Wahrnehmung der Hafen-Stadt Basel

Analyse der Images von Klybeck und Kleinhüningen sowie der persönlichen Einstellungen zur Stadtteilvision im Hafenareal Basel


Masterarbeit, 2014
113 Seiten, Note: 5,5

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Executive Summary

1 Einleitung
1.1 Hintergrund und Ausgangslage
1.2 Ziele und Hypothesen
1.3 Relevanz
1.4 Methodisches Vorgehen

2 Theoretische und konzeptionelle Einbettung
2.1 Sozialräumliche Ansätze
2.1.1 Sozialer Raum – Von Carl Ritter bis Henri Lefebvre
2.1.2 Die Raumproduktion und das Place-Konzept
2.2 Image und Stadtentwicklung
2.3 Die Rolle der Medien und anderer Informationsquellen
2.4 Konzeptionelle Einbettung
2.4.1 Lefebvre’s Raumproduktion und die Stadtteilvision in der Hafen-Stadt
2.4.2 Grundlagen des öffentlichen Diskurses über die Stadtteilvision

3 Das Studiengebiet und die Entwicklungsvision Dreiland
3.1 Stadt und Agglomeration Basel
3.2 Historischer Hintergrund von Klybeck und Kleinhüningen
3.3 Zwei Quartiere, ein Studiengebiet
3.3.1 Bevölkerung
3.3.2 Industrie und Hafen
3.3.3 Soziales Gefälle und schlechter Ruf
3.3.4 Entwicklungsdynamik und Trendcharakter
3.3.5 Zwischenfazit
3.4 Entwicklungsvision Dreiland und Stadtteilvision
3.5 Die Stadtteilvision aus Sicht der Medien

4 Daten und Methoden
4.1 Methodenwahl
4.2 Fragebogen
4.3 Datenerhebung
4.4 Erhebungsorte
4.5 Reflexion der Methode
4.6 Representativität
4.7 Datenaufbereitung und –bearbeitung (SPSS)

5 Zum Sample – Das statistische Porträt der Befragten

6 Imageanalyse
6.1 Positive Spontanassoziationen
6.2 Negative Spontanassoziationen
6.3 Charakterisierung von Klybeck und Kleinhüningen mittels Begriffspaaren
6.4 Faktorbewertung von Klybeck und Kleinhüningen
6.5 Zusammenfassung Imageanalyse

7 Visionsbezogene Analyse
7.1 Kenntnisstand und Informationsquellen
7.2 Persönliche Einstellungen der Befragten
7.3 Beurteilung der Stadtteilvision
7.4 Einfluss durch die Massenmedien
7.5 Wünsche und Bedürfnisse an einen zukünftigen gemischten Stadtteil

8 Synthese und Diskussion
8.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
8.2 Diskussion der Resultate und Hypothesen
8.2.1 Unterschied zwischen dem Innen- und Aussenimage
8.2.2 Zusammenhang zwischen Quartierimages und visionsbezogenen Haltungen
8.2.3 Positives Image und negative Haltung vs. negatives Image und positive Haltung
8.2.4 Einfluss durch die gewählten Informationsquellen
8.2.5 Bedarfserhebung und sozialräumliche Verknüpfung

9 Schlussfolgerungen

10 Ausblick

Quellen

Anhang: Fragebogen

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Perimeter des Projekts Hafen- und Stadtentwicklung „Hafen-Stadt“

Abb. 2: Perimeter der Entwicklungsvision Dreiland

Abb. 3: Umrisse der Quartiere Klybeck und Kleinhüningen sowie der darin liegenden Hafenareale Klybeck- und Westquai

Abb. 4: Quartier als „Fuzzy-Place“ nach Olaf Schnur

Abb. 5: Die drei Dimensionen des Place-Konzept mit ihren Wechselwirkungen

Abb. 6: Graphische Darstellung des konzeptionellen Hintergrundes der Haupthypothese

Abb. 7: Unterschied zwischen Images von bestehenden Stadtteilen und Images von Stadtteilvisionen

Abb. 8: Involvierte Positionen in der Konkretisierung der Stadtteilvision zum Projekt

Abb. 9: Bauschneise um 1953. Blick vom Siloturm auf die Giebel an Schul- und Pfarrgasse während des Baus der neuen Lagerhalle der Reederei

Abb. 10: Amtliche Grenzen des Quartiers Klybeck

Abb. 11: Jugend- und Altersquotient, nach Basler Quartieren

Abb. 12: Lokal konzentrierte Bevölkerung in den Quartieren Klybeck und Kleinhüningen

Abb. 13: Fläche nach Zonenart, nach Basler Quartieren

Abb. 14: Grünflächenanteil an der Gesamtfläche 2010, nach Basler Quartieren

Abb. 15: Übersicht der Entwicklungsvision Dreiland

Abb. 16: Neugestalteter Klybeckquai seit September

Abb. 17: Wohndauer der Befragten, nach Quartieren inner- und ausserhalb des Studiengebiets

Abb. 18: Nationalität der Befragten, nach Quartieren inner- und ausserhalb des Studiengebiets

Abb. 19: Haushaltsstruktur der Befragten, nach Quartieren inner- und ausserhalb des Studiengebiets

Abb. 20: Erwerbstätigkeit der Befragten, nach Quartieren innerhalb und ausserhalb des Studiengebiets

Abb. 21: Häufigkeiten der klassifizierten positiven Assoziationen (n = 329 Antworten) (in Prozent)

Abb. 22: Positive Assoziationen mit dem Stadtteil Klybeck und Kleinhüningen, nach Befragten inner- und ausserhalb des Studiengebiets

Abb. 23: Häufigkeiten der klassifizierten negativen Assoziationen

Abb. 24: Negative Assoziationen mit dem Stadtteil Klybeck und Kleinhüningen, nach Befragten inner- und ausserhalb des Studiengebiets

Abb. 25: Zuschreibung von Eigenschaften und Charakterisierungen anhand von Begriffspaaren

Abb. 26: Bewertung von ausgewählten Faktoren in Klybeck und Kleinhüningen, nach Befragten innerhalb und ausserhalb des Studiengebiets

Abb. 27: Kenntnisstand, nach Befragten inner- und ausserhalb des Studiengebiets

Abb. 28: Verwendete Informationsquellen, nach Befragten inner- und ausserhalb des Studiengebiets

Abb. 29: Unterschiede zwischen den persönlichen Haltungen zur Stadtteilvision und den allgemeinen Haltungen zu einer Veränderung auf dem Klybeck- und dem Westquai

Abb. 30: Allgemeine Haltung gegenüber einer Veränderung auf dem Klybeck- und dem Westquai, nach Befragten inner- und ausserhalb des Studiengebiets

Abb. 31: Haltung gegenüber der Vision eines neuen Stadtteils, nach Befragten inner- und ausserhalb des Studiengebiets

Abb. 32: Haltung gegenüber der Vision eines neuen Stadtteils, nach Befragten inner- und ausserhalb des Studiengebiets

Abb. 33: Visionsbezogene Haltungen der Klybecker und Kleinhüninger, nach informierten und nicht informierten Befragten

Abb. 34: Beurteilung von Beschreibungen und Eigenschaften der Stadtteilvision, nach Befragten innerhalb und ausserhalb des Studiengebiets

Abb. 35: Beurteilung von Beschreibungen und Eigenschaften der Stadtteilvision, nach Befragten innerhalb und ausserhalb des Studiengebiets

Abb. 36: Beurteilung von Beschreibungen und Eigenschaften der Stadtteilvision, nach Wohndauer der Befragten

Abb. 37: Persönliche Haltung zur Stadtteilvision: Vergleich aller Befragten mit dem Gruppenanteil, der sich lediglich über die Massenmedien und das „Hören-Sagen“ zur Stadtteilvision informiert hat

Abb. 38: Haltung zur Stadtteilvision, nach Befragten inner- und ausserhalb des Studiengebiets

Abb. 39: Beurteilung von Beschreibungen und Eigenschaften der Stadtteilvision, nach Befragten inner- und ausserhalb des Studiengebiets und nach Informationsquellen

Abb. 40: Antworten auf die Frage „Was müsste Ihrer Meinung nach im neuen Stadtteil umgesetzt werden, damit für Sie persönlich einen Nutzen entsteht?“, nach Quartieren inner- und ausserhalb des Studiengebiets

Abb. 41: Antworten auf die Frage „Was müsste Ihrer Meinung nach im neuen Stadtteil umgesetzt werden, damit für die Quartiere Klybeck und Kleinhüningen einen Nutzen entsteht?“, nach Quartieren inner- und ausserhalb des Studiengebiets

Abb. 42: Stadtteil Klybeck / Kleinhüningen

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Ausgewählte Charakteristika der Bevölkerung von Klybeck und Kleinhüningen

Tab. 2: Erhebungsstandorte

Tab. 3: Wohnquartiere der Befragten

Tab. 4: Geschlecht der Befragten, nach Altersklasse

Tab. 5: Höchster Bildungsabschluss verteilt auf die Quartiere inner- und ausserhalb des Studiengebiets

Executive Summary

Entwicklungen in Klybeck und Kleinhüningen. Die Kleinbasler Quartiere Klybeck und Kleinhüningen stehen zurzeit im Fokus mehrerer Entwicklungs- und Projektperimeter. Einerseits tun sie dies wegen der Veränderungen in den Hafenstrukturen und den damit freigewordenen Flächen, andererseits aufgrund der Einbindung in einen regionalen und damit internationalen Entwicklungskontext. Die Lage am Dreiländereck zwischen der Schweiz, Frankreich und Deutschland bietet der Agglomeration Basel die Chance, über Grenzen hinaus zu wachsen um einen trinational stärker verflochtenen Raum zu schaffen. Klybeck und Kleinhüningen bilden wichtige Bestandteile des Schweizer Flächenanteils, besonders die von den Hafenstrukturen freiwerdenden Areale Klybeck- und Westquai, auf welchen ein neuer urbaner Stadtteil entstehen soll. Die trinationale Entwicklungsvision ist gleichzeitig ein Projekt, welches auch im Rahmen der internationalen Bauausstellung IBA 2020 mit dem Motto „Au dela des frontières – Gemeinsam über Grenzen“ entwickelt wird. Alle diese Aspekte führen dazu, dass die Quartiere Klybeck und Kleinhüningen in der Basler Stadtentwicklung einen besonderen Stellenwert einnehmen.

Sozialräumliche Entwicklungsprozesse. Die Entwicklung eines neuen Stadtteils auf dem Klybeck- und dem Westquai ist derzeit erst eine Vision, dessen planerische Rahmenbedingungen und Grundlagen zuerst abgeklärt werden müssen. Der Weg der Konkretisierung zu einem Projekt wird von öffentlichen und politischen Diskussionen, aber auch von demokratischen Entscheidungen begleitet. Unmittelbare Grundlage im Äussern von Meinungen und im Treffen von Entscheidungen sind dabei persönliche Einstellungen und Images der Stadtbevölkerung zu den betroffenen Räumen. Damit bewegt sich die Thematik in den Bereich des sozialen Raums, welcher eine theoretische Grundlage dieser Arbeit darstellt. Raumimages sind als Raumprodukte zu verstehen, die sich ständig aktualisieren und den Raum durch die Übereinanderlagerung konstituieren. Das relationale Raumverständnis mit Fokus auf die drei Produktionsdimensionen nach Henri Lefebvre ist daher wichtiger Bestandteil der theoretischen Einbettung des Themas.

Ziel und Methoden. Hauptziel der Arbeit war nachzuprüfen, ob zwischen den Images der Stadtteilvision und den Images der heutigen Quartiere Klybeck und Kleinhüningen ein Zusammenhang besteht. Damit stehen sich nach Henri Lefebvre die Dimensionen des wahrgenommenen und gelebten Raums einerseits und diejenige des konzipierten Raums andererseits gegenüber. Mittels standardisierter Befragung wurden 183 Personen, davon 54 Klybecker und Kleinhüninger persönlich befragt. Die Daten wurden im Statistikprogramm SPSS aufbereitet und ausgewertet.

Resultate. Die Resultate haben gezeigt, dass das Innenimage positiver ist als das Aussenimage. Bezogen auf die Stadtteilvision äusserten sich 56.3% mit einer eher positiven bis positiven Haltung dazu. Die nähere Betrachtung zeigte wie bereits beim Quartierimage hauptsächlich eine Diskrepanz zwischen den Bewohnern von Klybeck und Kleinhüningen und denjenigen ausserhalb des Untersuchungsgebiets. Es wurde erkennbar, dass die Träger des Aussenimage gegenüber der Stadtteilvision positiver eingestellt sind als die Träger des Innenimage. Deutlich negativ eingestellte Befragte kamen in der Analyse besonders in der Gruppe der Klybecker und Kleinhüninger zum Vorschein, wenn die Datenfilter des Kenntnisstands und der Informationsquellen eingesetzt wurden. Im Zusammenhang mit den Informationsquellen ging es darum zu wissen, ob das ausschliessliche Verwenden von Zeitungen, Radio und TV die Meinungen beeinflusst. Da die Medien und andere Informationsquellen in ihren Diskursen stark verflochten sind, konnte der in den Diagrammen erkennbare leichte Einfluss nicht als sehr aussagekräftiges Resultat interpretiert werden. Vielmehr wurde auch bei der Untersuchung eines möglichen medialen Einflusses deutlich, dass das entscheidende Unterscheidungsmerkmal in den bestehenden Meinungen der Ortsbezug ist. Zudem konnte aus Beobachtungen bei der Datenerhebung und aus Zeitungsartikeln interpretiert werden, dass in den negativen Haltungen auch eine ideologische Komponente enthalten sein könnte, welche die Angst vor einem rein kapitalistisch orientierten Stadtteil und damit zusammenhängender Gentrifizierung in den umliegenden Quartierstrukturen erklärt. Die gemischten und unterschiedlich stark geäusserten Meinungen besonders aus Klybeck und Kleinhüningen sind dabei nicht nur Folge davon, dass Gegner ihre Meinungen lauter äussern als Zufriedene, sondern auch davon, dass in Klybeck und Kleinhüningen eine eher sozial heterogene Quartierbevölkerung wohnt.

