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Das Prinzip Coolness

Zum Wandel der Semantik einer kommunikativen Regel

Título: Das Prinzip Coolness

Ensayo , 2014 , 12 Páginas

Autor:in: Diplom-Soziologe, Dr. phil. Michael Seifert (Autor)

Ciencias Culturales - General y definiciones
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Noch vor 15 Jahren war der Ausdruck "cool" das definitive Erkennungszeichen des rebellischen Jugendkultursprechs, heute wird das Attribut für alles verwendet, was in der jugendlichen Teilkultur irgendwie für gut erachtet wird. Als Äußerung von Zustimmung wird cool inflationär und global benutzt, Alles kann cool sein. Das war nicht immer so, zumindest bis in die 1980er Jahre ist das Attribut noch an andere, engere Konnotationen geknüpft und kulturgeschichtlich sind damit Aspekte und Sachverhalte angesprochen, die bis in die Antike zurückreichen. Das Coolness-Prinzip pendelt als kommunikative Regel kulturhistorisch zwischen Widerstand und Anpassung, Idolisierung und Skepsis. Es wird die These vertreten, dass aktuell dessen hegemonialer Sinngehalt auf eine konsumistisch geprägte Banalisierung und Trivialisierung im Kontext eines entfesselten Warenfetischismus reduziert ist.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

DAS PRINZIP COOLNESS

Zum Wandel der Semantik einer kommunikativen Regel.

DIE HEGEMONIALE BEDEUTUNG VON COOL

DEUTUNGEN DES COOL-PHÄNOMENS

HISTORISCHE KONTEXTE DES COOL-SEINS

COOLNESS ALS SUBKULTURELLE NORM

COOLNESS IN DER POP-KULTUR

PRINZIPIEN DER COOLNESS

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den semantischen Wandel und die gesellschaftliche Bedeutung des Begriffs "Coolness". Ziel ist es, Coolness nicht nur als jugendsprachliches Attribut zu verstehen, sondern als komplexe kommunikative Regel sowie als Verhaltensnorm, die in verschiedenen historischen und sozialen Kontexten – von der Antike bis zur modernen Warenkultur – unterschiedliche Funktionen der Affektkontrolle und Distinktion erfüllt.

  • Historische Herleitung des Cool-Begriffs und dessen Bedeutungswandel.
  • Die Rolle der Coolness als Instrument der Affektkontrolle und des Selbstschutzes.
  • Coolness als subkulturelles Phänomen (Ghetto-Kultur, Jazz, Drogenszene).
  • Der Einfluss der Pop-Kultur und des Warenfetischismus auf das heutige Verständnis von Coolness.
  • Die Paradoxie zwischen individueller Distinktion und konformistischer Anpassung.

Auszug aus dem Buch

HISTORISCHE KONTEXTE DES COOL-SEINS

Da an dieser Stelle auf eine weitere vergleichende Diskussion der angeführten soziologischen Deutungsmuster verzichtet werden muss, ist es im Hinblick auf die Betrachtung des Prinzips der Coolness besonders aufschlussreich, den historischen Kontext einzubringen, innerhalb dessen die Norm der Coolness produziert wurde bzw. diffundierte. Aufgrund der Studien der Amerikanistinnen HASELSTEIN et al. (2012) ist es erwiesen, dass der Begriff „cool“ amerikanischen Ursprungs ist und heute völlig globalisiert ist, d.h. überall auf der Welt von Menschen mit einem Minimum an Englischkenntnissen verstanden und benutzt wird.

Welches sind nun solche historische Kontexte, wenn man als Minimaldefinition von Coolness eine Verhaltenstendenz der emotionalen Kontrolle voraussetzt i.S. des Bewahrens eines kühlen Kopfes zur Bewältigung von Handlungsanforderungen.

Zusammenfassung der Kapitel

DIE HEGEMONIALE BEDEUTUNG VON COOL: Beschreibt den heutigen inflationären Gebrauch des Begriffs Coolness als globales Attribut und dessen instrumentelle Nutzung durch die Werbeindustrie zur Wareninszenierung.

DEUTUNGEN DES COOL-PHÄNOMENS: Analysiert Coolness aus soziologischer Sicht als Strategie der Individualisierung, Affektkontrolle und sozialen Distinktion innerhalb hochgradig differenzierter Gesellschaften.

