Die Sorben und die Wenden aus der Sicht heutiger Schulbücher

Eine Analyse aktueller Lehrwerke der Fächer Deutsch, Geschichte, Politik und Wirtschaft-Arbeit-Technik für die Sekundarstufe I


Seminararbeit, 2007
12 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Erläuterung zum methodologischen Vorgehen

2. Begriffsbestimmung

3. Schulbuchanalyse Brandenburger Lehrbücher der Sek I
3.1 Deutsch
3.2 Geschichte
3.3 Politik
3.4 Wirtschaft-Arbeit-Technik

4. Fazit

I.Einleitung und Erläuterung zum methodologischen Vorgehen

Die vorliegende Arbeit widmet sich der Frage nach der unterrichtlichen Thematisierung der Sorben (Wenden) in Schulbüchern unterschiedlicher Fächer: Deutsch, Politik, Geschichte und W-A-T(Wirtschaft-Arbeit-Technik) sowie der daraus resultierenden Frage nach der möglichen Umsetzung des Themas im Unterricht. Methodologisch wird bei dieser Arbeit hauptsächlich auf Techniken der Datenauswertung zurückgegriffen, da Schulbücher aus dem Land Brandenburg nach dieser Fragestellung analysiert und mit bisherigen Ergebnissen der Forschung verglichen werden. Die Vergleiche mit vorangegangener Forschung in dieser Arbeit beziehen sich hauptsächlich auf die von Neumann gemachten Untersuchungen von Schulbüchern des Zeitraums 1998 – 2006.

II.Begriffsbestimmung

„Hier dient der Wende seinen Götzenbildern,
Hier baut er seiner Städte festes Tor,
Und drüber blinkt der Tempel Dach hervor:
Julin, Vineta, Rethra, Brennabor.“[1]

In dem Band Wanderungen durch die Mark Brandenburg widmete der Schriftsteller Theodor Fontane den Sorben (Wenden) das gesamte erste Kapitel in dem er konstatiert: „Zuerst ein Wort über die Wenden überhaupt. Sie bildeten den am meisten nach Westen vorgeschobenen Stamm der großen slawischen Völkerfamilie. [...] Die Wenden rückten, etwa um 500, in die halb entvölkerten Lande zwischen Oder und Elbe ein. Sie fanden hier noch die zurückgebliebenen Reste der alten Semnonen, jenes großen germanischen Stammes, der vor ihnen das Land zwischen Elbe und Oder innegehabt und es – entweder einem Drucke von Osten her nachgebend oder aber durch Abenteuerdrang dazu getrieben- im Laufe des fünften Jahrhunderts verlassen hatte. Die Wenden wurden nunmehr der herrschende Stamm und gaben dem Lande sein Gepräge, den Dingen und Ortschaften ihre wendischen Namen. Als nach drei-, vier- und fünfhundert Jahren die Deutschen zum ersten Male wieder mit diesem Lande zwischen Elbe und Oder in Berührung kamen fanden sie, wenige Spuren ehemaligen deutschen Lebens abgerechnet, ein völlig slawisches, das heißt wendisches Land vor.“[2] Heute sind die Sorben (Wenden) als eine in Deutschland lebende autochthone Minderheit anerkannt und stellen ein spezifisches Element der Brandenburger Zeitschichte bis heute dar. Laut Aussage der brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung bewahren in der Lausitz „die Sorben und Wenden als große autochthone Minderheit ihre traditionelle Kultur“, denn die Landesverfassung garantiere das Recht des sorbischen Volkes auf Schutz und Erhaltung seiner nationalen Identität und seines angestammten Siedlungsgebietes. Historisch betrachtet ist die Sicherung der sorbischen Rechte noch sehr jung, stellte sich Fontane 1880 noch die Frage nach dem Verbleib der Wenden und kam zu dem Schluss, die Wenden würden als „Mischrace“[3] immer noch die preußische Provinz bewohnen würden, deren Existenz von vielen Historikern geleugnet würde. Diese Benachteiligung und Verleugnung der Sorben (Wenden) war lange Jahre unbemerkt möglich, sodass es erst 1945 für die Schüler erstmals möglich war, Sorbisch-Unterricht oder Unterricht in sorbischer Sprache zu erhalten, da mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges das Sorbisch und Dänisch einen geschützten Status als Unterrichtssprache erhielten.[4] 1905 nahm die sorbische (wendische) Sprache mit 0,17% einen sehr kleinen Teil gegenüber den anderen in Deutschland gesprochenen Sprachen ein.[5] Seit Anfang der 1990er Jahre ist dieser Schutz auch in den Verfassungen der Länder Schleswig-Holstein und Brandenburgs verankert. In der Bundesrepublik Deutschland nehmen nur die Sprachen autochthoner Minderheiten einen offiziellen Status ein und dennoch „Trotz aller Bemühungen um die europäische Integration werden auch heute noch viele Bereiche unserer Lebenswirklichkeit von nationalstaatlichem Gedankengut durchdrungen“[6] Die Frage, die sich im folgenden Kapitel beantwortet werden soll, ist die nach einer Integration nationaler Minderheiten am Beispiel der Sorben (Wenden) als Thematik im Unterricht im Land Brandenburg.

[...]


[1] Fontane (2005), S. 28.

[2] Ebd. S. 14.

[3] Ebd. S.33.

[4] Vgl. Wenning (2003), S. 15.

[5] Ebd. S.19.

[6] Ebd. S.3.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
Die Sorben und die Wenden aus der Sicht heutiger Schulbücher
Untertitel
Eine Analyse aktueller Lehrwerke der Fächer Deutsch, Geschichte, Politik und Wirtschaft-Arbeit-Technik für die Sekundarstufe I
Hochschule
Universität Potsdam
Note
1,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
12
Katalognummer
V275818
ISBN (eBook)
9783656688747
ISBN (Buch)
9783656688723
Dateigröße
451 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
sorben, wenden, sicht, schulbücher, eine, analyse, lehrwerke, fächer, deutsch, geschichte, politik, wirtschaft-arbeit-technik, sekundarstufe
Arbeit zitieren
Seda Markhoff (Autor), 2007, Die Sorben und die Wenden aus der Sicht heutiger Schulbücher, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275818

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