Rechnergestützte Gruppenarbeit an der UniBw München. Analyse der aktuellen Nutzung und des zukünftigen Bedarfs


Seminararbeit, 2014

43 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

2 Computer-Supported Cooperative Work
2.1 CSCW-Systeme bzw. Groupware
2.2 Chancen und Risiken von CSCW
2.3 Trends von CSCW-Systemen

3 Klassifizierung von CSCW-Systemen

4 CSCW-Systeme des Rechenzentrums der UniBw

5 Empirische Analyse
5.1 Beschreibung der Erhebungsmethode
5.2 Durchführung
5.3 Darstellung der Ergebnisse
5.4 Interpretation der Ergebnisse

6 Fazit und Handlungsempfehlungen

Literaturverzeichnis

Internetquellenverzeichnis

Anhang A: Interviewleitfaden

1 Einleitung

In der heutigen Informationsgesellschaft wird die Zusammenarbeit von Menschen immer bedeutsamer. Das liegt nicht nur an der zunehmenden Spezialisierung, sondern auch an der Unmöglichkeit, dass eine Person alle notwendigen Informationen verfügbar haben kann. Letzteres gilt insbesondere für Aufgaben, die ein Experte nicht alleine bewältigen kann, da z.B. verschiedene Sachgebiete tangiert werden. Folglich müssen sich unterschiedliche Experten in Projektteams zusammenschließen, um eine ganzheitliche Lösung zu finden. Obwohl die Möglichkeit besteht, persönliche Treffen zum Informationsaustausch zu organisieren, ist dies bei räumlich verstreuten Teams zeit- und kostenintensiv.

Eine mögliche Lösung bietet die rechnergestützte Gruppenarbeit (engl.: Computer-Supported Cooperative Work (CSCW)). Sie ist besonders interessant für Wissenschaftler, da diese zunehmend interdisziplinär arbeiten und forschen. Dafür müssen u.a. relevante Informationen mit anderen Teammitgliedern geteilt werden, was CSCW-Systeme ermöglichen. Wegen dieser Relevanz von CSCW für die Wissenschaft und die Forschung, stellt sich die Frage, inwieweit und wie Wissenschaftler im universitären Kontext auf CSCW-Systeme zurückgreifen.

Die Zielsetzung dieser Arbeit ist es, dies für den Geltungsbereich der Universität der Bundeswehr München herauszufinden: Deshalb wird die aktuelle Nutzung von CSCW-Systemen im Angebot des Rechenzentrums der Universität der Bundeswehr München durch Wissenschaftler untersucht. Dadurch soll ein Rückschluss auf die Zweckmäßigkeit der angebotenen Systeme erlaubt und mögliche Lücken im Angebot aufgedeckt werden. Gleichfalls soll erforscht werden, welchen zukünftigen Bedarf Wissenschaftler an der Universität der Bundeswehr haben. Dadurch sollen mögliche Veränderungsbedarfe aufgedeckt werden.

Zur Erreichung der Zielsetzung wird in der vorliegenden Projektarbeit zuerst auf die theoretischen Grundlagen von CSCW eingegangen. Kapitel 2 befasst sich zunächst allgemein mit CSCW und anschließend mit CSCW-Systemen. Dadurch soll ein Verständnis geschaffen werden, was im Sinne dieser Projektarbeit unter CSCW verstanden wird und was darunter subsumiert werden kann. Anschließend werden die Chancen und Risiken von CSCW erläutert, um das Potenzial aufzuzeigen und ein Bewusstsein für mögliche Risiken zu schaffen. Die Fragestellung der vorliegenden Arbeit zielt auch auf zukünftige Bedarfe von Nutzern ab, weshalb es sinnvoll ist, bereits bekannte Trends von CSCW aufzuzeigen. An diesen kann erkannt werden, wo CSCW zukünftig innovative Unterstützungsmöglichkeiten bieten könnte. Diese Trends könnten auch für Wissenschaftler der Universität der Bundeswehr sinnvolle Systeme hervorbringen.