HISTORISCHE KONTEXTE DES COOL-SEINS: Untersucht die Wurzeln der Coolness als Handlungsmaxime in der Antike, am spätmittelalterlichen Fürstenhof sowie in der Epoche der Aufklärung.

COOLNESS ALS SUBKULTURELLE NORM: Beleuchtet die Entstehung von Coolness als Überlebensstrategie und Widerstandsform in afro-amerikanischen Ghettos sowie deren Übertragung auf europäische Boheme- und Drogenszenen.

COOLNESS IN DER POP-KULTUR: Diskutiert die massenmediale Verbreitung durch Pop-Ikonen und die Verbindung des Cool-Konzepts mit Rebellion, Narzissmus und kalkulierter Simulation.

PRINZIPIEN DER COOLNESS: Fasst die wesentlichen Merkmale zusammen und konstatiert eine Pendelbewegung zwischen Widerstand und konsumistischer Banalisierung.

Schlüsselwörter

Coolness, Affektkontrolle, Distinktion, Individualisierung, Subkultur, Warenfetischismus, soziale Kompetenz, Selbstinszenierung, Identitätsentwurf, Pop-Kultur, Soziologie, Kommunikation, Semantik, Widerstand, Konsumgesellschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem semantischen und soziologischen Wandel des Begriffs "Coolness" von einer historischen Verhaltensnorm bis hin zu einem modernen konsumistischen Statussymbol.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Geschichte der Affektkontrolle, die Entstehung von Coolness in subkulturellen Kontexten sowie deren heutige Instrumentalisierung in der Warenökonomie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die Freilegung der verschiedenen Funktionsweisen von Coolness, um zu verstehen, warum dieses Attribut sowohl als Ausdruck von individuellem Widerstand als auch als Form der Anpassung fungiert.

Welche wissenschaftlichen Perspektiven werden eingenommen?

Die Arbeit nutzt hauptsächlich soziologische, kulturwissenschaftliche und zivilisationstheoretische Ansätze, insbesondere mit Bezug auf Elias, Luhmann und Riesman.

Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historischen Wurzeln der Coolness, ihre Rolle in afro-amerikanischen Subkulturen, im Jazz, in der Pop-Kultur sowie ihre Funktion als Werkzeug der Identitätsdarstellung.

Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Affektkontrolle, Distinktion, Warenfetischismus und soziale Identitätsbildung charakterisiert.

Wie definiert der Autor das Verhältnis von Coolness und Emotionen?

Coolness wird als bewusste De-Emotionalisierung und Unterdrückung affektiver Regungen verstanden, um nach außen hin Souveränität, Distanz und Überlegenheit zu simulieren.

Welche Rolle spielt die Pop-Kultur für das Cool-Sein?

Die Pop-Kultur dient als massenmediales Verbreitungsmedium, das individuelle Rebellion in marktfähige Lifestyle-Produkte umwandelt und damit das ursprüngliche Versprechen des Widerstands schwächt.

Gibt es eine Schlussfolgerung zur aktuellen Entwicklung der Coolness?

Der Autor schließt mit der Beobachtung, dass Coolness aktuell in Richtung einer konformistischen Banalisierung tendiert, da sie zunehmend von den Normen der Warenökonomie absorbiert wird.

Warum wird der "einsame Wolf" im Text erwähnt?

Die Attitüde des "einsamen Wolfs" beschreibt die soziokulturelle Selbstexklusion Coolness-Suchender, die durch ihre Distanzierung vom Mainstream eine elitäre Identität aufbauen.

Final del extracto de 12 páginas  - subir

Detalles

Título
Das Prinzip Coolness
Subtítulo
Zum Wandel der Semantik einer kommunikativen Regel
Curso
Kultursoziologie, Kulturwissenschaft, Kulturgeschichte, Soziologie
Autor
Diplom-Soziologe, Dr. phil. Michael Seifert (Autor)
Año de publicación
2014
Páginas
12
No. de catálogo
V276641
ISBN (Ebook)
9783656700647
ISBN (Libro)
9783656701095
Idioma
Alemán
Etiqueta
Subkultur jugendliche Teilkultur Emotion Emotionssoziologie Boheme Prinzipien der Coolness
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Diplom-Soziologe, Dr. phil. Michael Seifert (Autor), 2014, Das Prinzip Coolness, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/276641
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