Einleitung

1.1 Hintergrund und Ausgangslage

Die Basler Quartiere Klybeck und Kleinhüningen unterstehen einer fortwährend dynamischen Entwicklung, welche Resultat der Wechselwirkung zwischen den Veränderungen in den Hafen- und Industriestrukturen einerseits und den Veränderungen in den Quartierstrukturen andererseits ist. Diese Entwicklung wird zurzeit im Rahmen zweier Projekte gefördert, die eng miteinander verknüpft sind. In erster Linie ist dies das Hafen- und Stadtentwicklungsprojekt, dessen Federführung beim Planungsamt Basel-Stadt liegt (Abb.1). Auf einer höheren Massstabsebene ist die Entwicklung in Klybeck und Kleinhüningen im regionalen und internationalen Zusammenhang der Entwicklungsvision Dreiland zu verstehen, die von den Planungsbehörden auf schweizer, französischer und deutscher Seite getragen wird (Abb. 2). Im Fokus beider Projekte und damit im Bereich der Überlappung beider Perimeter ist die Planung eines neuen gemischten Stadtteils auf dem Klybeck- und dem Westquai und damit am Rande der Quartiere Klybeck und Kleinhüningen. Die Entwicklungsvision Dreiland ist gleichzeitig eines der Projekte der Internationalen Bauausstellung „IBA 2020 – Gemeinsam über Grenzen wachsen“, was den Quartieren Klybeck und Kleinhüningen zusätzlich einen bedeutenden Stellenwert in der aktuellen Entwicklung von Basel verleiht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Perimeter des Projekts Hafen- und Stadtentwicklung „Hafen-Stadt“

Quelle: Bau- und Verkehrsdepartement Basel-Stadt; Port of Switzerland 2013

(URL: http://www.hafen-stadt.ch/fileadmin/user_upload/Hafen-Stadt-Projektplan.pdf; Stand 20.11.2013)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Perimeter der Entwicklungsvision Dreiland

Quelle: Bau- und Verkehrsdepartement Basel-Stadt; Port of Switzerland 2013

(URL: http://www.hafen-stadt.ch/fileadmin/user_upload/ Dreiland.pdf; Stand: 20.11.2013)

Stadtteilaufwertung und räumliche Verflechtung. Im Ausgabenbericht vom 25.Juni 2013 zur Hafen- und Stadtentwicklung wird festgehalten, dass die zukünftigen Entwicklungen in diesem Perimeter eine Chance darstellen, die Quartiere Klybeck und Kleinhüningen aufzuwerten. Beispielsweise durch weniger Lärm von der Hafenbahn, durch die Schaffung von mehr Grünraum im neuen Stadtteil und durch die Stärkung der bestehenden Einrichtungen, Aufenthaltsräume sowie Wohnungs- und Geschäftsstrukturen. (Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt 2013: 7). Im selben Dokument wird zudem festgehalten, dass: „Die Nachbarquartiere sowie die angrenzenden Firmenareale […] in die Entwicklung eingebunden sowie räumlich und funktional mit dem neuen Quartier vernetzt [werden], damit die Chancen, die sich aus der Stadtentwicklung für die Quartiere ergeben, nicht ungenutzt bleiben.“ (Regierungsrat des Kantons Basel-Stadt 2013: 16). Da auf den Industriearealen immer mehr Forscher, Entwickler und Manager arbeiten, ist es zudem notwendig, Wohnraum und ein entsprechendes Umfeld für diese in Zukunft weiter wachsende Gruppe zu schaffen (Schumacher, F. In: Merz, A. 2007: 5). Aus diesen Formulierungen lässt sich schliessen, dass obwohl die grösste Entwicklung auf dem Klybeck- und dem Westquai stattfinden wird, die bestehenden Quartierstrukturen aus folgenden Gründen stark davon betroffen sein werden:

- Bestehende Bedürfnisse und Potentiale der Quartiere und an die Quartiere Klybeck und Kleinhüningen können in der Entwicklung des neuen Stadtteils mitberücksichtigt werden und allenfalls in der Nutzung von Synergien gedeckt werden.
- Für die funktionale und räumliche Verflechtung des neuen Stadtteils mit den bestehenden Quartierstrukturen muss die Bevölkerung von Klybeck und Kleinhüningen aktiv in den Entwicklungsprozess mit einbezogen werden, damit keine Verinselung des neuen Stadtteils entsteht.
- Die unmittelbar neben dem zukünftigen Stadtteil liegenden Quartierstrukturen rücken durch ihre Lage automatisch in den Fokus der politischen Diskussionen und mit Wirkung der Medien auch in denjenigen eines breiten öffentlichen Diskurses. Damit werden nicht nur die Meinungen der Bevölkerung von Klybeck und Kleinhüningen für die Weiterentwicklung des Stadtteils (politisch) relevant sein, sondern auch diejenigen der Bevölkerung aus anderen Quartieren der Stadt.

Der öffentliche und politische Diskurs als Entwicklungsfaktor. Die Entwicklung und Veränderung von Räumen und hier insbesondere der Quartiere Klybeck und Kleinhüningen stellt immer auch gleichzeitig einen Eingriff in die bestehenden sozialräumlichen Strukturen der Stadt- und Quartierbevölkerung dar. Grundlage dieser Strukturen sind die physischen und mentalen Räume der Bewohner und anderer Nutzer. Diese Räume befinden sich aufgrund von Einflussfaktoren wie dem öffentlichen und medialen Diskurs in einem stetigen Wandel. Mit diesen Einflussfaktoren können sich Images von Stadtteilen bereits vor ihrer baulichen Umsetzung bilden. Bei Beginn jeder Entwicklungsvision und jedes Planungsprozesses ist es daher ausschlaggebend, welche räumlichen Vorstellungsbilder zu diesem Zeitpunkt bestehen, um mögliche Reaktionen und die darauf basierenden Diskussionen zu verstehen.

1.2 Ziele und Hypothesen

Die Entwicklungsvision Dreiland sowie die damit eng zusammenhängende Hafen- und Stadtentwicklung in Basel beinhalten zahlreiche Teilprojekte und Themenbereiche, welche lokale bis internationale Betrachtungsperimeter betreffen. Für die vorliegende Studie soll ausschliesslich auf die Vision eines neuen gemischten Stadtteils auf dem Klybeck- dem Westquai sowie auf die möglichen oder bereits existierenden Wechselwirkungen mit den bestehenden Quartierstrukturen von Klybeck und Kleinhüningen fokussiert werden (Abb. 3).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Umrisse der Quartiere Klybeck und Kleinhüningen sowie der darin liegenden Hafenareale Klybeck- und Westquai Kartengrundlage: Grundbuch- und Vermessungsamt Kanton Basel-Stadt (eigene Ergänzung) (Stand: 21.01.2014)

Die weitere Konkretisierung der Vision wird unter anderem auf Grundlage vom öffentlichen und politischen Diskurs aber auch durch demokratische Entscheidungen entwickelt. Da diese von den bestehenden Raumimages beeinflusst werden, ist das Hauptziel der vorliegenden Arbeit, diese zum Vorschein zu bringen. Dabei liegt der Schwerpunkt vom Interesse darin, einen Zusammenhang zwischen dem Image von Klybeck und Kleinhüningen einerseits und der persönlichen Einstellung zur Stadtteilvision andererseits zu analysieren. Dies führt zur Haupthypothese, welche wie folgt lautet:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Daraus lassen sich zwei weitere zueinander komplementäre Hypothesen ableiten:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Persönliche Images und Haltungen hängen nicht nur von selbst gemachten Erfahrungen ab (Eigenwissen) sondern auch von der Art, wie sich die Personen zum Thema informiert haben (Fremdwissen). Insofern ist in der Haupthypothese auch die Frage nach der Wissensgrundlage enthalten. In diesen Zusammenhang ist eine weitere Hypothese eingebettet, welche von der Informationsquelle als Einflussfaktor auf das Image und die persönliche Einstellung ausgeht.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der Bezug zu einem Ort unterscheidet sich je nach Nutzung. Dabei ist die Wohnnutzung und damit die Funktion des Ortes als Basis- und Ausgangspunkt einer Person ausschlaggebend für die Entwicklung des Images. Das Eigenimage stützt sich in den meisten Fällen auf eigene Erfahrungen und aufgrund des dortigen Wohnens auch auf häufigere Interaktionen mit anderen Quartierbewohner. Das Image, das Menschen über einen Raum haben in welchem sie nicht selber wohnen und allenfalls nur gelegentlich besuchen, hat eine andere symbolische Tragkraft und dient meist als diffuses Bild vor allem der Vereinfachung und Strukturierung der quartierbezogenen Informationen. Aus diesem Grund ist davon auszugehen, dass der Differenziertheitsgrad des Image mit Distanz zum Quartier abnimmt. In diesem Zusammenhang sollen in Bezug auf die Imageanalyse zwei Teilhypothesen formuliert werden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Ein weiteres Ziel dieser Studie ist es, eine Bedarfserhebung durchzuführen. Einerseits soll erhoben werden, was heute in den Quartieren fehlt, andererseits sollen Bedürfnisse und Wünsche an einen zukünftigen Stadtteil erkennbar werden. Dabei kann die erste Frage aus den Resultaten innerhalb der Imageanalyse beantwortet werden. Bestehende Bedürfnisse der Quartierbewohner können je nach dem im Rahmen eines neuen nahe gelegenen Stadtteils gedeckt werden und damit nicht nur Mängel beheben und Bedürfnisse decken, sondern auch einen Beitrag zur sozialräumlichen Verflechtung leisten.

Es besteht heute in Klybeck und Kleinhüningen seitens Quartierbevölkerung teilweise sehr viel Engagement hinsichtlich Beteiligung und Einbringung von Bedürfnissen. Dieses Engagement scheint allerdings auf Vereine, Aktivistengruppen und alteingesessenen Quartierbewohnern (Bürgerkorporation Kleinhüningen, Greenhattan, WG Klybeck, etc.) konzentriert. Vor diesem Hintergrund zielt diese Arbeit darauf ab, die Haltungen einer zufällig ausgewählten und in diesem Sinne „neutralen“ Gruppe von Menschen zum Vorschein zu bringen.

1.3 Relevanz

Die Stimme von Klybeck und Kleinhüningen. Mit den Quartieren Klybeck und Kleinhüningen ist derselbe Stadtteil betroffen, welcher bereits im Verlauf des gesamten 20.Jahrunderts wiederholt das Errichten von industriellen Anlagen und öffentlichen Werken und damit die progressive Verschlechterung der Wohnqualität praktisch machtlos über sich ergehen lassen musste. Die Lage am Stadtrand und die Nähe zum Rhein boten optimale Bedingungen für Industrie, Hafen und anderen eher umweltbelastenden öffentlichen Anlagen, welche für die gesamte Stadt notwendig waren und noch heute sind. In diesem Sinne stellt sich die von Hugger bereits formulierte Frage: „Was wurde kompensatorisch als Gegenleistung erbracht?“ (Hugger, P. 1984: 173). Seine Antwort spricht gegen die Stadtverwaltung, bietet aber umso mehr aktuell einen Anreiz, der Stimme von Klybeck und Kleinhüningen im Rahmen des Hafen- und Stadtentwicklungsprojekts, aber auch in demjenigen der Entwicklungsvision Dreiland mehr Gewicht zu verleihen als dies im letzten Jahrhundert getan wurde. Hierfür ist es notwendig zu wissen, welche Meinungen und Bedürfnisse zu bzw. an die Quartiere Klybeck und Kleinhüningen bestehen. Die Beteiligung der Quartierbevölkerung ist nicht zuletzt rechtliche Pflicht des Kantons, welche im Paragraph 55 der Verfassung verankert ist.

Stadtteilrichtplan Klybeck-Kleinhüningen. 2014 und 2015 ist die Erarbeitung eines Entwicklungsplans Kleinhüningen-Klybeck vorgesehen, welcher in einem zweiten Schritt in einen prozessorientierten Stadtteilrichtplan (STEP) umgewandelt werden soll (BVD, AWA 2013: 62). Schlussfolgerungen und Erkenntnisse aus dieser Masterarbeit können im Rahmen der bereits stattfindenden Bevölkerungsmitwirkung einen Input darstellen und eine richtungsweisende Grundlage bieten. Das Wissen um heute bestehende Bedürfnisse in diesen Quartieren und an den neuen Stadtteil stellt eine Chance dar, möglichst vorzeitig günstige Grundlagen für eine sozialräumliche Vernetzung zu legen.

Politische Diskussionen und demokratische Entscheidungen. Stadtplanerische Arealentwicklungen im Umfang des Hafen- und Stadtentwicklungsprojekts unterliegen jahrelanger fachübergreifender Bearbeitungen, die im Zusammenspiel zwischen Planung und Politik vorangetrieben werden. Um die Resultate politischer Diskussionen und demokratischer Entscheidungen zu verstehen ist es notwendig zu wissen, auf welcher Grundlage diese geführt resp. getroffen werden. Die vorliegende Studie soll daher das Image der Quartiere Klybeck und Kleinhüningen nicht nur aus der Sicht der Quartierbevölkerung erheben, sondern auch aus der Sicht der Bewohner anderer baselstädtischer Quartiere. Zudem sollen die Einstellungen der Befragten zur Stadtteilvision auf dem Klybeck- und dem Westquai erhoben werden. Zusammenhänge zwischen diesen persönlichen Einstellungen einerseits und den bestehenden Quartierimages andererseits können wertvolle Aussagen für das Verständnis der Grundlage liefern, auf welcher die Stadtteilvision diskutiert wird. Gleichzeitig besteht damit die Möglichkeit, den Grund negativer Haltungen zu verstehen und gezielt damit umzugehen.