Nachdem Kapitel 2 den allgemeinen Rahmen von CSCW aufzeigt und definiert, werden im Kapitel 3 zwei Möglichkeiten der Klassifikation von CSCW-Systemen vorgestellt. Dies ist für die Zielerreichung notwendig, um die Systeme des Rechenzentrums klassifizieren zu können. Dadurch können Lücken im Angebot aufgedeckt und eventuell vorhandene Doppelbelegungen identifiziert werden. In Kapitel 4 wird eine Dokumentenanalyse der Homepage des Rechenzentrums der Universität der Bundeswehr vorgenommen. Die im Angebot befindlichen CSCW-Systeme werden dargestellt und auf Grundlage der im Kapitel 3 definierten Klassifikationsraster in Klassen eingeordnet. Das Kapitel liefert somit einen Beitrag dazu, einen differenzierten Überblick über die CSCW-Systeme im Angebot des Rechenzentrums sowie deren Nutzungs- bzw. Einsatzmöglichkeiten zu bekommen. Das Kapitel 5 stellt den empirischen Teil der Projektarbeit dar und soll Aufschluss über die aktuelle Nutzung von CSCW-Systemen durch Wissenschaftler an der Universität der Bundeswehr geben. Jedoch sollen die Wissenschaftler der Universität, womit Professoren, wissenschaftliche Mitarbeiter und Studenten gemeint sind, nicht direkt befragt werden. Vielmehr wird die aktuelle Nutzung von CSCW-Systemen durch die Wissenschaftler beim zentralen Anbieter von Unterstützungslösungen, dem Rechenzentrum der Universität, erhoben und ein möglicher, zukünftiger Bedarf der Nutzer erfragt. Somit stehen die Wünsche und Bedürfnisse von Wissenschaftlern im Fokus, die an das Rechenzentrum herangetragen werden und diesem bekannt sind. Dazu wird ein Experte des Rechenzentrums im Rahmen eines Experteninterviews befragt. Durch die Ergebnisse dieser Arbeit können IT-Verantwortliche, Planer und Entscheider sowie das Rechenzentrum als Organisation profitieren: Beispielsweise können bestehende Wünsche bedarfsgerecht erfüllt oder kaum genutzte Angebote rationalisiert werden. In Kapitel 6 wird ein Fazit gezogen und Handlungsempfehlungen gegeben.

2 Computer-Supported Cooperative Work

Unter dem Begriff „Computer-Supported Cooperative Work“ (CSCW) versteht man die Unterstützung von Zusammenarbeit. Dabei steht die soziale Interaktion im Mittelpunkt, welche durch die Computerunterstützung verbessert werden soll. CSCW ist jedoch kein eigenständiges Fachgebiet, vielmehr handelt es sich um einen interdisziplinären Ansatz, der nicht nur durch die Informatik und die Wirtschaftsinformatik, sondern z.B. auch durch die Sozial- und Geisteswissenschaften geprägt wird.[1]

In der Fachliteratur finden sich zahlreiche unterschiedliche Definitionen zu CSCW. Jedoch ist den meisten Definitionen gemeinsam, dass sie auf die Zusammenarbeit sowie die Unterstützung durch Technologie abzielen. Zum Beispiel definiert Wilson CSCW folgendermaßen: „CSCW is a generic term which combines the understanding of the way people work in groups with the enabling technologies of computer networking, and associated hardware, software, services and techniques.”[2]

Hinzu kommt, dass es zahlreiche Synonyme zu CSCW gibt. In der englischen Fachliteratur werden z.B. Workgroup Computing, Collaborative Computing oder Computer Supported Groups verwendet. Im deutschsprachigen Raum hat sich der Begriff rechnergestützte Gruppenarbeit etabliert.[3]

Unabhängig von der konkreten Bezeichnung, verfolgt CSCW das Ziel, die Kommunikation zwischen Menschen, die sich nicht in unmittelbarer räumlicher Nähe zu einander befinden, zu verbessern und effizienter zu gestalten. In diesem Zusammenhang stellt die Benutzung von Rechnern ein Bindeglied in der Kommunikation zwischen Menschen dar. Der Technikeinsatz muss daher klar und einfach gestaltet werden, um eine hohe Nutzerfreundlichkeit zu erreichen.[4] Weitere Ziele von CSCW sind kürzere Entwicklungszeiten von Produkten zu fördern, die Informationsübertragung zu beschleunigen und den Wissenstransfer, z.B. innerhalb eines Unternehmens, zu verbessern. Gleichzeitig soll der Verwaltungsaufwand durch CSCW reduziert werden.[5]

