agency-Theorie
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung beleuchtet die Finanzkrise 2007 und die Rolle von Anlageberatern im Kontext der Kreditvergabe und Anlageberatung. Die Arbeit untersucht die Besonderheiten der Anlageberatung im Vergleich zu anderen Vertragsverhältnissen und analysiert das Zielsystem der Anlageberatung, das sowohl die Interessen von Anlegern als auch die von Unternehmen und der Volkswirtschaft berücksichtigt.
Kapitel B.II. widmet sich den Interessenkonflikten in der Anlageberatung und stellt diese im Vergleich zu Kaufverträgen dar. Die Wohlverhaltensregeln des WpHG werden in Kapitel B.III. erläutert, wobei die zentrale Bedeutung der Vermeidung und Offenlegung von Interessenkonflikten hervorgehoben wird. Kapitel B.IV. analysiert die Vorgaben der MaComp, die die Wohlverhaltensregeln hinsichtlich Vergütungssysteme konkretisieren und den Einsatz von variablen Vergütungsbestandteilen regulieren.
Kapitel B.V. untersucht den Einfluss von Vergütungssystemen auf das Verhalten von Anlageberatern aus betriebswirtschaftlicher Perspektive. Die Agency-Theorie wird zur Erklärung des Verhältnisses zwischen Prinzipal und Agent herangezogen und die Gestaltung von Vergütungssystemen als Anreizsysteme analysiert.
Kapitel C.I. und C.II. beleuchten die rechtliche Ausgestaltung der Provisions- und Honorarberatung, wobei die wichtigsten rechtlichen Vorgaben und deren Auswirkungen auf die Anlageberatung dargestellt werden.
Das System aus Provisions- und Honorarberatung wird in Kapitel D. analysiert, wobei die jeweiligen Anreizsysteme und deren Einfluss auf die Wahrung von Kundeninteressen und die Förderung der Vermögensbildung beleuchtet werden.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen die Anlageberatung, Vergütungssysteme, Provisionsberatung, Honorarberatung, Interessenkonflikte, Anlegerschutz, Vermögensbildung, Wohlverhaltensregeln, WpHG, MaComp, Agency-Theorie, Kundeninteressen, Finanzkrise 2007.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Provisions- und Honorarberatung?
Bei der Provisionsberatung erhält der Berater eine Vergütung vom Produktanbieter, während bei der Honorarberatung der Kunde den Berater direkt für seine Dienstleistung bezahlt.
Welche Interessenkonflikte gibt es in der Anlageberatung?
Ein Hauptkonflikt besteht darin, dass Berater bei Provisionsmodellen dazu geneigt sein könnten, Produkte mit der höchsten Provision statt der besten Eignung für den Kunden zu empfehlen.
Was sind die Wohlverhaltensregeln des WpHG?
Das Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) verpflichtet Berater, im bestmöglichen Interesse des Kunden zu handeln, Interessenkonflikte zu vermeiden und diese transparent offenzulegen.
Was besagen die MaComp-Vorgaben für die Vergütung?
Die MaComp konkretisieren die gesetzlichen Regeln und fordern, dass Vergütungssysteme so gestaltet sein müssen, dass sie keine Anreize für eine Verletzung der Kundeninteressen bieten.
Wie hilft die Agency-Theorie beim Verständnis der Beratung?
Sie analysiert das Verhältnis zwischen dem Kunden (Prinzipal) und dem Berater (Agent) und zeigt auf, wie Informationsasymmetrien und Anreizsysteme das Verhalten des Beraters beeinflussen.
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- B.Sc. der Wirtschaftswissenschaften Mark Mayer (Author), 2014, Vergütungssysteme in der Anlageberatung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275630