Vergleichsstudie. Vor 30 Jahren haben Lötscher und Winkler (1984) eine universitäre Studie zu Klybeck und Kleinhüningen mit dem Titel „Basels „letzte“ Quartiere?“ durchgeführt. Darin wurden Bewohner der beiden Quartiere zu ihrer Zufriedenheit befragt. Diese Ergebnisse können zum Vergleich mit denjenigen dieser Masterarbeit beigezogen werden. Da die aktuellen Entwicklungen in diesem Perimeter noch mehrere Jahre dauern werden, dürfte es aber auch von Interesse sein, nachträglich eine Vergleichsstudie durchzuführen, um mögliche Veränderungen der Quartierimages im Zusammenhang mit der Verlagerung des Hafens und anderen Aufwertungsmassnahmen zu identifizieren.

1.4 Methodisches Vorgehen

Für die Bestätigung der oben aufgeführten Hypothesen wurde ein quantitatives Vorgehen mit standardisiertem Fragebogen gewählt. Es wurden 183 zufällig ausgesuchte in Basel wohnhafte Personen persönlich befragt. Davon handelt es sich bei einem Drittel um BewohnerInnen der Quartiere Klybeck und Kleinhüningen. Die Befragung fand an ausgewählten Orten vor allem in Klybeck und Kleinhüningen, aber auch ausserhalb der beiden Quartiere statt:

- Einkaufszentrum Stücki (Kleinhüningen)
- Aktienmühle (Klybeck)
- Klybeckquai (Klybeck)
- Quartiertreff Union (Matthäus)
- Unternehmen Mitte (Innenstadt Grossbasel)

Es handelt sich bei der Stichprobe dieser Arbeit nicht um eine statistisch repräsentative Umfrage im engen Sinne, da eine solche den Rahmen einer Masterarbeit übersteigen würde und eine Übersetzung des Fragebogens in andere Sprachen notwendig gewesen wäre. Trotzdem lässt die hohe Anzahl der Befragten (183), die zufällige Auswahl und das begleitete Ausfüllen der Fragebogen auf die Reliabilität der Ergebnisse und damit auf eine starke Repräsentanz der Meinungen und Images der Basler schliessen. Die Auswertung gliedert sich in zwei Hauptteile. Der erste umfasst die Imageanalyse, der zweite die Untersuchung aller Fragen im Zusammenhang mit der Stadtteilvision. Im Synthese- und Diskussionskapitel sollen die Auswertungsergebnisse vor dem Hintergrund der theoretischen und konzeptionellen Ansätze diskutiert werden.

Grammatikalische Schreibform. In dieser Arbeit wird der Einfachheit halber nur die männliche Form verwendet. Die weibliche Form ist selbstverständlich immer mit eingeschlossen, ausser es wird in der statistischen Auswertung explizit auf die Geschlechtsvariable eingegangen.

Theoretische und konzeptionelle Einbettung

2.1 Sozialräumliche Ansätze

In diesem Kapitel werden theoretische Ansätze erläutert, die als Grundlage für das Thema dieser Arbeit als relevant erachtet werden. Da räumliche Images und persönliche Haltungen untersucht werden, interessieren hier insbesondere soziale Aspekte des Raums, weswegen der Fokus auf sozialräumliche Theorien und insbesondere auf diejenige von Henri Lefebvre gelegt wird. Weitere Unterkapitel widmen sich dem Imagebegriff und den für diese Arbeit relevanten medientheoretischen Grundlagen.

2.1.1 Sozialer Raum – Von Carl Ritter bis Henri Lefebvre

Die Anfänge des sozialen Raums. Obwohl begrifflich nicht expliziert, war der soziale Raum in raum- und gesellschaftsbezogenen wissenschaftlichen und theoretischen Diskursen immer präsent. Bereits Carl Ritter und Alexander von Humboldt erkannten die Bedeutung der Gesellschaft im Raum bzw. die Bedeutung des Raums in der Gesellschaft. Die Erkenntnis, dass Mensch und Natur als trennbare Aspekte der Natur-Mensch-Einheit existieren, ist beispielsweise bereits im Titel eines der Hauptwerke von Carl Ritter erkennbar: „Die Erdkunde im Verhältnis zur Natur und Geschichte des Menschen“. Besonders ab den 1940er Jahren und mit dem Begründer der Sozialgeographie Hans Bobek gewann das Thema des sozialen Raums über die Kulturlandschaftsforschung immer stärker an Bedeutung. Bobek bemängelte die in den Raumwissenschaften zu wenig berücksichtigten gesellschaftlichen Funktionen (Weichhart, P. 2008: 22). Diese Funktionen, welche er in biosoziale, oikosoziale, toposoziale und mikrosoziale unterteilte, untersuchte er jeweils über landschaftskundliche Betrachtungen und setzte auf diese Weise die Verflechtung von Raum und Gesellschaft voraus (Weichhart, P. 2008: 22). Die daraus kristallisierten Gruppenmerkmale verwendete er für die Definition sogenannter Lebensformengruppen die sich in ihrem Handeln ähneln (Weichhart, P. 2008: 22). Auch Wolfgang Hartke postulierte einen Zusammenhang zwischen dem gesellschaftlichen Wirken und den naturräumlichen Strukturen. Während Bobek’s Theorie geodeterministisch geprägt war, führten Hartke’s Überlegungen zur Umkehrung der Beziehung indem er die Landschaft als Resultat des menschlichen Wirkens erkannte (Dirksmeier, P. 2008: 127). Ihm zufolge bestehen Räume aus übereinander liegenden Schichten, welche die Deutung von früheren sozialgeographischen Strukturen jeweils durch das Entfernen der obersten Schichten ermöglichen (Dirksmeier, P. 2008: 127). Gemäss Christian Schmid ist der Fokus in der sozialwissenschaftlichen Tradition allerdings vielmehr auf die Stadt zu richten, da dieser von Anfang an im wissenschaftlichen und theoretischen Diskurs grosse Beachtung geschenkt wurde (Schmid, C. 2005: 23).

Die Stadt als sozialer Raum. Den Fragestellungen zwischen Stadt und Land wurde von mehreren Theoretikern und Wissenschaftlern über die Definition von Besonderheiten des Städtischen nachgegangen. So betrachtete Max Weber die ideale Stadt als Ort mit gewerblichem und händlerischem Charakter, in welcher Befestigung, Markt, Gericht, Verbandscharakter und zumindest Teilautonomie bestanden (Weber, M. 1925: 523). Karl Marx fokussierte auf die räumlich-ökonomischen Beziehungen und damit auf die Arbeitsteilung als unterscheidendes Merkmal zum Land (Marx, K. 1867: 373). Die Überlegungen von Max Weber und Karl Marx zur Unterscheidung von Stadt und Land bezogen sich auf eine bestimmte historische Epoche und gerieten mit fortschreitender Industrialisierung in den Hintergrund, wenngleich ihre Ansätze zur Erklärung der Entwicklung vom Kapitalismus bis heute bedeutsam geblieben sind. Im Zusammenhang mit der Industrialisierung gewann vermehrt die Erkenntnis der innerstädtischen Raumdisparitäten und damit der Stadt als sozialer Brennpunkt an Bedeutung. Anstelle der Stadt als unabhängige Variable und Ursache der gesellschaftlichen Phänomene, wurde sie vielmehr zur Bühne derselben (Häussermann, H.; Siebel, W. 2004: 100). Der Zusammenhang zwischen Raum und Gesellschaft wurde damit nicht in Frage gestellt sondern in einem neuen Kontext betrachtet. Im Zusammenhang mit dem Vergleich des Raums als Bühne stellen Häussermann und Siebel zudem fest, dass der Raum auf diese Weise auch kathartische Wirkungen erzeugt, das heisst, die gesellschaftlichen Phänomene sich daher im Raum austragen und dort sichtbar werden (Häussermann, H.; Siebel, W. 2004: 100). Auch Georg Simmel legte den Schwerpunkt seiner stadtbezogenen Überlegungen auf die Charakterisierung der städtischen Gesellschaft und ihren Wechselwirkungen. Seine Sicht der Stadt als „Geistesleben“, welches sich aus dem Zusammenspiel von städtischer Morphologie und sozialer Organisation ergibt, wurde auch durch Robert Park am Anfang des 20.Jahrhunderts in die Chicago School of Sociology aufgenommen. Damit findet die Stadtsoziologie in Berlin und in Chicago ihren Anfang (Löw, M.; Steets, S.; Stoetzer, S. 2007: 29). Charakteristisch für die später daraus entstandene Sozialökologie in Chicago war die Erkenntnis einer Analogie zwischen dem Funktionieren der Stadt und demjenigen eines Organismus. Park, zusammen mit seinen Kollegen Burgess und McKenzie verliehen den städtischen Prozessen ökologische Bezeichnungen natürlicher Prozesse wie Invasion, Sukzession und Segregation, von welchen viele bis heute noch verwendet werden (Schmid, C. 2008: 25). Dieser sozialräumliche Ansatz ist vor dem Hintergrund der Bevölkerungsentwicklung und des technologischen Fortschritts in den USA zu verstehen (Häussermann; H.; Siebel, W. 2004: 119). Im Gegensatz zu Simmel verstanden die Vertreter der Chicago School of Sociology den Raum als Container (Löw, M.; Steets, S.; Stoetzer, S. 2007: 36), weswegen ihre Theorie an die Formen und Grenzen der Stadt gebunden war. Diese Ansätze verloren daher mit fortschreitenden Urbanisierungsprozessen vermehrt an Bedeutung, da auf diese Weise das Problem der Raumgrenzen ungelöst blieb. Den Fokus auf den Urbanisierungsprozess legte Louis Wirth in dem er die Stadt, ähnlich Georg Simmel, als Lebensweise bezeichnete, die durch die drei Faktoren der Grösse, der Dichte und der Heterogenität geprägt werden (Friedrichs, J. 1977:22). Der Vorteil dieser städtischen Eigenschaften besteht vor allem darin, dass sie keine räumlichen Grenzen verlangen und ihre Gültigkeit durch die Urbanisierung nicht verlieren. Gleichzeitig ermöglicht diese Sichtweise auch einzelne Stadtteile zu unterscheiden und zu charakterisieren.

Der „Spatial Turn“. Der Spatial Turn bezeichnet ein Umdenken im Raumverständnis, welches unter anderem seinen Ursprung in der Krise der Städte der 1960er Jahre und in den Pariser Unruhen vom Mai 1968 finden. Prägend hierfür waren Vertreter der Radical Geography wie Harvey, Lefebvre, Castells und Foucault (Soja, E. 2008: 249). In dem die Stadt als spezifischer Raum wieder in den Hintergrund geriet, stand neu der Raum als allgemeine Kategorie im Fokus. Das Verständnis von gesellschaftlichen Phänomenen als Raumprobleme führte zu neuen Ansätzen und Theorien, in welchen der Raum die gesellschaftliche Wirklichkeit selbst darstellt und nicht unabhängig von ihr besteht (Guelf, F.M. 2010: 126). Dies entspricht nicht mehr einem absoluten oder relativistischen Verständnis von Raum sondern gemäss Martina Löw einem relationalen (Löw, M.; Steets, S.; Stoetzer, S. 2007: 9). Wenn der Raum gesellschaftliche Wirklichkeit ist, dann müssen mehrere Räume bestehen, die alle koexistieren und einem ständigen Wandel unterliegen, da sie von ihren individuellen und kollektiven Subjekten stets neu wahrgenommen, angepasst und entworfen werden müssen. Damit ist „der Raum […] die Vielfalt der miteinander verflochtenen Räume“ (Holzinger, E. 2007: 59). Welche Rauminformation für wen relevant ist, variiert dabei von Person zu Person (Golledge, R.G.; Stimson, R.I. 1997: 278). Die Heterogenität der Räume ist damit nicht nur Resultat der Erneuerung im Verlaufe der Zeit sondern der unterschiedlichen gesellschaftlichen Aspekte wie Alter, Geschlecht, Ethnie, sozioökonomischer Status, etc., welche zu einer spezifischen Selektion von Informationen führen. Dieses Raumverständnis setzt eine Dynamik voraus, die den Fokus nicht nur auf die Räume selbst sondern auch auf den Prozess der Entstehung derselben richtet. Auf diese Weise erlangt auch der Prozess der Wahrnehmung immer mehr an Bedeutung. Eine Theorie, die diesem Raumverständnis entspricht stammt vom französischen Soziologen Henri Lefebvre. Da sie eine theoretische Grundlage dieser Arbeit darstellt, soll sie in den nächsten Abschnitten erläutert und im Kapitel des konzeptionellen Hintergrunds im Zusammenhang mit den Quartieren Klybeck und Kleinhüningen und der Stadtteilvision aufgenommen werden.

2.1.2 Die Raumproduktion und das Place-Konzept

Henri Lefebvre und die Produktion des Raums. Nach Lefebvre ist der Raum als gesellschaftliche Wirklichkeit und damit als sozialen Produktionsprozess zu verstehen. Der (soziale) Raum ist ein (soziales Produkt) (Lefebvre, H. 1974: 39). Der Fokus auf die Produktion und nicht auf die Entwicklung des Raums soll das Augenmerk darauf richten, dass der Raum Resultat getroffener Entscheidungen und nicht schicksalhafter Ereignisse ist (Häussermann, H.; Siebel, W. 2004: 117). Demnach bedarf es zur Analyse des sozialen Raums auch der Untersuchung der sozialen Produktionsbedingungen (Lefebvre, H. 1974: 48). Der Prozesscharakter setzt nicht nur die Verknüpfung von Raum und Zeit voraus sondern auch ein diachrones Verständnis des Raums (Lefebvre, H. 1974: 47). Zentral in seiner Theorie ist die Konzeption von drei sich überlagernden Dimensionen, in welchen die Raumproduktionsprozesse stattfinden.

