In dieser Hausarbeit wird geprüft und exemplarisch dargelegt, inwiefern sich die verschiedenen Positionen, Konzepte und Theorien des goethezeitlichen Geschlechterdiskurses in C. A. Fischers „Die Honigmonathe“ widerspiegeln. Darüber hinaus wird erläutert, wie anhand der verschiedenen Charaktere der Standpunkt der Autorin in der Diskussion um die Rollen der Geschlechter reflektiert wird und auf welche Weise sie dadurch Kritik am damaligen Geschlechterverständnis übt.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Eine Gesellschaft im Umbruch: Die Geschlechtercharakteristik der Goethezeit
- Schlegels Position im goethezeitlichen Geschlechterdiskurs
- Die Funktionen der Charaktere in C.A. Fischers „Die Honigmonathe"
- Julie
- Olivier
- Wilhelmine
- Reinhold
- Der Landmann
- Der Standpunkt C.A. Fischers
- Schluss
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit analysiert C.A. Fischers Werk „Die Honigmonathe" im Kontext des goethezeitlichen Geschlechterdiskurses. Ziel ist es, die in Fischers Roman reflektierten Positionen, Konzepte und Theorien des Geschlechterdiskurses aufzuzeigen. Die Arbeit untersucht, wie die verschiedenen Charaktere des Romans die damaligen Geschlechterrollen verkörpern und auf welche Weise Fischers Standpunkt in der Diskussion um die Geschlechterrollen durch die Charaktere zum Ausdruck kommt.
- Die Geschlechterdichotomie und Geschlechterpolarität in der Goethezeit
- Die Rolle von Frauen in der Gesellschaft und die Kritik an traditionellen Weiblichkeitsidealen
- Die verschiedenen Positionen im Geschlechterdiskurs, wie sie in Fischers „Die Honigmonathe" dargestellt werden
- Die Bedeutung von Schlegels Konzept der „Mischcharaktere" für die Analyse des Romans
- Fischers Kritik an der Eheideologie und ihren Auswirkungen auf die Figuren
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in den Geschlechterdiskurs der Goethezeit ein und stellt die Rolle der Frau in der damaligen Gesellschaft dar. Dabei wird Kants Definition der „Frau" als Beispiel für die verbreitete Vorstellung der „idealen Ehefrau" herangezogen. Die Autorin Caroline Auguste Fischer wird als eine Frau vorgestellt, die sich gegen dieses Frauenbild wandte und mit ihrem Werk „Die Honigmonathe" einen Beitrag zur Emanzipation der Frauen leistete.
Das zweite Kapitel beleuchtet die Geschlechtercharakteristik der Goethezeit und stellt verschiedene Denkansätze von Campe, Knigge, Brandes und Schiller vor. Dabei wird die Entwicklung des Modells der Geschlechterdichotomisierung und die Kontroverse um die Rollen von Mann und Frau dargestellt. Im Fokus steht die Position von Friedrich Schlegel, der eine neue Vorstellung von Weiblichkeit einführte, die sich gegen die traditionelle Geschlechterordnung richtete. Schlegels Konzept der „Mischcharaktere" wird vorgestellt und erläutert.
Das dritte Kapitel analysiert die Funktionen der Charaktere in Fischers „Die Honigmonathe". Es werden die vier Charakterisierungen der Männlich- bzw. Weiblichkeit, die Schlegel in seiner Schrift „Über die Diotima" anführte, auf die Figuren Julie, Olivier, Wilhelmine und den Landmann projiziert. Dabei wird gezeigt, wie die Figuren exemplarisch verschiedene Positionen des damaligen Geschlechterdiskurses verkörpern. Julie steht für die traditionelle Vorstellung der „selbstlosen Hingegebenheit des Weibes", Olivier repräsentiert das „herrschsüchtige Ungestüm des Mannes", Wilhelmine verkörpert den „Mischcharakter" der „selbständigen Weiblichkeit" und der Landmann steht für die „sanfte Männlichkeit".
Im vierten Kapitel wird der Standpunkt C.A. Fischers in der Diskussion um die Geschlechterrollen dargestellt. Durch die tragischen Schicksale von Olivier und Julie, die die traditionellen Idealvorstellungen ihrer Geschlechterrollen verkörpern, übt Fischer explizite Kritik an diesen Vorstellungen. Die Problematik weiblicher Tugendhaftigkeit und die Ablehnung der damaligen Eheideologie werden deutlich. Fischers „positiven" Gegenfiguren Wilhelmine und Reinhold, die alternative Ideale vertreten, können jedoch nicht vollständig die Vertreter der traditionellen Idealvorstellungen überzeugen.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen den goethezeitlichen Geschlechterdiskurs, die Geschlechterdichotomie, die Geschlechterpolarität, die traditionelle Vorstellung von Weiblichkeit, die Emanzipation der Frauen, die Eheideologie der Goethezeit, Caroline Auguste Fischer, „Die Honigmonathe", Friedrich Schlegel, „Mischcharaktere", Julie, Olivier, Wilhelmine, Reinhold und der Landmann.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in C.A. Fischers „Die Honigmonathe“?
Der Roman reflektiert den Geschlechterdiskurs der Goethezeit und übt Kritik an den traditionellen Rollenbildern von Mann und Frau.
Was ist ein „Mischcharakter“ nach Friedrich Schlegel?
Ein Mischcharakter vereint männliche und weibliche Eigenschaften und bricht damit die strikte Geschlechterpolarität der damaligen Zeit auf.
Wie wird die Figur Julie charakterisiert?
Julie verkörpert das traditionelle Ideal der „selbstlosen Hingegebenheit“, was in der Geschichte jedoch zu einem tragischen Schicksal führt.
Welche Kritik äußert die Autorin an der Ehe?
Caroline Auguste Fischer kritisiert die damalige Eheideologie, die Frauen zur Unterordnung und Aufgabe ihrer Selbstständigkeit zwang.
Wer war Caroline Auguste Fischer?
Sie war eine Autorin der Goethezeit, die sich aktiv für die Emanzipation der Frauen einsetzte und alternative Lebensentwürfe literarisch verarbeitete.
Was bedeutet Geschlechterdichotomie in diesem Kontext?
Es beschreibt die strikte Trennung und Gegenüberstellung von männlichen (aktiv, rational) und weiblichen (passiv, emotional) Eigenschaften.
- Citar trabajo
- Saskia Eisenmenger (Autor), 2014, C.A. Fischers "Die Honigmonathe" als Spiegel des goethezeitlichen Geschlechterdiskurses, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275644