2.1 CSCW-Systeme bzw. Groupware

Ein Begriff der im engen Zusammenhang zu CSCW steht, ist Groupware. Im Gegensatz zu CSCW, welches das universelle Arbeitsgebiet und die dazugehörigen Forschungsfelder beschreibt, bezeichnet Groupware die dazu passenden Systemlösungen.[6]

Zu Groupware oder CSCW-Systemen kann festgehalten werden, dass diese Systeme durch verschiedene Medien die zwischenmenschliche Kommunikation unterstützen, zu einer besseren Koordination von Aufgaben zwischen den verschiedenen Gruppenmitgliedern beitragen und die Zusammenarbeit an gemeinsamen Objekten ermöglichen. Der Aufbau dieser drei Interaktionsformen ist dabei aufeinander abgestimmt.[7]

Das wichtigste Merkmal von Groupware ist, dass die Benutzer über verschiedene Veränderungen im System informiert werden, wenn solche durch andere Benutzer vorgenommen wurden. Dies ist der wesentliche Unterschied zu anderen Mehrbenutzersystemen.[8]

Groupware umfasst jedoch mehr als die Software zur Unterstützung von Gruppen, sondern auch die dazu notwendige Hardware und Services. In Bezug auf die Software kann konstatiert werden, dass die Unterschiede zwischen Groupware und Einzelbenutzeranwendungen geringer werden, da immer mehr Anwendungen eine Kooperationsunterstützung beinhalten.[9]

Grundsätzlich ermöglicht Groupware eine synchrone und asynchrone Kommunikation. Bei der synchronen Kommunikation findet der Kommunikationsaustausch zwischen den Kommunikationspartnern ortsunabhängig und gleichzeitig statt, dazu gehören z.B. Konferenzsysteme.[10]

Asynchrone Kommunikation ist die Kommunikation zwischen Menschen, die sowohl räumlich getrennt als auch zu unterschiedlichen Zeiten im System arbeiten und sich austauschen wollen. Hier werden Kommunikationsprozesse unterstützt, die mit anderen Medien nur schwer zu realisieren wäre. Dazu zählen u.a. E-Mail-Systeme oder Newsgroups.[11]

Für Groupware gibt es eine Vielzahl an Beispielen. So zählen zur Groupware verschiedene Systeme, die den gemeinsamen Arbeitsbereich zum Austausch von Dokumenten unterstützen und die eine Awareness-Unterstützung enthalten. Zu den einfachsten CSCW-Systemen zählt ein gemeinsamer Kalender oder eine gemeinsame Datenbank, die ein Kontakt- und Projektmanagement enthält. Zu solchen Systemen zählt zum Beispiel das System BSCW oder Microsoft SharePoint Team Services. Zudem gibt es andere Lösungen von Portal-Anbietern wie z.B. Plumtree, Oracle oder SAP. Weiterhin existieren besondere Unternehmen wie z.B. Teamspace, die sich auf virtuelle Teamräume spezialisiert haben. Als Beispiele für kostenfreie Lösungen sind die Systeme OpenGroupware oder Kolab zu nennen.[12]

All diese CSCW-Systeme bergen Chancen und Risiken zu gleich, die im folgenden Unterkapitel näher betrachtet werden.

2.2 Chancen und Risiken von CSCW

Die Nutzung von CSCW-Systemen verbessert die Flexibilität von Unternehmen, da Hierarchieebenen übersprungen werden können und somit die I nformationswege kürzer werden. Dies begünstigt wiederum den Informationsfluss und kann zu schnelleren Entscheidungen führen. Somit kann schneller, flexibler und effizienter auf Veränderungen eingegangen werden. Des Weiteren werden durch neu eingeführte Systeme neue Kommunikations- und Kooperationsmöglichkeiten geschaffen. So können verschiedene Kompetenzen von Gruppenmitgliedern genutzt werden, was die Realisation von Synergieeffekten ermöglicht.[13] Hinzu kommt die Tatsache, dass sich nicht alle Mitarbeiter zur selben Zeit am selben Ort befinden können, wie z.B. bei neuen Arbeitsmodellen wie der Telearbeit. Dadurch wird die Kommunikation erschwert. Jedoch lassen sich selbst in einer solchen Konstellation Daten mit Hilfe von Computern austauschen.[14]