- Räumliche Praxis (espace perçu): Diese Dimension beinhaltet alle Räume, die sinnlich wahrgenommen werden können, beispielsweise räumliche Güter- und Personenströme. Demnach ist der „espace perçu“ die wahrnehmbare Ausprägung der sozialen Praxis (Lefebvre, H. 1974: 49).
- Repräsentation des Raums (espace conçu): Hierbei handelt es sich um Räume, die durch Pläne, Konzepte, Visionen und Ideen und damit auch durch die Produktion von Wissen entstehen. Bei der Umsetzung der hier entstandenen Ideen in die Realität, erhält diese Dimension einen konkreten Einfluss auf die Raumprodukte der anderen beiden Dimensionen. Es handelt sich daher um den in einer Gesellschaft dominierenden Raum (Lefebvre, H. 1974: 48).
- Raum der Repräsentation (espace vécu): Der gelebte Raum ist in seinem Produktionsprozess der Bedeutungskonstruktion auf der sozialen und affektiven Ebene anzuordnen und beinhaltet unter anderem Symbole, Codes (Konventionen der Schrift- und Lesart), Bedeutungen, imaginäre Konstrukte und Diskurse (Lefebvre, H. 1974: 49)

Die Tatsache, dass der physisch-materielle Raum an sich keine Dimension konstituiert bedeutet allerdings nicht, dass Lefebvre diesen ausblendet. Der physisch-materielle Raum ist sogar der Ursprung oder „die Grundlage jeder Ursprünglichkeit“. Demnach ist er immer im Hintergrund sozusagen als Dekor präsent (Dünne, J.; Günzel, S. 2006: 330). Auf diese Weise kombiniert Lefebvre für seinen Raumbegriff sowohl das Verständnis des Raums als Erdraumausschnitt, als auch eine konstruktivistische Betrachtungsweise des Raums. Die jeweiligen Produktionsprozesse der drei Dimensionen sind dabei nicht nur individuell sondern auch gesellschaftlich zu verstehen. Für Lefebvre ist die Unterscheidung in diesem Kontext nicht notwendig, da zwischen dem Kollektiv und dem Individuum ein enger Zusammenhang besteht. So ist das Individuum nicht nur gesellschaftlich beeinflusst, sondern wirkt über sein Handeln auch in die Gesellschaft hinein (Schmid, C. 2010: 234). Letztendlich verschmelzen beide Ebenen aufgrund ihrer ständigen Wechselwirkung. Der gesellschaftliche Schwerpunkt in seiner Theorie deutet zudem darauf hin, dass es sich beim Raum hauptsächlich um den urbanen handelt. Demnach ist die Produktion des Raums auch immer als Produktion der Stadt zu verstehen, weswegen die Räume auch kulturell unterschieden werden können (Schmid, C. 2010: 191). Da die drei Dimensionen einander implizieren, müssen die Produktionsprozesse in ihrer Gleichzeitigkeit verstanden werden: Der Raum wird im selben Moment wahrgenommen, konzipiert und gelebt (Schmid, C. 2010: 208). Diese Gleichzeitigkeit bedeutet allerdings nicht, dass zwischen den drei Raumdimensionen eine Kohärenz besteht. Eine solche ergibt sich gemäss Dünne und Günzel nur unter geeigneten Bedingungen. Beide Autoren behaupten, dass eine solche Kohärenz sehr wahrscheinlich in den westeuropäischen Städten bis zum 19.Jahrhundert bestand, da der konzipierte Raum zwar dominierte, sich damals aber dem gelebten Raum mit seinen ausgeprägten religiösen Symbolen und Bedeutungen unterordnete (Dünne, J.; Günzel, S. 2006: 338).

Lefebvres Raumtheorie und das Fuzzy-Konzept. Gemäss Lefebvre‘s Raumtheorie werden ständig physische, mentale und soziale Räume produziert und reproduziert, was auf mehrere unscharf abgegrenzte Räume schliessen lässt. Diese Räume sind als sich überlagernde Layers zu verstehen, die gleichzeitig bestehen, sich aber im Inhalt und in der Ausdehnung unterscheiden. Durch die Schichtung übereinander überschneiden sich einige Räume, sodass unscharfe Grenzbereiche entstehen (Lefebvre, H. 1974: 104). Für die Erklärung dieser Raumschichtung verwendet Lefebvre den französischen Begriff der Cremeschnitte „Mille-feuille“. Dieses Anordnungsprinzip erinnert an die Fuzzy-Logik, die auch Olaf Schnur als Definitionsansatz von Quartieren verwendet. Im sozialräumlichen Verständnis von Schnur sind Quartierräume in den wenigsten Fällen klar abgrenzbar. Durch die Überlagerung von allen individuellen und kollektiven sozialräumlichen Raumschichten lassen sich zumindest Kern- und Grenzbereiche erkennen (Abb.4) (Schnur, O. 2008: 41). Dies bedeutet, dass gesellschaftliche Spannungen zwischen klar abgegrenzten Räumen und unscharf abgegrenzten sozialräumlichen Strukturen entstehen können. Der Konflikt um die räumliche Grenzziehung war und ist daher heute noch Thema in zahlreichen Raumtheorien. Das Dilemma entsteht immer dann, wenn quantitative Methoden für die sozialräumlichen Analysen verwendet werden sollen und daher eine klare Abgrenzung und damit einen „Containerraum“ erfordern. Ein Beispiel hierfür ist die amtliche Grenzziehung für die Erhebung statistischer Daten. Weitere klare Grenzen müssen notwendigerweise für städtebauliche Projekte gezogen werden. Indem innerhalb klar definierter Perimeter Projekte entworfen werden, stehen sich die Dimension des „espace conçu“ einerseits und diejenigen des „espace perçu“ und des „espace vécu“ gegenüber und führen zu Akzeptanz oder Spannungen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Quartier als „Fuzzy-Place“ nach Olaf Schnur.

Quelle: Schnur, O. 2008: 41

Das Konzept von Place und „Sense of Place“. Pläne und Visionen des „espace conçu“ interferieren mit wahrgenommenen und gelebten Räumen und können je nach Art der Abweichung zu Akzeptanz oder Spannungen führen. Insbesondere die Bearbeitung von bewohnten Räumen stellt einen heiklen Eingriff dar, zumal die Wohnnutzung, vor allem bei hoher Sesshaftigkeit, meist eine materielle und sentimentale Beziehung sowie eine symbolische Bedeutung zum Raum mit sich bringt. Vor dem Hintergrund von Lefebvre’s Raumtheorie ist bei einer Wohnnutzung von einer häufigeren räumlichen Praxis auszugehen, was über mehr Raumkonstruktionsprozesse zu einer ausgeprägteren Überlagerung von Räumen führt. Die Aneignung von Räumen über Erfahrungen, Erlebnisse und damit verbundenen Gefühlen und Symbolen hat im wissenschaftlichen Diskurs zum Ersatz der Begriffe „Space/Raum“ durch „Place/Ort“ geführt (Golledge, R.G.; Stimson, R.I. 1997: 387). Räume sollen demnach in einem ganzheitlichen Kontext zusammen mit emotionalen, ästhetischen und erfahrungsbezogenen Aspekten verstanden werden (Golledge, R.G.; Stimson, R.I. 1997: 389). Aus diesem Grund wird im Zusammenhang mit Identität auch oft von Ortsidentität bzw. Place-Identity gesprochen (Weichhart, P.; Weiske, C.; Werlen, B. 2006: 19). Der Begriff „ Sense of Place “ drückt die Subjektivität und Emotionalität im Verhältnis zum Raum aus (Vogelpohl, A. 2008: 71). Gerade mit der zunehmenden Globalisierung und vor dem Hintergrund der technologischen Modernisierung von Kommunikationsmöglichkeiten führt die räumliche Entankerung wieder zu einem stärkeren Ortsbezug und damit zu einer „Renaissance der Heimat“ (Weichhart, P.; Weiske, C.; Werlen, B. 2006: 23). Gemäss Vogelpohl sind im Place-Konzept drei Dimensionen zu unterscheiden (Abb. 5):

- Symbolische Dimension: Sie umfasst Wahrgenommenes, Vorgestelltes und Diskursives als Ergebnis von persönlichen Erfahrungen und Erlebnissen. Diese Strukturen konstituieren ein übergeordnetes Symbolsystem, welches auf unterschiedliche Art und Weise interpretiert werden kann, was sich beispielsweise in unterschiedlichen Raumimages ausdrückt. Solche Repräsentationen können sozial wirksam werden, wenn aus ihnen Interessen und Handlungsimpulse entstehen (Vogelpohl, A. 2008: 72).

- Soziale Dimension: Diese umfasst einerseits direkte soziale Interaktionen und institutionalisierte soziale Strukturen. Im Fokus des Interesses stehen daher die raumwirksamen Beziehungen zwischen den involvierten Akteuren aber auch die Form der Interaktion zwischen ihnen (Vogelpohl, A. 2008: 73/74).

- Materielle Dimension: „Materiell“ ist hier nicht nur als physisch und in Materie bestehend zu verstehen sondern auch als Spiegel von sozialen und symbolischen Strukturen und als Resultat von sozialen Handlungen zu verstehen (Vogelpohl, A. 2008: 74).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5: Die drei Dimensionen des Place-Konzept mit ihren Wechselwirkungen.

Quelle: Vogelpohl, A. 2008: 75

Das Place-Konzept überschneidet sich in vielen Aspekten mit der Theorie der Raumproduktion von Lefebvre, nicht nur aufgrund der Zuordnung zu den Sozialraumtheorien sondern auch wegen der ganzheitlichen Betrachtung von Raum. Eine Gemeinsamkeit ist der Fokus auf den physisch-materiellen Raum in Kombination mit seinen Eigenschaften und nicht in einer isolierten Betrachtung. Während Lefebvre den physisch-materiellen Raum als Ursprung der drei Raumdimensionen beschreibt (Dünne, J.; Günzel, S. 2006: 330), bildet dieser im Place-Konzept einen Teil der materiellen Dimension (Vogelpohl, A. 2008: 74) . Beide Ansätze zeichnen sich zudem durch ein dynamisch geprägtes Raumverständnis aus, in welchem die Wechselwirkungen zwischen den Dimensionen einen hohen Stellenwert einnehmen. Während im Place-Konzept die Idee von Place in diesen Wechselwirkungen liegt (Vogelpohl 2008: 74), sind in der Theorie von Lefebvre die Wechselwirkungen vielmehr als Antrieb für die Produktion des Raums zu verstehen.

Sozial- und Machtstrukturen in der Stadt. Da der Raum nach Lefebvre gesellschaftliche Wirklichkeit ist, führt die Raumproduktion nicht nur zu neuen Räumen, sondern notwendigerweise auch zu sicht- und unsichtbaren Barrieren in der Gesellschaft. Dies ist insofern nötig, als dass aufgrund der verschiedenen Eigenschaften in einer Gesellschaft auch verschiedene Ansprüche an den Raum gestellt werden. Eine grosse Herausforderung in der Entwicklung von Städten ist es daher, alle diese Bedürfnisse auf engem Raum zu integrieren, was Konflikte wie Marginalisierung und damit Segregation hervorbringen kann. Die dabei entstehende Konkurrenz um die Herrschaft über den Raum wird aus stadtsoziologischer Sicht als eine der drei grundlegenden Verbindungsebenen zwischen Stadt und Raum gesehen (Löw, M.; Steets, S.; Stoetzer, S. 2007: 9). Die Konkurrenz um die Herrschaft über den Raum kann aber auch als unvermeidbare Folge einer hierarchisierten Gesellschaft gesehen werden, die die Hierarchie in den räumlichen Strukturen einzuprägen versucht (Bourdieu, P. 2005: 118). Die Sozial- und Machtstrukturen lassen sich demnach auch an den Strukturen der Stadt als Sozialraum erkennen (Häussermann, H.; Siebel, W. 2004: 140). Nun lassen sich solche konzentrierten sozialräumlichen Muster in der Stadt auf zwei Ursachen zurückführen. Einerseits „gruppenbezogene Siedlungspraktiken“ und andererseits „gezielte Stadtplanung“ (Löw, M.; Steets, S.; Stoetzer, S. 2007: 39). Diese zwei Positionen lassen sich auch als Raumproduktionen nach Lefebvre formulieren. Demzufolge führt die „gezielte Stadtplanung“ über die Konzipierung von Räumen wiederum zur Dimension des „espace conçu“, während die „gruppenbezogenen Siedlungspraktiken“ in den Dimensionen der räumlichen Praxis aber im Zusammenhang mit der Bedeutungskonstruktion von Räumen auch in derjenigen des „espace vécu“ zuzuordnen sind. Der soziale Raum einer Stadt ist damit nicht nur in der Anordnung der Gesellschaft im Raum zu erkennen sondern ist auch in den Denkmustern, die letztendlich Ursache dieser Anordnung sind (Bourdieu, P. 2005: 120). Gemäss Bourdieu bilden die Kapitalunterschiede die Grundlage dieser räumlichen Anordnung (Bourdieu, P. 2005: 121). Raumaneignung kann aber gemäss Bourdieu auch auf symbolischer Ebene über den Habitus stattfinden. Damit bezieht er sich auf den Prozess der Einverleibung von sozialen Strukturen und damit auf die Markierung von Räumen mit bestimmten Eigenschaften, was zu typischen Verhaltenscodes führt, welche er auch „heimliche Gebote und stille Ordnungsrufe“ bezeichnet (Bourdieu, P. 2005: 119). Die durch diese Rahmenbedingungen entstandene gesellschaftliche Anordnung kann sich in sozialräumlichen Barrieren äussern und auf diese Weise über den „Club-Effekt“ zur Konzentration von Kapital führen (Bourdieu, P. 2005: 122) und damit zu gesellschaftlicher Inklusion und Exklusion. Die Unzugänglichkeit von Räumen für bestimmte Gesellschaftsschichten führt dazu, dass die als benachteiligt definierte Räume, in welche sie gedrängt werden, ihre Eigenschaften auf die dort lebenden Menschen übertragen (Häussermann, H.; Siebel, W. 2004: 140).

Das Quartier im Fokus. Das Quartier war in der Stadtforschung schon immer präsent (Schnur, O. 2008: 42). Die Diskussion um die Abgrenzung und Definition von Quartieren war dabei ein immerwährendes Problem. Einer der Gründe liegt dabei im interdisziplinären Charakter des Quartiers und damit daran, dass hierfür noch keine autonome Forschungsrichtung besteht. In diesem Zusammenhang führt Schnur acht mögliche Zugänge zu einem Quartierverständnis auf, die von Sozialökologie und neoklassischer Ökonomie über Nachbarschaftsforschung bis hin zu neomarxistischen und poststrukturalistischen Forschungsansätzen führen (Schnur, O. 2008: 21). Ein anderer Grund für die erschwerte Definition und Abgrenzung von Quartieren liegt in der Entwicklung der Raumtheorie selbst, in welcher erst der Spatial Turn und damit die Berücksichtigung der Relationalität des Raums dynamischere Definitionen zuliessen. Auf diese Weise sind Quartiere weiterhin nicht klar abgrenzbar, wobei genau darin eines der Definitionspunkte gesehen werden kann. Das oben erwähnte Fuzzy-Konzept stellt eine geeignete Beschreibung dieses Quartierverständnisses dar und ist mit Lefebvre’s Raumtheorie kompatibel, indem es die Existenz mehrerer übereinander gelagerter Räume, die sich ständig im Wandel befinden, voraussetzt. Andererseits ist der Raum als gesellschaftliche Wirklichkeit verstanden am besten dort zu untersuchen, wo sich das Alltagsleben am stärksten ausprägt. Die Frequenz und Art der räumlichen Praxis kann zu einer mehr oder minder ausgeprägten Raumproduktion führen und die Grenzbereiche der Quartiere im Wandel halten. Demzufolge kann ein Raum als Quartier gesehen werden, wenn lediglich eine Person diesen auf diese Art wahrnimmt (Schnur, O. 2008: 41). Im Gegensatz zur häufigen Kritik der Städte als anonyme Lebensräume haben zahlreiche Studien, unter anderen diejenige von Herbert Gans in Boston belegt, dass gerade in als sozial benachteiligt geltenden Quartiere ausgeprägte gemeinschaftliche Strukturen bestehen können (Häussermann, H.; Siebel, W. 2004: 109). Ihm zufolge bilden sich städtische Gemeinschaften, die er „urban villages“ nennt, dank ähnlichen Normen und Sichtweisen. Solche Netzwerke sind daher insbesondere in Quartieren mit starker Zuwanderung aus anderen Kulturen zu beobachten. Unabhängig von kultureller Herkunft sind es allerdings Lebensstile, die zur räumlichen Konzentration von vernetzten Gemeinschaften führen können (Häussermann, H.; Siebel, W. 2004: 109). Solche Erkenntnisse führen zusammen im Kontext der Globalisierung und räumlichen Entankerung damit einher, dass das Quartier als Betrachtungsebene zunehmend an Bedeutung gewinnt. Gegen die räumliche Konzentration von Nachbarschaften wirkt indessen die Entwicklung von Kommunikationsmöglichkeiten, die eher zu räumlich entankerten Netzwerken als zu Nachbarschaften führt (Häussermann, H.; Siebel, W. 2004: 115). Sowohl Nachbarschaften als auch Netzwerke setzen die Beziehung voraus, wobei die danach entstehende räumliche Praxis den Raum zur Bühne macht. Aus Sicht der Raumplanung spielt die Globalisierung und die damit zusammenhängende räumliche Entankerung insofern eine Rolle, als dass die Einflussmöglichkeiten durch den Staat verringert werden (Häussermann, H.; Siebel, W. 2004: 101). In diesem Kontext rücken neue Formen der Urban Governance in den Vordergrund wie beispielsweise „Public Private Partnerships“ und Stadtteilregime-Netzwerke (Schnur, O. 2008: 29).

Zwischenfazit. Da es sich in dieser Arbeit um die Untersuchung von Images und Haltungen geht, stammt das hierfür grundlegende Raumverständnis aus der Sozialraumtheorie. Weil Räume physisch wahrnehmbar aber auch mental bestehen können und sich ständig im Wandel befinden, rückt vielmehr der Produktionsprozess des Raums und damit ein konstruktivistisches Verständnis von Raum als der Raum selbst in den Vordergrund. Eine hierfür grundlegende Theorie ist diejenige von Henri Lefebvre, in welcher die unterschiedlichen Produktionsprozesse und Raumprodukte drei Dimensionen zugeordnet werden können. Diese sind die räumliche Praxis (espace perçu), die Repräsentationen des Raums (espace conçu) und die Räume der Repräsentation (espace vécu) (Lefebvre, H. 1974: 48/49). Vor dem Hintergrund dieser Theorie wurden die für diese Arbeit relevanten Themen der sozialräumlichen Grenzen, der Sozial- und Machtstrukturen im Raum sowie das Thema des Städtebaus im Zusammenhang mit dem Raum erläutert. Die Produktion und das Bestehen von mehreren übereinander liegenden Räumen vor derselben physisch-materiellen Grundlage verunmöglicht die eindeutige Abgrenzung von Räumen und führt über das Fuzzy-Konzept zur Konzeption der Räume mit unscharfen Grenz- und Kernbereichen (Schnur, O. 2008: 41). Andererseits wird über die Raumproduktion auch Raum angeeignet, was je nach Ausprägung der räumlichen Praxis und des gelebten Raumes zu unterschiedlichen (Macht-)Verhältnissen der Gesellschaft im Raum führen kann. Dies führt zum Place-Konzept, welches aus Räumen Orte macht indem ihr ganzheitlicher Kontext zusammen mit emotionalen, ästhetischen und erfahrungsbezogenen Aspekten berücksichtigt wird (Vogelpohl, A. 2008: 71). Beide Ansätze gleichen sich in der dynamischen Sichtweise. Während im Place-Konzept der Fokus auf die Wechselwirkungen zwischen den drei Dimensionen gelegt wird, stellt Lefebvre den Produktionsprozess des Raums in den Vordergrund, wobei die Wechselwirkungen die notwendigen antreibenden Kräfte desselben darstellen. Besonders in den Quartieren ist die Raumproduktion durch die Bewohnerschaft ausgeprägt, in dem eine häufige und intensivere räumliche Praxis besteht. Auch wenn es seit den Anfängen der Stadtforschung ein immer präsentes Thema war, nimmt das Quartier als Betrachtungsebene vor dem Hintergrund der aktuellen Globalisierung und der zunehmenden räumlichen Entankerung laufend an Bedeutung zu (Häussermann, H.; Siebel, W. 2004: 101).

2.2 Image und Stadtentwicklung

Image und Einstellung. Images können von Personen, Dingen oder Räumen entstehen, wobei im Folgenden nur noch auf das für diese Arbeit relevante Raumimage eingegangen werden soll. In erster Linie bezieht sich das Image auf ein Vorstellungsbild, welches aus zwei Komponenten besteht: Wahrnehmung und Bewertung. Demzufolge sind Images subjektiv und höchst selektiv (Feldmann, L. 2005: 32). Der Wahrnehmungsprozess gliedert sich dabei in zwei Komponenten: den Filterprozess (selektive Aufmerksamkeit) und den Abstraktionsprozess (Mustererkennung), welche zusammen als „Flaschenhalsmodell der Wahrnehmung“ bezeichnet wird (Niestyo, H. 2004: 3). Jede Person hat daher ein anderes reduziertes und ausgewähltes Bild der Welt im Kopf. Es handelt sich dabei nicht nur um Bilder oder Kartenvorstellungen im engen Sinne, wie dies Kevin Lynch in seinen Mental Map Analysen in den USA durchgeführt hat (Lynch, K. 1965). Im erweiterten Imagebegriff sind auch Eindrücke, Ideen, Konzeptionen, Emotionen, Werte und Einstellungen dabei (Bödeker, B. 2003: 31). Es lassen sich damit diskursive Symboliken durch sprachliche Benennung einerseits von präsentativen Symboliken durch Analogien (z.B. Bilder) andererseits unterscheiden (Niestyo, H. 2004: 3). Wahrnehmung wird in diesem Kontext als Prozess verstanden, die gesellschaftliche Realität mit allen Sinnen zu erfahren und zu interpretieren (Löw, M.; Steets, S.; Stoetzer, S. 2007: 13).

Die verschiedenen Aspekte des Image können in drei Gruppen unterteilt werden: kognitive, affektive und „behaviorale“ (Steinführer, A.; Kabisch, S. 2004: 9). Während der kognitive zur Auswahl und Reduktion des Wahrgenommenen dient, umfasst der affektive Gefühle und Symbole und der behaviorale den Einfluss des Image auf das räumliche Verhalten. Damit haben Images drei Funktionen. Sie dienen der Identifizierung von bestimmten Merkmalen, der Reduktion von Informationen sowie der Differenzierung und Abgrenzung von Räumen (Steinführer, A.; Kabisch, S. 2004: 9). Da diese Prozesse und Entscheidungen nicht willkürlich stattfinden, müssen die Subjekte auf Grundlage des Image eine bestimmte Haltung entwickeln, welche wiederum ausschlaggebend dafür ist, in welche Richtung sich das Image zu einem bestimmten Raum entwickelt. Einstellung ist daher als Teilaspekt des Image zu verstehen und damit genau so entfernt von der Realität bzw. Teil der kreierten Realität (Bödeker, B. 2003: 31/32). Des Weiteren bleiben Images trotz der ursprünglichen Subjektivität meist nicht beschränkt auf das Individuum. Deren Entstehung und ständige Anpassung sind Resultat einer gesellschaftlichen Interaktion (Schulze 2000: 564), was dem Produktions- und Reproduktionsprozess der Räume nach Lefebvre ähnlich ist. Wie Images und Raumprodukte vor dem Hintergrund dieser Theorie verglichen werden können, soll in einem späteren Abschnitt erläutert werden.

Image und Identität. Das Image beeinflusst besonders durch die Bewertungskomponente das Verhältnis des Einzelnen und der Gesellschaft zum Ort. Dieses Verhältnis kann von einer grossen Distanziertheit bis hin zu einer starken ortsgebundenen Identität gehen. Der Unterschied zwischen Identität und Image liegt demnach darin, dass Identität über einen Identifikationsprozess eine direkte Beziehung des Individuums oder der Gesellschaft zum Raum schafft. Das Image kann massgeblich zur Art und zum Distanziertheitsgrad des Verhältnisses zum Raum beitragen. Image allein konstituiert seinerseits aber keine „aktive“ Beziehung zum Raum. Im Gegensatz zur Identität ist es ein Konstrukt welches von aussen auf den Raum und die Menschen einwirkt und sich daher verselbständigen lässt (Steinführer, A.; Kabisch, S. 2004: 12). Dies wird unter anderem dadurch verstärkt, dass bei der Imagebildung häufig objektive Kriterien verwendet werden wie das städtebauliche Erscheinungsbild, die geschichtlichen und neueren Ereignisse sowie die Sozialstruktur des betroffenen Raumes. Obwohl also Stadtteilimages in erster Linie auf funktionalen Aspekten basieren, wird vermehrt auf emotionale Bedeutungen fokussiert (Nolde, H. 2010: 2). Dies ist beispielsweise im deutschen Programm „Soziale Stadt“ erkennbar, in welchem die Stärkung von Identifikationsmöglichkeiten in mehreren Handlungsfeldern erwähnt wird (Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung 2006). Auch im Imageverbesserungsprojekt des Zürcher Stadtteils Schwamendingen war eine der wichtigen Ergebnisse die Erkenntnis, dass räumliche Aufwertungen ohne Berücksichtigung des emotionalen Imageaspekts meist nicht nachhaltig sind (Präsidialdepartement der Stadt Zürich 2008: 5). Letztendlich basieren Images, ob nun objektive oder eher emotional geprägte Kriterien thematisiert werden auf die Wahrnehmung und stellen damit eine Beleuchtung der subjektiven Sichtweise dar (Farsky, M. 2007: 1).

Image und Raumvermarktung. Wenn Image das Resultat eines Wahrnehmungsprozesses ist, lassen sich über das Image auch Aussagen zu bestimmten Entscheidungen und Verhaltensweisen machen. Dieses Wissen kann für die Steuerung von räumlichen Entwicklungen sehr hilfreich sein, weswegen insbesondere ab den 1990er Jahren Images und raumbezogene Identität im Rahmen von Stadt- und Regionalmarketing untersucht wurden (Weichhart, P.; Weiske, C.; Werlen, B. 2006: 95). Dies nahm und nimmt heute mit dem zunehmenden Standortwettbewerb zwischen den Städten zu, die sich global möglichst gut zu positionieren versuchen. Da wie oben erwähnt Images Resultate von Kommunikationsprozessen sind, ist auch die Vorgehensweise des Stadt- und Regionalmanagements als eigentliche Kommunikationspolitik zu verstehen (Weichhart, P.; Weiske, C.; Werlen, B. 2006: 95). Dies äussert sich unter anderem darin, dass in zahlreichen Städten wie beispielsweise in Basel und Zürich zusätzlich zu Ämtern für Planung und Bau auch Ämter für die eigentliche Entwicklung und Vermarktung bestehen. Eine häufige Annahme ist, dass nur durch das Verbessern des negativen Aussenimage eine nachhaltige Verbesserung der Quartiere erreicht werden kann (Nolde, H. 2010: 2). Trotz dem vermehrten Fokus auf die emotionale Planungslogik von Images und damit auf Identifikationsgrundlagen, werden Imageanalysen aufgrund ihrer Verwendung als Marketinginstrumente kritisiert. Demnach steht nicht die gemeinnützige Aufwertung im Vordergrund sondern die ökonomische Verwertbarkeit von Räumen (Widmer 2009: 50). Konkrete Strategien zur Verbesserung von Images, sei es zur Vermarktung des Raums oder für das Allgemeinwohl der Bewohnerschaft werden in einem späteren Abschnitt erläutert.