Des Weiteren kann durch synchrone Kommunikation die gemeinsame Bearbeitung von Daten gleichzeitig und in Realzeit erfolgen. Selbst wenn sich nicht alle Gruppenmitglieder am selben Ort befinden, kann so ein einheitlicher Wissens- und Arbeitsstand gepflegt werden. So werden z.B. Sitzungen produktiver, da wichtige Informationen allen Teilnehmern interaktiv gezeigt werden können.[15]

Durch CSCW-Systeme kann die Nutzung von mehreren Endgeräten entfallen, da diese Systeme über den Computer funktionieren und verschiedene Kommunikationsmöglichkeiten miteinander verbinden, ohne die Kommunikation innerhalb des Unternehmens zu verschlechtern.[16]

Jedoch dürfen auch die Risiken von CSCW-Systemen nicht außer Acht gelassen werden. Diese können zu einem Sicherheitsrisiko führen, wenn Eindringlingen die gesamte Informationsmenge zur Verfügung steht. Ebenfalls gibt es bei den CSCW-Systemen nur wenige Standards, welche die kombinierte Nutzung von unterschiedlichen Systemen ermöglichen. Zudem müssen die Benutzer eine spezielle Schulung erhalten, um mit den häufig nicht kostengünstigen Systemen adäquat umgehen zu können. Erfolgt diese Schulung nicht, kann es zu Koordinationsproblemen kommen. Auch ist eine Ablehnung des Systems durch die Nutzer möglich, da sich diese nicht mit dem System auseinandersetzen und es somit nicht nutzen, wenn es zu Komplex erscheint.[17]

Aufgrund der genannten Chancen ist das Thema CSCW für Unternehmen und Organisationen interessant. Daher entwickelt sich der Markt um CSCW stetig weiter. Diese Entwicklung ist jedoch noch nicht abgeschlossen. Im folgenden Unterkapitel werden deshalb einige Trends von CSCW-Systemen erläutert.

[...]


[1] Vgl. Borghoff/ Schlichter (1998): S. 94 und Gross/ Koch, (2009): S. 5.

[2] Wilson (1991): S. 1.

[3] Vgl. Borghoff/ Schlichter (1998): S. 92.

[4] Vgl. ebd.: S. 94.

[5] Vgl. Schlichter (31.03.2014): S. 14.

[6] Vgl. Borghoff/ Schlichter (1998): S. 88f.

[7] Vgl. Riemer (2009): S. 10.

[8] Vgl. Borghoff/ Schlichter (1998): S. 88f und Gross/ Koch (2009): S. 10f.

[9] Vgl. Borghoff/ Schlichter (1998): S. 95; Schwabe (2001): S. 287; Gross/ Koch (2009): S. 6f; Richter (2010): S. 25 und Schlichter (31.03.2014): S. 12.

[10] Vgl. Schwabe (2001): S. 159f.

[11] Vgl. Schwabe (2001): S. 167; Binder (31.03.2014): S. 1 und Gross/ Koch, (2009): S. 113f.

[12] Vgl. Gross/ Koch (2009): S. 114.

[13] Vgl. Borghoff/ Schlichter (1998): S. 90f.

[14] Vgl. ebd.: S. 94.

[15] Vgl. ebd.: S. 134.

[16] Vgl. Schlichter (31.03.2014): S. 14f.

[17] Vgl. Borghoff/ Schlichter (1998): S. 134.

Ende der Leseprobe aus 43 Seiten

Details

Titel
Rechnergestützte Gruppenarbeit an der UniBw München. Analyse der aktuellen Nutzung und des zukünftigen Bedarfs
Hochschule
Universität der Bundeswehr München, Neubiberg
Note
1,3
Autoren
Jahr
2014
Seiten
43
Katalognummer
V276604
ISBN (eBook)
9783656698401
ISBN (Buch)
9783656703266
Dateigröße
739 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
rechnergestützte, gruppenarbeit, unibw, münchen, analyse, nutzung, bedarfs
Arbeit zitieren
B.A. Christian Sander (Autor)Jan Köllnberger (Autor)Viktor Wiederkehr (Autor), 2014, Rechnergestützte Gruppenarbeit an der UniBw München. Analyse der aktuellen Nutzung und des zukünftigen Bedarfs, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/276604

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