Innen- und Aussenimage von Räumen. Oft spielt in Imageanalysen und –kampagnen die Unterscheidung zwischen Innen- und Aussenimage eine grosse Rolle, da in zahlreichen Studien festgestellt wurde, dass das Innenimage positiver ist als das Aussenimage (Nolde H. 2010 / Steinführer, A.; Kabisch, S. 2004 / Weichhart, P.; Weiske, C.; Werlen, B. 2006). Der Grund hierfür dürfte in der ausgeprägteren Differenziertheit und damit in einer vielfältigeren Raumverbundenheit des Innenimage liegen. Innenimages werden demnach auch als „Wirklichkeitskonstrukte von innen“ im Gegensatz zu den Aussenimages als ausschliessliche „Stimmungsbilder von aussen“ gesehen (Weixlbaumer, N.; Coy, M. 2009: 39). Bei letzteren werden die daraus entstehenden eher oberflächlichen und weniger differenzierten Räume der Repräsentation hauptsächlich über Fremdwissen konstruiert und ergänzt. Dies kann zu einer Verstärkung des negativen Aussenimage und zur Stigmatisierung eines Stadtteils führen (Zimmermann-Hegmann, R. et al. 2006: 5). Negative Aussenimages werden häufig bei Grosswohnsiedlungen und Quartieren mit grossem Anteil an Sozialwohnungen festgestellt (Zimmermann-Hegmann, R. et al. 2006: 6).

Image- und Raumproduktion. Die bis hierhin erläuterten Aspekte des Imagebegriffs führen über mehrere Wege zu Lefebvre’s Raumtheorie und –verständnis. Der Entstehung von Images zufolge sind diese am ehesten der Dimension des „espace vécu“ zuzuordnen, welche von Codes, Bedeutungen und Symbolen geprägt ist und demnach, wie das Image, nicht frei von Bewertungen sein kann. Dies wird dadurch verstärkt und bestätigt, dass Images auch oft als „Raumrepräsentationen“ und damit mit dem durch Lefebvre benützten Begriff bezeichnet werden (Bödeker, B. 2003: 31). Andererseits wird bei der Entstehung von Vorstellungsbildern auch oft von „Imageproduktion“ gesprochen (Feldmann, L. 2005). Räumliche Vorstellungsbilder können daher auch als Raumprodukte gesehen werden. Der Begriff des „Raumprodukts“ nimmt aktuell mit der wachsenden Bedeutung des Stadtmarketings einen höheren Stellenwert in der Stadt- und Raumentwicklung ein. Für die Vermarktung von Raum muss allerdings zuerst Raum produziert werden, was über Raumkonzepte zur Dimension des „espace conçu“ führt und über diesen Weg auch Einfluss auf die anderen beiden Dimensionen nimmt.

Im vorhergehenden Abschnitt wurde das oftmals negativere Aussenimage im Gegensatz zum positiven Innenimage erläutert. Vor dem Hintergrund von Lefebvre’s Raumproduktionstheorie lässt sich auch die Entstehung dieser Diskrepanz erklären. Betrachtet man die Imageentwicklung als Raumproduktion, ergibt sich der grösste Unterschied darin, dass die Dimension der räumlichen Praxis (espace perçu) bei den Trägern des Innenimages aufgrund ihres Wohnortes meistens viel ausgeprägter ist als bei den Trägern des Aussenimages. Eine ausgeprägte räumliche Praxis fördert die Produktion von Räumen in dieser Dimension und durch diese auch in der für die Imageentwicklung ausschlaggebenden Dimension der gelebten Räume (Räume der Repräsentation). Je häufiger die räumliche Praxis, desto mehr Bedeutungen, Symbole und Codes können entstehen und desto affektiver die Beziehung zum Raum. In der Regel sind daher Innenimages positiver als Aussenimages. Allerdings reicht es für die Aufwertung und Vermarktung von Stadtteilen nicht, wenn nur das Innenimage positiv ist. Ein negatives Aussenimage ist in der Raumtrias genau so als Raumprodukt verankert und kann sich durch die impliziten Wechselwirkungen alle drei Dimensionen beeinflussen und einen Wandel erschweren. Aus diesem Grund ist eine häufige Annahme, dass nur durch das Verbessern des negativen Aussenimage eine nachhaltige Verbesserung der Quartiere erreicht werden kann (Nolde, H. 2010: 2). Unter den Mitteln zur Durchsetzung von positiven Raumimages sind gemäss Vogelpohl unter anderem „spektakuläre Visualisierungen oder besondere Konsummöglichkeiten – beispielsweise die Elbphilharmonie in der HafenCity Hamburg oder die Flughafenstadt in Frankfurt/Main“ zu nennen. Auf diese Weise werden subjektive Bedeutungskonstruktionen gestärkt, die Identifikation gefördert und das Quartier zum politischen Thema gemacht. (Vogelpohl A. 2008: 70). Auch in dieser Aussage lässt sich ein Bezug zur Raumproduktion nach Lefebvre herstellen, nicht zuletzt durch den Begriff der „Bedeutungskonstruktion“ im gelebten Raum.

Eine weitere Gemeinsamkeit zwischen dem Konzept des Raumimage einerseits und der Raumproduktionstheorie von Lefebvre andererseits besteht darin, dass kein Unterschied zwischen individuellen und kollektiven Positionen gemacht wird. Folglich stützen sich Image und Raumproduktion nicht nur auf selbst Erlebtes sondern auch auf Informationen aus zweiter Hand (Feldmann, L. 2005: 35). Zwar ist der klassische Ansatz zur Erklärung des Image aufgrund der subjektiven Prägung des Konzepts derjenige, eines individuellen Produkts. Allerdings hängen Individuen mit der Gesellschaft zusammen da sie Teil dieser sind und von ihr beeinflusst werden, aber auch weil die individuellen raumwirksamen Meinungen und Haltungen danach wieder in die Gesellschaft einfliessen. Die dynamische Wechselwirkung zwischen individuellen und kollektiven Positionen macht die Unterscheidung unbedeutend und hat daher in neueren Ansätzen dazu geführt, dass der Imagebegriff mit einem eher gesellschaftsbasierten Fokus aufgegriffen wurde. Raumimages werden demnach über den Diskurs geformt und über die Kommunikationswege verstreut (Weichhart, P.; Weiske, C.; Werlen, B. 2006: 95). Der gesellschaftliche Ansatz erlaubt ein relativ dynamisches Verständnis von Image, da es wie in der Raumproduktion laufend neu geformt und angepasst wird. Die Wechselwirkung zwischen den Individuen und der Gesellschaft kann sowohl in der Raumproduktion als auch in der Imageproduktion wie ein Antrieb gesehen werden. Die notwendigen Kommunikationswege, insbesondere die Medien, wirken vor diesem Hintergrund als Scharnier und sollen daher in einem der folgenden Kapitel vertieft erläutert werden.

Ansätze und Projekte zur Verbesserung von Stadtteilimages. Anders als beim Image von bekannten Personen ist ein Aussenimage eines Stadtteils im Allgemeinen fest verankert und wird daher oft über Generationen weiter vermittelt (Zimmermann-Hegmann, R. et al. 2006: 5/6). Zwischen 2004 und 2007 hat die EU daher das Projekt „IMAGE“ im Rahmen des Interreg IIIB-Programms durchgeführt. Es wurden Verbesserungsstrategien für das Image von fünf Grosswohnsiedlungen entworfen und angewendet (Zimmermann-Hegmann, R. et al. 2006: 6). Weiter führt auch das deutsche Programm „Soziale Stadt“ zur Aufwertung von benachteiligten Quartieren das Image als Handlungsbereich auf und schlägt den Weg über einen integrierten Ansatz zur Verbesserung der Stadtteile ein (Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung 2006). Entscheidend bei den Projekten ist dabei nicht nur die Verbesserung des Image alleine sondern auch die gleichzeitige Förderung der Identifikation der Bewohner mit dem Quartier und die dafür notwendige Aktivierung deren Engagements (Zimmermann-Hegmann, R. et al. 2006: 9). Das Image rein über Marketingstrategien zu verbessern und damit an der „Hülle“ der gesellschaftlichen Wirklichkeit zu arbeiten kann demnach nicht zu nachhaltigen Ergebnissen führen. Der Imageveränderungsprozess an sich wird über Öffentlichkeitsarbeit und Medien aber auch durch direkte Aussenwirkungen von Quartierprojekten erreicht (Zimmermann-Hegmann, R. et al. 2006: 8). Eng mit dem Verständnis des Raums als Vermarktungsprodukt gewinnt auch der niederländische Ansatz des „Neighbourhood Branding“ vermehrt an Bedeutung. Es geht darum, aus positiven Charaktereigenschaften des Quartiers eine Marke zu entwerfen, welche zugleich auch als Grundlage für die Förderung der Identifikation mit dem Stadtteil dient (Peeters, R.; Schenkel, W. 2006: 20) Wenn Marken bei potentiellen Investoren zu bestimmten Assoziationen führen und gleichzeitig den Identifikationsprozess mit dem Stadtteil beeinflussen, stellen sie notwendigerweise eine Grundlage von Image dar und damit ein mögliches Portal zu seiner Aufwertung. Bedeutend beim Verbesserungsprozess von Images ist es, Potentiale hervorzuheben und nicht die Vorurteile abzuarbeiten, was eher zur Verstärkung dieser Vorurteile führen würde (Zimmermann-Hegmann, R. et al. 2006: 11). Als Schlussfolgerung kann festgestellt werden, dass die Verbesserung eines Stadtteilimage gleichzeitig zwei Komponenten beinhaltet: einerseits vor Ort reale Veränderungen zu erzielen und andererseits die Öffentlichkeitsarbeit in diesem Zusammenhang zu stärken.

Zwischenfazit. Beim Raumimage handelt es sich um Vorstellungsbilder, welche Resultate von einem individuellen oder kollektiven Wahrnehmungs- und Bewertungsprozess sind (Feldmann, L. 2005: 32). Der selektive und bewertende Charakter impliziert dabei das Vorhandensein von Einstellungen, welche auf Grundlage dieser Images gebildet werden und wiederum auf die Entstehung von Images Einfluss nehmen. In der Entwicklung von Image werden dabei sinnlich wahrnehmbare, affektive und handlungsbezogene Aspekte kombiniert (Steinführer, A.; Kabisch, S. 2004: 9). Während die Identifikation mit einem Raum einen Identifikationsprozess voraussetzt, lässt sich das Image verselbständigen (Steinführer, A.; Kabisch, S. 2004: 12). Image kann massgeblich Einfluss auf den Identifikationsprozess und damit auf die Aneignung von Räumen durch Individuen und Gruppen haben. Obwohl in Imageanalysen bis anhin hauptsächlich funktionale Aspekte berücksichtigt wurden, nehmen emotionale einen immer höheren Stellenwert ein (Nolde, H. 2010: 2), da auf diese Weise umfänglicher auf den Raum eingewirkt werden kann. Ein häufig beobachtetes Resultat von Imageanalysen ist die Diskrepanz zwischen positivem Innenimage und negativem Aussenimage. Da sowohl ein positives Innenimage als auch ein negatives Aussenimage zur entsprechenden Raumproduktion und –prägung führen kann, muss für die nachhaltige Aufwertung eines Stadtteils letztendlich das negative Aussenimage verändert werden (Nolde, H. 2010: 2). Solche Imageanalysen können dem allgemeinen Wohl der untersuchten Gesellschaft dienen, werden aber gleichzeitig vor dem Hintergrund der zunehmenden Stadtkonkurrenz als Raumvermarktungsstrategie kritisiert (Widmer 2009: 50). Ob schlussendlich die Aufwertung oder die Vermarktung das Ziel der Massnahmen ist, hängt von den jeweiligen Projekten und Entwicklungsstrategien ab. Images und Einstellungen zu einem Raum können wie in der Raumproduktionstheorie von Lefebvre die Entstehung von Repräsentationsräumen beeinflussen und auf diese Weise die Diskrepanz zwischen Innen- und Aussenimage erklären. Das Image ist daher als Raumprodukt und damit als massgebender Einflussfaktor in der Raumtrias von Lefebvre zu verstehen.

2.3 Die Rolle der Medien und anderer Informationsquellen

In der vorliegenden Arbeit wird unter Anderem der Zusammenhang von Informationsquellen mit den Quartierimages und den persönlichen Haltungen zur Stadtteilvision auf dem Klybeck- und dem Westquai untersucht. Auf dem Fragebogen besteht die Möglichkeit hierzu mehrere Informationsquellen, unter welchen sich auch Massenmedien wie Radio und Zeitungen befinden, anzukreuzen. Um die Wirkung der Informationsquellen auf die Rezipienten zu verstehen, soll dieses Unterkapitel eine medientheoretische Grundlage zum Thema legen. Unter dem Begriff „Medien“ zählen alle Kommunikationsmedien basierend auf den Basismedien Bild, Ton, Text und Zahl (Schanze, H. 2002: 199).

Rezeptionsperspektive. Heutzutage sind die Medien allgegenwärtig. Plakate, Radio, Werbespots, Fernsehsendungen, Zeitungen in gedruckter und virtueller Form. Das Internet macht alle diese Informationsquellen zudem auch über Computer und Smartphones überall und zu jeder Zeit verfügbar. Dies schafft nicht nur mehr Möglichkeiten zur Partizipation und zum Selbstausdruck sondern hat seit den 1990er Jahren auch die kommunikativen Problemlagen in der Gesellschaft verschärft, wie zum Beispiel die digitale Spaltung aber auch ein zunehmender Entscheidungsstress im Zusammenhang mit der gleichzeitig wachsenden Optionenvielfalt (Niestyo, H. 2004: 1).

Die vereinfachende Medienwirkungsthese, nach welcher einseitig von der Wirkung der Medien auf die Rezipienten ausgegangen wird, wurde längst durch medienkritische Ansätze bemängelt. Dieser medienzentrierten Perspektive wurde bald eine publikumszentrierte gegenübergestellt, mit welcher sich die Medienrezeptionsforschung beschäftigt. Charlton und Neumann-Braun gehen dabei von drei Ebenen der Handlungskoordination von Rezipienten aus, wobei sich diese vor allem auf die Individualebene konzentrieren (Charlton, M.; Neumann-Braun, K. 1992: 53):

- Die Auseinandersetzung des Rezipienten mit dem Medienangebot (Rezeptionsprozess)
- Der situative (Stimmung, Aufmerksamkeitsgrad, etc.) und kulturelle Kontext der Rezeption
- Der übergeordnete Zusammenhang der Lebensbewältigung und der Identitätsbildung

Das Publikum lässt die Medienkommunikationen nicht ohnmächtig über sich ergehen, sondern tritt ihnen mit Vorwissen und einem Filter gegenüber (erste Ebene), welche Resultate persönlicher Erfahrungen und früher verwendeter Informationsquellen sind. Auf geographische Räume und den damit zusammenhängenden Images und Haltungen bezogen bedeutet dies, dass die Personen bereits selbst dort waren oder über Fremdwissen (Medien, „Hören-Sagen“, etc.) zu einem Raumimage gelangt sind. Auf dieser Grundlage wird beim Aufnehmen neuer Informationen ein auf diesem Vorwissen gründender Filter verwendet. Wenn man zusätzlich den situativen und sozio-kulturellen Aspekt (zweite Ebene) in Betracht zieht, so muss davon ausgegangen werden, dass Siedlungsräume mit einer sozio-kulturell heterogenen Bevölkerung raumbezogene Medienkommunikationen auf unterschiedliche Arten wahrnehmen. Diese in „interpretative communities“ aufgenommenen und verarbeiteten medialen Informationen gehen damit durch einen sozialen und kommunikativen Prozess (Sutter; T.; Charlton, M. 1999: 100). Beim Aufnehmen und Interpretieren des medialen Diskurses vermischt sich der von Individuen und „interpretative communities“ gebildete Diskurs mit demjenigen der Medien (Fiske, J. 1987: 82). Dabei ist „Diskurs“ als weitgefasster Begriff zu verstehen, der auch die für seine Entstehung und Reproduktion notwendigen persönlichen Haltungen und Meinungen umfasst.

Medial konstruierte Wirklichkeit. Für journalistische Unternehmen ergibt sich die ökonomische Rentabilität dann, wenn die Rezipienten mit den übermittelten Informationen zufrieden sind. Dies erfordert Themen und mediale Inhalte, welche einerseits die Grundkonzeptionen der Rezipienten nicht in Frage stellen und andererseits die Aufmerksamkeit genug stark erregen, was gemäss Niestyo vermehrt über Emotionalisierung und Personalisierung der Inhalte geschieht (Niestyo, H. 2002: 2). Insbesondere bildliche Inhalte, und noch stärker die bewegten bildlichen Inhalte (Fernsehen), haben einen Dramatisierungseffekt, da sie über Wörter hinaus eine existierende Realität zu wiedergeben scheinen (Champagne, P. 2005: 61). Dies hängt mit der ganzheitlichen und simultanen Verarbeitung der bildlichen Inhalte zusammen (Baacke, D.; Röll, F.J. 1995: 23). Demzufolge reduziert sich der journalistische Tätigkeitsbereich nicht nur auf die Übermittlung von baren Inhalten, sondern unterzieht diese einer „regelrechten Konstruktionsarbeit“, die nicht zuletzt auch Resultat des Wissenstransfers zwischen den verschiedenen Journalisten ist (Champagne, P. 2005: 60). Wie kommt es nun aber, dass Rezipienten die letztendlich medial konstruierte Wirklichkeit als für sie gültige Wirklichkeit verinnerlichen? Elsner und Müller führen dies auf das naive Erleben von scheinbar direkt zugänglichen aber fremden Orten und Sachverhalten zurück. Das „faszinierte Erleben“ verwischt den bestehenden Unterschied zwischen der selbst erlebten und der medial überlieferten Wirklichkeit (Elsner, M.; Müller, T. 1988: 402). Während beide Autoren dieses Phänomen auf das Fernsehen beziehen, erkennt Sutter dasselbe in Bezug auf die zunehmende Bedeutung des Computers und damit des Internets, welches als Medium verschiedenster Informationsquellen dient (Sutter, T. 1999: 301). Holzinger beleuchtet dieses Thema vor dem Hintergrund des Medienüberflusses, dem wir heute tagtäglich begegnen. Eine Folge davon ist die schleichende Ablösung oder Überlagerung des realen Raums durch eine virtuelle Realität und damit zum „Sieg der Bilder“. Wenn diese virtuelle Realität sehr ausgeprägt ist, kommt es sogar dazu, dass reale Erlebnisse an der Bildwirklichkeit gemessen werden (Holzinger, E. 2007: 56). Besonders interessant ist es daher zu wissen, wer die Bilder zu einem bestimmten Raum produziert.

Wechselwirkung zwischen Informationsquellen und Rezipienten. Bei den Kommunikationsmedien ist zwischen den interaktionalen und den nicht interaktionalen zu unterscheiden, wobei die Nicht-Interaktionalität besonders bei den Massenmedien ausgeprägt ist (Sutter T. 2010: 26). Diese Art der „Rede ohne Antwort“ erlaubt dem Rezipient gleichzeitig eine Anonymität und hohe Interpretationsfreiheit. Allerdings besteht keine klare Grenze zwischen beiden Kategorien da allen die Voraussetzung der wechselseitigen Perspektive gemein ist (Sutter 2010: 31). So stellt Oevermann fest, dass auch die nicht interaktionalen Kommunikationsmedien die autonome Öffentlichkeit als Bezugspunkt nutzen (Oevermann 1996: 214). Dies liegt in erster Linie daran, dass Medienkommunikationen nicht an sich wirken, sondern erst im sozialen Gebrauch ihre Bedeutung erlangen (Sutter 2010: 44). Dementsprechend geschieht die Interaktion zwischen den Medien und den Rezipienten in Form eines nicht expliziten Dialogs. Von Seite der Rezipienten kommt es dabei darauf an, innerhalb welcher sozio-kulturellen oder sozio-ökonomischen Gruppe ihr Verständnis eines kommunizierten Sachverhalts gebildet wird. Solche „interpretative communities“ ergeben sich durch Anschlusskommunikationen im sozialen Umfeld (Familie, Gleichaltrige, etc.) (Sutter; T.; Charlton, M. 1999: 100). Demzufolge ist von einer dynamischen Wechselwirkung zwischen Individualebene und gesellschaftlicher Kollektivebene auszugehen, die zu einer generalisierten Meinung und Haltung führen, die man allen sozialen Systemen und Personen als gemeinsam unterstellen kann und die damit eine Orientierungsfunktion in der Gesellschaft übernimmt. Auf einzelne thematische Teilbereiche (z.B. Kultur, Politik, etc.) oder auf räumliche Einheiten (z.B. Städte, Quartiere, etc.) bezogen, spricht Luhmann von „allgemeinen thematischen Horizonten“ (Luhmann 1996: 20). Dieses gesellschaftlich verankerte Wissen, welches einerseits durch die innerhalb der „interpretative communities“ stattfindenden Interaktionen und andererseits durch die Interaktion mit den Medien produziert und reproduziert wird stellt die Grundlage von öffentlichen und damit auch politischen Diskursen dar. Durch diese Wechselwirkungen werden medial konstruierte gesellschaftliche Repräsentationen dank dem öffentlichen Diskurs fortgepflanzt, wobei die Interpretationen und Vorurteile sich immer mehr von der Realität entfernen können (Champagne, P. 2005: 61).

Zwischenfazit. Für die vorliegende Arbeit ist besonders der Einfluss der Medien auf die Entstehung von Meinungen und Haltungen von Interesse. In der Rezeptionsforschung werden aus Publikumssicht drei Ebenen unterschieden: der Rezeptionsprozess, der sozio-kulturelle Kontext und der übergeordnete Lebenskontext. Auf diese Weise gelangt der Rezipient zu einer Meinung und Haltung in Bezug auf einen Sachverhalt oder in diesem Fall auf einen geographischen Raum (z.B. eine Stadt, ein Quartier, etc.). Die Medienforschung unterscheidet graduell zwischen interaktionalen und nicht interaktionalen Kommunikationsmedien, wobei die Nicht-Interaktionalität besonders bei den Massenmedien ausgeprägt ist. Durch die zusätzliche Wechselwirkung zwischen Individuen und Gesellschaft, können sich entstandene Meinungen und Haltungen zur Produktion und Reproduktion des gesellschaftlich allgemein gültigen (thematischen) Wissenshorizonts beitragen. Auf diesen stützen sich die Medien als Bezugspunkt zur Erhöhung der Wirkungsgarantie und damit auch der ökonomischen Rentabilität. Auf diese Weise entsteht eine nicht explizite dialogartige Beziehung zwischen den Medien und dem öffentlichen Diskurs. Dabei spielen die zunehmende Dichte an Medien und der häufigere Kontakt zu virtuellen Medienwelten zu einer virtuellen Realität, welche den realen Raum schleichend überlagert und sogar die Bildwirklichkeit als Vergleichsfaktor oder Messgrösse realer Erlebnisse machen kann.

2.4 Konzeptionelle Einbettung

In diesem Kapitel soll das Thema dieser Arbeit in Verbindung mit den besprochenen theoretischen Ansätzen konzeptionell eingebettet werden. Auf diese Weise wird eine für das Verständnis der Vorgehensweise sowohl bei der Datenerhebung als auch bei der Auswertung notwendige Grundlage gelegt.

2.4.1 Lefebvre’s Raumproduktion und die Stadtteilvision in der Hafen-Stadt

Städtebauliche Entwicklungen beschränken sich nicht nur auf den physischen Raum sondern stellen auch gleichzeitig einen Eingriff in die sozialräumlichen Strukturen dar. Solche Strukturen im Raum sind beispielsweise historische und zeitgenössische Symbole, private und öffentliche Bedeutungen, individuelle und kollektive Erinnerungen sowie die alltäglichen und gelegentlichen Nutzungen. Damit wird in höchst dynamische Ebenen eingegriffen, die sowohl zeitlich als auch räumlich wandelbar sind. Aufgrund dieser Dynamik ist bei der Untersuchung solcher Strukturen besonders deren Entstehung und Erhalt von Interesse, wobei Lefebvre’s Verständnis des Raums und der Raumproduktion als theoretische Grundlage hilfreich ist. Damit stützt sich der Inhalt dieses Kapitels auf die Grundlage eines relationalen Raumverständnisses wie er nach dem „Spatial Turn“ im empirischen und raumtheoretischen Diskurs entwickelt wurde.

Lefebvre’s Raumtrias und die Quartiere Klybeck und Kleinhüningen. Nach Lefebvre’s Sozialraumtheorie werden Räume laufend produziert und reproduziert, was bezogen auf die individuellen und kollektiven Akteure im Raum auf mehrere sich überlagernde und teilweise verflochtene Schichten schliessen lässt. Das Vorhandensein von mehreren Räumen unterschiedlicher Art und Ausdehnung erschwert allerdings die für die Wissenschaft und Raumplanung notwendige klare räumliche Abgrenzung. Für statistische Erhebungen sind klare Quartiergrenzen notwendig, weswegen Klybeck und Kleinhüningen über amtliche Grenzen verfügen. Aber auch für räumliche Entwicklungen sind klare Perimeter erforderlich, was auch bei der Weiterentwicklung der Stadtteilvision auf dem Klybeck- und dem Westquai unvermeidbar ist. Diese in der Dimension des „espace conçu“ anzuordnenden Grenzziehungen interferieren daher mit den dort bestehenden sozial konstruierten Raumgrenzen, die nach der Fuzzy-Logik vielmehr als unscharfe Grenzbereiche zu verstehen sind (Schnur, O. 2008: 41).

Im Falle der Stadtteilvision, betrifft dies eine bis anhin unbewohnte da industriell genutzte Fläche. Trotz der fehlenden Bewohnerschaft waren und sind der Klybeck- und der Westquai ständig Teil von wahrnehmbaren und symbolischen Raumprodukten, die sie aufgrund ihrer Lage, aber auch wegen der historischen funktionalen Verflechtung mit dem Hafen, zu den bestehenden Wohnstrukturen von Klybeck und Kleinhüningen dazugehören lassen. Das historische Fischerdorf Kleinhüningen wurde alsbald zum Wohnort der Schifferleute. Sie wohnten im Dorf, arbeiteten beim Westquai und schafften auf diese Weise Verknüpfungen über die räumliche Praxis und über den gelebten Raum. Die hierfür produzierten Räume sind hauptsächlich dem „espace perçu“ und dem „espace vécu“ zuzuordnen. Auf dieselbe Weise ist davon auszugehen, dass seit der Öffnung des Klybeckquais am Anfang des Jahres 2012, der Zugang zu einem bis anhin der Öffentlichkeit verschlossenen Areal die Produktion von unzähligen neuen Räumen in diesen beiden Dimensionen ermöglicht hat. Solche Produktionsprozesse waren und sind heute noch beispielsweise die Nutzung durch Spaziergänger und Jogger und damit die Aneignung durch Freizeitnutzungen (espace perçu) aber auch die Prägung des Ortes mit neuen Bedeutungen und Codes (espace vécu). So stellt auch Wamister fest, dass „das Rheinhafenareal […] weder Niemandsland noch Brache [ist]“ (Wamister, C. 2013: 117). Es sind aber nicht nur ganz neue Räume entstanden sondern bestehende in ihrem Inhalt und ihrer räumlichen Ausdehnung erweitert worden. Aus der vergangenen und aktuellen Raumproduktion in Klybeck und Kleinhüningen kann daher auf bestehende Ortsbezüge und damit auf einen „Sense of Place“ geschlossen werden. Insbesondere die stärker ausgeprägte räumliche Praxis führt dazu, dass die in Klybeck und Kleinhüningen wohnende Bevölkerung sehr wahrscheinlich eine differenziertere Meinung zu ihren Quartieren hat, da diese Quartiere in ihren Köpfen aus Raumvorstellungen bestehen, in welchen sich mehr Raumprodukte überlagern. Dabei müssen diese Raumschichten nicht nur bewohnte Quartierteile betreffen und können genau so auch die unbewohnten (Parks, Hafengebiet, Strassen, etc.) umfassen.

Lefebvre’s Raumtheorie und die Stadtteilvision auf dem Klybeck- und dem Westquai. Gleich wie die amtlichen Grenzziehungen in Klybeck und Kleinhüningen, so sind auch die Visualisierungen der Stadtteilvision sowie andere stadtentwicklungsrelevante Dokumente der Dimension des „espace conçu“ und damit der Repräsentation des Raums zuzuordnen. Da sich alle drei Dimensionen von Lefebvre’s Raumtrias implizieren, bedeutet dies, dass die Pläne und Visualisierungen des „espace conçu“ auf die Raumproduktion in den anderen beiden Dimensionen einwirken können. Es bedeutet aber auch, dass den Entwerfern dieses konzipierten Raumes auch die anderen beiden Dimensionen als Grundlage gedient haben. Damit stehen sich einerseits die Dimension des „espace conçu“ mit den Entwicklungsideen und Visualisierungen zur Stadtteilvision und andererseits die sozialräumlichen Strukturen des „espace perçu“ und des „espace vécu“ gegenüber.

Wird die Vision zu einem konkreten Projekt weiter entwickelt und als Bebauungsplan ausgearbeitet, kommt die Realisierung einer Veränderung des Ursprungs aller Dimensionen gleich, nämlich einer Veränderung der physisch-materiellen Grundlage, über welche wiederum die gesamte Raumtrias beeinflusst wird. Unter günstigen Bedingungen kann eine Kohärenz zwischen den drei Dimensionen entstehen (Dünne, J.; Günzel, S. 2006: 338). Wie gross diese Kohärenz ist und inwiefern diese mit der Weiterentwicklung der Vision in Richtung eines konkreten Projekts noch möglich ist, stellt eine grundlegende Überlegung der Haupthypothese dar. Eine wichtige Erkenntnis dabei ist, dass auch die in dieser Arbeit untersuchten Raumimages als Raumprodukte im Sinne von Lefebvre verstanden werden können.

Images von bestehenden und konzipierten Räumen. In der Raumtrias nach Lefebvre gibt es keine Dimension, welche ausschliesslich durch physisch-materielle Elemente geprägt wird. Die rein physisch-materielle Welt bildet die Grundlage der gesamten Raumtrias (Dünne, J.; Günzel, S. 2006: 330). Das Image als mentales Raumprodukt kann allen drei Dimensionen zugeordnet werden. Die Haupthypothese dieser Arbeit postuliert einen Zusammenhang zwischen dem Image von Klybeck und Kleinhüningen einerseits und der Haltung zur Stadtteilvision auf dem Klybeck- und dem Westquai andererseits. Da Einstellung als Teilaspekt des Image gesehen werden kann (Bödeker, B. 2003: 31/32), handelt es sich also auf beiden Seiten um raumbezogene Images, wenngleich diejenigen von Klybeck und Kleinhüningen sich auf einen wahrnehmbaren und gelebten Raum beziehen und diejenigen der Stadtteilvision dies im Rahmen der bestehenden Visualisierungen und Planungsdokumente tun. (Abb. 6).

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Abb. 6: Graphische Darstellung des konzeptionellen Hintergrundes der Haupthypothese

Fotos: Statistisches Amt Basel-Stadt und Stadtteilsekretariat Kleinbasel Visualisierungen: MVRDV mit P.Cabane und M.Josephy; Herzog und De Meuron mit Fuhr Buser Partner Raum entsteht bereits bei der Planung innerhalb der Dimension des „espace conçu“. Dass bereits auf dieser Grundlage Raumimages in den anderen beiden Dimensionen entstehen können, bestätigt auch Feldmann in seiner Diplomarbeit „Imageproduktion und Stadtplanung“. (Feldmann, L. 2005: 31). Das Fehlen der physisch-materiellen Realität als Grundlage für die Bildung eines Images und damit für die Raumproduktion erlaubt eine grössere Interpretationsfreiheit, was anderen Quellen mehr Einflussmacht verleiht (Abb. 7). Dies scheint vor der erwähnten medialen „Bildflut“ und der erstarkten virtuellen Realität bedenklich. Mögliche Quellen sind dabei nicht nur Zeitungen, Radio, Fernsehen und ähnliche, sondern auch Vereine und Quartierzentren. Besonders interessant für diese Arbeit wird sein, inwiefern die Befragten zur Kompensierung der nicht existenten physisch-materiellen Grundlage und zur Ergänzung der bestehenden Visualisierungen ihre Images des zukünftigen Stadtteils an ihre Images der heutigen Quartiere Klybeck und Kleinhüningen anlehnen.

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Abb. 7: Unterschied zwischen Images von bestehenden Stadtteilen und Images von Stadtteilvisionen

(eigene Darstellung)

Bedeutend für die Quartiere Klybeck und Kleinhüningen ist in diesem Zusammenhang zudem der grosse Anteil an Industrieflächen, bei welchen die meisten heute der Öffentlichkeit nicht zugänglich sind. Aus Sicht derjeniger, die keinen Zugang zu diesen physisch-materiellen Räumen besitzen, bleibt dieser Raum gleich wie noch nicht umgesetzte Stadtteilprojekte rein über Fremdwissen erschlossen. Dieses Fremdwissen stützt sich aber im Vergleich zu nicht umgesetzten Stadtteilprojekten auf bestehenden physisch-materiellen Elementen, weswegen die Interpretationsfreiheit für die Entwicklung eines Raumimages in diesem Fall eingeschränkter ist.

2.4.2 Grundlagen des öffentlichen Diskurses über die Stadtteilvision

Der öffentliche Diskurs über die Stadtteilvision steht in enger Wechselwirkung mit involvierten Akteuren, Medien und Informationsquellen aber auch mit der Weiterentwicklung der Planungsprozesse. Im Folgenden sollen die für die weiterführende Konkretisierung der Vision notwendigen Medien und anderen Informationsquellen erläutert werden. In einem weiteren Abschnitt werden mögliche Einflüsse dieser Informationsquellen beschrieben.

Von der Vision zum konkreten Projekt. Eine grundlegende Frage für diese Arbeit ist, wie man von einer städtebaulichen Vision zu einem konkreten Projekt kommt. In zahlreichen Dokumenten zur Entwicklungsvision Dreiland ist die Rede von „öffentlichen Diskussionen“ und „demokratischen Entscheidungen“ als ausschlaggebende Prozesse in der Weiterentwicklung. Geht man von diesen Entwicklungsprozessen aus, so müssen mehrere involvierte Akteure in Betracht gezogen werden. Dies betrifft Raumplaner und Architekten, Politiker und Stimmbürger sowie andere Quartier- und Stadtbewohner. Die Entwicklung der öffentlichen Diskussion und damit auch der politischen Diskussion als Grundlage der demokratischen Entscheidungen wird dabei von der Interaktion zwischen den involvierten Akteuren vorangetrieben. Diese werden über verschiedene Kommunikationswege ermöglicht. Einerseits durch persönliche Interaktionen in der Gesellschaft, andererseits direkt über Medien und andere Informationsquellen. Des Weiteren wird die durch die durch Akteure und Informationsquellen vorangetriebene Konkretisierung der Vision hin zum konkreten Projekt durch „externe“ Faktoren eingeschränkt. Planungsinstrumente, Machbarkeitsstudien und Architektenwettbewerbe halten das Entwicklungspotential in einem bestimmten Rahmen. Diese vier in der Entwicklung der Vision involvierten Positionen sind in untenstehender Graphik schematisch dargestellt (Abb. 8).

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Abb. 8: Involvierte Positionen in der Konkretisierung der Stadtteilvision zum Projekt (eigene Darstellung)

Die über Pfeile angedeuteten Wechselwirkungen zwischen den vier Positionen dürften den Eindruck einer allen gemeinsamen Meinung und damit einer einheitlichen Entwicklungsrichtung der Stadtteilvision erwecken. Tatsächlich aber bestehen ganz unterschiedliche Meinungen dazu, was Folge davon ist, dass die unmittelbare Grundlage der involvierten nicht objektiv ist. Hier kommen die Images und damit die subjektiven Sichtweisen der Akteure ins Spiel. Da Wahrnehmung ein höchst selektiver Prozess ist, hängt die Auswahl des Wahrgenommenen je nach Person von anderen Faktoren ab. Gemäss Löw et. al. sind es Milieus, Ethnizität, Geschlecht und Klassenverhältnisse, welche hierfür entscheidend sind (Löw, M.; Steets, S.; Stoetzer, S. 2007: 10) und damit auch die Raumproduktion prägen. Das Wissen um die bestehenden Images sowohl zu den Quartieren Klybeck und Kleinhüningen aber auch zur Stadtteilvision selbst soll Aussagen über die Grundlage der aktuellen öffentlichen Diskurse aber auch über die zukünftige Entwicklungsrichtung der Stadtteilvision ermöglichen.

Wenn der öffentliche und der politische Diskurs die unmittelbare Grundlage der Konkretisierung der Vision darstellen, entstehen ungleiche gesellschaftliche Verhältnisse, da einige Akteure darauf mehr Einfluss haben dürften und wollen als andere. Dazu gehören neben den Akteuren, die innerhalb der Position der Informationsquellen zu verorten sind (Journalisten, Vereinsgründer und –mitglieder, etc) auch Politiker, Investoren und engagierte Privatpersonen die über neuere Formen der „Urban Governance“ Einfluss nehmen (Schnur, O. 2008: 29). Darauf basierend stellen Häussermann und Siebel fest, dass es letztendlich nicht die Pläne und Leitbilder der Stadtplanung sind, welche die Raumstruktur und –entwicklung bestimmen sondern vor allem die politischen und ökonomischen Bedingungen (Häussermann, H.; Siebel, W. 2004: 125).

Der Einfluss von Medien und anderen Informationsquellen auf die Imageentwicklung. Im Theoriekapitel wurden medientheoretische Ansätze erläutert, welche insbesondere in Bezug zu den Medien wie Internet, Fernsehen, Radio und Zeitungen stehen. Im Rahmen dieser Arbeit spielen aber nicht nur diese Medien sondern auch andere Informationsquellen wie die Quartierzentren, die Öffentlichkeitsarbeit des Kantons aber auch die Vereine eine Rolle. Diese tragen, auch wenn sie nicht zu den Medien gehören, ebenfalls zur Entstehung von Images. Im Gegensatz zu den Massenmedien sind diese anderen Informationsquellen durch einen interaktionalen Charakter geprägt, welcher eine bestimmte Kontrolle über die Interpretation und das Verständnis von übermittelten Informationen erlaubt. Insgesamt aber tragen alle Informationsquellen und Medien zum Wissensaustausch zwischen individuellen und kollektiven Meinungen bei und konstituieren daher einen wichtigen Bestandteil des allgemeinen Wissenshorizonts. Aus diesem Grund dürfen die einzelnen Informationsquellen nicht unabhängig voneinander betrachtet werden, da sie sich letztendlich auf dieselben realen Sachverhalte stützen. Der Unterschied ergibt sich durch die selektive und konstruktive Arbeit, der sie diese Sachverhalte unterziehen. Die Möglichkeit, im Fragebogen unter den Informationsquellen die Option „Hören-Sagen“ anzukreuzen wiederspiegelt teilweise die verflochtenen Diskurse der Informationsquellen unter sich aber auch mit dem öffentlichen und politischen Diskurs. Aus diesem Grund wurde die Antwortoption „Hören-Sagen“ in der Abb. 8 in den Block der Entwicklungsprozesse eingefügt. Der Aspekt der verflochtenen Informations- und Diskursströme könnte die Untersuchung eines möglichen Einflusses auf die Entstehung von Raumimages in dieser Arbeit deutlich erschweren und möglicherweise die Aussagekraft abschwächen.

Sowohl die Medien als auch die anderen Informationsquellen spielen eine Rolle in der Entwicklung des Wissensnetzwerks, welches über Images und Haltungen in Wechselwirkung mit Gruppen und Individuen steht. Im Gegensatz zu bestehenden Stadtteilen, in welchen transferiertes Wissen ständig durch reale Situationen in der Wahrnehmung vor Ort abgeglichen und angepasst werden kann, fehlt die physisch-materielle Grundlage wenn es sich um eine Stadtteilvision handelt. Dies erlaubt eine grössere Interpretationsfreiheit von transferiertem Wissen, weswegen bestimmte Informationsquellen besonders viel Macht im Einfluss haben können. Aus diesem Grund kommt es zu einseitig betonten Wechselwirkungen zwischen dem Wissensnetzwerk und den Individuen und Gruppen andererseits, da letztere ihr Wissen nur über Fremdwissen anpassen können bzw. neues Wissen nur über Fremdquellen erwerben können. Die Dominanz von Raumbildern und damit einer konstruierten Wirklichkeit ist aber nicht nur bei fehlender physisch-materieller Grundlage möglich, sondern findet vor allem im heutigen Zeitalter immer mehr Verbreitung. Das Verbringen von mehr Zeit mit virtuellen Medienwelten, insbesondere dem Internet, führt zur Übernahme von der realen Welt durch eine virtuelle Welt und damit zum Sieg der Bilder (Holzinger, E. 2007: 56).

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Ende der Leseprobe aus 113 Seiten

Details

Titel
Wahrnehmung der Hafen-Stadt Basel
Untertitel
Analyse der Images von Klybeck und Kleinhüningen sowie der persönlichen Einstellungen zur Stadtteilvision im Hafenareal Basel
Hochschule
Universität Basel  (Departement Umweltwissenschaften)
Note
5,5
Autor
Jahr
2014
Seiten
113
Katalognummer
V276021
ISBN (eBook)
9783656729174
ISBN (Buch)
9783656729136
Dateigröße
7538 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Note 5,5 (Schweiz) entspricht der Note 1,5 (dt. Notensystem)
Schlagworte
Hafen Basel, Hafen-Stadt, Klybeck, Kleinhüningen, Basel Nord, Arealentwicklung, Wagenplatz, Dreiländereck, IBA Basel, Image, Quartierimage, Raumwahrnehmung, Raumplanung, Stadtentwicklung, Urbaner Widerstand
Arbeit zitieren
Nina Schweizer (Autor), 2014, Wahrnehmung der Hafen-Stadt Basel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/276021

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